Freiheit statt Angst am 31.05.2008 in Hamburg

Ich war dabei — auf dem bundesweiten Aktionstag Freiheit statt Angst. Gleich vorweg: Ich habe keine Fotos geschossen. Ich halte nichts davon, auf eine Demonstration gegen den Überwachungswahn, –staat zu gehen, auf der sich dann die Teilnehmer gegenseitig abschießen und diese Bilder ins Internet stellen. Das Gegenargument, Aufmerksamkeit schaffen, lasse ich auch nicht gelten. Gerade im Internet gibt es genügend andere Möglichkeiten. Aufmerksamkeit schafft man durch Öffentlichkeit und dazu sind eben auch Demonstrationen da — und nicht durch das Veröffentlichen von Fotos im Internet.

Zu Anfang zwei Kritikpunkte, wovon eine Sache der gesamten Demonstration erheblich geschadet hat. Man mag es kaum glauben, aber die Demonstration angeführt hat ein (kleiner) sogenannter Schwarzer Block. Und das ist kein Scherz. Diese kleine Gruppe hielt den offiziellen Banner Freiheit statt Angst und skandierte teilweise Revolution und Wir sind alle 129a. Ich habe das am Anfang gar nicht mitbekommen, lief auch weiter vorne mit, habe mich dann aber zurückfallen lassen. Das geht gar nicht. Wenn so eine Gruppe eine Demonstration anführt, schütteln die Passanten im positiven Fall mit dem Kopf, im negativen Fall drehen sie sich weg und denken sich ihren Teil. Manchmal fühlte man sich innerhalb dieser Demonstration als Alien, so wurde man von den Leuten angeschaut, wenn die Damen und Herren ihre Schlachtrufe verlauten ließen. Allein diese Gruppe hat der Demonstration zum großen Teil die Seriösität und die Glaubwürdigkeit genommen. Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte — wohl ein organisatorischer Fauxpas sondergleichen. Ein weiterer Punkt, den man vielleicht für das nächste Mal einplanen sollte: Es ist gut und wichtig, dass Parteien teilnehmen. Wenn diese aber fast nur die Parteifahne schwenken, sprich es gab kaum Banner, Transparente, die sich auf die Thematik bezogen haben, Stasi 2.0 lassen wir mal unter den Tisch fallen, dann sollte man überlegen, diese Parteifahnen zu verbannen, zumindest sollte man bitten, diese nicht zu verwenden — man kann die teilnehmenden Parteien auf den Flyern erwähnen — und die Damen und Herren, gerade den Jugendorganisationen bitten, doch mal kreativ zu sein. Was Transparente angeht, herrschte gähnende Langeweile. Und ja, dieser Punkt fällt natürlich auf mich selbst zurück.

Während des Marsches positiv hervorzuheben war eine Gruppe, die sich Überwachungskameras gebastelt hatten und diese spielerisch in, auf die Autos gehalten, auf die Passanten gerichtet hat — praktisch alles abgefilmt hat, was ihnen über den weg gelaufen ist. Das war zielgerichtet und wirklich mit Unterhaltungswert, der zudem die Leute neugierig gemacht hat und denen man dann zumindest den Flyer des AK Vorrat in die Hand gedrückt hat. Eine großartige Idee, sehr lustig umgesetzt. Und auch die Clowns waren wieder im Einsatz, sie haben die Privatsphäre der Teilnehmer in einem Sack gesammelt, schließlich hatten wir alle nichts zu verbergen.  Die Stimmung war trotz der Hitze sehr gut — es wurde gelacht, gequatscht und die Leute aufgeklärt, soweit das in einem kurzen Gespräch möglich ist. Die Route ging quer durch die Innenstadt Hamburgs. Schon irgendwie geil, wenn ein knallroter Ferrari an der Ampel von der Polizei gestoppt wird, und der Zug mit dem Schwarzen Block vorweg zieht daran vorbei. Das hatte dann doch schon für mich einen gewissen Unterhaltungswert.

Die Abschlußkundgebung fand am Gänsemarkt statt. Silke Lüder von der Freie Ärzteschaft e.V. und Gabi Thieß von der Selbsthilfegruppe-Fibro sprachen über die Gefahren der Elektronischen Gesundheitskarte. Da erfuhr sogar ich etwas Neues — die Krankengeschiche eines jeden von uns wird nicht auf der Karte gespeichert, sondern auf einem zentralen Server. Ab dem nächsten Jahr werden die Krankendaten von über 70 Mio. Menschen zentral in der Bundesrepublik Deutschland gespeichert. Das geht fast noch eine Stufe weiter, wie die Vorratsdatenspeicherung. Bernhard Schillo, seines Zeichens der Musikdieb, und mittlerweile in den Bundesvorstand der Piraten gewählt, sprach über die Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung auf das Filesharing, und die Tatsache, dass die Provider mittlerweile schon dazu verpflichtet wurden, Daten ohne richterlichen Beschluss an die Musikindustrie herauszugeben. Nils Zurawski, Soziologe von der Uni Hamburg, hielt einen beeindruckenden Vortrag, frei gehalten, über die gesellschaftlichen Auswirkungen der (Video-) Überwachung. Unter dem Strich bleibt, dass gerade die Videoüberwachung politisch gewollt ist. Nicht mehr und nicht weniger. Sie hält nicht das, was Politiker versprechen und behaupten. Im Gegenteil. Sie ist auch gesellschaftlich gewollt, sie wird in jeder Umfrage, jeder Studie, egal wie man die Studie anpackt, von 2/3 der befragten Menschen befürwortet. Die Abschlussrede hielt Patrick Breyer — rhetorisch grandios. Mal völlig abgesehen davon, dass ich da seine Meinung geteilt habe, wäre er in der Politik sicherlich ein hoffnungsvolles Talent. Talent weil ich mir doch die Augen reiben musste, wie jung der Herr Breyer doch ist. Zum Ende hin wurden als Goodie noch zwei (alte) Handys versteigert, zugunsten des AK Vorratsdatenspeicherung, und für die Besucher, die bis zum Schluss durchgehalten haben, gab es eine nicht registrierte SIM-Karte zum anonymen Telefonieren. Sie muss nur noch aufgeladen werden, dann kann ohne dass der eigene Name registriert wurde, anonym lostelefoniert werden.

Unter dem Strich bleibt eine eindrucksvolle Veranstaltung, die von den Menschen gelebt hat, die mitgemacht haben, ich würde auf rund 400 Teilnehmer tippen. Sie hat gelebt von den Reden auf der Abschlußkundgebung, gerade Nils Zurawski und Patrick Breyer hielten eindrucksvolle Reden — nur leider waren dort die meisten Leute auch schon gegangen. Nur bleibt auch der Eindruck, dass kaum kreativ demonstriert wurde — die heutige junge Generation ist auch nicht mehr das, was sie früher mal war. Und zum Schwarzen Block wurde bereits alles gesagt. Wie es dazu kommen konnte, sollte noch vom AK Vorratsdatenspeicherung geklärt werden. Es tat mal wieder gut, für die eigenen Menschenrechte, für die Grundrechte, für die eigene Überzeugung auf die Straße zu gehen. Ich wurde gefragt, warum ich dort mitlaufen würde. Ich habe geantwortet: Weil ich davon überzeugt bin, dass das, was wir hier tun, richtig ist. Unsere Freiheit ist in Gefahr.

Freiheit statt Angst war ein perfektes Motto. Ich würde niemals in Angst leben wollen.

Nachtrag: Hier nochmal mein VDS-Remix — Brigitte Zypries, Siegfried Kauder, Klaus Uwe Benneter & Joachim Stünker ft. Special Guests. Hintergundmusik: T r y ^ dThe final Rewind unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

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Nachtrag II:

Schwarzer Block und Co genießen hier keine Unterstützung.

69 Antworten zu “Freiheit statt Angst am 31.05.2008 in Hamburg”

  1. Ich empfand es durchaus als extreme Schädigung der heutigen Demonstration, dass Mitglieder der Antifaschistischen Aktion die Führung bildeten und ihre Fahnen schwenkten. Das gab dem ganzen eine extrem links gerichtete, und für einige vielleicht sogar extreme, Richtung. Hier war aber weder links noch rechts gefragt. Und «Nie wieder Deutschland!» erinnerte mich eher an die Antideutschen, als an die AA.

    Nichts desto trotz war gerade die Schlussrede ein krönender Abschluss, da dort nur noch die dabei waren, die es wirklich interessiert hat.

  2. Oliver sagt:

    >Das gab dem ganzen eine extrem links gerichtete

    Ich hoffe auch nicht das wir jemals die Totengräber der Union und der FDP dort sehen werden, die mit dem großen Lauschangriff einen weiteren markanten Grundstein legten. Am besten sollen alle Parteien fern bleiben und auch jene mit mitte-rechts Habitus, denn diesen haben wir die ganze Problematik zu verdanken.

  3. […] Wer einen Bericht über die Demo lesen will, der kann das ja mal bei Chris von F!XMBR tun. « Wenn man mal schnell eine Mindmap […]

  4. Absolut!

    Demonstrationen für die Freiheit müssen unparteiisch bleiben. Sonst ist es keine Freiheit mehr, für die wir da kämpfen.

  5. Musikdieb sagt:

    Schöne Zusammenfassung der Demo. Ich kann nur zustimmen mit dem schwarzen Block und so. Waren recht jung, die paar Leute, hatte ich den Eindruck. Ich finde es ja Ok, wenn die dabei sind, solange sie sich ordentlich verhalten (Mann klingt das spießig, aber ihr wisst, was ich meine…) und sich dann auch die Vorträge anhören. Wenn man jung ist, sieht man die Dinge vielleicht manchmal etwas «krasser», Ok. Aber dass das die Außenwirkung dieser Demo, wo Ärzte und Rechtsanwälte dabei waren, gestört hat, wenn die vorneweg marschieren, empand ich auch so.

    Ob da Parteien dabei sein sollten? Da bin ich ja parteiisch ;-). Die Piratenpartei setzt sich ja genau mit dem Thema Überwachung als eins der Kernthemen auseinander und ist im Grunde aus dem selben Grund wie der AK Vorratsdatenspeicherung, der die Demo organisiert hatte, entstanden. Auch ungefähr zur selben Zeit. In anderen Bundesländern hatte die Piratenpartei die Demo mit dem AK zusammen organisiert. Die anderen Parteien haben da natürlich nichts zu suchen. 😉

    Fotografieren von Teilnehmern? Ich denke, wenn man da mit Fingerspitzengefühl zuwerke geht, ist dagegen nichts einzuwenden. Ich habe schon erlebt, dass Leute mich gebeten haben, sie zu fotografieren, weil sie verkleidet waren oder ein Transparent hatten, dessen Inhalt sie verbreitet sehen wollten. Solange man nicht wild in die Masse fotografiert und möglichst viele Gesichter in identifizierbarer Weise festhält, finde ich das eigentlich Ok.

    Danke auch für die Erwähnung meiner Person. Und war ja eigentlich auch überfällig, dass wir uns mal persönlich kennengelernt haben, wo wir in der selben Stadt wohnen und gegenseitig unsere Blogs lesen. Dazu kann eine Demo also auch gut sein. :-)

  6. Oliver sagt:

    >die Piratenpartei setzt sich ja genau mit dem Thema Überwachung

    Dann paßt auch sicherlich Guidos Spaßpartei mit den liberalen Ansichten, Gaudi ist immer gut bei derlei ernsthaften Themen.

  7. Horst sagt:

    Ein sehr schöner Kommentar — es freut mich sehr, dass sich mehr Leute die gleichen Gedanken machen.

    Ich habe mir gestern in der Mönckebergstrasse vorgestellt, wie sich die unbeteiligten Menschen in der Fußgängerzone ihre 3-Sekunden-Meinung gebildet haben — im Anblick von dunkel gekleideten (bei Sonne und 30 Grad) und grölenden schwarzen-Block-Kiddies.

    Auch fehlten m.E. professionelle Seitentransparente und verständliche Durchsagen — Musik ist sinnlos, erweckt nur den Anschein einer Spaßgesellschaft, die den Verkehr unnötig stört (beim Ferrari stimme ich dir aber zu) :-)

  8. Jason sagt:

    Ja, bin auch voll der Meinung von Musikdieb, muss dazu aber leider Betonen das 500 Teilnehmer bei einer so wichtigen Demo für eine große Stadt wie Hamburg einfach nicht gut ist…Wirklich schlimm das ich dass so sagen muss aber es ist so, da bin ich sogar dankbar für die 50 Leute (Verstärkung) vom Black Block. Ganz Ehrlich. Und wenn wir mal alle ehrlich sind können wir sie doch manchmal sogar verstehen…(Diese Gewaltausstrahlung) Schlage ich früh morgens die Zeitung auf könnte ich kotzen… Gehe ich zur Arbeit sehe mein Chef muss ich schon wieder Reiern…Zu schade das Geld für Essen aus zu geben 😉 … Nein aber mal ehrlich, ich glaub ihr versteht was ich meine.… Habe aber mal eine Frage…Als der Marsch noch nicht losging, spielte der Wagen eine Hip-Hop-Musik, die es echt in sich hatte… Weiß jemand wo man die bekommt oder wie die heißt… Ich wäre sehr dankbar über diesbezügliche Antworten… Danke…

  9. Chris sagt:

    Ich meine, das war JAMMIN*INC.

    @All: Naja, der AK Vorrat feiert es nun als Erfolg der Demo, dass der Schwarze Block friedlich geblieben ist. Was für ein riesen Erfolg einer Demonstration Freiheit statt Angst. Da frage ich mich, wofür ich mitgelaufen bin. Ganz bestimmt nicht um der Welt zu zeigen, dass ein paar Knallköppe, die zu 90% sachfremden Schwachsinn skandiert haben, auch mal friedlich bleiben können.

    Der ganze Aktionstag verlief sehr friedlich, so das auch der schwarze Block mal wieder in Hamburg an unserer Aktion mitgelaufen ist ohne das es irgendwelche Zwischenfälle gab.Die Polizeit begleitete den Demozug bis zum Gänsemarkt und zog sich dann bis auf den Einsatzleiter und zwei weitere Polizisten zurück.

    Wenn das der einzige Kommentar des AK Vorrat zu diesem Mist bleibt, ist der Laden für mich endgültig durch. Dann informiere ich weiter im Kleinen. Als ich Freitag auf der Arbeit sagte, Samstag, Demo, Freiheit statt Angst, erntete ich nur ungläubiges Kopfschütteln.

    Da muss angefangen werden.

  10. Musikdieb sagt:

    >die Piratenpartei setzt sich ja genau mit dem Thema Überwachung

    Dann paßt auch sicherlich Guidos Spaßpartei mit den liberalen Ansichten, Gaudi ist immer gut bei derlei ernsthaften Themen.

    Wie man den Augenzwinkern in meinem Kommentar vielleicht entnehmen konnte, setze ich mich ja durchaus selbstkritisch mit dem Thema «Partei» auseinander. Man kann natürlich immer auf die Parteien schimpfen. Aber wir leben nunmal in einer Demokratie. Das heisst, wir alle sind aufgefordert mitzuregieren. Sozusagen. Da kann man sicher noch einiges dran verbessern, und auch viel an der jetztigen Situation kritisieren, aber im Vergleich zu totalitär regierten Staaten z.B. ist die Situation hier doch nicht schlecht. Irgendwer hat mal gesagt, «Demokratie ist eine schlechte Regierungsform, aber ich kenne keine bessere» oder so ähnlich. So sehe ich das auch. Und in einer Demokratie braucht man nun mal Leute, die sich aufstellen lassen, um gewählt zu werden. Da kann man doch nicht Politiker pauschal ablehnen. Wenn man das System als Ganzes in Frage stellt, sollte man einen Alternativvorschlag haben. Wie ist deiner? Kommunismus? Totalitarismus? Neoliberalismus? Anarchie? Monarchie? Whatever? Finde ich alles scheiße (als absolut verstandene Lehre bzw. Staatsform) und würde die Demokratie dafür nicht aufgeben. Allerdings ist es natürlich schon so, dass die Bürger mitmachen müssen bei der Demokratie. Nur über Politiker schimpfen, während man im Fernsehsessel sitzt und einmal alle paar Jahre wählen geht, reicht natürlich nicht. Man muss aktiv seine Meinung sagen, hier und da bei politischen Themen, die einen besonders interessieren, auch mal aktiv werden und im sozialen Bereich vielleicht auch mal eine Aufgabe übernehmen, und sei es Bloggen. :)

    Oder meintest du tatsächlich nur die Kritik an Parteiteilnahme an Demos? Soll man die verbieten? Diejenigen, die da Parteifahnen schwenken, sind aber keine Roboter sondern Menschen, die das aus irgendeinem Grund machen. Wahrscheinlich, weil sie das als Ausdruck ihrer politischen Meinung empfinden. Komm doch einfach das nächste Mal selber auf die Demo mit einem Transparent, was größer ist als alle Parteifahnen und bring am besten noch ein paar Leute mit. Das ist die beste Möglichkeit, was gegen die Vorherrschaft von Parteifahnen auf Demos zu machen. :)

  11. Oliver sagt:

    >setze ich mich ja durchaus selbstkritisch mit dem Thema “Partei” auseinander. Man kann natürlich immer auf die Parteien schimpfen

    Ich war lange Jahre Mitglied in einer Partei und einer großen Gewerkschaft, das sollte als Info genügen, da anscheinend doch der Inhalt der Publikation hier recht unbekannt ist.

    >Komm doch einfach das nächste Mal selber auf die Demo mit einem Transparent, was größer ist als alle Parteifahnen und bring am besten noch ein paar Leute mit.

    Antwort.

    >Wenn man das System als Ganzes in Frage stellt, sollte man einen Alternativvorschlag haben. Wie ist deiner?

    Mein Vorschlag, bevor du einen solchen Brainfuck von dir gibst solltest du dich über jene informieren deren Publikation du vollschmierst. Damit kannst du vielleicht anonyme Parteisoldaten und jugendliche Aktionisten mobilisieren.

  12. Musikdieb sagt:

    Oh sorry, scheinbar genügte mein Kommentar nicht den hohen intellektuellen Ansprüchen hier. Wie ich aus deinem Link sehe, hast du dich mit der Thematik schon etwas intensiver auseinandergesetzt. Aber wenn eine Diskussion nicht gewünscht ist, schmiere ich eure Publikationen halt in Zukunft nicht mehr voll. Hab’ eigentlich auch besseres zu tun.

  13. Oliver sagt:

    >Wie ich aus deinem Link sehe, hast du dich mit der Thematik schon etwas intensiver auseinandergesetzt.

    Wie du diesem Blog hier entnehmen kannst beschäftigen uns mit dieser Thematik fortwährend in ihrem ganzen Spektrum.

    >Hab’ eigentlich auch besseres zu tun.

    Das habe ich bei den Kommentaren schon bemerkt, die vielleicht für den Smalltalk einer Demo geeignet wären. Wer nicht Willens ist sich ein wenig über unsere politische als auch gesellschaftliche Position zu informieren (aka Blog-Lektüre), braucht auch nicht auf einen niveaulosen Diskurs zu hoffen und sich hinterher noch die Mimose zu mimen, ob einer entnervten Antwort. Oberflächliches Blafasel existiert im Web schon zu genüge, sich dabei noch in Redundanz zu üben, wäre gegenüber der angesprochenen Thematik einfach inadäquat.

  14. Musikdieb sagt:

    >Wer nicht Willens ist sich ein wenig über unsere politische als auch gesellschaftliche Position zu informieren (aka Blog-Lektüre),

    «nicht Willens» ist gut. Ich habe schlicht und einfach nicht die Zeit, alle Blogs, besonders solche mit ausführlichen Betrachtungen wie eures, wirklich komplett zu lesen. Also lese ich ab und zu mal rein, vor allem bei Themen, die mich besonders interessieren. Mag sein, dass ich eure oder speziell deine Position noch nicht 100%ig durchschaut habe, aber gerade die differenzierte Betrachtungsweise finde ich ja auch gut und lese daher eben auch gerne mal rein. Oft kann ich zustimmen, manchmal auch nicht, aber wie sollte ich jetzt wissen können, auf welcher Ebene du über Demos diskutierst?

    >braucht auch nicht auf einen niveaulosen Diskurs zu hoffen und sich hinterher noch die Mimose zu mimen, ob einer entnervten Antwort.

    Sooo niveaulos finde ich meinen Kommentar nicht. Ich bin gerne bereit, die Meinung auf einer niveauvolleren Ebene weiter zu verteidigen, aber jetzt gerade habe ich wirklich was besseres vor. Ich muss zu einer Veranstaltung, die schon längst angefangen hat, und das bei einem Wetter, wo man lieber am See sitzen würde, daher bitte meinen letzten Kommentar auch unter «entnervt» verbuchen.

  15. Musikdieb sagt:

    Sorry, es muss heissen «wie sollte ich jetzt wissen können, auf welcher Ebene du über Parteipolitik diskutierst?» statt «wie sollte ich jetzt wissen können, auf welcher Ebene du über Demos diskutierst?». Darum ging es ja in dem zitierten Abschnitt. Auch wenn ich schon oft bei euch reingelesen habe, kannte ich deine Position dazu bisher tatsächlich nicht. Und die ist mir auch jetzt noch nicht klar. Ich finde, da musst du schon mal etwas zu sagen oder ein paar Links zu entsprechenden Texten bringen, ein Verweis auf ein ganzes Blog reicht da meiner Meinung nach nicht.

  16. SaTYr sagt:

    hmm, also meiner Meinung nach war schon immer ein Problem der «linken», «alternativen», wie auch immer man sie nennen mag, dass es allesamt Dogmatiker sind.

    Es reicht nicht gemeinsam gegen etwas zu sein, sondern man muss in allen Punkten zu 100% überein stimmen…meiner Meinung nach ein Hauotgrund, dass die Linke niemals etwas erreichen wird in diesem Lande.

    LG
    SaTYr

  17. Chris sagt:

    Sorry, diese schwarzen durchgeknallten Irren sind keine Linke — kleine Radaubrüder, nicht mehr und nicht weniger…

  18. Oliver sagt:

    @chris

    Aber in Zeiten in denen ein Schily oder auch Fischer hohe politische Ämter erlangten, da muß man glaube ich doch ein Auge zudrücken — vielleicht wirft da gerade unser zukünftiger Innenminister Steine 😀

    @musikdieb

    >Ich finde, da musst du schon mal etwas zu sagen oder ein paar Links zu entsprechenden Texten bringen,

    Die Texte darfst du hier gerne selbst zusammensuchen, auch auf diesem Blog oder auch noch auf .get privacy. Falls du nach der Farbenpracht Ausschau hälst, ich vertrete eine humanistische Grundhaltung, jene Haltung die jeder Partei Deutschlands fehlt. Du könntest es dir auch einfach machen und folgst einem der obigen Links in Chris Artikel.

  19. schwarzerblock sagt:

    zum Thema Schwarzer Block.….

    ich frage mich was für einen Eindruck die Demo gemacht hätte wenn der Schwarze Block nicht dabei gewesen wäre … garkeinen? samstagsspaziergang mit musik? trauermarsch?
    Mal ganz ehrlich wer macht denn überhaupt Stimmung wenn nicht der Schwarze Block????? Diese völlig Elanlosen Parolen über den Lauti kann man doch nicht als Lautstarke Stimmung verkaufen — das ist eher abschreckend!
    Zugegeben haben viele der Genossen für meinen Geschmack von vornherei zu sehr auf Riot gemacht — viele waren von Anfang an Vermummt und mit Handschuhen «bewaffnet» — das fand ich persönlich auch scheiße! Und auch einge der Parolen waren nicht passend … irgendwer fing mit Alerta Alterta Antifaschista an … passt nicht unbedingt (auch wenn ich diese Überwachung als einen Faschismus betrachte!!!) und was die «Revolution» angeht ist die Parole im ganzen «one Solution — Revolution» — und das ist die Wahrheit EINE Lösung IST Revolution (wenn auch eine sehr unwahrscheinliche) und zum Thema 129a muss ich wohl nichtsmehr sagen — das ist nämliche das Ergebnis dieser ganzen Überwachung unzählige Verfahren zum Thema §129 die alle im Sande verlaufen werden und den Staat ein heidengeld kosten…
    Übrigens waren die besagten «kameraleute» auch teil des «Schwarzen Blocks» — zumindest habe ich sie die meiste Zeit vorne beim/im Block gesehen.
    Und um noch etwas generelles zum Schwarzen Block zu sagen am samstag … ich habe eigentlich nur Leute gesehen die den Anspruch einer politischen Meinung haben .. also eben nicht diese Adrenalinjunkies wie sie am 1. Mai auf linker und rechter Seite am randalieren waren. Die vermummung ist bei diesem Typ Demonstrant ein Akt des Zivilen ungehorsams — was den meisten Bürgerlichen vielleicht mal als anstoss dienen sollte — denn mit Latschdemos hat man noch nie etwas bewirkt (außer sie haben mehrere 10.000 Teilnehmer wie früher die Montagsdemos in der DDR)
    Übrigens wurden auch aus dem Schwarzen Block heraus diskussionen mit Passanten geführt die in den meisten Fällen auch zufriedenstellend verliefen — wir haben unsere Position klar gemacht und die Bürger haben gesehen «Hey sind ja doch nicht alle Krawallos auch wenn sie so ausschauen».
    Und abschließen noch ein Wort zu solchen diskussionen im allgemeinen … Ich persönlich habe lieber einen Schwarzen Block auf der Demo als solche Spalter die sich hinstellen und sone Scheiße labern wie du … Wir haben nuneinmal das selbe Ziel und sollten ZUSAMMEN! dafür kämpfen und nicht sich wie klein Cinderella hinstellen und beleidigt rumweinen «wäwäwä ich mach nichtmehr mit wenn der Schwarze Block dabei ist» … solange dieser Schwarze Block friedlich ist hast du keinen Grund dazu und schießt dich mit solchen Aussagen in meinen Augen selbst ins Abseits!
    Allerdings sollte man sich schon kritisch mit seinen Mitdemonstraten auseinandersetzen.
    Guten Tag…

    PS: wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!

  20. Oliver sagt:

    Hab den Block mal exemplarisch durchgelassen.

    >Mal ganz ehrlich wer macht denn überhaupt Stimmung wenn nicht der Schwarze Block?????

    Hat schon was von Karneval.

    >Wir haben nuneinmal das selbe Ziel und sollten ZUSAMMEN! dafür kämpfen

    Vielleicht denken wir erst einmal zusammen. Hmm? Wäre doch was für den Anfang. Bei Extremen ist es immer recht leicht jene zu polarisieren, mal dort hin oder mal hier in — ein guter Demagoge schafft das an einem Wochenende. Die Beispiel hierfür sind auch Legion.

  21. . sagt:

    Das Prinzip Black Block ist überholt und inzwischen leider zu einer identitätsgebenden Subkultur geworden. Früher benutze man es um sich vor Repression während militanten Aktionen zu schützen. Da man bei der Demo gestern nicht davon ausgehen konnte, dass dort irgentetwas Militantes passieren sollte ist es nur Szene-Scheiße, sich schwarz zu kleiden.

    Dass man sich auf einer Demo, die für Anonymität unkenntlich macht erreicht man auch durch eine Sonnenbrille und vielleicht mal ein Buntes Cap.

    >“one Solution — Revolution” — und das ist die Wahrheit EINE Lösung IST Revolution

    Ich denke damit ist gemeint, dass nur die Revolution DIE Lösung vieler Probleme im Kapitalismus ist.

    Ein Ansatz für das «gemeinsame Denken«
    Im Großen und Ganzen finde ich schon dass solche Demos einen linksradikaleren Anspruch erheben sollten, da es ja um die Frage geht, warum der Staat die Überwachung der Bürger immer stärker vorrantreibt. Die Antwort darauf ist meiner Meinung nach die Schaffung einer besseren Infrastruktur, damit noch besser Geld verdient werden kann (kurz: der Kapitalismus). Ein Beispiel dafür ist Lidl-Affaire. Lidl überwachte seine Mitarbeiter ja nicht aus reiner Böswilligkeit sondern um mit weniger Verlusten (Diebstahl, Verschwendung der Arbeitszeit) mehr Gewinn zu machen.
    Ergo halte ich den Kapitalismus für das Übel der Gesellschaft und auch für den Grund der zunehmenden Überwachungsinstrumente und deshalb sollten solche Demos stärker die Ursachen hervorheben und deshalb ist auch ein linksradikaler, also antikapitalistischer Flügel auf solchen Demos notwendig.

    vielleicht auch mal ganz interessant, eine linke Kritik an der Anti-Stasi 2.0-Bewegung.
    http://www.junge-linke.de.….ded.html

  22. Oliver sagt:

    Die junge Linke ist nicht mehr ein Sandkasten wie junge Union, Jusos, junge Liberale etc. pp.

  23. . sagt:

    Hast du dir die Seite angeguckt ?
    Die Junge Linke ist _nicht_ die Jugendorganisation von der Partei DIE.LINKE.
    Und die «Junge Linke» ist auch nicht «JungdemokratInnen/Junge Linke sondern ein eigenständiges Netzwerk ein paar linker Gruppen.

  24. Chris sagt:

    Völlig egal — dann nimm den Satz oben allgemein hin. Kritik gegen Stasi 2.0? Da läufst Du hier offene Türen ein.

    Stasi 2.0, Schäublonen: wir werden alle verblödet

  25. SaTYr sagt:

    Hihi
    Also zuerst muss ich mal sagen, daß ihr beiden mir doch recht sympathisch seid, soweit ich das an dem Blog hier beurteilen kann. Auch eure Meinungen teile ich häufig zu einem großen Teil.

    Aber ich hab die starke Vermutung, dass, wenn alle so drauf wären, auf der Demo alle in kleinen Grüppchen dagestanden hätten und die anderen Doof finden würden. 😛
    Irgendein Grund findet sich immer.
    Und die, die das System stützen und davon profitieren lachen sich einmal kringelig und vergessens auch sofort wieder.
    Ziviler Ungehorsam ist heute leider das mindeste, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

    Es gibt einfach wichtige Dinge wie Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit etc., ohne Angst vor staatlichen Repressionen. Bei allem anderem sollte man im Moment mal alle fünfe gerade sein lassen IMHO.

    Irgendjemand hat Sinngemäß mal gesagt: «Ich finde deine Meinung echt Scheiße, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, daß du sie äußern darfst.»

    «Alle für einen und einer für alle.«
    Das sollte die Devise sein.
    Und nicht «jeder gegen jeden», denn genau das ist doch erwünscht von den Mächtigen.

    Lg und geruhsamen Sonntagabend noch :)

    Hannes

  26. Oliver sagt:

    >Hast du dir die Seite angeguckt ?

    >Und die “Junge Linke” ist auch nicht “JungdemokratInnen/Junge Linke sondern ein eigenständiges Netzwerk ein paar linker Gruppen.

    Ich habe den Text sogar gelesen. Die jungen Linken bzw. die Ursprungsbewegung sind schon eine recht alter Verband, welcher mal der FDP nahestand, dann mal den Grünen und dann auch mal mehr der marxistischen Jugendbewegung, im Laufe ihrer Geschichte. Dann gabs mal einen internen Diskurs mit dem radikalen Teil und et voila die jungen Linken entstanden. Später gabs abermals einen Fork, welcher dann mit der Linken (Oskars Mannen) zusammenging. Das bei diesem ganzen konfusen Auftritt ein wenig durcheinanderkommt, wer mit wem und vor allem welche Ausrichtung, dürfte mehr als verständlich sein. An der Aussage ändert es freilich nichts, im Gegenteil dieses heilose Durcheinander verdient erst recht die Ignoranz. Sandkasten eben …

  27. Oliver sagt:

    @Satyr

    >Ziviler Ungehorsam ist heute leider das mindeste, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

    Ich denke einen aktiven Denkprozeß würde man ebenso wahrnehmen. Und diesem ist halt nicht genüge getan, indem man die nächste Aktion plant und sich Sprüche ausdenkt bzw. die passende Musik wählt. Derart viel Politikum bekamen wir selbst früher auf dem Karnevals-Umzug hin.

  28. SaTYr sagt:

    >Ich denke einen aktiven Denkprozeß würde man >ebenso wahrnehmen.

    Ich hab die Hoffnung darauf inzwischen aufgegeben.
    Ich arbeite als Industriemechaniker in einem mittelständischen Industriebetrieb mit ca. 120 Mitarbeitern, und die Gespräche bzw. Diskussionen mit meinen Kollegen haben mich total desilliusioniert.

    Ich kann mir den Mund fusselig reden, parallelen zur DDR und zum dritten Reich ziehen, mir Beispiele ausdenken, die deren Privatleben betreffen…alles völlig egal. Scheuklappen auf, Gehirn aus: «Ich hab doch nichts zu verbergen!«
    Ohne Scheiß…die Masse der Bevölkerung denkt, meiner Erfahrung nach, einfach nicht und hat auch kein Interesse daran.
    Ich sehe Schwarz

    Lg
    Hannes

  29. Oliver sagt:

    >die Masse der Bevölkerung denkt, meiner Erfahrung nach, einfach nicht und hat auch kein Interesse daran.

    Natürlich denken viele nicht darüber nach und der Aussage schließe ich mich gerne an, allerdings muß man auch differenzieren.

  30. SaTYr sagt:

    Guter Artikel und er hat auf jeden Fall recht.
    Es ist zwar bekannt, dass ich Ahnung von Rechnerkram habe, als Nerd werde ich allerdings nicht gesehen.
    Dafür werde ich als langhaariger kiffender Bombenleger abgestempelt. Dadurch fällts mir natürlich doppelt schwer. stimmt schon.

    Ich habe mir aber schon Mühe gegeben, Beispiele zu bringen, die nichts mit Rechnern und Internet zu tun haben, auch das fruchtet nicht wirklich.
    Vielleicht mal weniger konkret und einfach die Freiheit an sich verteidigungen…naja, mal sehen, keine Lust mehr darüber nachzudenken, werde auf jeden Fall nicht aufgeben. :)
    So, und jetzt mache ich mir nen gemütlichen Abend und denk über was anderes nach, sonst habich nämlich bald ein Magengeschwür.

    bis denne
    …und wech

  31. Oliver sagt:

    >Ich habe mir aber schon Mühe gegeben, Beispiele zu bringen,

    Es ist im großen und ganzen wohl legitim, daß ich im Internet u.a. auch Beispiele fürs Techvolk bringe. Aber man erwartet Momentum da draußen und wenn wir mal davon ausgehen, das etwa die Hälfte der Bevölkerung mehr oder weniger regelmäßig Zugang zum Internet hat und von diesen vielleicht ein deutlich geringerer Teil tatsächlich aktiv partizipiert, dann sieht die Sache doch ein wenig anders aus.

  32. Ich habe es leider verbaselt, an der Demo teilzunehmen, aber immerhin war ich am 31.12.07 dabei. Soviel als Vorbemerkung.

    Inzwischen sind Jugendliche aus dem schwarzen Block Umfeld auf das Thema aufmerksam geworden, das war letztes Jahr noch nicht so. Das ist mal positiv.

    Dass ein «schwarzer Block» offenbar erkennbar den Anfang des Zugs dominieren konnte, ist ein Versagen des Demonstrationsveranstalters — dem ich Lernfähigkeit unterstelle. Bei der 1. Mai-Demo in Barmbek war das z.B. nicht der Fall, da ließ sich die DGB-Jugend die Demospitze nicht aus der Hand nehmen.

    Dass der «schwarze Block» hier als schwarzer Block aufgetaucht ist, halte ich für ungeschickt, aber eine Tatsache. Das hat noch viel mit Identitätsunsicherheit und Uniformitätsfreude zu tun und ist nach meinem Eindruck noch vorpolitisch, weil viele Mitglieder es offenbar noch nicht fertigbekommen, mal neben sich zu treten und zu überdenken, wie sie selber auf «die Öffentlichkeit» wirken, und ob das den eigenen Zielen eigentlich dient.

    Der Reflex, dass der «schwarze Block» automatisch für Gewalt steht, ist allerdings auch Dummheit und zeigt, wie einflussreich Abendblatt&Co auch auf das Bewußtsein aufgeklärterer Mitglieder der Zivilgesellschaft ist. Nein, nach meiner Erfahrung ist der «schwarze Block» ziemlich eitel und zeigte scheinbar auch bei dieser Demo, dass er eine Primadonna ist. Aber wie gesagt, er ist eine Tatsache und mir ist ein Mitglied des schwarzen Blocks immer noch lieber als eine angepasste Dumpfbacke, die sich nur um den «eigenen Kram» kümmert.

    Auf einem ganz anderen Blatt stehen die Gewalttäter, die oft wie Mitglieder des schwarzen Blocks aussehen und deren «Aufgabe» es ist, Anlässe hervorzurufen, die es der Presse ermöglichen, nicht mehr über die Inhalte einer Demonstration zu berichten, sondern sensationsgeile Gewaltberichterstattung zu bringen.

    Klaus Schleisiek, Senioren für Deeskalation

  33. Alex2.0 sagt:

    Ich kann mich nicht erinnern, das sich jemand die Demoführung aus der Hand hat nehmen lassen.

    Wieso meinen eigentlich gerade DIE Leute, die weder bei der Planung, noch bei der Durchführung der Demo Ihren Arsch hochbekommen haben, jetzt über die Demo und gleich noch über die Veranstalter herziehen zu können.

    Der schwarze Block war friedlich.
    Genau wie am 31.12.2007

    Und wenn die ganzen Klugscheisser hier nicht nur dumm schnacken würden, sondern mal auf der Demo auftauchen würden, dann fallen auch 100 Leute schwarzer Block nicht auf.
    Wenn der sogenannte schwarze Block allerdings ein Drittel der Demoteilnehmer stellt, bin ich ehrlich gesagt sehr froh, das diese Leute da waren.
    Sonst wären wir noch weniger gewesen.
    Und das nur, weil:
    «Och, es war zu warm«
    «Ich wusste nicht, ob die Demo kindertauglich ist«
    (Kinder und Demo schliessen sich eigentlich von vornherein aus)
    «Meine Freudin findet das nicht gut».

    Ich könnte kotzen, wie hier einige alles zunichte reden, wofür wir wochenlang vorbereitet haben.

    Und Musikdieb:
    Wenn Dich was stört auf der Demo, komm zum OrgaTeam, DU kennst uns alle.

  34. Oliver sagt:

    >Wieso meinen eigentlich gerade DIE Leute, die weder bei der Planung, noch bei der Durchführung der Demo Ihren Arsch hochbekommen haben

    Wenn das alles ist … meinst du Naseweis deine Art von Aufmerksamkeit zu erregen sei alles da draußen? Die Hauptarbeit wird von Leuten gemacht, welche sich tagtäglich mit allen Facetten dieser Materie auseinandersetzen.

    >sondern mal auf der Demo auftauchen würden,

    Es gibt wichtigere Arbeit zu tun.

  35. michi sagt:

    hmm wer etwas in den händen hält und mit einbezogen wird ‚wirft in der regel keine steine.
    ausserdem ist es bekannt, das wir fotos von den actionen machen , es nur verständlich wenn
    sich –wer nicht erkannt werden will-dementsprechend
    kleidet und trozdem kommt.

    michi

    das wesenentliche ist für das auge unsichtbar
    man sieht nur mit dem herzen gut

  36. Sera sagt:

    Wir sind eine kleine Ortsgruppe vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und hatten in unserer Stadt nur einen Infostand, weil es für eine Demo absehbar nicht gereicht hätte. Wir sind mit manchem, was der Bundes-AK macht, nicht einverstanden, aber irgendwo muss man sich ja zusammenfinden.
    Eigentlich wollten wir uns für die Aktion am Samstag mit allen am Thema interessierten Organisationen zusammentun und haben deswegen Parteien, Gewerkschaften, Attac, Kirchen, Freie Ärzteschaft, Journalistenbund etc. pp. angeschrieben. Dabei hatten wir auch ganz schöne Diskussionen von wegen Parteien — ja oder nein? Geantwortet haben dann nur die Grünen und die Linken. Tatsächlich erschienen sind dann nur die örtliche linke Bundestagsabgeordnete und ihre Büroleiterin. Die haben uns ihr Parteibüro, Buttonmaschine, Kopierer etc. zur Verfügung gestellt und eine Weile Flyer verteilt ohne erkennbar als Linke aufzutreten. Das finde ich sehr dankenswert.
    Wirklich toll war, dass sich auch Leute mittleren und gehobenen Alters gefunden haben zum Flyer-Verteilen. Das wirkt einfach viel seriöser als ein paar Kids im abgerissenen T-Shirt.
    Jedenfalls hat sich am Stand wieder gezeigt, dass die meisten «nichts zu verbergen haben». Allerdings haben auch erstaunlich viele Leute die Petition gegen die Novelle des BKA-Gesetzes unterschrieben, manche haben sich da sogar von sich aus drauf gestürzt ohne weitere Erklärungen einzufordern. Es scheinen sich doch immer mehr Leute zu informieren.

    Mir ist aber auch schon auf Demonstrationen der «schwarze Block» negativ aufgefallen. Diese Leute schaden der Sache, denn sie bestätigen viele Zuschauer in der Meinung, dass nur Extremisten etwas zu befürchten hätten, sie selbst als brave Bürger aber nicht.
    Schwierig finde ich auch Teilnehmer wie die AGB (*** Link entfernt ***), eine Fundichristen-Sekte, die glaubt, das alle Menschen RFID-Chips zwangsimplantiert bekommen werden, was gleichzusetzen ist mit dem «Zeichen des Tieres» aus der Apokalypse. Dies müsse folgerichtig zu einem Massenmord an Christen führen, die glaubensgemäß die Implantierung verweigern müssen. Diese Leute treten in großen Mengen mit Großmüttern und –vätern, Kindern, Enkeln, Rollstühlen, Kinderwägen und Hunden bei einschlägigen Demonstrationen auf (z.B. in Köln am 15.3.), was zwar ein familäres Bild erzeugt und die Zahl der Demonstrationsteilnehmer erheblich erhöht (in Köln dürften sie die Demo verdoppelt haben). Wer aber deren Pamphlete liest, kann eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass Überwachungsgegner paranoid sind und an mangelndem Realitätsbezug leiden…

  37. Chris sagt:

    @Sera: Die AGB war in Hamburg auch fleissig am Flyer verteilen. In die Hand bekommen, angelesen, mit dem Kopf geschüttelt, in den Mülleimer.

    Ich glaube mittlerweile, dass die gesamte Bewegung, bis auf wenige Idealisten nur zur Profilierung einzelner Interessengruppen dienst. Den Parteien soweiso, aber auch solchen Gruppen wie der AGB.

    Das dient nicht der Sache. Im Gegenteil. Gruppierungen wie der Schwarze Block, die AGB oder extreme Kommunisten, auch die waren in Hamburg vertreten, schaden der Sache und bestätigen Politik und Bevölkerung nur, genauso zu handeln. Ich konnte sie ignorieren, aber ich weiß nicht mit wie vielen wirklichen Verfassungsfeinen ich mitgelaufen bin. Das ist wirklich erschreckend.

    P.S. Ich werde gleich den Link entfernen…

  38. Kai-Uwe sagt:

    Hallo Leute.

    Vielen Dank für die Stellungnahmen zu unserer Veranstaltung. Jenen, die die Präsenz des Schwarzen Blocks als Makel empfunden haben, möchte ich wie folgt antworten:

    Es hat in Hamburg, auch und gerade in der jüngeren Vergangenheit, eine Reihe von ernsten Vorfällen auf Demonstrationen gegeben. Auch wir haben uns bei der Vorbereitung unserer Demonstration mit diesem Thema auseinandersetzen müssen.
    Wir, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, betrachten es auch als unsere Aufgabe, die enorme Bandbreite an Organisationen, die unser Anliegen teilen, unter einen Hut zu bekommen und integrierend auf diese einzuwirken, damit die Basis für unseren Widerstand im Rahmen des Legalen so breit wie möglich wird.
    Aus diesem Grunde habe ich, bis auf einige kleinere Ermahnungen (denen der Schwarze Block auch gefolgt ist), die Jungs und Mädels auf ihre Weise protestieren lassen. Gemessen an dem, was alles hätte passieren können, hat sich der Schwarze Block sehr kooperativ und konstruktiv verhalten. So sei z.B. angemerkt, dass der Schwarze Block nicht etwa ein Revolutions– 129a– oder ein ähnliches Transparent an der Spitze des Demozuges getragen hat, sondern das ‘offizielle’ AK-‘Freiheit-statt-Angst’-Banner. Junge Menschen, die sich so verhalten, werden von mir nicht von unserer Demo verbannt.

    Zwei Dinge noch: wir haben in Hamburg trotz der vergleichsweise bescheidenen Teilnehmerzahl am Samstag fast so viel Bürgerinnen und Bürger mit Informationsmaterial versorgen können, wie auf der Großdemo im September in Berlin. Und dass die Ärzte sich vom Schwarzen Block in ihrer Publikumsarbeit gestört fühlten, ist nicht korrekt. Jedenfalls hat sich uns gegenüber keiner der Ärzte so geäußert — und ich kenne diese Frauen und Männer sehr, sehr gut.

    Von einem Versagen der Demoleitung oder einem ‘Zügel-aus-der-Hand-nehmen-lassen’ kann also keine Rede sein.
    Zur Fortbildung in dieser Frage kann ich nur jedem empfehlen, selbst mal in Hamburg oder an vergleichbarer Stelle eine Demonstration für Bürgerrechte zu veranstalten. Das ist angenehm kurzweilig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kai-Uwe Steffens
    Veranstalter und Leiter der Demo in Hamburg
    Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
    Ortsgruppe Hamburg

  39. Chris sagt:

    Danke für die Stellungnahme Kai-Uwe.

    Aus diesem Grunde habe ich, bis auf einige kleinere Ermahnungen (denen der Schwarze Block auch gefolgt ist), die Jungs und Mädels auf ihre Weise protestieren lassen. Gemessen an dem, was alles hätte passieren können, hat sich der Schwarze Block sehr kooperativ und konstruktiv verhalten.

    Diese Argumentation finde ich sehr problematisch. Wenn es schon als «Erfolg» gefeiert wird, wenn diese Knalltüten ruhig bleiben, dann «Prost Mahlzeit». Ich behaupte: Diese Leute vorneweg haben der Demo einen Großteil ihrer Seriösität genommen.

    So sei z.B. angemerkt, dass der Schwarze Block nicht etwa ein Revolutions– 129a– oder ein ähnliches Transparent an der Spitze des Demozuges getragen hat, sondern das ‘offizielle’ AK-’Freiheit-statt-Angst’-Banner.

    Gesungen, skandiert haben sie zu 90% etwas anderes.

    Und Ihr solltet mal drüber nachdenken, wie es weitgehend verhindert werden kann, wie «problematische» Gruppen solche Aktionen für Eigenwerbung nutzen, auch Parteien.

  40. Boskopist sagt:

    Du scheinst genauso ein Medienopfer zu sein wie 95% der restlichen deutschen — der schwarze Block ist in seiner gesamten Vorgehensweise und Mitgliederbreite Gewaltätig punkt aus ende der Disskusion! Hast du überhaupt schoneinmal versucht mit den Leuten zu reden? Sicher gibt es einen Haufen Volltrottel die nur wegen Riot und Action dabei sind … allerdings gibt es auch viele Leute die einen Ernsthaften politischen Anspruch geltend machen und deren Vermummungsgehabe eine Begründung hat! Und wenn man mal ehrlich ist — wo passt denn vermummung besser thematisch als bei einer demo die sich gegen überwachung (zB durch Kameras!) wendet ?
    Aus meiner Erfahrung mit dem Block kann ich nur sagen .. die sind eigentlich ganz lieb wenn man nicht grade ein Nazi oder Kollege von Team Green (Polizei) ist. Ich habe nun schon einige Situationen mit den Jungs und Mädels gehabt wo es echt einen Heidenspass mit denen gemacht hat … zB ein Sitzblockade wo die Blockiert haben und wir haben zwischen POlizei/WaWe’s und dem Block unsere Show abgezogen und alle haben Herzlich gelacht … naja die Floristen (Polizei) hat versucht das Grinsen zu Unterdrücken aber als dann nach dem Spruch «Deutsche Polizisten Gärtner und Floristen» (es hatten grade einige Spacken vom Block die Version mit Mörder und Faschisten angestimmt) ein Gärtner vor mit stand und vor unterdrücktem Lachen kaum noch stehen konnte kam als reaktion auf «Hey sie haben grad gelacht ich habs genau gesehen» nurnoch prusten und haltloses gelächter von ALLEN seiten! Die Blockade war übrigens Erfolgreich und durchweg friedlich! — Auch das ist eine Seite des Blocks .…. und auch wenn der Kommentar sowieso nicht durchkommt weil er nicht deine Meinung wiederspiegelt denk mal drüber nach bevor du weiter so ignorant durchs leben renntst .. Unserer Sache tut so ein verhalten nocht weniger Gut als ein schwarzer Block und wenn ich mal deine ach so wichtige Außenwirkung ins Feld führen darf .. nach aussen wirkst genau so beschissen wie ein steine werfender Block!

  41. Chris sagt:

    @Boskopist: Zu Deinem ersten Kommentar habe ich Dir eine Mail geschrieben. Zum Rest lasse ich Dir Deine Meinung — ich habe eine andere… 😉

  42. Boskopist sagt:

    okay damit kann ich Leben — hätt mich auch auch gewundert wenn der durchgekommen wäre bei der Emo Sache sind die Pferde etwas mit mir durchgegangen sry;)
    Und du sollst deine Eigene Meinung haben das steht ja nicht zu disskusion aber was du NICHT tun solltest ist halt den Block ausschließen zu wollen … denn eine Demonstration mag ja wirklich seriöser wirken wenn der Block nicht dabei ist … allerdings wenn dann nurnoch 100 Leute irgendwo rumlaufen ohne Lärm zu machen (was ja aufmerksamkeit bringt) ist das mit der seriösen wirkung auch wieder sone Sache. Wo ich dir allerdings Recht gebe ist, Leute die eine Demo nur für Eigenwerbung nutzen haben dort nichts verloren .. zB parteien (am 24.5 in Kiel gegen Rechts wars besonder schlimm weil am 25.5 Kommunalwahlen waren) oder auch die AGB’ler (übrigens hat irgendein Typ von FSK ein versucht paar Antifas wegen Holocaustrelativierung gegen die Aufzuhetzen, aber die sind blos hingegangen haben sich informiert und als spinnerte idioten ignoriert — achja hab ich gesagt das die Antifas teil des Blocks waren? … 😛 )

  43. Oliver sagt:

    >und auch wenn der Kommentar sowieso nicht durchkommt weil er nicht deine Meinung wiederspiegelt

    >der Kollege von Team Green (Polizei)

    Würde dieser Block als erstes einmal die Paranoia gegen alles und jenen einschränken und sich zu allem Überfluß vielleicht gar eines Denkprozesses befleißigen, wäre jeder Sache gedient. Stoßt euch die Hörner ab, ich tat es früher auch gelegentlich, übertreibt es nicht und mit der Zeit kommt auch der Rest.

  44. Sammy_the_Bull sagt:

    @ Chris: Ich persönlich halte Deine Einstellung für äußerst problematisch. Pauschal alle jungen Menschen, die vom schwarzen Block mitgelaufen sind als «Knalltüten» zu verunglimpfen, disqualifiziert Dich sofort.

    Jedermann hat in Deutschland das Recht, auf die Straße zu gehen um zu demonstrieren. Und solange sich die jungen schwarzgewandeten Herrschaften friedlich und kooperativ verhalten, werden sie auch jederzeit wieder mitmachen können und dürfen. Einen Menschen sofort in eine bestimmte Schublade zu stecken, nur weil seine Kleidung oder seine politische Einstellung einem nicht passt, ohne sich vorher die Mühe gemacht zu haben ihn kennenzulernen ist einfach mehr als dumm.

    Ich habe einige dieser schwarzen Blockler gesprochen und allesamt sind sie mir sehr sympathisch und nett rübergekommen. Auch die Passanten, welche sich mit genau diesen Herrschaften unterhalten haben waren durchweg positiv angetan.

    Ein wenig mehr Toleranz würde uns allen gut zu Gesicht stehen. Und vor allem die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam stark sind. Übrigens: das ausschliessen wollen bestimmter «problematischer Gruppen» ist bereits ein autokratisches Merkmal. Vohin eine Autokratie unser Land bereits einmal geführt hat, muss nicht mehr diskutiert werden.

    Ansonsten schließe ich persönlich mich zu 100% der Meinung von Kai-Uwe an.

    Gruß, Sammy
    Orgateam der Demo in Hamburg
    Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
    Ortsgruppe Hamburg

  45. Chris sagt:

    Okay, dann steigt Ihr mal wieder mit diesen Leuten ins Bett. Und wenn ich solche Sekten, wie oben von Sera ausschließen würde, dann mag das in Euren Augen ein autokratisches Merkmal sein — ich nenne es gesunden Menschenverstand. Ich gehe sogar einen Schritt weiter. Im Gegensatz zu Wolle Schäuble sind da die wirklichen Verfassungsfeinde zu suchen, und zu finden. Mit denen macht Ihr gemeinsame Sache. Man ist ja in einem Punkt einer Meinung, also kann man das schon machen.

    Aber gut, damit müsst Ihr dann leben — Ihr disqualifiziert Euch gerade auf ganzer Ebene.

    Ihr schadet der Bewegung, wenn ich sie denn so bezeichnen will, erheblich.

  46. Chris sagt:

    Sorry Sammy, Du hast den Bogen hier weit überspannt. Schon der erste Kommentar, mit dem geschichtlichen Vergleich war hart an der Grenze. Nun hast Du sie weit überschritten. Du bist ab sofort hier unerwünscht.

  47. cefeu sagt:

    Auch wenn Chris meiner Fürsprechung nicht bedürftig ist, so sind die an ihn gerichteten «Vorwurfe» mal «Taten sprechen zu lassen und nicht nur große Worte» & «Was genau tust Du, damit wir irgendwann wieder in einem demokratischen Rechtsstaat leben?» mindestens dümmlich — aber auch unverschämt.
    (Nicht nur) Ich jedenfalls kenne nur wenige HPs, die auf diesem hohen Niveau informieren.

  48. Oliver sagt:

    Wobei natürlich die Autokratie ebenso auf Kommunisten zutrifft, respektive in jenen Ausartungen die wir hier bisher sahen. Und diese Gruppe würde ihrem jetztigen Habitus folgend, wohl ebenso agieren — was Gott-sei-dank wohl nur eine Hypothese bleibt.

  49. Jason sagt:

    Wir können nur stark sein wenn wir eine Synthese zwischen den verschiedenen Gruppen schaffen — Was den Schwarzen Block mit einschließt. Hat doch am Samstag gut geklappt…

  50. Oliver sagt:

    >Wir können nur stark sein wenn wir eine Synthese zwischen den verschiedenen Gruppen schaffen

    Um in einer ebensolchen Kürze zu kontern, passend für eine Demo, Lafontaine sammelt ebenso _alles_ ein was geht für ein gemeinsames Ziel. Tatsächlich aber beschreitet man nur identische Pfade.

  51. Jason sagt:

    Gut versuche ich es mal ein zweitesmal…Warum ein Schwarzer Block?… Einer und für mich der wichtigste Grund ist der das bevor es solche Arten von Demos gegeben hat von «Linken» Organisation und Vereine mit Mottos wir gegen Überwachungstaat und Freiheit statt Angst… Hatte der Schwarze Block solche Mottos schon immer, jetzt da es aktuell ist greifen es Gruppen auf und wollen den Schwarzen Block nicht bei sich mit drinne haben, wobei gerade dieser die größte Berechtigung dazu hätte… Denn gerade er hat dieses Thema in die Köpfe der wenigen Fleißigen getragen als es noch niemand davon hören wollte und nun wollen wie immer andere das Szepter in Hand nehmen…Da verstehe ich es voll und ganz wenn der Schwarze Block ganz vorne laufen möchte…

  52. Oliver sagt:

    >Hatte der Schwarze Block solche Mottos schon immer

    Schon mal etwas beispielsweise von der Humanistischen Union gehört? Die kennt derlei Dinge schon seit den 60ern. Oder vielleicht der CCC, ist auch recht lautstark diesbezüglich seit den 80ern. Aber da finden wir nicht nur Parolen, sondern auch Nachhaltigkeit in Form von massiver Information oftmals anhand exemplarischer Tatbestände.

  53. Jason sagt:

    Nein, leider noch nicht von gehört und ich war sogar auf dem G8 in Rostock und da waren alle großen und auch kleinen Organisationen oder Parteien die meinten sie sollten mal was tun… Also können die ja heute nicht mehr so gefragt sein wie in den 60ern oder 80er Jahren und genau das wird der Grund sein warum der Schwarze Block immer mehr zulauf bekommt… Was durchaus positiv ist.…

  54. Oliver sagt:

    >Also können die ja heute nicht mehr so gefragt sein

    Wie du siehst beweist du gerade meine Aussage bezüglich der Ahnungslosigkeit des schwarzen Blocks oder seiner Sympathisanten. Man weiß gar nicht was man da macht, noch viel weniger weiß man um das eigene Land. Ich bin mir sicher das dir nicht einmal der Begriff Humanismus etwas sagt. Die humanistische Union war immer dabei, jene mit dem Verstand, nicht mit Plakaten oder Parteiflaggen.

    Freiheit statt Angst 2007

    Info HU

    Hinter jeden derartigen Demo findest du meist auch die HU und das seit Jahrzehnten. Und natürlich auch den CCC, der mit organisiert und in vielen Bereichen das knowhow liefert. Also nicht die Physik des Steineflugs, sondern gegen was man überhaupt antritt.

  55. schrmf sagt:

    Ich kann immernoch nicht wirklich verstehen, warum die Piratenpartei hier regelmäßig als Spaßpartei bezeichnet wird (direkt oder indirekt). Ich würde fast soweit gehen zu sagen, dass sie eine brauchbare Synthese aus HU, CCC, AK VDS und allgemein demokratischen, freiheitsliebenden Menschen ist. Und eine durchaus ernstgemeinte, auch wenn sie natürlich noch viel lernen muss. Aber nein, die Piraten sind ja wie die FDP bzw. nicht ernstzunehmen — weil sie ja so klein sind, und so einen blöden Namen haben?

  56. Oliver sagt:

    >dass sie eine brauchbare Synthese aus HU, CCC, AK VDS

    Das kann schon einmal nicht funktionieren, da HU, CCC, AK VDS keine Parteien sind und zumindest die HU tritt für Grundrechte/Menschenrechte etc. fern der Partei ein, da dies in einem freiheitlich, demokratischen Staat ebenso möglich sein muß.

    >weil sie ja so klein sind,

    Warum die FDP als Spaßpartei ist entzieht sich wohl deiner Kenntnis, sonst würdest du nicht mit derartigem Nonsense argumentieren.

    http://piratenpartei.de/n.….re-ziele

    Die Legalisierung des Schmarotzertums (aka Raubkopie) ist der eine Punkt. Man kann über die unschönen Begleitumstände (aka Abmahnung, Klage in Angesicht irgendwelcher Fantasiewerte) diskutieren, über das Fehlverhalten einiger gibt es jedoch keine Diskussion. Die auch ohnehin recht *junge* Form des geistigen Eigentums (dort ließt man recht viel von «historischer» Klitterung) im Angesicht der weltweiten Kulturen ist sicherlich ein diskussionswürdiger Punkt. Aber es ist eine Sache jemand zu etwas zu pressen und eine andere mittels Vernunft zu überzeugen. Und ebenso wie die Entlohnung von Künstlern etc. legitim ist, darf man auch die Forderung stellen das etwas zurückgeben wird — in dieser Form partizipieren schon eine Menge Künstler. Auf der anderen Seite ist es nicht legtim einen Raubkopierer im höchsten Maße zu kriminalisieren, vice versa hat dieser jedoch auch nicht das Recht einfach etwas zu nehmen. Die mangelnde Respektlosigkeit gegenüber der Kultur der einen, ist keine Legitimation für das simple Nehmen der anderen. Es ist also vernunftbasiertes Handeln gefragt.

    Zudem sind besonnenere Ansichten dieser spärlichen Punkte dort schon längst Programm diverser Bürgerrechtsorganisationen. Um Momentum zu erlangen bedarf es also mehr, ein Plus das dort nicht zu finden ist — bei keiner Partei.

    >Wir sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte

    >Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern.

    Erst einmal sollte man selbst etwas beisteuern, zur Kultur beitragen. Dann stellt man keine Forderungen, sondern appeliert an die Vernunft und übt sich in Respekt. Eine Masse an feilgebotenen freien Alternativen ist ein viel stärkeres Argument, als das einfache Nehmen und die fadenscheinige Argumentation mittels der Kultur, um diesen simplen Eigennutz zu befriedigen. Das bewies schon die free Software oder auch Opensource Bewegung und der simple Diebstahl einer Sache ist dort ebenso wenig Programm.

  57. schrmf sagt:

    > Kommentar von Oliver:
    >
    > >dass sie eine brauchbare Synthese aus HU, CCC, AK VDS
    >
    > Das kann schon einmal nicht funktionieren, da HU, CCC, AK VDS keine
    > Parteien sind und zumindest die HU tritt für
    > Grundrechte/Menschenrechte etc. fern der Partei ein, da dies in einem
    > freiheitlich, demokratischen Staat ebenso möglich sein muß.
    >

    Ich habe es so verstanden, dass es Ihnen darum geht, _auch_ oder eher _möglichst_ fern von Parteien dafür einzutreten.
    Ich wüsste nicht, was daran einer theoretisch diese Werte fordernden Partei widersprechen sollte.

    > >weil sie ja so klein sind,
    >
    > Warum die FDP als Spaßpartei ist entzieht sich wohl deiner Kenntnis,
    > sonst würdest du nicht mit derartigem Nonsense argumentieren.
    >

    Dieser Satz ist von Deiner Seite aus unverständlich formuliert.
    Ich sehe nicht, wo ich mit Nonsens argumentiert haben soll. Ich habe bewusst provokant auf einen obigen (in den Kommentaren) FDP-Vergleich angespielt, den _ich_ hoffentlich nicht missverstand. Und wollte ansonsten schlicht und ergreifend daran nur erneut einfach bekunden, dass ich eben ganz und garnicht wusste, warum die Piraten nunmal so behandelt werden, wie sie hier behandelt werden.
    Also halten wir doch einfach am besten die Bälle etwas flacher.

    Bei Klärungsbedarf bitte ich um eine bereinigte Formulierung.

    > http://piratenpartei.de/n.….re-ziele
    >
    > [Dinge zum Urheberrecht]:

    «Deshalb tritt die Piratenpartei für eine Legalisierung der Privatkopie ein, auch weil es technisch gar nicht möglich ist, Privatkopien zu unterbinden. Dabei geht es ihr aber nicht darum, das Urheberrecht vollständig abzuschaffen.»

    Wir schauen uns diesen Satz an.
    Gut. Einerseits bin ich — anscheinend im Gegensatz zu Dir (korrigiere mich, falls meine Einschätzung falsch ist bzw. siehe weiter unten) — der Meinung, dass es schwerlich möglich ist, «geistiges Eigentum» gegenstandsartig zu behandeln, von Schmarotzereien und Wegnehmen zu sprechen.
    Aber selbst davon abgesehen, dass wir in diesem kleinen Teil anscheinend nicht ganz die gleiche Meinung zu haben scheinen, geht es eben nicht darum, jeden dazu zu zwingen, dass man alles mit seinem «geistigen Eigentum» machen darf. Es sollte nur, und insbesondere für Privatpersonen, darum gehen, abgeschwächt damit umzugehen — in allen möglichen mehr oder weniger guten Ansätzen (Kulturflatrate ö.ä.). Organisierte Raubkopierei beispielsweise sei hier nicht mit Kopiereri unter Freunden oder dem Reinhören in eine CD gleichzusetzen, behaupte ich. Das ideologische Konzept ist wohl eher eines in Art der CC.
    Die Idee, das natürlich ein paar Menschen auch einfach nur nehmen würde, aber das Gros — bei Gefallen — auch geben _wollen_ würde.
    Man verzeihe meine vielleicht etwas ungeschickten Formulierungen.

    > Zudem sind besonnenere Ansichten dieser spärlichen Punkte dort schon
    > längst Programm diverser Bürgerrechtsorganisationen. Um Momentum zu
    > erlangen bedarf es also mehr, ein Plus das dort nicht zu finden ist -
    > bei keiner Partei.

    Aber warum sollte man es nicht auf mehreren Ebenen versuchen?

    > Erst einmal sollte man selbst etwas beisteuern, zur Kultur beitragen.
    > Dann stellt man keine Forderungen, sondern appeliert an die Vernunft
    > und übt sich in Respekt. Eine Masse an feilgebotenen freien
    > Alternativen ist ein viel stärkeres Argument, als das einfache Nehmen
    > und die fadenscheinige Argumentation mittels der Kultur, um diesen
    > simplen Eigennutz zu befriedigen. Das bewies schon die free Software
    > oder auch Opensource Bewegung und der simple Diebstahl einer Sache
    > ist dort ebenso wenig Programm.

    Muss man zwingend direkt als Partei in diesem Stadium derartiges tun?
    Einige Parteimitglieder tun es unabhängig (direktes Beispiel: Pornophonique).
    Ich sehe da keinen simplen Eigennutz, sondern wie gesagt eine mit der CC vergleichbare Idee — die der FLOSS — Idee hierauf angewendet durchaus entspräche.

    Somit kann ich nun ansatzweise die Gründe verstehen.
    Auch wenn eine Kritik rein auf Basis der Urheberrechtsideen, welche nach meinem Verständnis Deinen eigentlich nicht widersprechen, mir nicht genügen würde, um eine Partei völlig abzuschreiben, ist das natürlich schlussendlich Deine Sache.

    Falls dem Satz mit der FDP eine ansatzweise Relevanz zuzuschreiben ist, so bitte ich noch um Klärung.
    Falls nicht, danke für die Antwort.

  58. Jason sagt:

    @Oliver> Man weiß gar nicht was man da macht, noch viel weniger weiß man um das eigene Land.

    Ich denke schon das mindestens 80% der Leute dort wissen was sie tun. Es gibt auch eine sehr große Anzahl von Leuten dort die sich einfach nur nicht in irgendeine Schublade stecken lassen möchten und sich daher, dank der anonymität alle Wege offen halten, was nicht heißen soll das sie sich noch nicht entschieden hätten…

    >Ich bin mir sicher das dir nicht einmal der Begriff Humanismus etwas sagt.
    Für unterbelichtet abzustempeln brauchst du mich nun nicht. Ich führe respektvolle Kommunikation und erwarte das auch von meinen Mitmenschen…

    >Die humanistische Union war immer dabei
    Ok, vielleicht magst du damit recht haben, nur ich kenne sie nicht und viele andere auch nicht und die meisten kennen sogar kleinere Parteien wie z.B. MLPD. Nun ja, ich komme aus dem Nordosten… Vielleicht ist das mit der HU hier noch nicht angekommen…

    Ich respektiere deine Meinung und ich weiß das wir nicht über einen gemeinsamen Weg kommen, leider nicht…
    Obwohl mein Wunsch immer wahr wenigstens den kleinsten Gemeinsamen Nenner zu finden zwischen denen die sich als Linke betiteln…Und meiner Meinung nach haben wir das praktisch am Samstag geschafft. Schade nur das dies hier im Forum jetzt alles wieder zu nichte gemacht wird…

  59. Oliver sagt:

    >und sich daher, dank der anonymität alle Wege offen halten, was nicht heißen soll das sie sich noch nicht entschieden hätten…

    Ich spreche bis zu einem gewissen Grad aus Erfahrung heraus, teils auch aus eigener Erfahrung in jüngeren Zeiten. Und «nicht wissen» kann auch der mit Inhalt aufgefüllte Tunnelblick sein, der einen oft zu, im Nachhinein betrachtet, recht dummen Aktionen hinreißen läßt.

    >nur ich kenne sie nicht und viele andere auch nicht

    Weil man den größten Trommlern folgt, jedoch nicht jenen die schon das meiste bewegten. Es geht nicht um den Glauben, viele Aktionen denen auch dieser ominöse schwarze Block folgte, auf die eine oder andere Art, wurden von der HU mit initiiert oder massiv gefördert. Oft findet man auch das Gros der Redner unter diesen.

    >zwischen denen die sich als Linke betiteln

    Ich versuche mich nicht einmal ansatzweise derart zu betiteln, da diese unsägliche Bandbreite heutzutage allenfalls einem massiven Mißbrauch gereicht und Trittbrettfahrer fördert. Links kann in seiner extremsten Form schon wieder beinahe rechts sein und daran habe ich kein Interesse.

  60. Jason sagt:

    Zu dumen Aktionen habe ich mich noch nie hinreißen lassen.

    >Weil man den größten Trommlern folgt, jedoch nicht jenen die schon das meiste bewegten.

    Also das schon irgendwo in diesen Bewegungen etwas Weltbewegendes gemacht wurde habe ich bis jetzt noch nicht gemerkt, vielleicht haben wir aber nur unterschiedliche herangehensweisen. Für mich ist etwas Weltbewegendes etwas wovon schon jeder gehört hat z.B. die damalige 68er Bewegung oder die riesigen Anti Irak — Kriegs Demonstrationen die es zu Kriegsanfang gab.
    Jeder Partei, Organisation oder sonstiges denkt sie hätte das Perfekte Allheilmittel. Und dies ist auch ein Grund warum viele junge Leute lieber zum Schwarzen Block gehen, dort können sie ihre individualität ausleben. Sie mögen vielleicht 1% der Sachen die Greenpeace machen, 5% der Sachen der KPD, 0,1% APPD, 5% HU (nur als Beispiel) aber sie wissen genau das sie diese Leute in diese Organisationen leider niemals unter einen Hut kriegen. (Was nebenbei die sogenannte Linke unüberwindbar stark machen würde)Denn sie kennen das Prinzip dieses Systems: Teile und Herrsche — und genau dieses muss überwunden werden. Und da sie immer wieder Rückschläge, wie z.B in solchen Kommunikationsforen durch vorgefasste Meinungen erleben, leben sie im Schwarzen Block letztendlich ihre eigene Individualität.

    >Ich versuche mich nicht einmal ansatzweise derart zu betiteln, da diese unsägliche Bandbreite heutzutage allenfalls einem massiven Mißbrauch gereicht und Trittbrettfahrer fördert. Links kann in seiner extremsten Form schon wieder beinahe rechts sein und daran habe ich kein Interesse.

    Dann solltest du dir mal im «Großen und Ganzen» im Klaren darüber werden was du möchtest und Mitstreiter suchen sonst stehst du später warscheinlich alleine da…

  61. Oliver sagt:

    >Also das schon irgendwo in diesen Bewegungen etwas Weltbewegendes gemacht wurde habe ich bis jetzt noch nicht gemerkt,

    Ja informieren eben, da geschah schon recht viel in der Geschichte dieser Republik und Blöcke gabs auch viele die glaubten alles zu wissen. U.a. verdankst die Jungen und Mädels es diesen weitreichen Änderungen, das sie heute überhaupt derart auftreten können. Nennt sich Geschichte. Aber wenn ich da als Historiker herumstampfe übt man sich bei jenen Gruppen auch schnell im Beißreflex, man handelt instinktiv, gehetzt. Man ersetzt schnell mal eben Realität mit Verschwörtungstheorien.

    >Und dies ist auch ein Grund warum viele junge Leute lieber zum Schwarzen Block gehen, dort können sie ihre individualität ausleben.

    Es ist leichter, stimmts? Uninformiert durchs leben zu stolpern. Ja nichts lernen, ja nichts vertstehen wollen. Geschichtsklitterung ist da wirklich in, Blockdenken, Individualismus leben und im Prinzip einfach nur gegen alles sein, weil man es eben nicht versteht und auch nicht lernen möchte.

    >Dann solltest du dir mal im “Großen und Ganzen” im Klaren darüber werden was du möchtest und Mitstreiter suchen sonst stehst du später warscheinlich alleine da…

    Humanismus. Beantwortet alle Fragen, wenn man es denn versteht. Die Mitstreiter habe ich es sind die denkenden Menschen, jene die sich auch für die Blöcke einsetzen, damit diese nach ihrem Spieltrieb auch noch etwas zu leben haben. Denn die Realität welche diese jetzt noch leugnen, holt sie über kurz oder lang allesamt ein.

    Ich habe recht wenig Problem mit diesem Block, sie sind noch jung, können noch lernen. Sorgen machen mir da eher Leute in meinem Alter, die eventuell auch als Verführer derartiger Gruppen auftreten. Und ja mir sind u.a. auch «diese und jene» Leute bekannt aus derlei Umgebungen.

  62. Klaus Schleisiek sagt:

    Ich kann Jason in seiner Bewertung der Mitglieder des schwarzen Blocks nur unterstützen. Diejenigen, die hier kräftig «schwarzen Block Bashing» betreiben, kennen ihn wahrscheinlich nur aus der bürgerlichen Presse. Und da wird er zum Bürgerschreck hochgeschrieben.

    Traditionelle Organisationen wie Humanistische Union etcpp. sind ziemlich überaltert und tun sich schwer mit Jugendlichen. Jene lassen es sich vielleicht zweimal gefallen, dass irgendwelche Alten sie in ihrer Spontaeität bremsen und ihnen Vorschriften machen wollen und dann — ade! Das ist auch gut so. Das nennt man Generationenkonflikt. Jugendliche müssen ihren eigenen Weg finden.

    Ich kann nur den Rat geben, mal zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung den Fuss in die rote Flora zu setzen. Ihr werdet überrascht sein über das Niveau der Auseinandersetzung und die Diskussionsdisziplin. Dagegen sind viele bürgerliche Veranstaltungen undisziplinierte Sauhaufen.

    Ich war allerdings erschreckt darüber, zu welch unpolitischer Eitelkeit «der schwarze Block» in der Lage ist, aber auch diese Jugenlichen werden älter und sind lernfähig. Was ich bedenklich finde, sind «Berufsjugendliche» wie Fritz Storim in ihren Reihen, denen eine Vordenkerfunktion zugebilligt wird und die sich als autokratische Ideologen wortradikal gebärden.

    Aus vorhergehenden Beiträgen ist ja bereits deutlich geworden, dass auf der Demo durchaus Dialogbereitschaft bestand. Insofern kommt es auf die Demoleitung an, zu überzeugen. Dass aber die Mitglieder des schwarzen Blocks ihr Outfit offensichtlich hipp finden und sich wahrscheinlich in der Rolle des Bürgerschreck gefallen, erinnert mich an meine eigene Jugendzeit, die ich 69–73 in der autonomen Jugendzentrumsbewegung verbracht habe. Allerdings waren wir damals nicht so uniformiert. Angst vor Überwachung hatten wir aber auch schon, was mir im Rückblick ziemlich lächerlich vorkommt. Und andererseits haben Jugendliche heute viel zu wenig Angst vor der Überwachung, die sie selber durch unbedachte Datenabgabe in Internet-Communities anrichten.

    Klaus Schleisiek, Senior für Deeskalation

  63. Oliver sagt:

    >Diejenigen, die hier kräftig “schwarzen Block Bashing” betreiben, kennen ihn wahrscheinlich nur aus der bürgerlichen Presse.

    Feindbild Nr.1. Kommt außer debilen Parolen *irgendetwas* bei diesem Block und seinen Sympathisanten? Leute kommt in 10 Jahren noch einmal vorbei.

    >Jene lassen es sich vielleicht zweimal gefallen, dass irgendwelche Alten sie in ihrer Spontaeität bremsen und ihnen Vorschriften machen wollen und dann — ade!

    Wie ich schon bemerkte, das Wissen um irgendetwas ist anscheinend kaum vorhanden, jedoch jede Menge grenzdebiler Feindbilder. Man läßt es sich nicht zweimal gefallen? Wann war das erste Mal? Im Kindergarten?

    Wenn ich sehen möchte wohin eine Horde *Krawallbrüder* führt, schaue ich nach China und deren Kulturrevolution. Verbrannte Erde blieb über und ein Land das sich heute wieder bemühen muß eine kulturelle Identität zu finden.

    >aber auch diese Jugenlichen werden älter und sind lernfähig.

    Exakt in China dauerte das knapp 50 Jahre.

    >Traditionelle Organisationen wie Humanistische Union etcpp. sind ziemlich überaltert und tun sich schwer mit Jugendlichen.

    Exakt, wenn man das Alter fürchtet oder den Dialog mit erfahrenen Leuten, dann sollte man sich wohl Roman Herzog & Co anschließen. Dort findet man den Balsam der die Gesellschaft entzweit. Ich kenne 17-jährige mit mehr Grips und das macht mehr Hoffnung, bei den uniformierten Phrasendreschern suche ich jedoch nicht danach.

    Und meine Diskussionsbereitschaft ist hiermit auch beendet, zumindest für jene Blockadedenker.

  64. Jason sagt:

    SaTYr schrieb mal:

    “Alle für einen und einer für alle.”
    Das sollte die Devise sein.
    Und nicht “jeder gegen jeden”, denn genau das ist doch erwünscht von den Mächtigen.

    Wie ich sehe unterstütz du mit manchen deiner Denkprozesse nur die Mächtigen.
    Ich habe mal alle Stimmen hier im Forum zum Schwarzen Block ausgewertet.
    Von 15 User die sich darüber, in den letzten Tagen hier im Forum geäußert haben akzeptieren 8 User den Schwarzen Black. Knapp mehr als die Hälfte…

    Ich hoffe ihr nehmt euch meinen Rat mal wenigstens nur ein bisschen zu Herzen –> Synthese <– ist das Zauberwort…

  65. Oliver sagt:

    Es ist recht einfach, Intelligenz ist das Zauberwort und das man diese auch einsetzt. Wir haben gar nichts gegen fehlgeleitete junge Menschen, warum auch? Einzig und alleine bei den Glatzen sind war da schon etwas eigener. Aber beim schwarzen Block? Es geschehen immer noch Zeiten und Wunder.

    >Wie ich sehe unterstütz du mit manchen deiner Denkprozesse nur die Mächtigen.

    Intelligenz tut nicht weh. Meine Denkprozesse haben den Menschen im Sinn, nicht irgendwelche linken/rechten Extreme. Aber dieses blockhafte Denken kenne ich auch anderswo her, ich erwähnte jene schon eben. Ich würde schleunigst versuchen mir etwas Wissen anzueignen, damit man selbst noch außerhalb seiner Bewegung ernst genommen wird. Ihr erweist jeder tatsächlichen Bewegung die den Mensch im Sinn hat mit eurer infantilen Ignoranz einen Bärendienst. Und man würde gut daran tun alles was nach Blöcken jedweder Natur riecht von der eigenen Sache auszuschließen, wenn einem überhaupt etwas an dieser liegt.
    Da denke ich an jene mit der Mao-Bibel fest in der Hand, aber selbst jenen mußte man doch noch ein Plus an Intelligenz bescheinigen und sie überwanden auch selbst den eigenen Tunnelblick.

  66. quadrat sagt:

    Das mit den PArteifahnen hab ich glaub ich in meinem Artikel zur Demo vergessen zu erwähnen. Als ich den Zug sah dachte ich mir: «Herrlich, gefühlte 2 drittel der Leute laufen mit um Werbung für ihre Organisationen zu machen!»

    Das ist doch alles Selbstbeweihräucherung und geht am Ziel vorbei.

    Fotos machen find ich übrigens ok, wenn sie ggf. anonymisiert werden. Ich will nicht sagen das der Zweck die Mittel heilige, aber der Unterschied in der Verwendung der Daten ist doch schon gigantisch und ich bin eher der Meinung , das ein stillschweigendes Einverständniss herrscht, das Bilder zur Berichterstattung zu erstellen um Leute zu mobilisieren weitaus wertvoller ist, als nicht zu fotographieren.

    Ein Weiterer Unterschied zwischen staatlicher Verwendung und der Verwendung in Blogs ist, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht angetastet wird, denn ich gehe davon aus, das Bilder gelöscht oder verfremdet werden, würde sich jemand drauf enddecken und sich unwohl dabei fühlen.

  67. Oliver sagt:

    >und ich bin eher der Meinung , das ein stillschweigendes Einverständniss herrscht,

    Ich denke wenn man eines gelernt haben sollte, es ist nicht der Glaube der zählt, sondern der Respekt. Und jener Respekt ging hier in Deutschland schon vor langer Zeit verlustig.

    >denn ich gehe davon aus, das Bilder gelöscht oder verfremdet werden, würde sich jemand drauf enddecken und sich unwohl dabei fühlen.

    Das wäre auch die Googlesche Rethorik in puncto Google Streets und ich denke, wenn man das Gegenteil erreichen möchte, muß man auch den ersten Schritt wagen.

  68. […] gegen die Rechtsextremisten — Kollateralschäden inbegriffen. Herzlichen Glückwunsch. Und morgen demonstrieren wir dann wieder gegen die Vorratsdatenspeicherung, die Datenweitergabe an die USA, gegen den Datenmissbrauch, gegen alles — so, als wenn nichts […]

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