FreeBSD work in process

FreeBSD krankt an einem recht großen Problem, mangelnde Popularität. Und man hätte doch so gerne auch ein paar Leute mehr und auch einiges an Geldern. Aber dem gegenüber steht die Angst Linux mit der Zeit ähnlicher zu werden, die Angst ist so groß das man teils die unangenehmen Linuxisms überall sieht. Und solch eine Sichtweise kann auf Dauer lähmend wirken, es hat den gleichen Effekt wie die Zahl 23, will man sie sehen, wird man sich auch sehen und das Problem ist vorprogrammiert 😉 Wie dem auch sei, das ist mehr oder weniger der Tenor in der Community, bei den Entwicklern denkt man da größtenteils doch anders, nur dauert es mitunter eine Weile bis man den Nutzen erkennt. So auch beispielsweise OpenBSD, welche die Nützlichkeit einer Foundation begriffen bzw. den Bedarf an einer Installations-CD. FreeBSD spielte da schon immer den Vorreiter und mußte sich deshalb schon desöfteren auch von Theo als Vertreter der nicht-reinen Lehre bezeichnen lassen, um es einmal höflich auszudrücken. Jedenfalls erkannte FreeBSD die Zeichen der Zeit, sehr zum Unmut vieler konservativer Nutzer, und strickte just das Release-System um, sprich häufigere und zeitbasierte Releases.

Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen etablierte man mal eben eine neue Mailingliste. Eine Mailingliste, die Auskunft gibt darüber was denn nun gerade bei FreeBSD köchelt. Zwar hat man die vierteljährlichen Übersichten, ein Relikt aus den 90ern, aber diese spiegeln kaum die teils auch für FreeBSD-Verhältnisse durchaus rasante Entwicklung wieder. Die neu etablierte WIP-Mailinglist soll nun diese Entwicklung aktuell wiederspiegeln und dem Interessierten erschöpfend Auskunft geben. Das alles steht und fällt natürlich mit den daran partizipierenden Entwicklern. Hoffen wir also auf Momentum, denn Opensource ist Vielfalt und wie man an dem Beispiel jemalloc in Firefox 3 oder libc in Googles Android sieht, hat $BSD eine Menge Potential. Über 30 Jahre BSD, Erbe als auch Verpflichtung …

via FreeBSD-ML

Bild: Beetlebum

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5 Antworten zu “FreeBSD work in process”

  1. Humppa. BSD ist Punkrock. Push it dont hype. …
    😉

    Linuxisms? Naja, BSD will weg vom GNU und so werden nach und nach immer mehr GNU tools durch BSD-tools ersetzt. Man könnte nun sagen, «he, was soll das, nutzt die manpower für was anderes, es gibt doch funktionierende tools». Ja, könnte man. Geschichtlich betrachtet: Hätte dies BSD so gemacht, hätte es dies so nie gegeben. Auch hier schrieb man alles neu. Ja, das ging etwas flotter…

    Egal, ich sehe *BSD in einer dunklen Nische, noch. Imho wird es sich im Lauf der Zeit erhellen, und BSD, gerade FreeBSD, wird an Bekanntheit zunehmen. Wunschdenken? Keine Ahnung. Hoffnung? Ja, die stirbt zuletzt.

    Wenn man sich eine SLES10 anschaut, wie lange diese braucht bis man da überhaupt mal den grafischen Installer hat um was machen zu können (Blade HS21), im Vergleich dazu NetBSD/FreeBSD, welche in der gleichen Zeit auf 4 Blades installiert sind), dann wird sich da bald, hoffe ich, etwas in den Köpfen ändern.

    Allerdings braucht es nicht nur eine Community, sondern SUPPORT, MARKETING und Firmen die es einsetzen und das auch sagen.

  2. Oliver sagt:

    >Linuxisms

    Ach um die Tools geht es da weniger, bei den Entwicklern ist es ein offizieller terminus technicus für Programmierstil (siehe auch das FreeBSD Wiki) und bei den Usern die Angst 😉 Die Tools, nehmen wir z.B. bsdtar, erfreuen sich unter Debian oder auch ArchLinux (bsdtar) größter Freude, da es ja einen Mehrwert gibt. Debian wird unter Lenny dash einsetzen anstelle von bash und woher ash (NetBSD) stammt ist auch klar.

    >Allerdings braucht es nicht nur eine Community, sondern SUPPORT, MARKETING und Firmen die es einsetzen und das auch sagen.

    Der Linux-Weg, erst die Community, dann die Aufmerksamkeit durch die Medien, dann folgt auch der Rest.

  3. blub sagt:

    Ich habe als Admin, der FreeBSD und Linux im Mischbetrieb einsetzt aber keine Lust auf die doch teilweise unterschiedliche Syntax der Tools. Daher kommt bei mir fast nur GNU zum Einsatz.

    Ob die GNUTools nun besser oder schlechter sind ist mir relativ egal. Pragmatismus wins!

  4. Ja, Pragmatismus gewinnt. Daher setze ich immer das OS ein mit welchem ich mich am besten auskenne, *BSD ;-).

    Den Notes Server unter SLES fass ich nicht an…

  5. Oliver sagt:

    Ja in heterogenen Umgebungen nimmt man das kleinere Übel. Andererseits hatte ich bisher auch keine großartigen Probleme zwischen $BSD, Linux und ganz ganz früher auch mal mit Irix zu arbeiten. Man gewinnt an Erfahrung hinzu und notfalls hilft eine Manpage, sofern natürlich vorhanden 😀

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