FreeBSD Status Report 2007

Der vierteljährliche Status-Report ist raus und zeigt die Ziele auf an denen gearbeitet wird bzw. was letztendlich schon davon umgesetzt wurde. Federführend dürfte wohl der vor kurzem erschienene zweite Release Kandidat von FreeBSD 7 sein, der höchstwahrscheinlich der letzte sein wird, sofern keine schwerwiegenden Bugs auftauchen. Auch hier zeigte sich, daß zwar nicht alles koscher im System ist, das Gros jedoch mit einem weitaus besseren System als 6.x bedient wird. Wobei 6.x nicht schlecht war, nur sind die Unterschiede eben derart stark ausgeprägt, so das sich FBSD 7 noch weiter absetzt. Vor kurzem erst fand z.B. ein Bugathon statt, bei dem man übers Wochende verteilt mal eben knapp über 100 Problem Reporte beseitigte. Durststrecken mögen existieren, aber diese können immer wieder beseitigt werden, indem Entwickler ihre Arbeit tun und User die ihre, indem sie testen und Fehler rückmelden.

In puncto Neuerungen gibt es recht viele Dinge zu vermelden, alleine FBSD 7 kann da schon klotzen. Aber auch z.B. Suns Dtrace macht erhebliche Fortschritte, nachdem vorerst ein Stillstand einzog ob lizenztechnischer Probleme. Mit Hilfe von Cisco konnten diese jedoch gelöst werden, so das auch hier die Entwicklung weiterläuft. Der Installer Fin der mitnichten einen grafischen Installer darstellt, sondern ein Backend welches mehr Optionalitäten als Sysinstall bietet und auch grafische Frontends bedienen kann, macht ebenso erhebliche Fortschritte. SMP auf FreeBSD 7 hat gewaltige Sprünge in puncto Skalierbarkeit zu verzeichen, es gelang sogar erstmalig wieder seit langer Zeit Linux (mit aktuellem Scheduler CFS) zu überrunden, insbesondere bei großem load. Der Mips Port von FBSD wird mit Hilfe von Juniper Networks weiter ausgebaut. Desweiteren steht Code bereit, der das geom Framework um eine LVM (Linux) Klasse erweitert, um derartige organisierte Platten eines Linux-Systems verwalten zu können.

Weiterhin wurde malloc erheblich verbessert und wird in RELENG_7 (FBSD stable) MFCed. Der TCP Code wurde und wird generalüberholt, zwecks besserer Les– u. Wartbarkeit. Dazu existieren noch viele weitere Projekt und Änderungen im Detail die man dort wohl besser nachlesen kann. Zu erwähnen wäre noch das Langzeitprojekt ports 2.0, bei diesem soll bessere Skalierbarkeit etc. einhergehen.

Alles in allem also gibt es viel zu tun für die Entwickler und auch viel zu testen für die User. Durststrecken existieren diverse, wenn das Gros der Arbeit eben nicht von Firmen übernommen wird — aber über kurz oder lang wird man auch bei diesen Herr der Lage. Ich blicke bei vielen Dingen arg kritisch in die Zukunft, allerdings muß man auch beide Seiten der Medallie betrachten 😉

FreeBSD Quarterly Status Report

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