FreeBSD: Installation

Üblicherweise wird FreeBSD mittels sysinstall installiert, in der Praxis jedoch liegen mit dieser Installation einige Features brach, die dieses freie UNIX-Derivat in petto hat, wie z.B. ZFS, gjournal, usw. Um diesen Malus zu kompensieren bedarf es einiger manueller Schritte, welche sich jedoch in der Praxis weniger wild gestalten.

Beispielhaft stelle ich hier ein etwas klassisches Installationsschema dar, sprich getrennte root– und home-Partition, sowie Bereiche für usr, tmp und var. Als Partitionstabelle wird nicht MBR genutzt, sondern GPT, kurz für GUID Partition Table. Zum Einsatz kommt das seit Jahrzehnten bewährte Filesystem UFS plus Softupdates.

Voraussetzungen: keine Berührungsängste mit der Konsole, grundlegende Kenntnisse, Bedienung der Fixit-Konsole des Boot-Mediums. Gestartet wird also wie gewohnt von einem Boot-Image, z.B. mit der Fixit-Konsole oder mittels mfsbsd.

gpart create -s GPT ad4
gpart add -t freebsd-boot -s 128 ad4
gpart bootcode -b /dist/boot/pmbr -p /dist/boot/gptboot -i 1 ad4 

gpart add -t freebsd-swap -s 2G ad4

gpart add -t freebsd-ufs -s 2G ad4
gpart add -t freebsd-ufs -s 2G ad4
gpart add -t freebsd-ufs -s 3G ad4
gpart add -t freebsd-ufs -s 25G ad4
gpart add -t freebsd-ufs  ad4

 

Im Beispiel wird zuerst ein GPT-Schema erstellt, dann wird Platz geschaffen für den Bootcode, welcher letztendlich vom Installationsmedium herüber kopiert wird. Als nächstes wird die swap-Partition erstellt, 2GB ist meinem System angepaßt. Danach folgen die Partitionen analog dem oben erwähnten Schema: root, var, tmp, usr und der Rest für home. Ich habe hier recht großzügige Werte gewählt, für root genügt auch 1GB, für var und tmp ebenso entsprechend weniger, usr muß abgeschätzt werden, da dort die Programme, sowie deren Daten installiert werden, darüber hinaus der Quellcode für Kernel, Welt und nicht zu vergessen die Ports.

gpart show ad4

newfs -L root ad4p3
newfs -U -L var ad4p4
newfs -U -L tmp ad4p5
newfs -U -L usr ad4p6
newfs -U -L home ad4p7

 

Mittels gpart show ad4 vergewissert man sich noch einmal, daß man nichts vergessen hat. Dann werden die einzelnen Partitionen formatiert mit UFS+SU, zusätzliche verteile ich Bezeichner für die einzelnen Partitionen, ob einer gefälligeren Handhabe. Root ist die einzige Partition, die ohne Softupdates auskommt.

 

mount /dev/ad4p3 /mnt && cd /mnt
mkdir var tmp usr home
mount /dev/ad4p4 /mnt/var
mount /dev/ad4p5 /mnt/tmp
mount /dev/ad4p6 /mnt/usr
mount /dev/ad4p7 /mnt/home

 

Im weiteren Verlauf wird nun die root-Partition eingehangen und die Verzeichnisse var, tmp, usr, home auf dieser angelegt. Danach verfährt man mit den weiteren ebenso und hängt diese unter den jeweiligen Verzeichnissen auf der root-Partition ein.

 

export DESTDIR=/mnt
cd /dist/8.2-RELEASE
cd base && ./install.sh
cd .. && cd manpages && ./install.sh
cd .. && cd lib32 && ./install.sh
cd .. && cd src && ./install.sh all
cd .. && cd kernels && ./install.sh GENERIC
cd /mnt/boot && rmdir kernel && cp -Rp GENERIC kernel

 

Als erstes muß das Zielverzeichnis bestimmt werden, danach wechselt man in das Release-Verzeichnis des Boot-Mediums und installiert nacheinander die einzelnen Teile des Systems. Ich installiere hier nur die nötigsten Dinge: manpages, base, kernel etc.

 

Zu guter Letzt muß noch /etc/fstab erstellt werden:

/dev/ufs/root / ufs rw 1 1
/dev/ufs/var /var ufs rw 2 2
/dev/ufs/tmp /tmp ufs rw 2 2
/dev/ufs/usr /usr ufs rw 2 2
/dev/ufs/home /home ufs rw 2 2
/dev/ad4p2 none swap sw 0 0

 

Hier sieht man auch deutlich den Vorteil von Bezeichern für die einzelnen Partitionen. Sollte sich in Zukunft etwas ändern, z.B. in Zusammenhang mit ahci, dann muß einzig der swap-Bereich angepaßt werden. Wer die Fixit-Konsole einsetzt, verläßt diese nun und startet das System neu.

Im neuen System angelangt, sollte man als erstes mittels passwd ein Passwort für root vergeben und mit adduser einen User anlegen. Danach erfolgen die üblichen Anpassungen in /etc/rc.conf, z. B. hostname, Tastaturlayout, Netzwerk, usw. Die korrekte Zeitzone stellt man ein, indem man z.B. für Deutschland folgendes eingibt: cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime.

 

Eine mögliche /etc/rc.conf kann derart ausschauen:

hostname="meinhost"
wlans_ath0="wlan0"
ifconfig_wlan0="DHCP WPA"
sshd_enable="YES"
keymap="german.iso"

 

In diesem Fall wird ein hostname vergeben, ein WLan-Adapter eingerichtet, sshd gestartet und ein Deutsches Tastaturlayout eingestellt. Vieles hängt von der Konfiguration vor Ort ab, aber auch hier helfen die einzelnen manpages weiter. Viel Spaß mit FreeBSD :-)

 

 

Bild: der Bulo

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5 Antworten zu “FreeBSD: Installation”

  1. […] FreeBSD Installation […]

  2. Solarix sagt:

    Sehr schöne Arbeit. :-)

  3. Wanderer sagt:

    Schön geschrieben, aber ich wunder mich über den letzten gpart Befehl, denn der s Parameter ist nicht definiert.
    gpart add –t freebsd-ufs –s ad4
    Entweder die Größe für die home-Partition angeben, oder ganz weglassen, um den restlichen Speicher zu verwenden:
    gpart add –t freebsd-ufs ad4

  4. Das war schlicht ein Überbleibsel von einer anderen Konfiguration, ich habe «home» bei mir noch ein wenig gesplittert. Aber bei diesem Beispiel benötigt man keine Größenangabe.

  5. […] man FreeBSD manuell installiert beschrieb ich vor einiger Zeit, was danach geschieht, sprich wie man FreeBSD im weiteren Verlauf konfiguriert, z.B. für den […]

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