FreeBSD braucht dich …

 

In der heutigen Zeit sehen mehr und mehr Zeitgenossen Open Source schlicht als Quell kostenloser Software an. Man kann diese Software nutzen, man kann vortrefflich bezüglich etwaiger Unzulänglichkeiten nörgeln … hey, die Software ist kostenlos, die Leute machen das freiwillig, sie können es auch schlicht sein lassen. Ich will hier gar nicht den Vergleich «free beer» und «free software» zum Besten geben, schließlich erwartet man auch bei «Freibier» eine Art von Resonanz und wenn es nur das feuchtfröhliche Miteinander ist. Vergleiche hinken eben meist …

Wie dem auch sei, FreeBSD benötigt frisches Blut, wie Martin Wilke nebenan treffend bemerkt. Es dreht sich nicht per se um die Firmen, sondern um jene Leute, welche die Gemeinschaft um Open Source formen. Ganz normale Anwender eben, die etwas nehmen und auch etwas geben. Heutzutage redet alle Welt von freier Kultur etc. pp., die wenigsten beabsichtigen jedoch ebenfalls etwas beizusteuern. Doch Open Source funktioniert nur derart, es sind nicht die großen Firmen, die Geld geben und interessengesteuert irgendwelche Leute finanzieren, primär sollte es die Gemeinschaft sein, die miteinander etwas erarbeitet. Wer den Kunden mimen möchte und Dinge erwartet ist anderswo sicherlich besser aufgehoben, dort entlohnt man dann mit barer Münze und erhält dafür ein Produkt.

Man muß nicht, wie oft mißverstanden, programmieren können. Übersetzer werden benötigt, Tester, Leute die Ports erstellen, andere die für FreeBSD «werben», vielleicht schreibt jemand ein Buch, wiederum andere spenden auch etwas. Es existieren vielerlei Möglichkeiten, um sich an einem Open Source Projekt zu beteiligen. «Shut up and code», ist somit also weniger wortwörtlich zu verstehen, sondern mehr wie facta, non verba — Taten, nicht Worte.

Manchmal sind es «Kleinigkeiten», um etwas zu bewegen. Oft fehlt nur eine helfende Hand, weil derjenige, der die Hauptarbeit bewältigt, schlichtweg 200prozentig eingespannt ist. Gelegentlich wird zum Test aufgerufen, «drei bis vier» Leute melden sich, der Rest zetert stante pede im nachhinein. So funktioniert das einfach nicht. Denkt mal drüber nach, Open Source stirbt ohne partizipierende Mitglieder bzw. mutiert zu Produkten wie Windows/Mac OS und Co, wenn denn Firmen das Heft übernehmen.

Die Problematik für Betriebssysteme abseits von Linux, wird auch in dem Artikel Choosing between portability and innovation auf lwn recht treffend erläutert.

 

Bild: … wie sooft vom überaus genialen Bulo — folgt dem Mann 😀

, , , , , , ,

12 Antworten zu “FreeBSD braucht dich …”

  1. gregoa sagt:

    Langjährige Nutzer des FreeBSD sind umgestiegen auf Ubuntu, nachdem deren Leidensfähigkeit erschöpft war.
    Eigene Treiber schreiben, um zeitgemäßes Gerät nutzen zu können, ist mit Leidensbereitschaft verbunden.
    Wer produktiv arbeiten und Einkommen generieren muss, wird auf funktionierendes OS setzen.
    Ein Umstand, der sich nun mehr und mehr negativ für so ein Nischen-OS auswirkt.
    Eigentlich schade.

  2. Testosteron sagt:

    Ich arbeite unter openSUSE 11.3 und hatte jetzt mal versucht, das
    FreeBSD neuesten Standes unter der VMWare Workstation neuester Version zum Laufen zu bekommen, bin daran aber gescheitert.

    Tut mir leid für FreeBSD…

  3. Solarix sagt:

    @gregoa.
    Funktionierende OS sind ein sehr frei definierbarer Begriff. 😉
    Auf Serverblech macht FreeBSD immer noch eine sehr gute Figur und hat diversen Linux Distries in einigen Punkten durchaus was voraus. Das einzige was FreeBSD dort fehlt ist eine funktionierende HA Clusterlösung. Alles andere kann das OS. Nur für Clients da sieht es leider dürftig aus. Das muss ich leider zu geben. :-(

  4. Nun man muß eines sagen, ohne böse Gedanken, aber wer mit Suse, Ubuntu oder Fedora aufgewachsen ist, der wird sich mit FreeBSD recht schwer tun in der Regel. FreeBSD muß man sich eher denken wie Debian, Gentoo oder auch Slackware. Man weiß was man tut, man wird nicht mehr an der Hand gehalten.

    Auf meinem Desktop macht FreeBSD eine ebenso gute Figur, wie gesagt, daß Klientel ist eben ein anderes. Ich empfehle ohnehin allen, die Wert auf ein reibungsloses Desktop-Erlebnis wert legen, den Griff zu Apple. Windows oder die Opensource-Krücken können da nicht mithalten. Allein wer die vollkommene Kontrolle möchte, wissen möchte was er da eigentlich tut, der sollte auch zu Opensource Betriebssystemen greifen. Der Desktop-Markt teilt sich zwischen Windows und Mac OS X auf, alles andere ist vernachlässigbar, egal wie groß der Hype auch sein mag.

    Ich nutze UNIX seit den frühen 90ern aus Prinzip, erst Irix, dann Linux, seit v5.0 auch FreeBSD und OpenBSD eine längere Zeit. Ich nutze ein «UNIX» als System und ich möchte auch «unixoides» Verhalten auf dem Desktop und keine billigen Kopien von Windows oder Mac OS X, denn zu mehr taugt KDE oder Gnome in keinster Weise. Das muß aber jeder mit sich selbst ausmachen, nur ist man für billigen Hype bei *BSD wahrlich an der falschen Adresse, dort gibts halt Realität und nicht Fiktion.

  5. Anonymous sagt:

    Stellt sich für mich die Frage, was ein unixoides Verhalten auf dem Desktop sein soll. Die Shell kann ich selbst unter KDE 4.x und Gnome 3 aufmachen 😉

  6. phoibos sagt:

    >Ich empfehle ohnehin allen, die Wert auf ein reibungsloses Desktop-Erlebnis wert legen, den Griff zu Apple.

    *hust* aber nicht für mich. die verzahnung von oberfläche zum unix-unterbau hakt an vielen stellen. nur so ein paar beispiele:
    – massives kopieren/verschieben: bis mind. 10.5.x war es glücksache, ob auch wirklich alle files ankamen (der finder selbst gibt keine rückmeldung)
    – druckdialog -> druckertreiber: irgendwie gehen zwischen dialog und printausgabe ein paar einstellungen flöten
    – reichlich chaos bei nutzung eines opendirectorys in sachen dateimanagment, updatefunktionalität, …

    aber für die muddi und die sekretärin (für mich die stellvertreter der gruppe von usern, die ihren rechner auspacken, anschließen, starten und zufrieden sind. das höchstmaß der personalisierung ist ein individueller bildschirmhintergrund, kaum rumfrickeln in den systemeinstellungen, kaum software-installationen) ist mac os ein ideales system.

  7. Reine Desktop-User, wie meine Schwester beispielsweise,
    sind hochzufrieden damit. Was mir persönlich Apple bringt, das schrieb ich an anderer Stelle.

  8. KISS. KDE und Gnome sind Ballast, schlechte Kopien.

  9. Solarix sagt:

    @phoibos
    Seit anderthalb Jahren bin ich auch Apfelanwender und das aus reinen Bequemlichkeitsgründen, aus meiner Sicht ist ein Apfel die ideale Unix Workstation. Alles was ich an FOSS brauche, wie Minicom, vi und Konsorten was zum administrieren von Sun Kisten, oder Storages notwendig ist, funktioniert auf dem Apfel. Insbesondere habe ich keinen Stress mehr mit dem HDS Storage Navigator, der komischerweise nur auf einer Windowskiste mit JDK funktioniert hat und nicht auf Linux oder FreeBSD mit identischem JDK.
    Das man die aktuelle Firmenpolitik der Apfelbude nicht gutheissen muss ist was ganz anderes.

  10. UNIX in Mac OS X hat was von Posix in WinNT. Ich kann mit den ganzen Layern nichts dazwischen anfangen — Chaos pur, seit 94 nutzte ich Apple, nach den 90ern nur noch gezwungenermaßen. Für den Admin als Schnittstelle zu entfernten Gefilden sicherlich adäquat, aber da gabs auch Leute die erzählten mir das gleiche von Windows. Ich bin primär lokal unterwegs und dieses recht einfältig gestaltete Einheitsdesktop kommt mir zuoft ins Gehege. Früher System 7 war eine Wucht, eine schöner Quadra AV mit Nubus-Architektur und 68k040 oder auch die ersten PowerPCs. Aber heute? Überlegenes Hardwaredesgin, my ass. 08/15 Hardware mäßiger Fertigung für exorbitante Preise. Wie gesagt, wenn der reine Desktop das Ziel ist und UNIX allenfalls dem Anstrich gilt, dann paßt auch Apple und ist sich einer Empfehlung meinerseits gewiß.

  11. Seraphyn sagt:

    Ach wie spricht mir hier manches aus dem Herzen.
    Thematik billige Kopie von Windows oder OSX.
    Wie oft musste ich schon für Ubuntu im Web suchen, weil ein verhalten an den Tag gelegt wurde, welches einem Benutzer von Unix und Linux seit circa 94 nicht klar wurde.
    Wie schon gesagt, wenn ich ein Unix-System, oder ein unixoides benutze erwarte ich unixoides Verhalten.
    Ich höre teilweise ein beschweren das Verhalten von FreeBSD, das kann ich nicht teilen.
    In FreeBSD geht einiges, nur muss man sich Gedanken machen, wie es funktioniert. Wer einen einfachen Desktop zum benutzen haben möchte, dem bleibt nur noch OSX, denn Windows verlangt von dem geneigtem Nutzer, welcher mehr mag einiges ab, was nicht wirklich so einfach ist. Ich gebe mal den Tip per WINDOWS+R > mmc zu tippen und sich mal die Management Console anzuschauen und die Sicherheitsfunktionen, dann reden wir weiter über SELinux und AppArmor, welches gerne ausgeschaltet wird.
    Genau das gleich gilt für FreeBSD.
    Wenn man in FreeBSD etwas macht, dann ist es wirklich das gleich wie bei Debian oder Distribution X ohne ein Hinternwischen ( Ich entschuldige den Ausdruck). Ich bin der Herr meiner Selbst, muss nicht ein Menü/Mailcient nutzen welches ich nicht und der Balast rumträgt (Ubuntu) und nicht ein Packagesystem nutzen welches mehr als hakt ( SuSE, Fedora).
    Ich bin nun seit dem Posting am überlegen, was mein Part an FreeBSD sein kann. Ich nutze recht krude teile von Software, ion3 als WM, mutt als mailcient, newsbeuter als Feedreader, worker als Dateimanager, etc.
    Ich kann nur Software testen, welche ich auch wirklich nutze und nicht welche gegen die ich massive Ignoranz verspüre.
    Mir fällt es schwer den Einstieg in der Hilfe für FreeBSD zu finden und wenn ich eine Anleitung für etwas schreibe, schaue ich, ob dies auch unter FreeBSD in einem Satz zu beschreiben ist.
    Ich gebe zu das meine Hauptdistribution Debian ist, eine teilweise Hassliebe, aber mit der Zeit ist es so, ich kenne meine Leisten, wie ein Schuster.
    Da ich eine Maschine wieder Frei habe, werde ich versuchen ersten einmal alles von Debian auf FreeBSD nachzuvollziehen und zu berichten.
    Happy wäre ich, wenn mich Jemand bei der HAnd führt, mir zeit wie und wo ich FreeBSD helfen kann, mir eine Erklärt wie ich ein Port erstelle und gerne bin ich dann bereit auch mehr für FreeBSD zu tun.
    Das ist dann ein Hobby, das Problem liegt darin, dass ich Kunden/Arbeitgeber eher zu einem Debian überreden kann, da sie Ubuntu kennen, als zu einem FreeBSD. Das empfinde ich selbst als schräg, aber ist so.
    Somit, man kennt mein Blog, man kennt meine Mail, es ist nicht so, dass ich nun warte bis sich Jemand meldet, wenn man mir einen netten deutschen Kontakt nennt, versuche ich gerne mich mit Ihm in Verbindung zu setzen und den Rest Freizeit mit ein bissi Unixhacking zu opfern 😉
    Why not.
    Bei Debian kümmere ich mich nur noch darum, dass notion debs hat und vielleicht in das nächste Release von Debian kommt, warum nicht jetzt schon in FreeBSD?
    Aussderm nutze ich Audio, Xorg und das Netzwerk in mannigfalltiger Art, auch das kann ich in FreeBSD testen.

    Seraphyn
    btw: oliver ack zu 10. März 2011 um 22:32

  12. Otzelotz sagt:

    Wo kann man sich denn ein T-Shirt mit dem coolen Bulo-Daemon bestellen? Oder gibts den irgend wo hochaufgelöst zum Download für den privaten Gebrauch? 😉

RSS-Feed abonnieren