Free Burma für nur einen Euro [Update]

Ob inkl. Mehrwertsteuer ist leider nicht ersichtlich. Egal, wie man zu der Aktion steht — doch wenn eines doch wohl gar nicht geht, dann auch noch damit zu werben.

fixmbr.de

Mit dieser Aktion auf Kundenfang zu gehen, mit den Greueltaten dort Aufmerksamkeit zu erregen, das ist meiner Meinung nach mehr als pervers. Mit dieser Aktion als Online-Shop Zugehörigkeit zeigen wollen und dann noch nur 1,00€ drunter zu setzen, das setzt dem Faß die Krone auf. Besonderes Geschmäckle bekommt diese Dreistigkeit sondergleichen, wenn man bedenkt, dass diese Werbung bei Robert Basic zu finden ist, der manchen Kritiker empfiehlt, dieser soll seine Schrauben im Kopf verstellen und mehr Erde fressen. Schau m’er mal, was passiert — es ist es seit 11:53h beim Werbeblogger online, nun hier auf F!XMBR. Irgendeiner der wahnsinnig vielen Freunde in der Buddyliste wird sich doch aus dem eigenen Facebook-Profil oder einem anderen sozialen Netzwerk finden lassen, der seinen Kumpel da unterrichtet. Zudem sollte man sich seine Werbepartner doch wohl besser aussuchen, oder? Unfassbar…

Nachtrag: Siehe Kommentar

10 Antworten zu “Free Burma für nur einen Euro [Update]”

  1. Chris sagt:

    Jedes Unternehmen da draußen soll sich das Ding auf die Homepage pappen, kein Thema, doch damit auch noch zu werben, Du bekommst die Kohle für die Klicks, das geht gar nicht.

    Genau dieses Aufmerksamsgeschreie, ich mache mit, weil es mir Reputation bringt, genau das war die Befürchtung, die nicht nur ich hatte, das haben wir kritisiert. Dass es nun direkt bei Dir eingetreten ist, okay, nehmen wir es einfach mal so hin.

    Und wo Du gerade von Politik redest, die Telepolis hat ja auch von einer Politisierung geschwafelt — grandios. Und morgen unterhalten wir uns dann mal über die Aberkennung der Grundrechte, die manchen Menschen in unserem Land zuteil werden, wir unterhalten uns über die Vorratsdatenspeicherung, den Kampf gegen den Terror. Ich würde es mir wünschen, wenn Du und andere genau über solche Themen demnächst schreiben würden — denn wen interessiert denn noch Web 2.0 — außer zum Lachen. 😉 Wir sind hier nur ein kleines Blog, welches neben den anderen auch politisch fokussierten kaum wahrgenommen wird.

    Aber ich verstehe schon — Burma ist weit weg, ist Thema in den Medien, da gehts gegen Mönche, da ist man dann schneller mit der Politik bei der Hand. 😉

    ihr seid eh anders

    Danke für das Kompliment, das freut mich. :)

  2. phoibos sagt:

    mmm, erinnert mich an einen spruch im klo des pi (hier jetzt leicht umgewandelt): FREE BURMA bei kauf eines neuwagens.

    ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, seine politische meinung auf einen slogan oder neuwerberdeutsch claim runterzubrechen.

  3. Robert sagt:

    habs gerade selbst gesehen, und außer der textlichen Angabe von «1 Euro…» (wird wohl an deren Bannerschablone liegen) begrüße ich es, dass sich auch Firmen daran beteiligen. Sehe das aber exakt anders, wie auch, ihr seid eh anders: es gibt viel zu wenige Firmen, die die Eier haben, sich an der Aktion zu beteiligen, um bloß nicht mit «Politik» ihr Blog oder ihren Firmenauftritt zu «Verschmutzen». Ganz so als würden Firmen außerhalb des gesellschaftlichen Lebens stehen und man ja bloß alles sauber trennen muss. Da das Business, drüben im privaten Umfeld den «Rest». Wie man auf die Idee kommen kann, so eine Trennung auch hier einzufordern, ist mir ein Rätsel.

  4. Martina sagt:

    *sprachlos ich bin*

  5. Chris sagt:

    Robert hat nebenan noch angemerkt:

    Habe Preisbock gebeten, wenn möglich, das mit dem 1 euro und “präsentiert” wegzumachen. Sonst begrüße ich es sehr, dass sich Unternehmen — wenigstens wenige– damit beschäftigen. Viel zu wenige./

    So sieht die Anzeige nun aus.

  6. Falk sagt:

    sprachlos ich bin

    War das nicht das Ziel, daß heute jeder schweigt?

    Und btw. ich les immer, daß dort für Demokratie gekämpft wird. Für welche denn? Und ich glaub nicht daran, daß da für welch auch immer geartete Demokratie auf die Straße gegangen wird. Spätestens seit den Montagsdemos in Leipzig glaub ich daran nicht mehr.

  7. bellablog sagt:

    die bloggyblog-hardliner haben heute ihre kommentarfunktion weggelassen wegen der echtheit und ernsthaftigkeit ihrer banneraktion. der druck ist zu groß, deshalb kommentieren sie sich heute verzweifelt anderswo einen blutigen wolf. peinlich ist das alles.

  8. Martina sagt:

    Falk,
    genau das, was ich bei bestimmten «Solidar»-Bloggern befürchtet hatte, ist eingetreten. Sagen und schreiben konnte und wollte ich es vorher nicht, denn damit hätte ich schlafende Hunde geweckt. (Deshalb in meinem Beitrag vor wenigen Tagen auch die kritisierten Anführungszeichen!)

    Als ich das Banner im Original sah, dachte ich nur: «Du Pharisäer!» Mehr will ich dazu hier nicht sagen, aber dass so etwas kommen würde, war wasserklar!

  9. oliver sagt:

    Und genau deshalb reden diese Blogs heute nicht über Tibet. Demos, Verhaftungen, Tode — egal. Kein Thema. Free Burma? Ja, vielleicht späer dann mal…

  10. Oliver sagt:

    Ich rede nicht über Tibet per se weil ich den Klerus in Tibet für ebensolche Unterdrücker halte und das läßt sich auch bis zu diesem letzten hier nachweisen. Insofern sehe ich einen Punkt die Bevölkerung kam damals vom Regen in die Traufe, weil der herrschende Klerus zu arrogant war sich als Staat international anerkennen zu lassen (später hätte man gerne). Ein unabhängiges Tibet sollte gewiß das Ziel sein, regiert von der tibetischen Bevölkerung. D.h. die Menschen dort interessieren mich, wie die Menschen überall — die netten Worte des jetzigen Dalai Lama haben jedoch nichts damit zu tun.

    Das Problem in Tibet, man wollte nie wirklich Staat und Religion trennen und wurde von China entweder massiv beeinflußt (Einsetzung eines Lamas) oder gar unterdrückt und das seit Jahrhunderten. Bürgerkriege ob eines Machtkampfs warden dort ebenso an der Tagesordnung. Die dummen waren immer die Menschen dort, das sollte man gewiß berücksichtigen und die Lamas Lamas seinlassen. Das Problem weltweit hingegen ist, daß man diesen netten Worten lauscht ohne sich mit jemals mit der tatsächlichen Problematik dieses Landes zu beschäftigen. Kann man derart auch auf andere Problemzonen übertragen.

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