Frank-Wilhelm Steinmeier

Wer heute die Zeitungen zur Lage der Nation gelesen hat, wird feststellen, dass unser Land wahrlich große Probleme hat. Frank-Walter Steinmeier, immerhin unser Außenminister und damit eine der Schaltzentralen um die Weltwirtschaftskrise im Zusammenspiel mit den anderen Nationen zu meistern, mag nicht mehr Walter heißen. Frank Steinmeier möchte damit wohl der Schäfergümbilisierung entgehen. Und da ist da noch unser neuer Wirtschaftsminister, dem ein Scherzbold in der Wikipedia den Namen Wilhelm untergeschoben hat – die versammelte Qualitätspresse fiel darauf hinein. Es wird nicht einfach, aber wir müssen uns nun umgewöhnen und dürfen ihn nur noch Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Guttenberg nennen. Und wer nun glaubt, der junge Mann sei damit gestraft, der frage bitte seinen Vater Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh von und zu Guttenberg. Auch ohne Wilhelm. Adlige haben es in unserem Land sehr schwer. Ich bitte, dies zu berücksichtigen.

Es beruhigt ungemein, dass wir keine anderen Probleme haben, als uns über die Namen unserer Politiker zu unterhalten. Wo kämen wir denn hin, wenn wir die Eignung Frank Steinmeiers als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland hinterfragen würden. Wir könnten auf den Fall Murat Kurnaz hinweisen – ein zotteliger Bombenleger aus Bremen. Zumindest war man im Kanzleramt dieser Ansicht. Frank Steinmeier war unter unserem damaligen Bundeskanzler Gasgerd Schröder Kanzleramtschef und gilt zudem als Architekt der Agenda 2010. Diese hat einen enormen Anstieg der Kinder– und Altersarmut zur Folge, die Schwächsten unserer Gesellschaft sind weitestgehend rechtlos gestellt worden, die SPD ist keine Volkspartei mehr und sieht sich bald Auge in Auge mit der FDP. Selbstverständlich sind das alles nur Kleinigkeiten über die es nicht zu diskutieren lohnt. Wir dürfen dabei nicht die wahren Probleme des Frank — ehemals Walter — Steinmeier vergessen.

Nichtigkeiten wie Fragen zur Befähigung des Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Guttenberg das in dieser Weltwirtschaftskrise wichtigste Ministerium zu führen, dürfen natürlich nicht von den wirklich wichtigen Dingen ablenken. Wilhelm hat Vorfahrt, da gilt Rechts vor Links. Bereits mit 25 Jahren gehörte unser neuer Wirtschaftsminister dem Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG an. Wirklich beeindruckend. Die Rhön-Klinikum AG wurde wie so viele Kliniken in diesem Land in private Hände gelegt. Nach dieser für die Menschen und Kranken selbstverständlich wichtige Privatisierung klagten Mitarbeiter über menschenunwürdige Arbeit, Patienten gaben zu Protokoll, dass es in der neuen Rhön Klinikum AG bereits an der Grundpflege scheitern würde. Aber auch hier gilt natürlich, dass man wichtige von unwichtigen Nachrichten trennen muss und doch lieber über Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Guttenberg berichtet. Wie in güldenen Großbuchstaben bei den Kollegen der Bild-Zeitung geschehen. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass die Medien in diesem Land relevante und nicht so bedeutende Nachrichten gut zu trennen wissen.

Unter diesen Artikel hat Frank Steinmeier nicht seinen Wilhelm gesetzt.

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