Flash ist frei?

So jedenfalls geistert die Kunde seit einiger Zeit durch diverse Blogs und Foren, aber was ist dran an der Sache? Nun erst einmal nicht viel, Adobe hat lediglich die Spezifikation öffentlich zugänglich gemacht und Hersteller mobiler Geräte müssen sich nicht die monetäre Kugel geben, nur um die videotechnischen Gelüste der zahlenden Kundschaft zu befriedigen. Ein kluger Schritt, denn so ist Flash tatsächlich nicht mehr aufzuhalten. Wie schon bei ATI frohlockt das freie Volk ob der freigegebenen Spezifikation, übersieht dabei jedoch eine Kleinigkeit: außer dem legalen Standpunkt hat sich bei der Sache nichts gedändert1 . Sprich Projekte wie swfdec und Gnash können nun dennoch keine Wunder wirken und müssen weiterhin Adobes Produkt hinterherfrickeln.

Last not least ist Adobes OpenScreen Projekt wohl eher der Versuch ein Ding sie zu knechten, ins Dunkle zu treiben, sie ewig zu binden, denn ein Weg hin zu opensourcetechnischer Glückseligkeit. Tja mitunter vielleicht auch ein schlapper Versuch bei HTML5 mitzumischen, da versuchts ja inzwischen jeder Firma, z.B. Sun mit ihrem freien Codec.2

Zum Streaming fällt mir im Moment nichts adäquateres ein, als webtechnisches Design-Element ist und bleibt es jedoch der absolute Fallout, da nicht mehr vernachlässigbar.

  1. swfdec Mailinglist, Gnash Mailinglist []
  2. Problem bei Dingen wie Suns H.261 Codec oder Theora, Schnee von gestern — sprich technisch seit Jahren überholt []

5 Antworten zu “Flash ist frei?”

  1. DisastersMaster sagt:

    Nur ein kleiner Hinweis zu Fussnote 2:
    Der H.261-Standard wurde keinesfalls von Sun entwickelt, sondern von der ITU (dem Standardisierungsgremium für Telekommunikation). Sun nutzt lediglich die in H.261 definierten Techniken, um daraus seinen Standard zu destillieren (um Patentansprüchen aus dem Weg zu gehen).
    Die korrektere Formulierung müsste demzufolge lauten: «[…]Suns auf H.261 basierendem Codec […]»

    Meine persönliche Meinung zur Aussage, dass H.261 überholt und überfällig ist:
    Was die Meinung der technischen Überholtheit von H.261 angeht: H.261 definiert Auflösungen von 352×288 und 704×576.
    Mal ehrlich: die meisten Youtube-Videos erreichen nicht mal diese Auflösung.
    Beim Ausarbeiten des Standards waren halt Rückwärtskompatibilität und die Übertragung von Video-Daten über schmalbandige Verbindungen ausschlaggebend. Und nicht primär die Übertragung von HD-Filmen über Netzwerke, deren Bandbreite oberhalb von 10 MBit/s liegt.
    Und damit hat H.261 meiner Meinung nach auch heute noch eine Daseinsberechtigung.

  2. Roman sagt:

    Mh, danke für die Infos.
    Das Adobe Plugin macht nur Probleme bei mir, da benutzt man einen fortschrittlichen Soundserver, und kommt Adobe damit nicht klar. Das sind so Dinge, die mich noch vom endgültigen Umstieg auf Linux abhalten, aber immerhin wird deren Anzahl in letzter Zeit geringer.
    Ich hoffe darauf, dass Gnash bald in die Pötte kommt, hat ja immerhin «hohe Priorität» bei der FSF..

  3. Oliver sagt:

    >Mal ehrlich: die meisten Youtube-Videos erreichen nicht mal diese Auflösung.

    Wir reden auch vom morgigen Webstandard und nicht dem heutigen Trauerspiel.

    >Der H.261-Standard wurde keinesfalls von Sun entwickelt

    Davon ist auch oben nirgends die Rede.

  4. Oliver sagt:

    @Roman, das kann durchaus von Distro zu Distro unterschiedlich sein. Ansonsten reißt Flash halt überall kräftig Ressourcen und sorgt auch schon einmal je nach Kontext für deftige Ausfälle.

  5. Zeddi sagt:

    Ich verzichte einfach i.A. ganz auf Flash — zurzeit geht das noch recht gut, die meisten Seiten die ich besuche sind «seriös» genug auf flash gänzlich zu verzichten.

    Allgemein bekannte Videoseiten (youtube & co.) lassen sich relativ einfach überreden die Videos auch runterzuladen *gg*

    Worum ich nicht herumkomme ist leider Java — aber SO kaputt wie Flash ist das nicht — und läuft auch unter OpenBSD 😀

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