Filme/Clips und wie man sie abspielt.

Egal wie herum irgendwie will man sich diese Teile doch anschauen, abseits von Softwaremonstern wie PowerDVD, WinDVD oder Windows Mediaplayer, von Quicktime Player ganz zu schweigen. Man möchte ein Leichtgewicht das vieles kann und dennoch nicht das halbe System zukleistert. Welcome to opensource. Nutzer freier Betriebssysteme wie Linux oder *BSD sind da fein raus, da nutzt man ohnehin immer per default Mplayer oder auch neuerdings VLC. Wie schauts jedoch unter Windows aus?

Nun das es für Windows auch tonnenweise Freeware bzw. Opensource-Software gibt, sollte spätestens seit 2001 kein Geheimnis sein und zwar mit dem Advent von Essential Freebies. Ich erwähnte das Board schon desöfteren und auch gerne, denn damit kann man sein Windows ungemein aufwerten und eine umfangreichere, werbefreie Sammlung gibts im deutschen Raum nicht.

Nun gut dort in der Videoabteilung1 kann man einige Player dazu finden, in der Regel Frontends zu dem CLI-Player Mplayer. Ein paar davon möchte ich vorstellen, jenen die auch aktiv gepflegt werden.
Beginne ich also mit Mplayer an sich. Mplayer ist der Player schlechthin in der freien Softwarewelt, er spielt nahezu jedes alte und neue Format, ist nicht derart ressourcenhungrig und kommt mit einer Vielzahl Funktionalitäten daher, um schlechte Videos gar gepflegt aufzupeppen oder an die visuellen Möglichkeiten der Hardware anzupassen. Untertitel, DVDs, TV, Streaming etc. sind da natürlich auch keine Fremdwörter, selbst Quicktime und Realmedia oder Flash flv2 werden abgespielt — wir sprechen hier also von der eierlegenden Wollmilchsau. Die Kommerzwelt kann imo nichts gleichwertiges bieten.

SMPlayer

SMPlayer ist ein relativ neues Frontend für Mplayer und baut auf QT4 auf. QT4 wird z.B. auch Anwendung in KDE4 finden, Vorteil: dieses Frontend findet unter unixoiden Systemen als auch Windows gleichermaßen Anwendung. Viele der Einstellungen sind über das Frontend zugänglich, u.a. bezüglich der Skalierung um Blöcke zu vermeiden, Surround, Pan&Scan etc. Alles also um einem gepflegten Videoabend nachzukommen.

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Knapp 13Mb muß man beim Download investieren3 , Frontend, Mplayer und QT4 inklusive. Das kann man sich gefallen lassen. Initial spielt Mplayer mittels eigener Library recht viele bekannte Codecs ab, wer mehr benötigt lädt sich von der Mplayer Homepage das Codecpaket herunter und entpackt es einfach im Verzeichnis \Programme\smplayer\mplayer\codecs. Bingo, keine Installation notwendig — von Codecpaketen, jene zum Installieren, sollte man übrigens Abstand nehmen … crap in Reinkultur und eine Möglichkeit Instabilitäten bei Windows herbeizuführen4 .

Mplayer for Windows

Der Name macht nicht viel her, sondern bezeichnet nur die Funktionalität, dennoch ist das Paket anders. Hier schlägt der Download mit 22Mb zu Buche, eine kleinere Light-Version existiert ebenso. Im Prinzip ist dies nur ein Sammelpaket, das den obigen SMPlayer sowie den Frontend MPUI beinhaltet. MPUI existiert schon einige Jahre und man kann dort mit erhöhter Stabilität rechnen, während SMPlayer mitunter noch Kinderkrankheiten aufzeigen kann. Die Optionalität macht also Sinn. Ferner kann man zu Beginn eine CPU Optimierung auswählen oder aber die Laufzeiterkennung der CPU. Letzteres ist die schlechtere Wahl, beides ist jedoch einzig relevant für wirklich alte Systeme — selbst auf einem 700Mhz Rechner spielt alles flüssig, das mag jedoch völlig anders ausschauen bei HD-Formaten.

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mpui-config.png

Mplayer for Windows belegt mit MPUI Interface und Codecs entpackt auf der Platte knapp 32Mb — auch hier im Verhältnis zu kommerziellen, recht eingeschränkten und meist ressourcenhungrigen Playern, das reinste Leichtgewicht.

Bei Mplayer beschränke ich mich auf diese beiden Frontends, imo bieten diese mehr als genug. MPUI klein und stabil, SMPlayer etwas funktioneller, jedoch nur mit eventuellen Kinderkrankheiten bestückt. MPUI kann man übrigens auch leicht mittels den CLI-Optionalitäten füttern, einfach in den Einstellungen eingeben.

VLC — VideoLan Client

Dieser Player ist unabhängig von Mplayer, außer das er die gleiche Libarary bezüglich der default-Codecs verwendet. Darüber hinaus bietet VLC auch die Möglichkeit Inhalte in diversen Formaten zu streamen. Von der Funktionalität her ist er abgesehen vom Streaming Mplayer ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Imo ist Mplayer jedoch ein wenig ausgereifter, wenn es um das Abspielen von Videoformaten geht. VLC ist recht klein im Download und kommt im grottigen wxwidgets Gewand daher, die Version 0.9 (im Moment noch der Developerzweig) nutzt jedoch QT4 per default — schaut klasse aus, ich habs in FreeBSD im Einsatz 😉

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vlc-config.png

Das waren die großen Player die sich imo lohnen unter Windows, als auch Linux/BSD. Wer darüber hinaus mehr sucht wird wie schon erwähnt auf Essential Freebies fündig. Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit, das man keinen dieser Player mag — warum auch immer. Aber auch da gibt es Abhilfe in Form von ffdshow.

FFdshow

FFdshow basiert auf der Mplayer Library, kann also mit den gleichen Codecs umgehen, die Optionalitäten der obigen Player finden sich dort in einem gesonderten Dialog. Vorteil hier man kann seinen geliebten Player nutzen, der in der Regel auch mit DirectShow Filtern umgehen et voila, schon spielt FFDshow mit all seinen Features5 den Film der Wahl im Player der Wahl ab.

ffdshow-video.png

… der Video-Dialog

ffdshow-audio.png

… der Audio-Dialog

Alles in allem bieten sich also hier zahllose Möglichkeiten an, auch wenn sie nur auf eine kleine Anzahl von Applikationen verteilt sind — dieses haben es jedoch in sich. Und wieder ein gutes Beispiel, das die Überlegenheit von Opensource auch oder gerade in Windows aufzeigt 😉

Filmrolle: WikiCommons

  1. nicht nur Player, auch Software zur Bearbeitung bzw. Erzeugung findet man dort vor en masse []
  2. ein Tipp wie man bei Youtube die Dateien herunterladen kann: Klick []
  3. entpackt knapp 36Mb []
  4. merke viele der Probleme Windows sind hausgemacht und zwar vom User []
  5. Audio/Video mit weitreichenden Einstellmöglichkeiten []

3 Antworten zu “Filme/Clips und wie man sie abspielt.”

  1. tontechniker sagt:

    Ich persöhnlich nutzte VLC unter Windows sehr gerne, geringer Speicherverbrauch, eine einfache (und an das Windows Classic Design sehr gut angepasste ;)) Oberfläche und so gut wie alle Formate (abgesehen von Realaudio) sprechen dafür.
    Die neue Version sieht viel versprechend aus, die integrieter Playlist ist wesentlich angenehmer. An dem gesamten Erscheinungsbild muss aber noch einiges getan werden bis es wieder hübsch klein ist und ein doppelter Speicherverbrauch ist nur für QT auch nicht umbedingt gerechtfertigt (0.8.6 im Vergleich nur 0.9 Nightly SVN).

  2. WarMac sagt:

    ffdshow in Verbindung mit Media Player Classic rockt!

  3. Patrick sagt:

    Also ich nutz jetzt schon seit geraumer Zeit FFDShow zusammen mit dem WMP11 und bin damit auch sehr zufrieden. Dazu schmeisst man sich den Kaali-Mediasplitter und evtl. auch das Oggfilter-Paket auf den Rechner, die paar Euros für CoreAVC tun auch nicht weh und schon hat man alles installiert, was man braucht (ok, abgesehen davon, dass DivX-Decoding auf meiner Möhre zumindest bei HD-DivX-Filmen mit dem originalen Codec besser läuft als mit ffdshow).

    Was ich an der Lösung aber v.a. fein finde, ist die Möglichkeit, sämtliche HD-Medien ruckelfrei abspielen zu können: WMV-HD funzt per WMP und DirectDraw-Beschleunigung im ATi-Treiber, H264 läuft dank CoreAVC einwandfrei — und das betrifft v.a. die HD-Trailer von Apple, die der WMP trotz Quicktime-Container problemfrei abspielen kann (Mpeg4 AVC ist schliesslich standardisiert).

    Aber bei der einfachen Handhabbarkeit von Ffdshow, finde ich diese riesigen Codec-Pakete aus dem Netz einfach nur drollig, zumal diese das eigene System höllisch zumüllen.

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