fick dich doch mit deiner Privatssphäre

Wenn News rund um Freiheit, Privatsphäre, Datenschutz und Co. langweilig sind, man ihrer gar überdrüssig wird ob der Häufigkeit, wenn das Echo aus der Bevölkerung zunehmend agressiv gegen Kritiker anstatt gen Politik wird, ja dann haben die selbsterklärten Schützer von Demokratie und Freiheit gewonnen.

Denn Orwells kühnsten Träumen sind wir schon entfleucht, wir befinden uns auch längst nicht mehr im Überwachungstaat, gerne postuliert von einigen kürzlich erst Erwachten, nein wir befinden uns massivst im Präventionsstaat. Projekte wie .get privacy oder das weitaus tieferschürfendere rabenhorst sind eigentlich überflüssig, man wird entweder als Gefahr tituliert, teils auch wohlwollend als harmlose Spinner oder krankhaft, paranoide Blogger. Wie mans nimmt, die Selbstaufgabe des Volks ist offenbahr. Nicht die Wahrer der Demokratie streckten es nieder, nein die Masse wirft sich willig rücklings nieder und bietet die entblößte Kehle feil.

15 Antworten zu “fick dich doch mit deiner Privatssphäre”

  1. Cem sagt:

    Es existiert keine Privatsphäre mehr. Wer immer etwas wissen will, weiss es schon längst. Deshalb sind ‘alter egos’ und Kunstfiguren keine Notwendigkeit mehr. Höchstens ein Stilelement.

  2. Oliver sagt:

    >Wer immer etwas wissen will, weiss es schon längst.

    Anspruch Vs Realität. Gegen etwas sein, mag zwar initial schon einmal der richtige Weg sein. Diesen jedoch in seinem weiteren Verlauf ohne Basis zu beschreiten, sprich Wissen in vielfältigen Bereichen, ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Kritiker die ohne Wissen daherkommen, sind ein leichtes Ziel für Demagogen, können leicht aus dem Konzept gebracht werden, dienen also selbst nicht einmal der eigenen Sache … denn sie wissen nicht was sie tun.

  3. Cem sagt:

    Oliver, jetzt habe ich deine Gegenrede nicht verstanden.

  4. Maxx sagt:

    @Cem: Ich finde das jetzt ein bisschen übertrieben. Mit Dingen wie Crypto — so lange sie noch legal sind — können wir uns vor vielen Dingen, zumindest was das Netz angeht, schützen.

    Dem Speichern unserer biometrischen Daten können wir nicht so leicht entkommen…

  5. Chris sagt:

    Cem, ein derart wichtiges Thema hier mit der Diskussion um Kunstfiguren oder nicht zu verunstalten zeugt von einer Respektlosigkeit Deiner Person, die ich hier nicht weiter kommentieren möchte. Du bist hier ab sofort unerwünscht.

    Wie kann man bei so einer Diskussion mit dem Bashing auf Kunstfiguren kommen?

    Ach geht weg und komm nicht wieder…

  6. Oliver sagt:

    Ich gehe davon aus, das das Leben ein stetiger Lernprozeß ist. Behaupte ich ergo schon etwas zu wissen, es in seiner Gänze zu überblicken, so habe ich schon verloren. Das Problem, abseits der massiven Ignoranz, ist die Gefahr der Wissenden, sie *glauben* alles zu wissen, sie *glauben* die Gefahr zu erkennen und kehren dieser deshalb ermüdet den Rücken. Und damit beginnt erst das tatsächliche Problem. Denn jene die die Gefahr als solche erkennen, wären eine Hilfe um die Ignoranten eventuell teils rumzureißen, mit dem einhergehenden Ermüdungsfaktor jedoch mutiert man zum willigen Opfer des allgegenwärtigen Informationsbegehrens, man wird ein Opfer seines Egos.

  7. […] & Kunstfiguren Veröffentlicht 12. Mai 2007 Ich Es existiert keine Privatsphäre mehr. Wer immer etwas wissen will, weiss es schon längst. Deshalb sind ?alter egos? und […]

  8. Cem sagt:

    Chris, ich respektiere Don Alphonso sehr. Von bashing kann hier keinerlei Rede sein. Ich verbiete mir diese Unterstellung. ich verwende hier nicht deinen Tonfall übrigens.

  9. […] schreibt f!xmbr die Wahrheit so unverfälscht, dass dem normal denken Bürger allein beim Lesen schon schlecht […]

  10. Chris sagt:

    Cem, dann entschuldige.

    Aber: Ich verbitte mir bei so einem wichtigen Thema die Diskussion über sowas profanes, wie eine Kunstfigur im Internet. Oki?

  11. Oliver sagt:

    @Cem, das hat auch überhaupts nichts mit dem Thema hier zu tun. Noch weniger hat der Don etwas hiermit zu tun. Und Kunstfiguren sehe ich erst recht keine, wir laufen hier ziemlich real herum und ergeben uns auch keiner fantasievollen Nick-Verkleidung.

  12. tante sagt:

    Die Selbstaufgabe der Öffentlichkeit ist so offensichtlich wie der Prozess weniger verschworen ist als viele Menschen sich einreden wollen.

    Mit besten Intentionen werden Daten gesammelt, Rechte beschnitten und Meinungen illegal und ich halte die Intentionen meist wirklich für gut.

    Jemand wie Herr Schäuble sieht seine kleine Welt davonschwimmen und zerfliessen und ist bereit jede Menge zu opfern um die simpleren und subjektiv besseren Zustände fest zu halten.

    Das Problem ist doch (wie Bruce Schneier gestern schön zusammenfasste [engl] und ich aufgriff [engl]) gerade eben, dass es kein «grossangelegter Angriff» auf die Grundrechte ist, sondern ein Teppich aus vielen kleinen Rechtsaufgaben im Namen von Bequemlichkeit, Sicherheit usw, die oft einzelt so gar nicht bedeuten. Dinge sind aber oft mehr, als die Summe ihrer Teile, und so konstruiert sich für viele ein Bild aus Bedrohung, die sie sich entweder im DGB Stil unreflektiert personifizieren (die bösen Heuschrecken, blablabla, Verschwörungtheorie eben) oder in Duldungsstarre verfallen (ähnlich wie im ersten Kommentar: Das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen).

    Gerade weil die Grundrechte eben schleichend ihre Bedeutung verlieren (ein Seiteneffekt des Informationszeitalters so wie wir es leben) und es deshalb eben keinen direkten Gegner gibt, werden viele Menschen passiv.

    Dass es bei einzelnen Entscheidungen dann Protest gibt, wird von diesen Menschen dann natürlich als Krawallmache ausgelegt: Für sie ist «der Kampf» schon verloren oder sie glauben die kleine, statische Welt ihrer Eltern und Grosseltern festhalten zu können, wenn sie die Faust nur fest genug ballen.

  13. kobalt sagt:

    «man wird entweder als Gefahr tituliert, teils auch wohlwollend als harmlose Spinner oder krankhaft, paranoide Blogger.»

    Die Realität eines Menschen reicht eben nur so weit, wie seine Phantasie. Die Payback-Einkäufer können sich eben nicht vorstellen, was man aus ihren Daten so machen kann, was man durch geschicktes Datamining anstellen kann. Sei werden erst dann aufwachen, wenn sie spürbare Nachteile durch das Datamining erleben müssen. Leider ist es dann zu spät.

  14. Chris sagt:

    Als die AOL-Searchlogs veröffentlicht wurden, hat man trotz Anonymisierung ein paar User ausfindig gemacht. Die waren leicht geschockt — aber es war ja AOL, und überhaupt Amerika und alte Leute waren es auch.….

  15. Oliver sagt:

    Das Gros der Leute kann sich die Gefährlichkeit von radioaktiver Strahlung vorstellen, *falls* diese irgendwo austritt. Man hat in der Regel keinerlei Ahnung von der Materie und selbst in groben zügen findet man noch viele urban legends vor — die bis zur «radiokativ» strahlenden Mikrowellen reichen.
    Zuvor dachte ich immer potentielle lethale Folgen könnten der Grund sein. Das dies jedoch nicht der Grund sein kann, bemerkt an Aktionen wie Föhnen in der Badewanne, unsachgemäßes Arbeiten an Gas– u. Stromleitung, akrobatische Aktionen von Hausfrauen beim Fensterputzen, debile Raser, Leute die sich die Birne wegsaufen etc. Die Gefährlichkeit, ja gar die lethale Konsequenz ist offenbahr — dennoch obsiegen die niederen Gelüste.

    Ich wüßte gerne das Geheimnis um das Wirken bei der Angst vor radioaktiver Strahlung. Ist es vielleicht das Wissen um Atomwaffen und deren bekannte Wirkung? Kann auch nicht sein, die anderen lethalen Konsequenzen im Leben sind weitaus realer und häufiger anzutreffen. Vielleicht der damit einhergehende Tod auf Raten? Glaub ich auch nicht dran, der blaue Dunst wirkt im Endeffekt ebenso fatal und dennoch störts kaum Leute.
    Diese geheime Zutat X gründet sich wahrscheinlich nur auf die Dauer des Propagandaeinflusses — aber die Zeit haben wir nicht. 14 Jahre hatte man in der Weimarer Republik Zeit Demokratie zu proben und verfiel letztendlich doch in einen menschlichen Albtraum. In der heutigen Flut von Information ist es weitaus schwieriger den Überblick zu behalten, urban legends durchkreisen selbst die etablierten alten Medien, vom Netz ganz zu schweigen — wie soll da jemand das Pfiepen in puncto Datenschutz usw. heraushören? Unmöglich wenn zudem der Partyrummel alles übertönt …

    Was natürlich aufhorschen läßt und zum Schutz animiert: Hey die wissen nun das ich nen Film heruntergeladen habe — niedere Gelüste sind gewiß ein Punkt mal aufzuhorschen. Aber man muß da z.B. auch permanent auf P2P hinweisen, um erhört zu werden und ehrlich gesagt, wenn dies der einzige Anlaß ist, interessieren mich die Leute überhaupt nicht.

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