Fernuniversität des Terrors

So titelt die Tagesschau und meint damit die Möglichkeiten zu freien und unkontrollierten Kommunikation im Internet. Über die aktuellen Vorfälle bzw. die hahnebüchenen Kausalitäten der Politprofis, braucht man nicht noch weitere Worte zu verlieren, da steht hier schon genug darüber geschrieben.

Allerdings sind die Behörden weder technisch noch personell in der Lage, die nahezu unendliche Datenflut zu kontrollieren.

Da sag ich doch gleich mal Gott-sei-dank und wer sich nur ein wenig mit der Materie auskennt weiß, das das auch ein Ding der Unmöglichkeit darstellt. Keinesfalls soll dies jedoch ein Freibrief für eine omnipotente Überwachung sein, denn die dort ermittelten Daten werden dennoch irgendwie zweckentfremdet.

Seit dem 11.September 2001 haben die Behörden zwar verstärkt Islamwissenschaftler und Dolmetscher angestellt, aber das langt beiweitem nicht, um arabische Propaganda-Websites und Anleitungen zum Bombenbau zu analysieren.

Logisch langt das nicht, weil man seit Jahren, die entsprechenden Fächer zugunsten des Technikhypes nicht nur schleifen, sondern auch auslaufen läßt. Bloße Datensammelwut ist recht hirnrissig, wenn die Intelligenz fehlt diese auszuwerten. Btw. das alle Wissenschaften wichtig sind und immer Hand in Hand arbeiten hat sich halt noch nicht bis Berlin rumgesprochen, auch das nur am Rande.

Sie [die Provider] sollten gesetzlich dazu verpflichtet werden, «dass Pläne zum Bau von Bomben aus dem Internet herausgeholt werden», sagte Ziercke der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, ist da wohl ein wenig überfordert mit Internet usw. Sicherlich lernte er noch wie man in regulärer Post umherschnüffelt und das Internet mit der Technik dahinter ließ er sich wahrscheinlich mittels einer Powerpointpräsentation erklären, aber das hier ist die virtuelle Realität. Eine gigantische weltweite Vernetzung, die von Tag zu Tag massiv anwächst. Den schwarzen Peter weiterreichen, ob der eigenen Unfähigkeit, ist ein Armutszeugnis. Wie gesagt, eine Horde Informatiker anstellen die mittels Tech-blabla alles sammelt und infiltriert ist zwar ganz nett, aber ohne Intelligenz … siehe oben.
Intelligenz würde auch die Datensammelwut ad absurdum führen, Intelligenz würde überhaupt zu irgendwelchen Erfolgen führen. Diese mühsam geschaffenen Konstrukte, diese künstlichen Kausalitäten, langen allenfalls für Wahlkampf … damit fängt man aber nicht die bösen Jungs.
Wohlgemerkt mit Intelligenz meine ich Experten für die entsprechenden Bereiche, Leute aus der Datenverarbeitung, bringen es auch nur dort. Desweiteren bin ich auch daran interessiert Terror zu vermeiden, aber nicht indem wir das Volk unter Generalverdacht stellen und erst nach einer massiven Durchleuchtung freisprechen. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel und Freiheit muß man verteidigen! Und Freiheit verteidigt man eben nicht, indem man diese kastriert.

5 Antworten zu “Fernuniversität des Terrors”

  1. Grainger sagt:

    Wahrscheinlich stellen unsere politischen Entscheider sich das auch so wie Lieschen Müller vor, nämlich das die pöhsen Terroristen ihre «Pläne zum Bauen von Bomben» einfach unter diesem (oder ähnlich eindeutigen) Namen ins Internet stellen.

    Das erleichtert den Aufsichtsbehörden und Providern dann auch die Suche danach ungemein, denn so schlau ihre Bombenbastelanleitungen als «Wie backe ich einen Marmorkuchen» zu veröffentlichen sind Terroristen ja nicht. 😀

  2. Chris sagt:

    Ich hab schon überlegt, ob man das Motto von F!XMBR nicht umgestalten kann: Kampf gegen den Kampf gegen den Terror. 😉 Aber das würden einige in unserem Land definitiv falsch verstehen. 😉

    Im Moment habe ich fix your master boot record im Kopf. Aber das würden viel weniger verstehen. 😉

  3. Chris sagt:

    Dann kann ich den Pingback ja löschen — ja genau, es funzt wieder. 😀

  4. […] Was die Deutschen können, können die Amis schon lange. Das FBI baut auch eine Terrordatenbank auf und wenn dann alles hübsch klappt, gleichen wir diese untereinander ab und fertig ist das totalitäre System Und weil bei uns die Fernuniversität des Terrors schon Realität ist, jedenfalls in unserem, deutschen Internet, verlangen Politiker wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) den omnipotenten Zugriffs des Verfassungsschutz aufs Internet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf sogn. Internet-Festplatten geworfen … Google, Rapidshare, …? Wie dem auch sei, der Zug fährt in Richtung omnipotente Überwachung. Sicherheit steht über Freiheit und Freiheit mit einschneidenden Kompromissen ist letztendlich keine Freiheit mehr. Wobei ich hiermit keinem Korinthenkacker Vorschub leisten möchte, auch in Richtung tatsächlicher Freiheit, führt der Weg nur bis zu den Grenzen des jeweils anderen, sprich meine Freiheit darf nicht die Freiheit anderer einschränken. […]

RSS-Feed abonnieren