Metternich lebt …

Ein Feindesland für Terroristen, das möchte man im Internet schaffen. Jedenfalls träumen die europäischen Innenminister in ihren Demokratie feindlichen Träumen davon.

Beschlossen wurde, […], wie man die Radikalisierung von Menschen in der EU und die Rekrutierung von Terror-Anhängern verhindern könne. Maßnahmen sollten vor allem für die Bereiche ausgearbeitet werden, die zentral sind für die Radikalisierung ? wobei man tunlichst lange vermeidet, vom islamistischen Terrorismus zu sprechen.

heise online

Man muß derlei Gedankengut selbstredend im Keim ersticken, nur worin unterscheidet sich grundlegendes kritisches Gedankengut von Gedankengut, das später mal den Weg des Terrors einschlägt? Überhaupt nicht, der kritische Denker ist ein reale Person in demokratischen Systemen. Zeichen eines totalitären Systems aber ist die Auslese bevor überhaupt kritisches Denken beginnen kann.

Allgemein dürfte es darum gehen, das Internet strenger zu kontrollieren, Inhalte zu entfernen und die dafür Verantwortlichen schneller bestrafen zu können,[…]

Das spricht wohl Bände. Wann wacht die Bevölkerung noch auf und wie lange darf man sich, wie hier, noch darüber äußern ohne verfolgt zu werden? Für weiterführende Details verweise ich nochmals auf unserer interne Suche, mittels Terror oder auch Begriffen wie Schäuble, Sheriff etc. wird man schnell fündig. Nicht zu vergessen der Rabenhorst Blog, dort findet man diesbezüglich immer essentielle Detailinformationen, auch zu der Technik.

Wer ein wenig Analogien in der Geschichte suchen möchte, sollte sich ein wenig mit Fürst Metternich und dem Wiener Kongreß beschäftigen — natürlich andere Ursachen, aber die Vorgehensweise machte Schule. Siehe auch insbesondere das Metternichsche System.

Insofern meine Frage. Feindesland für Demokraten, Feindesland für freiheitsliebende, andersdenkende Menschen? Denn die obige Auslese von Terrormaterial, ohne demokratische Grundprinzipien zu verletzen, soll mir erst einmal einer vormachen.

12 Antworten zu “Metternich lebt …”

  1. Chris sagt:

    Ich wurde ob meiner Artikel hier auf F!XMBR im RL schon als Anarchist bezeichnet — bin halt nicht der rechte, debile Anhänger der Oberen… 😉

  2. Falk sagt:

    Da hätte ich mich aber auch gefreut, wenn das jemand zu mir gesagt hätte. Denn Anarchie hat selten etwas damit zu tun, was die breite Masse glaubt, was es wäre :) Aber für wirkliche Anarchie sind die Menschen schlicht zu doof.

  3. missi sagt:

    Aber für wirkliche Anarchie sind die Menschen schlicht zu doof.

    …zu feige, Falk, zu feige. 😉 Aber das ist nen anderes Thema. 😉

  4. Oli sagt:

    Zu feige? Feigheit ist relativ, ebenso wie tatsächliche oder real existierende Anarchie. Selbst Anarchie will gelernt sein, insbesondere in diesem Land. Das ist mehr als ein wenig aufmüpfig durchs Land zu hüpfen. Viele die auch behaupten gegen Staat zu sein, haben tatsächlich auch noch nie wirkliche staatliche Gewalt erlebt, ich auch nicht — ich will es auch nicht, insofern ist das eine recht akademische Diskussion in diesem Land.

  5. Falk sagt:

    Feigheit kann auch ein Ausdruck von Nichtverstehen von Zusammenhängen sein. Man traut sich dann nicht an eine Sache, die man nicht durchschaut und/oder überblickt, welche Konsequenzen dies hätte. Das ist das Phänomen bei konservativen Menschen. Genau darum klammern diese sich ja so vehement an bekannte Werte 😉

    @ Oli: Wie sich staatliche Gewalt oder Willkür äußert, ist letzten Endes recht unabhängig davon, ob dies in einer Demokratie oder einer Diktatur geschieht. Der Leidtragende ist in beiden Fällen der Selbe, eventuell die Mittel etwas gemäßigter heutzutage. Von daher finde ich schon, das man durchaus solche Dinge diskutieren kann 😉

  6. dico sagt:

    Viele die auch behaupten gegen Staat zu sein, haben tatsächlich auch noch nie wirkliche staatliche Gewalt erlebt,

    Hartz IV ist in meinen Augen schon staatliche Gewalt. Nur ist hier das Problem, dass diese Leute niemand ernst nimmt und sie als Schmarotzer abgestempelt werden.

  7. Falk sagt:

    Nur ist hier das Problem, dass diese Leute niemand ernst nimmt…

    Ja warum auch, die gehn schliesslich nicht malochen.

  8. Oli sagt:

    das man durchaus solche Dinge diskutieren kann

    …kann man auch Falk, man sollte sich nur immer im klaren darüber sein, ob man im Fall der Fälle besser wäre und nicht einfach lose Floskeln wiedergibt.

  9. Falk sagt:

    Gute Frage, wenn nicht die Frage schlechthin. Ich kanns halt nur in einigen Bereichen, die ich selbst erlebt habe. mit ruhigem Gewissen behaupten. Als Politiker würd ich wahrscheinlich genauso versagen, aber deswegen bin ich auch keiner geworden :)

  10. Oli sagt:

    Nein es reicht wohl, wenn man beide Standpunkte gleichberechtigt im Sinn behält bzw. wenigstens sich selbst nicht primär als Held sieht. Als Historiker würde ich mir ja ins eigene Knie schießen, wenn die reine Urteilskraft nur durch Selbsterlebtes bekräftigt werden könnte.

  11. Falk sagt:

    Die Ausgangsfrage war aber halt, ob man in der betreffenden Situation besser wäre. Und die kann man durch Analytik allein eben nicht wirklich beantworten 😉

  12. Oli sagt:

    Sagte ich etwas anderes? Mir gehts ja darum das absolute Aussagen von doof bis feige eben blödsinnig sind. Allenfalls wenn man dies auf einen bestimmten Kreis beschränkt und auch dort einen nähere Erläuterung beifügt.
    Die Aussgangsfrage habe ich also perfekt beantwortet in dem Kommentar zuvor mit dem Knieschuß 😉

RSS-Feed abonnieren