Fanboys, das Netz, *buntu und weiter?

Jeder kennt wohl meine Neigung zu *buntu und nur wenige, mal abgesehen von Chris und einigen Gästen früher auf dem Erlebnis-Forum, werden wissen, daß ich Ubuntu und auch Fedora mal recht gern mochte. Ich begann da mit den ersten Versionen und hangelte mich weiter von Version zu Version, selbst Chris konnte man damals mal geschickt zu Linux per se in Form von Fedora 3 herüberetten — jedenfalls für eine Weile *g* Mit der Zeit aber ließ die Qualität nach, Qualität eben die zuvor vorhanden war. Ein Maßstab den ich für mich persönlich anlegte und dennoch, auch wenn ich z.B. Fedora weit hinter mir ließ (und früher gar mit RedHat 4 zeitweise ein großer Fan des roten Huts bzw. des Schlapphut Pendants war) tat ich mir letztens noch einmal den netten Werewolf an, Ergebnis bescheiden. An für sich gut, ich schrieb auch drüber, andererseits aber zuviel Nacharbeit um das ganze dann endlich einsetzen zu können.

Dazwischen mußte auch mal Suse in Form des aktuellen OpenSuse dran glauben. Warum? Nun zwar bin ich durch und durch Nerd, aber auch verheiratet — ein Umstand den viele Trolle da draußen irgendwann auch noch erfahren werden 😀 — und meine bessere Hälfte die mags nun mal etwas aufgehübscht etc. Kurzum ich finde OpenSuse grauslich, wie auch schon die 8er, aber es funktioniert — für Anfänger der perfekte Einstieg. Es funktioniert gegenüber Fedora sogar recht gut und der Einsatz von Delta-RPMs, um nicht immer riesige Pakete herunterzuladen, ist eine Wucht. Soll zwar auch irgendwo Fedora können, nur leider hat man das ganze noch nicht mit Paketen bestückt. Überhaupt nimmt der Freiheitsgedanke bei Fedora teils mehr und mehr absurde Züge an, denn die Software mag sich da wohlfühlen — der User definitiv auf Dauer nicht.

Aus gegebenem Anlaß, den ich hier nicht unbedingt breit treten möchte, habe ich immer wieder mit Linux und auch gar MacOS X zu tun. Letzteres ist auch nicht unbedingt ein Favorit meinerseits, hat aber gegenüber den Hype– u. Glimmer-getränkten Distros einen entscheidenden Vorteil: es funktioniert weitaus häufiger. Was aber ist mit Ubuntu? Nun es hat etwas mit diesem nicht näher beschriebenen Anlaß zu tun, aber ich komme auch wieder damit zusammen — so oder so und selbst meiner holden Weiblichkeit daheim wollte ich es einmal unterbreiten. Selbst die KDE-Live CD (inkl. KDE4) mußte schon dran glauben, wie einmal erwähnt, aber es bietet sich abseits der Optik und einiger oberflächlichen Änderungen immer wieder das gleiche Bild — es fehlt die Qualität unter der Haube.

Ubuntu hat große Ansprüche, aber über diese kam es nie heraus. Selbst ein Debian Testing ist aktueller (z.B. in Form von Lenny) und durchaus stabiler zu nennen im direkten *Vergleich* vor Ort. Technische Illiteraten werden natürlich auch dies verneinen — aber das unterscheidet eben wieder den Fanboy ob tatsächlicher Technik und jenen Fanboy ob profaner Oberflächlichkeit. Klar Ubuntu liefert Firmware mit z.B. für WLan, Debian kann dies allenfalls mittels der nonfree-Repos nachliefern, was bei der Installation mittels WLan natürlich PITA ist 😉 Und die Codecs gibts behände per Applikation, immerhin eine Steigerung — das vorherige Community Projekt Automatix endete doch für viele leider oft nur als Desaster. Ich weiß gar nicht ob EasyUbuntu noch existiert, machte das gleiche nur innerhalb der Paket-Infrastruktur und war deshalb weitaus genehmer für zusätzliche Applikationen bzw. Codecs. Bei Debian hingegen behilft man sich einfach mittels der erwähnten nonfree Repos bzw. mittels debian-multimedia.org. Selbst der grafische Installer ist kein Problem, auch wenn der ncurses Installer, mal abgesehen von Potato Zeiten, einer der einfachsten da draußen ist.

Nun ja wie immer gilt your mileage may vary. Aber darum geht es auch nicht, ich schreibe grundsätzlich über meine eigenen Erfahrungen und gehe von einem technischen Standpunkt aus. Das wird sich immer mit jenen beißen, die auf Oberflächlichkeit stehen — aber diese müssen hier auch nicht lesen. Freiheit hat viele Gesichter, man kann auch beispielsweise einfach weitergehen oder in diesem Blog stöbern — lesen und verstehen.

Kurzum heutzutage sind für mich halt Systeme wie Debian, das wir wie gesagt auch auf dem Server einsetzen, *BSD und natürlich meine alma mater mit der alles began vor über 12 Jahren, Slackware, von primärem Interesse. Sekundär kommen dann Systeme wie OpenSuse und DesktopBSD zum Zuge, da ich diese recht gerne bei technisch weniger beschlagenen Leuten einsetze und auch weils manchmal schnell gehen soll 😀 Ein System das für den produktiven Einsatz bestimmt ist und bestimmte Aufgaben erledigen soll ist eben weitaus flinker eingerichtet, als jenes welches für die Sparte «och ich probiere mal einfach aus» gedacht ist. Und von diesem Standpunkt aus beurteile ich auch die Systeme für mich auf diesem Blog hier oder anderswo. Natürlich ist die Problematik der Trolle hausgemacht, ich schreibe recht brachial und der illiterate Troll triggert natürlich und gibt seinen Senf ab. Abseits dieser gibt es jedoch einige Leute die nicht gerne suchen, aber nicht wirklich als Trolle zu bezeichnen sind, nun für diese ist dann solch ein Text wie dieser hier gedacht.

Mag ich also Linux nicht? Nun der Troll der trollen möchte wird dies bejahen, sonst hätte er woh kein Angriffsziel mehr, der reguläre Leser wird eines sehen: jein, ich mag bestimmte Praktiken nicht und diese finde ich auch bei *BSD, wenn auch noch in geringerem Umfang. Bei Fedora finde ich es schade, Suse hat immer noch etwas — auch wenn nicht für alle und *buntu … ja *buntu mag ich tatsächlich nicht (mehr), auch wenn es mir immer noch einmal unterkommt gezwungenermaßen. Aber trotz meiner Vorlieben bin ich dennoch in der Lage diversen Leuten je nach Geschmack und Können das entsprechende System empfehlen zu können (nein *buntu gehört heute nicht mehr dazu) und mit meinen persönlichen Vorlieben hat das kaum etwas zu tun. Aus meinem Geschmack mache ich hier jedoch keinen Hehl und wer einen ähnlichen besitzt wird fündig werden, alle anderen können über den Tellerrand (!=Distro-DJ) schauen oder weiter gehen. Man kann auch zünftig diskutieren, sofern die Technik ausschlaggebend ist, denn eben mit jener beschäftige ich mich. Für andere Dinge, die gewiß auch für einige Leute interessant sind, gibt es genügend andere Stellen im Netz die ansprechender sind :)

Warum aber schreibe ich es dann in dieser Kürze mit der brachialen Würze? Mit der Zeit, manch einer nennt das Erfahrung, kennt man diverse Dinge und testet von Zeit zu Zeit einiges durch, was sich nicht hier auf dem Blog wiederfindet. O Wunder, denn mit Familie hat man auch noch ein Leben nebem dem Netz und nur ein Bruchteil davon, wenn überhaupt, findet sich dann in diesem Medium wieder.

Last not least wenn es darum geht Leuten bei Linux, Windows und gar auch MacOS X zu helfen bin ich immer gerne dabei, aber es heißt eben nicht das ich diese Dinge uneingeschränkt gut finde bzw. ein Fan dieser bin. Insbesondere die deutsche Blogwelt, die Teils wie Jäger in der Frühzeit ihre Trophäen in Form von Abmahnungen horten, müßte sich einmal über eines im klaren werden, sie wird dann ernst genommen, wenn sie sich von persönlichen Anfeinden verabschiedet und das eigentliche Thema primär in den Vordergrund rückt. Ein Flamewar in Foren, Newsgroups oder Mailinglisten bleibt in der Regel auch ein Flamewar — in Blogs jedoch mutiert dieser bei einigen zu einem persönlich Feldzug, zu Hass — Hass der mitunter schon groteske Züge annehmen kann und beileibe nicht mehr den üblichen Kindereien zuzuordnen ist.

Wenn ich also sage ich mag Ubuntu nicht, dann heißt das nicht das ich dessen User nicht mag. Ich kenne sogar einige recht feine Leute die dieses System einsetzen — aber das eine hat auch nichts mit dem anderen zu tun … sollte man jedenfalls als vernunftbegabter Mensch vermeinen. Und ob eines zünftigen Flamewars ist noch keine Freundschaft in die Brüche gegangen (hallo Chris 😀 ) Die positive Erwähnung von Suse oben wird ebenso Leute auf den Plan rufen, die sich dann ob ihrer Ausdrucksweise leider auch nicht in den Kommentaren wiederfinden. Man kann es keinem recht machen und Differenziertheit ist im Web ohnehin ein Unding, in Blogs jedoch — die von Feindbildern leben wie ehemals im kalten Krieg — wird stoisch mit Scheuklappen gearbeitet, denn differenzieren würde bedeuten sich mit der Sache zu beschäftigen, aber darum gehts auch nicht, denn man möchte andere diskreditieren.

Werde ich also in Zukunft gemäßigter schreiben? Nein natürlich nicht, wer ehrlich gesagt so dumm ist nur Hass hinter kurzen Aussagen zu vermuten, ist ohnehin ein armer Wicht. Der Troll wird sich ohnehin nur die kurzen Aussagen zu Gemüte führen, da diese leichter zu verarbeiten sind, das Massen-Phänomen BILD läßt grüßen. Allen anderen wirds vielleicht nicht unbedingt schmecken, wie ich denn da teils kurzatmig meine Meinung kundtue, aber diese werden u.U. bei der Suche im Blog z.B. auf diesen Text oder ähnliche stoßen (z.B. zu MacOS X/ Vista) die dann weiter aufklären.

Aber ob eines zünftigen flamebait muß man auch nicht stante pede zum Berserker mutieren und mit Schaum vor dem Mund die Community heimsuchen, oder? 😀 Lange Rede kurzer Sinn, es wird eben nichts so heiß gegessen wie gekocht. Be cool … 😉

9 Antworten zu “Fanboys, das Netz, *buntu und weiter?”

  1. pasQualle sagt:

    Habe ich was verpasst, oder warum magst du *buntu nochmal nicht? Wegen dessen technischer Basis? Erkläre dich Freund.

    Bisher habe ich nämlich meist gutes über diese Distr. gelesen. Wäre nett auch mal ein negative Meinung zu hören.

  2. Oliver sagt:

    Erklärt habe ich mich schon oft genug und Quellen zu anderen findet man auch z.B. in unserer Leseliste. Wichtig ist auch der Kontext, in welchem diejenigen ein System einsetzen. Ich mach ja hier kein Magazin in welchem ich (nicht existierende) Objektivität heuchele.

    Es existieren auch jene denen werde ich nie erklären können (können schon, nur fehlt manches mal die Basis bzw. man mag es nicht hören) warum Windows exklatante Mängel besitzt und nicht nur Hass-Potential aufgrund irgendwelcher urban legends. Anderer Kontext eben, Erfahrung und auch Ansprüche an Qualität–

  3. Dr. Azrael Tod sagt:

    eure Vorschaufunktion zwingt meinen Firefox nach ein paar hundert Zeilen wie immer in die Knie -.-
    Irgendwo ist da ein richtig böser Fehler im Kot.
    Macht aber auch irgendwo Spaß wenn man dann irgendwann beim Tippen mitbekommt, dass die letzten 10 Zeilen vom Kommentar erst noch ganz langsam, Buchstabe für Buchstabe auf dem Bildschirm auftauchen müssen.

  4. Jan sagt:

    Ubuntu sieht nett aus und ist oberflächlich gut gemacht, aber leider ist es mit der Zeit unter der Haube immer fetter, komplexer und unübersichtlicher geworden… Der Neuling der es sich installiert, hat zwar ein schön fertig eingerichtetes System, aber wehe es geht mal etwas schief oder funktioniert nicht richtig… Dann kommt nämlich alles zusammen: Komplexität, mangelnde Dokumentation (besonders diese copy&paste Howtos), teilweise sehr unfähige Community etc etc…

    Ich kann nur jedem Neuling, der wirklich was lernen will, eine KISS-Distro empfehlen. Die sind einfach, schnell, transparent und die Community drumherum weiss auch was sie tut. Dafür muss man aber auch bereit sein, mal ein wenig Doku zu lesen. Vorteil ist, das man sehr schnell ne Menge lernt, vor allem wegen der Transparenz des Systems… z.B. kann ich da Arch Linux empfehlen, meiner Meinung nach eine der besten Distros überhaupt…

  5. Oliver sagt:

    Ja ArchLinux hat was und das nicht nur ob des BSD Init, abs ist einfach eine Wucht und pacman braucht man wohl nicht weiter zu erwähnen. Verheiratet man dann letzteres auch noch mit yaourt, wirds nicht nur noch angenehmer sondern aur läuft ebenso wie geschmiert.
    Grund zur Klage ist dort, auch wenn man alles fixen kann, das leider in Core einige(!) Maintainer so manches mal höflich ausgedrückt Amok laufen. Das ist nicht schön und paßt nicht in eine ansonsten recht gut gelungene Distro. Bleeding Edge stört mich dabei noch weniger, das ist ohnehin teils eine Notwendigkeit, wenn man halbwegs aktuell Hardware besitzt und sich nicht Patch-Orgien für «uralte» Kernel hingeben möchte. Aber sonst imho auf jeden Fall im oberen Level angesiedelt — leider aber auch ganz und gar nicht für Anfänger geeignet. Dazu gehören schon mehr als moderate Kenntnisse, z.B. der häufig auftretende /tmp Bug mit den falschen Rechten ist super leicht gefixt, aber viele sehen da den Wald vor lauter Bäumen nicht und dann ist es ärgerlich — so etwas sollte auch nicht sein.

  6. Dr. Azrael Tod sagt:

    dualcore? MUHAHAHAHHA der war gut
    mein notebook ist schon ein paar jährchen alt und alles was ich in letzter Zeit für PCs ausgegeben hab, war ein Mini-ITX Mainboard, das auch nicht grade ein Supercomputer ist.
    aber bei guter software reicht das zeug auf alle Fälle aus.

  7. Oliver sagt:

    Hast du noch keinen Dualcore? *g* 😉 Aber stimmt das habe ich auch schon sporadisch erlebt.

  8. Jan sagt:

    Oliver:
    Ja, vom /tmp Bug hört man immer wieder… Ich habe allerdings schon seit ca 2 Jahren nicht mehr neu aufgesetzt (rolling releases :)) und bis bis jetzt davon verschont geblieben…

    Ich finde auch nicht, das es unstabil ist oder das die Maintainer zu sehr abgehen… Ich hatte schon bestimmt ein Jahr lang keine Probleme mehr mit irgendwelchen Updates, auch davon bin ich verschont geblieben :)

    Bei Arch gibt es halt die Regel, das man möglichst immer updaten sollte. Manchmal werden z.b. Skripte für den Übergang zwischen zwei Paketversionen mit in die Pakete eingebaut, und wenn man dann so einer ist der nur 1x im Monat aktualisiert, dann kann es schonmal passieren das man genau dieses «Übergangspaket» einfach überspringt, wodurch es dann zu Problemen kommen kann…

    Das heisst jetzt aber nicht, das man sich nen Cronjob oder so zum updaten anlegen sollte :)

  9. Oliver sagt:

    >Ich habe allerdings schon seit ca 2 Jahren nicht mehr neu aufgesetzt

    Es soll Fälle geben da muß man neu installieren oder überhaupt initial 😉

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