Facebook und Flattr blocken

Meine Adblock-Plus-Filterliste hat neue Einträge bekommen:

facebook.com^$third-party
facebook.net^$domain=~facebook.com
fbcdn.com^$domain=~facebook.com
fbcdn.net^$domain=~facebook.com

api.flattr.com

Viele Webseiten bekannter deutscher Blogger erinnern mittlerweile an gute, alte Geocities-Zeiten. Buttons und anderes Spielzeug nehmen oftmals mehr Platz ein als der eigentliche Inhalt. Dass Facebooks Geschäftsmodell die Daten der User sind, sollte bekannt sein. Da sollte jeder Nutzer wissen, was er tut – wenn man die Problematik der Politik überlasst, kommt solch eine Lächerlichkeit wie bei Tante Ilse heraus. Die Idee des Like-Buttons mag auf den ersten Blick Sympathie hervorrufen, wir haben nach Diskussion mit unseren Lesern den Button wieder entfernt. Das war eine gute Idee. Der Like-Button soll mittlerweile nicht nur angemeldete Facebook-Nutzer ausspionieren, sondern jeden Besucher einer Webseite, die Facebook integriert hat.

Das ist natürlich nicht schön. Darum sollte die Prämisse sein, Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das Argument, welche aus der Union während der Debatte um die Vorratsdatenspeicherung ins Feld geführt hat, wir schenken Unternehmen wie Facebook mehr Daten als die Vorratsdatenspeicherung erfassen würde, kann man nicht mehr von der Hand weisen. Natürlich geschieht dies freiwillig. Bei der Vorratsdatenspeicherung wäre dies nicht der Fall – doch ist es ebenso meine Entscheidung, meine Freiheit, diese Dinge auch zu blocken. Mich interessiert einfach nicht, wie viele Freunde eine Webseite auf Facebook hat, Freunde, von denen der Webseitenbetreiber knapp 100% noch nicht persönlich kennengelernt hat. Mit obigen Filtern wird das gesamte Facebook-Gedöns außerhalb Facebook geblockt. Das heißt: Facebook selbst lässt sich noch ganz normal aufrufen, die Like-Buttons, die Widgets auf so genannten Third-Party-Seiten nicht mehr. Das gleiche gilt für Flattr.

Noch ist ähnliches Verhalten bei Flattr wie bei Facebook nicht bekannt. Doch geht es bei Flattr nicht nur um Daten und virtuelle Freunde, sondern um Geld, Überweisungen und mehr. Ich glaube nicht an die weitverbreitete Mär des Social Payments. Diese beiden Begriffe schließen sich aus — da könnte man genauso gut von einer sozialen FDP sprechen oder behaupten, Engländer könnten Fußball spielen. Wenn ein Blogger offen zugeben würde es geht ums Geld, könnte ich damit besser leben, als mit der Heuchelei die im Moment überall zu lesen ist. Ferner traue ich den Machern von Flattr nicht über den Weg. Wer ein wenig die Geschichte der Piratenbucht verfolgt hat, weiß warum– und wer die deutsche Warez-Szene und die dortigen Hintergründe kennt, nimmt weit von solchen Leuten Abstand.

Ich habe sowohl Facebook als auch Flattr getestet. Bei Facebook weiß ich, was ich tue und welche Inhalte und persönlichen Daten ich einstelle, Flattr habe ich aufgefordert, meinen Account zum Ende des Monats zu löschen. Flattr ist nicht zu trauen – und das nicht nur aus Gründen des Datenschutzes. Ich persönlich traue Menschen nicht, die sich von Rechtspopulisten finanzieren lassen. Außerdem wurde das System Flattr nur zu einem Punkt geschaffen: die Bank gewinnt. Ich selbst habe 10,- Euro per Paypal eingezahlt, nach Abzug der Paypal– und Flattr-Gebühren kommen 8,38 Euro bei den Autoren an. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Zudem habe ich den einen oder anderen Artikel kleinerer Blogs über die ersten Flattr-Einnahmen gelesen, da wurde von Einnahmen zwischen 5,- Euro und 15,- Euro berichtet. Wie selbstverständlich wird darauf verwiesen, dass man dieses Geld gleich weiter flattrn würde. Sehr interessant, man schiebt sich das Geld hin und her – und Flattr behält bei jeder Transaktion seinen Anteil. Das ist ja mal sehr sinnvoll.

Natürlich lohnt es sich für größere Blogs und Zeitungen wie die taz schon. Eine Praktikantenstelle wird in Zukunft mit Sicherheit davon finanziert werden können, vielleicht sogar eine halbe Redakteursstelle, wenn sich das System etabliert. Hört sich auf den ersten Blick gut an – und wenn ich obige Punkte beiseiteschiebe, kann ich die Implementierung bei der taz sogar ein wenig nachvollziehen — verstehen kann ich es aber nicht bei dem überwältigen Großteil der Blogs.

Viele Blogs leben zum Großteil davon, andere Inhalte zu übernehmen. Videos, Snippets mit Link zur Quelle, was auch immer. Diese Blogs lassen sich nun von ihren Lesern für die Arbeit anderer bezahlen. Dessen muss man sich auch bewusst sein. Da werden zum Beispiel Videos produziert, Bloggern und anderen Publizisten die Möglichkeit gegeben, diese Videos in die eigene Webseite einzubinden, dies wird getan – und die Blogger lassen sich dann dafür bezahlen. Die Entwicklung ist nicht wirklich fein und ist eher das Gegenteil von sozial.  Aber — wenn ich es genau überlege, haben sich da wohl die Leute von Flattr und ein paar Blogger (natürlich nicht alle) gesucht und gefunden. Knetfeders Revue weist auf noch auf ein paar Punkte mehr hin, unter anderem, dass die Boulevardisierung deutscher Blogs zunehmen wird.

Es muss jeder selbst wissen, was er tut – sobald die Politik sich einmischt, endet es aber im Chaos. Beim WLAN-Fail von Google soll Papa Staat zum Beispiel die Daten bekommen – natürlich nur um zu überprüfen, welche Datenschutzrichtlinien der Konzern verletzt hat. Das lächerliche Verhalten von Ilse Aigner habe ich bereits angesprochen. Es ist Eure Entscheidung, vielleicht kann ja der eine oder andere Leser mit obigen Codezeilen etwas anfangen. Have phun, mein Wort zum Sonntag… 😉

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69 Antworten zu “Facebook und Flattr blocken”

  1. Rainersacht sagt:

    Danke für die Hinweise zu Flattr und den TPB-Machern. Das wusste ich nicht. Was das Modell Flattr angeht, war ich anfangs skeptisch. Dann überkam mich das Gefühl, als oller Blogger müsse man mitmachen, um endlich mal was zu verdienen. Nachdem ich auch 10 Euro per PayPal überwiesen hatte und bei Flattr bloß 8,38 für mein Geflattr übrigblieben, begann ich nachzudenken. Jetzt hast du mir den letzten Schubs gegeben, Flattr wieder abzuschaffen.

    Ich werde selbstverständlich auf meinem Blog entsprechend schreiben.

  2. freiwild sagt:

    Danke! Ich dachte schon, ich stünde mit meiner Flattr-kritischen Haltung weltweit alleine dar.

    Facebook und Flattr blocke ich übrigens grundsätzlich, nicht nur über ABP, sondern auch gleich in hosts. Damit auch nichts daneben geht.

  3. Digitreo sagt:

    Ich finde, diese zusätzlichen Filter gehören in jedes AdBlock Default-Setup. Mittlerweile grinst einen ja auf jeder zweiten Website schon irgendein Facebook Schrott an.

  4. Interessent sagt:

    Eine Frage bezüglich der Finanzierung durch die schwedischen Nazis: wer ist der Typ in dem Youtube-Video? Ist das Peter Sunde? Oder wer? Danke schonmal!

    LG Tim

  5. Michael sagt:

    Schade. Ich hatte schon hier auf der Webseite nach dem Flattr-Button Ausschau gehalten, um bei dessen Vorhandensein draufzuklicken. Jetzt wird da wohl nix draus…

  6. Christoph sagt:

    Endlich mal jemand der meine Meinung zu flattr bestätigt. Egal wie man dieses Bezahlmodell dreht und wendet, am besten verdient flattr selbst daran. Und mal ehrlich, was nützen 5–10 Euro pro Monat, die man von flattr bekommt? Nichts.

  7. Chris sagt:

    @Interessent: Pirate Bay-Sprecher Tobias Andersson von Piratbyrån, siehe Kommentar von Peter Sunde.

    @Michael: Adressen sind im Impressum zu finden. Aber das würde ja mehr bedeuten, als ein 10-Cent-Klick… 😉

  8. vera sagt:

    Da ich einen stationären Flattr-Button einsetze, werde ich das Projekt weiter unterstützen. Chris, die sind noch nicht mal aus der geschlossenen Beta raus. Zu mehr keine Zeit, aber denk noch mal über einen stationären Button nach.

  9. olhe sagt:

    @Michael: du kannst dich auch einfach bedanken oder mal Hallo sagen wenn du uns siehst und dir das Angebot hier zusagt 😉

  10. olhe sagt:

    >Chris, die sind noch nicht mal aus der geschlossenen Beta raus.

    Tja am Stallgeruch ändert auch Alpha, Beta oder Final nicht wirklich etwas.

  11. Anonymous sagt:

    Viele Blogs leben zum Großteil davon, andere Inhalte zu übernehmen. Videos, Snippets mit Link zur Quelle, was auch immer. Diese Blogs lassen sich nun von ihren Lesern für die Arbeit anderer bezahlen

    Darüber schreibe ich gerade einen Blogbeitrag, habe auch Mails an einige «große Blogger» geschickt, um sie zu dem Thema zu befragen. Ich bin weiterhin ein Anhänger der Idee von Flattr, auch wenn ich nicht glaube, dass ich selbst daran verdienen werde. Aber ich zahle, und zwar nicht für jeden Wischiwaschi-Beitrag, sondern nur für die, die ich wirklich unterstützen will => die jeweiligen Blogger bekommen also wirklich was, und nicht nur 5cent.

    Wenn ich aber sehe, wie vor allem größere Blogs unter ein eingebundenes Video einen Flattr-Button setzen, dann frage ich mich auch, was das soll. Und ich frage mich auch, welche User da flattern bzw. wieso? Aber zu meinem Bedauern tun es sehr viele.

  12. David sagt:

    Flattr ist nicht TPB, und Peter Sunde ist Mitglied der Grünen Partei.

    Ich denke, es gibt viele Leute, die gerne für Dinge im Netz bezahlen möchten, wenn sie es ohne Aufwand tun können. Mir geht es vor allem darum, meine Wertschätzung zeigen zu können, nicht um Geldverdienen.

  13. Anonymous sagt:

    Flattr will erst mal Geld, bevor der Account überhaupt aktiviert wird. Das hat schon einen übelen Beigeschmack. Das heisst ich muss zahlen wenn ich mir das System nur anschauen möchte. Ohne mich.

  14. Chris sagt:

    @David: Wertschätzung mit einem 10-Cent-Klick? Wertschätzung my ass.

  15. Peter Sunde sagt:

    Hi,

    I see that you all believe the hype of right wing connections and TPB.

    Let me set that story straight for you all. The person in question (Carl Lundström) was the owner of the ISP (third largest in sweden at the time) where TPB was hosted — that was basically it. The person interviewed about this (Tobias Andersson) is NOT from The Pirate Bay, but from Piratbyrån.

    I myself am a member of the green party and I consider myself a socialist. I do not agree with Carl Lundströms ideas and I do not think anyone else from Flattr does that. Also — Flattr is not from TPB, it’s by me personally and it has NO connections to TPB at all. So saying Flattr has something to do with an ex ISP of a project one of the guys from Flattr was associated is, is just plain stupid.

    If you want to complain about Flattr, that’s fine. If you want to say it’s run by a communist, that would at least be closer to the truth than saying it’s sponsored by a right wing person. You should rather see our internal political discussions and you would not find a lot of right wing material there.

    At flattr everybody has the same wage, everybody has the same decision making power whomever they are. It’s definately not run by right wing people.

    Peter Sunde Kolmisoppi
    Flattr

  16. olhe sagt:

    @david

    Wertschätzung? Lies den Artikel zu Ende, denke … denke mehr … überlege … antworte in mehr als einem Satz. Ein Klick ist keine Wertschätzung, eine wohlüberlegte Antwort hingegen ist die reinste Wonne für den Autoren, zeugt diese doch von einer Auseinandersetzung mit dem Gelesenen.

  17. olhe sagt:

    @Peter Sunde: Hi Peter, we’re mainly discussing flattr per se and the possible momentum it has on «net-culture». But how do you comment on this: «A spokesman for the Swedish torrent tracker The Pirate Bay, has admitted on Swedish tv that their servers and broadband bandwidth were financed by Carl Lundström, one of the alleged sponsors of Swedish far-right political party Sweden Democrats.»

    the register

  18. Chris sagt:

    @Peter Sunde: Thx for your comment.

    I think, in future people will only write for the money. We will lose the real blogging, real blogging is idealistic, for example. At Flattr (and all the other systems), only the bank is the winner.

    A lot of websites embed Videos from other sites. With Flattr, the bloggers will be payed, not the directors and actors (similar to a lot of other stuff).

    Last thing, I don’t write about this thought in my article: With Flattr, we will destroy the future of the web. Let me explain: Most of us don’t like paid content. With Flattr we give our children a completely wrong signal. From social payment to accepting paid content, it’s a short way. In future, our children will pay for the content, naturally. The free internet will die.

  19. Freut mich, dass ich mit meiner flattr-Skepsis nicht mehr alleine bin.

    Das mit dem Nazi-Vorwurf finde ich aber wohl im Fall von Peter Sunde auch nicht wirklich stichhaltig. Das nur die Bank gewinnt aber schon. Vielleicht hat sich Peter Sunde ja an den Ausspruch seines Mitsozialisten Brecht errinnert: «Eine Bank ausrauben ist nichts dagegen eine Bank zu gründen» 😉 Naja, wahrscheinlich geschieht das von allen Seiten mit lautersten Absichten, aber es ist halt einfach der Wurm drin.

    btw: Der Flattr-Button kommuniziert nur über http, nicht über https, auch nicht so wahnsinnig clever. In offenen WLANs und ähnlichem kann jeder die geheimen Daten ausspähen wenn jemand flattred und dann auf sich selbst umlenken… Ich hoffe mal, das wird noch geändert bis zur final.

  20. olhe sagt:

    >Das mit dem Nazi-Vorwurf finde ich aber wohl im Fall von Peter Sunde auch nicht wirklich stichhaltig.

    Immerhin war er mehr als nur der ISP, mit Hardware & Co ist es wohl schon Sponsoring. Ob die Mannen um TPB dementsprechend handelten mag ich bezweifeln, nicht aber die Absichten Lundströms.

  21. Wanderer sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für o.g. Adblock-Code. Dass der die Facebook– und Flattr-Buttons erfolgreich blockt, ist schonmal schön. Werden denn so tatsächlich keine Daten an Facebook/Flattr gesandt? Das wäre echt eine gut …

    viele Grüße

  22. Peter Sunde sagt:

    I do not believe that the future holds «paid content». Rather the opposite. With systems like flattr (and many other systems — I do not believe in «one solution») there will be more incentive for giving out data for free. We are not allowing walled garden solutions on flattr — i.e., there will not be a possibility to force people to pay to get a hold of content. Flattr is working against that.

    As for HTTP/HTTPS-things. It’s still a beta and things like this will be worked out. We are adding support for HTTPS for all the buttons, so the site owners can choose to use that instead.

  23. Willkommen im Club. Beide Buttons blocke ich schon seit kurz nach ihrem ersten Auftreten. Und was das Geschäftsmodell Flattr betrifft

  24. Sebastian sagt:

    Als Student hänge ich sehr an jedem Euro, trotzdem würde ich gerne dem einen oder anderen Blogger etwas geben. Ein Euro lohnt wohl nicht, 20 Euro schon eher, aber es fängt schon an, weh zu tun. Auf der anderen Seite: Geld wird Tag und Nacht gedruckt und pure Vernunft darf niemals siegen.
    Jetzt bleibt nur die Frage: Wem spenden? NDS, Sprengsatz, Caschy, Holgi, Fefe, Isotopp, CCC, HU, AKVDS, AKZ, FoeBuD, Scienceblogs, Stylespion, Nerdcore (ja, er sammelt nur von anderen Blogs/Seiten; trotzdem besuche ich ihn ab und an gerne und lasse mich unterhalten), Flix, Beetlebum oder gar F!XMBR…? Da hilft Flattr ein wenig.
    Ich bin eher ein Freund des Nichtmonetären. Wie wäre es mit einem Schlemmerpaket Lindt-Schokolade? Oder sich mit dem Blogautor auf ein Käffhchen treffen?

  25. Elias sagt:

    Ich bekomme immer gewisse «Schmerzen», wenn ich sehe, wie Blogs — also von ihrer Idee her: persönlich geprägte Tagebücher im Internet — zu einer Geldquelle für ihre Betreiber umgewandelt werden sollen, und wenn diese Umwandlung eines kommunikativen Verhaltens in einen Geschäftsvorgang mit Attributen wie «sozial» bezeichnet wird, denn überkommt mich bei diesem Zynismus nur noch Übelkeit.

    Als ich das erste Mal von «flattr» hörte, dachte ich mir noch: Na, immerhin einmal eine andere Idee als die Vergällung des Mitgeteilten durch die Zumutung irgendeiner Reklame. Nachdem ich jetzt etliche (vor allem) Blogs gesehen habe, auf denen dieser «flattr»-Button prangt (meist zusammen mit einer Menge anderem… ähm… Müll), stelle ich fest: Für eine erhebliche Anzahl der gegenwärtigen Nutzer scheint es sich um eine zusätzliche Möglichkeit des «Geldmachens» neben der Pest der Reklame zu handeln. Diese Gier macht blind. Sie scheint sogar so blind zu machen, dass viele gar nicht zu bemerken scheinen, dass sich hier Bloggende gegenseitig Kleinbeträge untereinander zuschieben, während «flattr» die technische Infrastruktur dafür stellt und dabei als einziger Beteiligter einen ordentlichen Schnitt macht.

    Von der Kleinigkeit, dass einem Dienstleister gegenüber sehr weitgehend und gut personalisiert offengelegt wird, welche besonderen Neigungen und Interessen man bei seiner Internetlektüre verfolgt, einmal ganz abgesehen. Dieser Irrsinn des «Web Zwo Null» scheint gar kein Ende mehr zu nehmen.

  26. allo sagt:

    Wo ist das Problem mit Flattr? Anders als bei einem Paypal-Button hat Flattr den Vorteil, dass das Klicken den Nutzer kein Geld kostet, welches er nicht sowieso bezahlt. Dadurch klickt er lieber.

    Ausprobieren kann man es ohne Geld zu zahlen, man kann nur eben kein Geld verteilen und keine Einnahmen machen, aber das Interface ansehen geht.

    Die Gebühren sind noch zu hoch, denke 2% an Betreiber maximal und Überweisung statt Paypal sollte schon sein.

    Und ich werde nicht versuchen zu bloggen um geklickt zu werden; möglich dass andere das versuchen :(

  27. Oliver sagt:

    Facebook Button entfernt — hast mich überzeugt. Die Kommunikation über Facebook o. Twitter als zusätzlichen Kanal finde ich aber trotzdem nicht schlecht und werde ich auch weiterhin beibehalten. Aber es reicht sicher ein Link in diese Kanäle.

    zu Flattr:

    dass ich deiner Meinung bin, habe ich schon mal geschrieben und um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr Bauchschmerzen bekomme ich.

    Angenommen. Alle sind so toll sozial und das System verteilt alles Geld gleichmässig über alle Nutzer=Einzahler. Sagen wir mal 5 € pro Monat.
    Dann gehen 10% an Flattr(+Paypal). Also bleiben 4,50€ am Ende übrig. Die, wenn es gut läuft, auch wieder zurückkommen. Die 4,50 € setzt der Nutzer dann wieder ein. Wie lange dauert es denn, bis das ganze Geld an Flattr gewandert ist? Na? Genau 10 Monate. (vereinfachte Darstellung!)

    Aber so «sozial» verteilt sich das System am Ende auch nicht und es ist eher unwahrscheinlich, dass Flattr alles Geld einsackt, denn die meisten Flattr-Punkte werden die Blogs bekommen, die auch jetzt schon den grössten Kuchen abbekommen. Das heißt, wenn man weiterdenkt, das Geld bekommen Wenige und es ist noch schneller weg, die Nutzer müssen noch früher wieder etwas einzahlen und Flattr verdient noch mehr.

    Das nennt man doch auch aus Scheiße Gold machen oder?

    Meine Meinung als Blogger an die Leser, die ihren Blogs etwas Gutes tun wollen: beteiligt euch aktiv an eure Lieblingsblogs, in dem ihr kommentiert, dem Autor mit News füttert, die er weiter verwenden kann oder auch einfach mal danke sagt.

  28. Tagauch sagt:

    Die Filterliste incl. Wildcards sollte analog für die Steuerdatei im (user action) übernehmbar sein, oder?
    Für Leute, die nicht mit dem Feuerfuchs surfen …

    PS. Warum erzählt mir diese Kommentarfunktion eigentlich, daß dieser Kommentar «sorry, Spam zu sein» scheint? War er zu kurz? Sowas aber auch …

  29. Kirsch sagt:

    Ich benutze das Firefox Plug-In RequestPolicy im alle aufrufe auf Drittservern zu unterbinden. Wenn eine Seite dennoch irgendwas von einer anderen Domain laden muss um zu funktionieren, kann für die jeweilige Seite eine Ausnahmeregel definiert werden.

    Ist auch das perfekte Plug-In um Werbung zu blockieren, da die fast ausschließlich von Drittservern nachgeladen wird.

    RequestPolicy

  30. allo sagt:

    Angenommen alle wollten mit Flattr Gewinn machen, dann wäre es tatsächlich ein Pyramidenspiel: Jeder User ist darauf angewiesen andere User zu finden, die ihn Flattrn. Die wollen aber selber geflattrt werden. -> Pyramide.

    Aber wenn man annimmt dass manche Leute einfach nur Leistung belohnen möchten, fällt der Pyramideneffekt natürlich durch eine Breite Basis von Spendern wieder raus.

    Wenn man es als «Jeder möchte Gewinn» ansieht, dann ist es sogar Dank 10% an Flattr ein Spiel mit dem Erwartungswert <1

  31. ebertus sagt:

    Vielleicht verstehe ich das falsch…,

    aber jeder Blogbetreiber, der in seinem sog. Kleingedruckten, Impressum etc. etwas Blabla von «rein privat», von «nicht kommerziell» usw. schreibt, der dürfte entweder keinen Flattr-Button einsetzen, oder eben seinen Text ändern. Und überhaupt, wie sieht es da mit dem rechtlichen Status ganz generell aus? Wenn ich bewußt, ganz bewußt und aktiv auf Einnahmen hin arbeite, so ist’s doch beinahe vorbei mit dem heimeligen Schutz des Privaten. Sind wir also gespannt, auf die ersten Abmahnungen, ggf. Urteile gegen die Betreiber von Seiten mit (freiwilliger) Bezahlmöglichkeit.

    Ansonsten, und als reiner «Spender» könnte ich mich vielleicht (später mal) beteiligen. Ohne Paypal, ohne eine auch noch so geringe Datensammlung, möglichst dezentral und erst mal sechs bis zwölf Monate «auftippen lassen», von den Erfahrungen der «early adopters» hören, lesen und lernen — vielleicht…

  32. Medienjunkie sagt:

    Sorry, Chris, aber deine Argumentation zu Flattr ist irgendwie in keinem Punkt stichhaltig:

    «real blogging is idealistic» — diese Aussage ist genauso sinnvoll wie «E-Mails schreiben ist idealistisch»

    «From social payment to accepting paid content, it’s a short way.» — Der große Unterschied ist natürlich, dass ersteres freiwillig ist, insofern ist der Weg zwischen beidem genauso weit wie der zwischen Spenden für den Obdachlosen auf der Straße und einer Zwangssteuer zur Alimentierung Obdachloser oder zwischen einem freiwilligen Eintritt in eine Religionsgemeinschaft incl. Mitgliedsbeitrag und dem zwangsweisen Einbehalten der Kirchensteuer, obwohl man nie in eine Kirche eingetreten ist (sondern quasi kraft Geburt da Mitglied wurde).

    Dass Flattr nur eine Umverteilungsmaschine wäre, wo Blogger sich gegenseitig Geld zuschieben, stimmt natürlich nur, falls da nur Leute mitmachen, die selbst online veröffentlichen und damit (etwas) Geld verdienen wollen. Das Gleiche wäre gegeben, wenn bspw. Zeitungen nur noch von anderen Journalisten gekauft würden, dann würden sich nur Journalisten gegenseitig Geld zuschieben. Zum Glück ist das ja aber (noch 😉 ) nicht der Fall, und ähnlich wird es hoffentlich auch mit Flattr laufen: dass die Zahl der Teilnehmer die der Veröffentlichenden um ein Vielfaches übersteigt.

    Das Wichtigste aber: Wie soll sich Online-Journalismus dMn in Zukunft finanzieren, wenn du gegen Bannerwerbung, gegen freiw. Micropayment UND gegen Paid Content bist? (Gegen die Kulturflatrate vermutlich auch?)

  33. Chris sagt:

    Bitte bei der Wikipedia nachlesen, Unterschied Meinung/Befürchung zu Argumentation. Danke.

  34. Caracasa sagt:

    Mir als Flattr-Nutzer ist bewusst, dass mein monatlicher Betrag (trotz eigenem Blog) nicht zu mir zurück finden wird. Ich sehe den Nutzen wirklich darin, den von mir besuchten Seiten finanziell kleine Beträge zuzuschieben.

    Das durch die Verbreitung dieser Bezahl-Möglichkeit die Moral der Blogosphäre leidet, sehe ich vielleicht sogar als Chance. Da wird die Spreu vom Weizen getrennt. Meine Clicks bekommen auf jeden Fall die integeren Blogger, bei denen meine Menschenkenntnis (die normalerweise auch über das Netz hinweg funktioniert) nicht Alarm schlägt.

    Beim Thema Datenschutz, hat bisher noch kein Anbieter die ideale Mitte zwischen Anonymität und Fälschungssicherheit gefunden, die jede zentrale «soziale» Dienst im Internet für sich austarieren muss. Wie bei vielen Anbietern muss man einfach ein wenig Vertrauen haben, dass die Anbieter ihre Position nicht ausnutzen. Anders als bei Facebook verliert man als Nutzer beim ersten großen Skandal ja nicht gleich den Kontakt zu seinen Freunden, wenn man dem Anbieter den Rücken kehren möchte.

    Hier wird eine neue Art Dienstleistung im Netz etabliert. Es werden bestimmt bald Konkurrenten auftauchen, die sich gerade in den kritischen Punkten von der Konkurrenz differenzieren möchten.

    Die happigen 10% schiebe ich derzeit noch auf die Anfangsinvestitionen und dass bei einer noch verhältnismäßig geringen Nutzerbasis die laufenden Kosten bezahlt werden müssen (und natürlich auch die Gehälter). Alleine um konkurrenzfähig zu bleiben, wird das so nicht für alle Zeiten haltbar sein.

    Ich möchte hier nicht mit «Halb voll — Halb leer» Vergleichen um mich werfen — aber meiner Meinung nach ist das Geschäftsmodell noch weit davon entfernt so (faktisch) unsinnig wie z.B. Lottospielen zu sein.

    Ich warte erst mal ab und wenn ich im schlimmsten Fall 10€ in den Sand setze, wobei mir sogar dann noch das virtuellen Verteilen Spaß gemacht hat.

    Meine 2 Cent.

  35. Ich finde Flattr eine sehr gute Idee, und auch die Umsetzung finde ich sinnvoll.

    Dass sie dadurch Daten der Besucher erhalten, finde ich allerdings selbst auch kritisch. Um das sauber zu machen, müssten sie visits in ihren logs direkt verwerfen und nur flattrs speichern.

    Ich habe dazu gerade bei ihnen angefragt:

    I’m concerned that users of my site might be tracked even when they don’t flattr my stuff.

    I understand that payment requires identifying the flattrer (in the current model ?¹?), but the page visits are information which isn’t connected to the payment.

    Could you adapt your privacy policy to throw away all visit logs automatically and track only flattrs?

    Best wishes and many thanks for your great project!

    ?¹?: I think there are some payment schemes which allow tracking payments without identifying the payer, but I don’t know if they are compatible to the flattr flatrate model.

  36. Nebenbei: Die 10% für Flattr sind so gut wie nichts. Wenn ich bei einem Buchverlag publizieren würde, würde ich als Nicht-Bestseller 10% des Geldes kriegen — 90% gingen an Verlag, Händler, usw.

    Bei Flattr bekomme ich 90% –2xPayPal Gebühren.

  37. Björn sagt:

    Schöner Artikel :)

  38. Anonymous sagt:

    Hallo,

    ich bin überzeugter Opera-Nutzer und will die Facebook-Plugins auch loswerden. Wie müssten denn die Einträge in Operas urlfilter.ini aussehen?

  39. Nora sagt:

    «Das Wichtigste aber: Wie soll sich Online-Journalismus dMn in Zukunft finanzieren, wenn du gegen Bannerwerbung, gegen freiw. Micropayment UND gegen Paid Content bist? (Gegen die Kulturflatrate vermutlich auch?)»

    Auf die Antwort wäre ich auch mal gespannt…

  40. olhe sagt:

    >Auf die Antwort wäre ich auch mal gespannt…

    Wir reden von Bloggern, nicht von Journalisten! Jürgen Fenn schrieb dazu auch etwas. In puncto Kulturflatrate kann man das Archiv bemühen.

    Ich persönlich halte nicht für einen Persilschein zum Kopieren. Mir schwebt eher mehr eine Kulturabgabe vor, mit der Kultur gefördert wird. Das verstehen aber auch nur Leute die aus diesem Metier stammen bzw. sich damit beschäftigen. Notorische Kopierer, deren einzige Leistung in der Regel das Kopieren selbst darstellt, werden damit nichts anzufangen wissen. Kultur hat ein gewaltiges Spektrum und läßt sich gewiß nicht mit einigen Halbheiten politisch erwachter Analphabeten Marke Likedeeler regeln. So eine Flatrate mag ein Gedanke in die richtige Richtung sein, aber er ist beileibe nicht zu Ende gedacht.

    >Auf die Antwort wäre ich auch mal gespannt…

    Mich würde ja mal Intelligenz in den Kommentaren überraschen, Eigeninitiative … aber weit gefehlt.

  41. […] ebenfalls, auch wenn ich manches davon für Schwarzmalerei halte. Chris von F!XMBR hat seinen Kommentar gleich mit einer entsprechenden Vorlage für Adblock versehen. Eine Zusammenfassung seiner […]

  42. Ich habe eine Antwort zu meiner Anfrage zu Privatspäre (die sind schnell!):

    Hi Arne,

    We do not track our users or keep any logs of what our users view.
    We will emphasize this in our privacy policy.

    Thank you for pointing it out.

    Best regards,
    Leif

  43. @olhe: Die schwierigste Frage bei Kultur wird immer wieder sein: Wer definiert Kultur.

    Und bei Flattr heißt die Antwort: Die Leute, die auf Flattr-Knöpfe drücken.

    Aber Flattr hat einen riesigen Vorteil: Diejenigen, die nur weniges als Bezahlenswert ansehen, geben nur dem wenigen etwas, dafür aber jedem einen größeren Anteil an ihrem Flattr-Geld.

    Diejenigen, die vieles mögen, geben jedem der vielen einen jeweils kleineren Teil.

    Das einzige Problem kommt für diejenigen, die sagen „wir wollen vielen etwas geben, aber die hier sind besonders gut und sollen mehr bekommen“. Aber auch das mag sich noch regeln lassen. Zum Beispiel. könnten Abomodelle erstellt werden: „Ich will diesem ‚Ding‘ des Künstlers jeden Monat etwas geben“. Das wäre dann eine direkte Künstlerförderung, die dem Künstler sogar etwas Planungssicherheit gibt — auf jeden Fall mehr als wenn er jeden Monat hoffen muss, dass er genug Auftritte hat. Sozusagen ein Grundstock.

    Bei ~20c pro flattr würden 10.000 abonnierende Fans pro Künstler für ein sinnvolles Auskommen reichen.

    Das gleiche gilt übrigens auch für freie Software Programmierer.

  44. olhe sagt:

    >Bei ~20c pro flattr würden 10.000 abonnierende Fans pro Künstler für ein sinnvolles Auskommen reichen.

    Bitte das sind theoretische Modelle, die massiv an der Wirklichkeit vorbeigehen. Vor allem schaut es im Moment derart aus, erst wird genommen und irgendeine Spielerei soll es dann später richten.

    >Die schwierigste Frage bei Kultur wird immer wieder sein: Wer definiert Kultur.

    Nun die Antwort ist recht simpel: alles ist Kultur. Es gibt Dinge von großer Bedeutung und Dinge von weniger großer Bedeutung, was nicht existiert ist Irrelevanz. Diese Irrelevanz manifestiert sich jedoch als Größe seitens einer etwaigen Kulturflatrate, denn hier wird stoisch gewichtet, um ein Modell in die komplexe Realität hineinpressen zu können.

    Ähnlich bei Flattr, nicht der Klickende entscheidet, sondern die Nachwelt, die versucht ihre Altvorderen zu verstehen. Dem Kulturhistoriker obliegt es beispiellsweise dem Laien diesen Gedanken näher zubringen. Was sich hier abermals herauskristallisiert ist Egoismus, persönliche Vorlieben und diese sind in puncto Kultur die einzig innewohnende Irrelevanz..

    etwas deutlicher ausgedrückt, ein derartiges Bewertungsmodell wäre auf Dauer ein unermäßlicher kultureller Totalschaden.

  45. Nora sagt:

    @Ohle
    Also soll ich jetzt bei «benachbarten» Bloggern schauen, was ihr wohl meint? 😉
    Der Beitrag zum Leistungsschutzrecht enthält sicher viele richtige Überlegungen, aber der entscheidende fehlt mir: Wie soll sich das ganze finanzieren? Und nicht irgendwann mal, sondern heute! Eine Kulturflatrate ist zwar ein netter Gedanke, taugt aber auch nur bedingt, wie du selbst sagst.

    An Online-Werbung führt derzeit kein Weg vorbei, das ist die bittere Realität. Das gilt für Schmierenjournalisten genauso wie für die ehrbaren Vertreter dieser Zunft, wobei letztere stärker leiden, da guter Journalismus eben auch kostet. Und gerade die trifft die Ad-Blockerei. Das Blockieren hat auch nix mit dem Werbeumfang oder der Werbeform zu tun, die wenigstens die Adblock erstmal installiert haben, nutzen die White-List.

    Viele deutschen Medien mögen derzeit kein gutes Bild abgeben, aber mit der aktiven Förderung von Adblockern und dergleichen, wie ihr sie hier auf der Seite betreibt, grabt ihr dem bemühten Rest auch noch das Wasser ab. Denkt mal drüber nach.

  46. Olhe sagt:

    @nora nein du brauchst nicht zu anderen zu gehen, wenn die Information hier in zahllosen Artikeln zu finden ist. Auch zum Thema Werbung findet man recht viel und ja wir dachten darüber schon ausgiebig nach. Und was soll ich sagen? Werbung wird vom Konsumenten finanziert, warum sollte ich also abermals dafür «bezahlen», indem ich mich davon nerven lasse? Und denk bitte du einmal darüber nach, wie groß die Heuchelei tatsächlich ist, abgesehen von der Tatsache, daß in jedem Preis für irgendein Produkt diese elende Werbung einkalkuliert ist. Stampfst du nach _aktivem_ Konsum stante pede los und läßt wiederum deinem Konsum freien lauf? Klickst du auch sicherheitshalber artig jegliche Werbung? Man sieht es ist nicht nur eine Nullnummer, sondern auch eine Lachnummer. Die moralische Verklärung von Werbung ist jedenfalls an Absurdität kaum zu überbieten. Interessant hierbei, daß sich der Jonsunent, also jener der Werbung querfinanziert, freiwillig dieser geistigen Selbstkasteiung hingibt.

    Und wenn der Journalismus stirbt, dann geht die Welt nicht unter. Bevor dieser vor ca 400 Jahren zaghaft seinen Anfang nahm, wußte die Menschheit sich ebenso helfen … Objektivität ist ohnehin nur ein Wunschtraum bzw. eine nur in einem Kontext gültige Definition. Und Tiefe bzw Sachkenntnis existiert in Tagesblättern bzw Magazinen nicht, da muß ich schon zu Spezialitäten wie Scientific American usw. und für derlei Informationen zahle ich gerne.

    Aber auch diesbezüglich schrieben wir schon mehr. Deswegen existiert hier auch eine Suche.

  47. Falk sagt:

    Ziemliche Meta-Diskussion um ein Bezahlsystem, sei’s drum, ich bin persönlich bisher noch nicht über den Status ‘Ich zieh es eventuell für uns in Betracht’ noch nicht hinaus.

    Was mir allerdings in dem Kontext momentan durchaus sauer aufstösst, ist die Tatsache, daß plötzlich alles geflattert wird, was nicht bei 3 aus dem Netz verschwindet. Und da stellt sich grundlegend schon wieder die rechtliche Frage — speziell in Bezug auf fremde Inhalte unter (non commercial) Creative Commons oder ähnlichen freien Lizenzen. Denn darauf wird da wohl grad extrem ‘geschissen’.

    Und ich bin momentan am Überlegen, wie ich wohl darauf reagiere, wenn ich sehe, daß andere Menschen mit unseren Inhalten Geld machen, ohne uns zu beteiligen. Ich finde, da finden grad im ganz großen Stil Grenzüberschreitungen statt, die genau das Gegenteil von dem erreichen, was damit gewollt ist.

  48. olhe sagt:

    @Falk:

    >Was mir allerdings in dem Kontext momentan durchaus sauer aufstösst, ist die Tatsache, daß plötzlich alles geflattert wird, was nicht bei 3 aus dem Netz verschwindet.

    Ja auch dieser Punkt kam schon desöfteren zur Sprache, den wieviele Beiträge sind tatsächlich ureigenes Schaffen, wieviel basiert direkt auf anderer Leute Arbeit bzw. auf großen Teilen von diesen? Nun laut diesen Leuten sind das alles nur Peanuts, just for fun eben .… drum nehmen wir auch zuerst und denken danach eventuell über ein Vergütungssystem nach, wenn überhaupt.

    Ein rechtliches Problem stellt sich hierbei ebenso, viele Blogger weisen in ihrem Blog auf den privaten und nicht-kommerziellen Charakter hin, dieser wird aber selbst mit einem Ioate Adsense oder Flattr ad absurdum geführt. Abmahner, Gerichte usw. dürften sich sicherlich freuen. Auch wird sicherlich zukünftig Meister Zufall den einen oder anderen erstaunten Blogger vor den Kadi führen. Aber wenn der Hype regiert bleibt eben gesunder Menschenverstand auf der Strecke. Um Kultur ging es auch nie wirklich, sonst würde man sich ernsthaft Gedanken machen.

  49. Caracasa sagt:

    @olhe:

    Diese ganzen rechtlichen Finessen sind aber zum Glück eher ein Problem unseres Rechtssystems (Relation: Vergehen Strafe), als die Folge einer drohenden umfassende Kommerzialisierung der Blogosphäre.

    Flattr ist doch im Kern eine «Freiwillige-Spenden-Community», wie auch immer das die Gerichte im Endeffekt auseinander nehmen werden.

  50. olhe sagt:

    >Diese ganzen rechtlichen Finessen sind aber zum Glück eher ein Problem unseres Rechtssystems

    Ich nehme dir ja nicht gerne den Glauben, aber der Pathos von der Community ist nicht mehr als ein Mythos. Und unser Rechtssystem, unsere Politik indirekt nur die Folge dieser und vergangener Gesellschaften. Man schaut dies an genannten Stellen zwar im Extrem, bei dieser Gesellschaft oder der angesprochenen «Community» per se jedoch gleichermaßen deutlich.

    >Flattr ist doch im Kern eine “Freiwillige-Spenden-Community”

    Flattr ist letztendlich eine Kommerzialisierung. Egal welche «Community-Verniedlichungen» da zum Einsatz kommen. Und wie Falk es auch ansprach schaut man einen Haufen Flattr Buttons für Inhalte die gar nicht oder nur halbwegs auf dem eigenen Mist gewachsen sind. Das Gros der Texte sind paraphrasierte Kopien von anderer Stelle oder gar nur Zitate, Videos, Songs … weniges, sehr weniges ist ureigenes Machwerk im Netz. Auch da greift die Verniedlichung «wir wollen freie Kultur für Remixe». Dagegen ist auch nichts einzuwenden, es fängt jedoch dort an zu müffeln, wo man selbst Peanuts für fremder Leute Arbeit verlangt.

    «Rechtliche Finessen», dies ist z.B. so eine typische Nebelkerze die man aus dieser «Community» kennt. Jedes Argument ist recht, solange man etwas nehmen kann und vielleicht auch ein wenig profitabel dabei wird. Dies ist ja nur unsere Meinung, daran muß sich keiner stören. Aber wer kein Rückgrat besitzt, der muß nicht auf Streicheleinheiten unsererseits hoffen.

  51. Nora sagt:

    @olhe
    Oke, du hälst Journalismus offenbar für unnötig. Find ich persönlich zwar bissl extrem, aber immerhin konsequent. Nur werden wir wohl so nie auf einen Nenner kommen. Ich les übrigens den Blog hier regelmäßig, bekomm also schon mit was ihr so schreibt, nur fehlen mir eben die entscheidenden Antworten. Antworten auf Fragen, die für euch offenbar nicht von relevanz sind.

    Btw. Werbung
    Moralisch verklären will ich gar nix, ich betrachte sie eher als notwendiges Übel zur Finanzierung. Und natürlich Lauf ich nicht sofort los, wenn ich irgendwo was interessantes sehe. Der Sinn von Werbung ist ohnehin eher die passive Beeinflussung, weniger der augenblickliche Kaufreflex.
    Klicks sind afaik nur bei Google-Werbung die Zählgröße, viele Werbevermarkter bezahlen stattdessen nach der Häufigkeit von Werbeeinblendungen.

  52. olhe sagt:

    >Find ich persönlich zwar bissl extrem, aber immerhin konsequent.

    Die Notwendigkeit des Journalismus, Stütze von Freiheit und $freiheitlichem_System wird fortwährend von jenem wiederholt. Man kann also von einer Konditionierung sprechen, diverse in unsere Gesellschaft verankerte Glaubensgemeinschaften verfahren ähnlich. Damit werden diese Aussagen jedoch in keinster Weise stichhaltiger, sondern lassen sich anhand zahlloser Beispiele aus der Menschheitsgeschichte ad absurdum führen. Ausbrüche aus dem Mainstream werden immer als radikal bezeichnet.

    >Antworten auf Fragen, die für euch offenbar nicht von relevanz sind.

    Exakt, wir ziehen irgendwo — gemäß unserem Gusto — eine Linie und dort beginnt für uns die Relevanz. Wir verkaufen auch nichts, genügen keiner Quote und müssen somit auch keine kontextsensitive Objektivität heucheln.

    >Der Sinn von Werbung ist ohnehin eher die passive Beeinflussung, weniger der augenblickliche Kaufreflex.

    Mich beeinflußt diese ebenso, je nervender, desto mehr Abneigung dieser gegenüber entwickle ich. Ich sehe mich leider in keinster Weise verpflichtet diese zu betrachten, zudem trage ich unfreiwillig bei jeglichem Konsum meinen Obolus zu dieser bei. Auch dabei werden wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, da ich mich, auf gut Deutsch, ungern verarschen lasse.

  53. Caracasa sagt:

    Deinen Hauptpunkt «Geldmacherei mit fremder Kreativität» kann ich im Kern durchaus nachvollziehen.

    Wenn im Endeffekt die Webseiten, bei denen jeder Beitrag mit einem verlinkte «via XY» beginnt, die Erlöse erhalten, spricht das leider nicht sehr für die Auffassungsgabe dieser Spender. Aber das wären auch keine Besucher, die sich ohne diese Möglichkeit überhaupt die Mühe machen würden, den Dingen eine Linkebene tiefer ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

    Sollen sich da die Leute halt «ungerechtfertigter Weise» die Kleinstbeträge zu schieben. Für mich kein Grund das Prinzip zu verteufeln, sondern aufzuklären, wie sich das Netz in Erschaffer und Verwerter aufteilt.

    Ohne Schöpfungshöhe (über meiner persönlichen Messlatte) gibt es von mir keine Klicks.
    Und auf Seite der Autoren ist es schlicht und ergreifend eine Frage des Charakters.

  54. olhe sagt:

    >Für mich kein Grund das Prinzip zu verteufeln, sondern aufzuklären, wie sich das Netz in Erschaffer und Verwerter aufteilt.

    «Mach keine Wellen wegen dem Kleinkram» ist bei vielen der Tenor. Grundsätzlich aufgeklärt zu dieser Problematik abseits von Flattr haben wir schon viele male im Laufe der Jahre, andere ebenso. Fruchtet es? Nein. Viele agieren gemäß der «Robin Hood-Philosophie», nehmen, «umverteilen», den «Reichen» tut das eh nicht weh. Um Ausflüchte vielerlei Art ist man nie verlegen. Was soll flattr daran ändern? Ein europäisches Vergütungssystem für Blogger, die sich gegenseitig Peanuts zuschieben und sich damit etwas erhoffen (auch so ein Punkt: darauf angesprochen wird in der Regel alles nur just for fun gemacht). Flattr steht exemplarisch, mehr nicht. Bloggen, dieses hierzulande mit viel Pathos propagierte Ideal, geht jedenfalls anders. Willkommen in der Welt des Kommerz.

  55. Texhnolyze sagt:

    @Chris

    Ich blocke auch Google Analytics, DoubleClick, Facebook und Co, aber im Grunde ist dass doch sehr inkonsequent.
    Man müsste alle third party URLs blockieren, inklusive eingebetteten YouTube und Vimeo Videos und gravatar.com Bilder. Oder sammeln diese Dienste etwa keine Daten?

  56. Chris sagt:

    Sicherlich ein berechtigter Einwand. Muss jeder für sich selbst entscheiden. Nicht wenige Leute nutzen Flashblock oder NoScript…

  57. olhe sagt:

    @Texhnolyze: inkonsequent ist da überhaupt nichts, da es unmöglich ist 100% ohne Datenaufkommen im Web umherzuwandern. Sinn wiederum macht die größtmögliche Vermeidung von Datenspuren. Und je weniger Daten vorhanden sind, je besser diese bei diversen Diensteanbietern verteilt sind, desto geringer fällt ein etwaiger Kolateralschaden aus. Wer hingegen alles bei Facebook tätigt oder sich einzig mit Google-Dienste umgibt usw., der wird irgendwann vielleicht eher Probleme haben, als jener der nicht leichtfertig Daten preisgibt und diese bei unterschiedlichen Anbietern verwaltet.

    Letztendlich ist Datenschutz ein stetiges moving target, der User muß wachsam und informiert bleiben. Lebt man gemäß dem Motto «alles oder nichts» dann braucht man sich sicherlich keine weiteren Gedanken zu machen, denn dies ist unmöglich.

  58. […] mein Blog oder ein Post dort war, sondern ein Beitrag im Flattr-Forum, in dem ich mich vorstellte. Einige Blogger fragen nicht zu Unrecht, ob sich durch Flattr letztendlich Blogger nur Geld hin und her schieben […]

  59. […] nicht die Bank bei einem Flattr-Ping-Pong bereichern […]

  60. […] folgenden Artikels entschließe auch ich mich, Flattr den Rücken zu kehren. Ich sollte mir angewöhnen nicht […]

  61. […] meinen Teil, da bin ich nicht alleine, ist Flattr nicht angebracht. Mir ist es wichtig, dass ich mit Leuten Diskutieren und auch Links […]

  62. Anonymous sagt:

    Weiss jemand, wie man das mit Admuncher blocken kann ?

  63. Anonymous sagt:

    Weiss jemand, wie mand das mit Admuncher blockt ?

  64. Bastian sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag! Bin gerade über Google auf diese Seite aufmerksam geworden, da ich eine Möglichkeit gesucht habe, die Flattr– und Facebook-Funktion im Firefox zu deaktivieren, da sie, gerade in Verbindung mit Autopager, den Seitenaufbau merklich verlangsamen. Hab die Regeln eben im Adblock übernommen und gleich eine deutliche Verbesserung gemerkt. Also, wie gesagt: Vielen Dank!

  65. […] Ein wenig Hintergrundlektüre zu diesem Blogpost findet sich bei Blog.Hamburg.de wie auch F!XMR. […]

  66. der_andere sagt:

    Und, nur mal so als Idee, so rein aus datenschutzrechtlicher Sicht:

    Wie wäre es den flattr-Button nicht sofort einzublenden, sondern erst nach einem Klick durch die Besucher_innen per AJAX nachzuladen? D.h. nur für den, der auch darauf klicken will, wird der flattr-Button geladen und flattr bekommt nur die Daten der Menschen, die also quasi sowieso zustimmen, dass flattr weiß, wo sie rumgesurft haben.

    Kann das hier irgendwer ganz «billig» und einfach und für jede_n einsetzbar programmieren?

  67. […] gibt nicht nur Hurra-Hymnen für Flattr. Auf F!XIMBER beschreibt Christian Sickendieck seine Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Dies ist ein […]

  68. […] Es sollte aber zumindest erwähnt werden, dass mit Flattr ein Micopaymentdienst entsteht, der sich lohnt in nächster Zeit weiter zu beobachten. Die Kommentare im Netz sind da durchaus mal positiv und mal negativ. […]

  69. Sarge sagt:

    Danke für den Tipp!
    Endlich Facebook geblockt.


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