Erstelle Dein eigenes Buch in der Wikipedia

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Foto: F!XMBR

Es gibt etwas neues von der Wikipedia – und diesmal ist es durchaus positiv. Martin Haase machte gestern per Identi.ca darauf aufmerksam, dass man sich aus Artikeln der Wikipedia nun sein eigenes Buch zusammenstellen kann. Das Buch lässt sich per PDF abspeichern oder in gedruckter Version bei PediaPress bestellen. Das ist ja mal eine spannende Sache. Warum ist darauf noch kein Verlag gekommen? Das neue Spielzeug macht wirklich Spaß.

Um die Funktion nutzen zu können, muss die Buchfunktion aktiviert werden — auch nicht registrierte Nutzer können so ihr individuelles Buch zusammenstellen. Für nicht angemeldete User wird die Funktion (offenbar) per Cookie gesteuert, es kann also sein, dass Ihr nach dem Löschen Eurer Cookies die Funktion jeweils neu aktivieren müsst. Ist dies geschehen, erscheint über jedem Artikel (jeder Wiki-Seite) ein kleines Feld – und Ihr könnt die jeweilige Seite in Euer Buch einfügen.

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Klickt Euch nun durch die Wikipedia, informiert Euch über die Thematik, die Euch gerade interessiert, und wenn Ihr nun die für Euch relevanten Artikel zu einem Buch hinzugefügt habt, könnt Ihr dies mit Namen belegen, einem Untertitel und dann per PDF abspeichern. Die Seiten lassen sich untereinander verschieben, an welcher Stelle Ihr den Artikel sehen möchtet.

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Wie halbwegs zu erkennen ist, war in meinem Beispiel der Film The Rock Ausgangspunkt meiner Recherche. Dazu die beiden Hauptdarsteller, den Regisseur, die Produzenten, Hans Zimmer, der sich für die Musik verantwortlich zeichnet und als Abschluss den Artikel über Alcatraz. Das Endergebnis sieht dann wie folgt aus:

Und jetzt folgt die große Preisfrage: Ist es möglich, daraus ein ergänzendes Geschäftsmodell für unsere notleidenden Verlage zu entwickeln, vielleicht sogar übergreifend? Wenn ich mir eine eigene Zeitschrift, eine wöchentliche Mischung, beispielsweise aus SPIEGEL, STERN, FAZ und SZ zusammenstellen kann, bin ich mir sicher, dass es durchaus interessierte Abnehmer gibt, nicht nur für die PDF-Variante, auch eine individuell erstellte Zeitung, gedruckt, also Print. Das gute Stück, was man früher in der Hand gehalten hat, wäre ein Highlight zum Sonntagmorgen-Kaffee.

Eine Utopie? Möglich, aber allemal besser, als irgendwelche lächerlichen iPhone-App-oder Paid-Content-Versuche, die nur zum Auslachen einladen. Eine solche Lösung wäre wirklich innovativ und würde auf die Wünsche und Bedürfnisse der Leser eingehen. Leser stellen sich ihre eigenen Zeitung zusammen. Fehlt nur noch die Infrastruktur. Liebe Verlage, anyone?

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9 Antworten zu “Erstelle Dein eigenes Buch in der Wikipedia”

  1. Uwe sagt:

    Herrlich, sogar Diskussionsseiten könnten als Buch verschenkt werden 😀

  2. Oliver sagt:

    >Das ist ja mal eine spannende Sache. Warum ist darauf noch kein Verlag gekommen?

    Lulu ist damit in den Staaten ganz erfolgreich und verarbeitet Material von Autoren, pdfs usw. natürlich gegen Bares.

  3. Till sagt:

    niuu oder so ähnlich macht das Zeitschriften-Dings für Zeitungen.

  4. Till sagt:

    Ach so, zum eigentlichen Thema: sieht vom Layout her immer noch so aus wie die Wikireader aus 2007 oder so … also A4, wenig schöne und wenig lesefreundliche Typographie. Kann das Tool auch Bücher in A5 oder B5, mit einem «Taschenbuchlayout»? Das wäre mal wirklich was nettes.

  5. icke sagt:

    Hmja, «neu» ist das aber nicht, das geht schon eine Weile.

    Till:
    Anregungen sind immer gern gesehen — trag sie auf der Projektseite ein :)

  6. iRead sagt:

    Richtig, Till.

    Die Niiu hat bereits das erwähnte Geschäftsmodell aufgegriffen.
    Derzeit läuft die Testphase in Berlin. Ich war einer der ersten, der die Ausgabe testen durfte.
    Ich denke, wenn die Startschwierigkeiten behoben sind und mehr Verlage mit der Niiu kooperieren, dürfte deine gewünschte Zeitung sicher bald auf dem Weg sein.

    Für den Buchmarkt fände ich das auch sehr interessant. Beispielsweise die eigene Reclam-Ausgabe…Essaysammelbände etc.
    Da geht dann zwar das Herausgebergehalt flöten…aber den Konsumenten dürfte es gefallen.

  7. Oliver sagt:

    @icke: um es mal exemplarisch zu beantworten für alle Nachzügler: es ist neu für _uns_ und das genügt uns auch. Wir sind _kein_ News-Portal oder ein Forum, bei welchem man einen Rattenschwanz an me too anheftet.

  8. Nochmal zur Wikipedia…

    Von der «Wikipedia-Buchfunktion» habe ich jetzt erst durch den FIXMBR-Blog-Eintrag «Erstelle Dein eigenes Buch in der Wikipedia» von Christian Sickendieck erfahren.…..

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