Enttäuschung des Jahres: Google Drive

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Kein Hoax, es schallt gerade durch die sozialen Netzwerke: Google Drive ist da. Seit Monaten wird über eine Dropbox– und Skydrive-Alternative spekuliert, es gab vermeintliche Screenshots, exklusive Berichte — und wie immer haben sich alle mehr oder weniger bestätigt. Google Drive kommt mit 5 GB Speicher daher, mehr Speicher lässt sich gegen Bares zusätzlich buchen. Eine Desktop-App und Android App sind bereits veröffentlicht worden, andere Plattformen sollen folgen. Und nun? Gähnende Langeweile.

Google Drive ist nicht mehr als ein um 5 GB aufgebohrtes Google Docs. Durch diverse Angebote sollte jeder Nutzer der Dropbox ein Vielfaches an Speicherplatz sein Eigen nennen. Google hat Drive nicht erst seit gestern in der Entwicklung — und stellt dann ein halbgares Produkt vor? Vielleicht muss man schauen, wie andere Angebote in der Zukunft mit Google Drive zusammenarbeiten, Google liefert mit Drive eine API für externe Webapps mit. Für Gruppen mag sicherlich auch das Einstellen unterschiedlicher Lese– und Schreibberechtigungen interessant sein.

Wo bleibt aber das Angebot an den normalen Nutzer? Was ist das wirklich Interessante an Google Drive? Was ist das Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern? Der Name Google reicht heute beileibe nicht mehr aus. Google Drive ist ein zusätzliches Angebot an seine bereits aktiven Nutzer, nicht mehr und nicht weniger. Dropbox-Nutzer werden jetzt nicht freudestrahlend wechseln, nur weil Google Drive veröffentlicht wurde. Es kommt halbfertig daher, so sind derzeit noch keine Apps für Linux und iPhone/iPad/Mac gesichtet worden.

Gemessen an den Erwartungen, die über Jahre, auch von Google selbst, geschürt wurden, ist der Launch von Google Drive schlichtweg lachhaft. Bleibt man fair und nimmt das Angebot an, als was es offensichtlich gedacht ist, eine kostenlose Möglichkeit Dateien auf unterschiedlichen Geräten zu synchronisieren und in Arbeitsgruppen zu tauschen, ist Google Drive immer noch eine große Enttäuschung. Es bleibt dabei:

Google Drive ist nicht mehr als ein um 5 GB aufgebohrtes Google Docs.

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8 Antworten zu “Enttäuschung des Jahres: Google Drive”

  1. Nic sagt:

    Und was hast Du Dir vorgestellt?

  2. Anonymous sagt:

    Halbfertig? Was fehlt denn?
    Dem kann ich nicht zustimmen.

  3. Pirat sagt:

    Steht doch im Artikel, Anonymous.

  4. Finmike sagt:

    Wo isses denn eigentlich «da»? Bei mir steht da oben rechts auf drive.google.com noch immer «your google drive isn’t ready yet.».

    Na gut, Notify me.

  5. […] Docs hat jetzt 5GB Speicher. Das wars erst mal, mehr Kick hat mir das nicht gegeben. Scheint aber anderen auch so zu […]

  6. dasuxullebt sagt:

    Warum braucht man für son Mist immer eigene «Apps»? Ein einfaches Remote-Dateisystem das man mit (Win)SCP und SSHFS einbinden kann reicht doch vollkommen aus. Das hat mich schon bei Dropbox aufgeregt.

    Was soll also der Mist?

  7. urbandesire sagt:

    @Dasuxulebt Weil halt nicht jeder solche Abkürzungen konfigurieren kann, so dass es problemlos funktioniert. Ich denke einer breiten Zahl von Nutzern kommt es entgegen, wenn sie einfach eine App/Software herunterladen, diese installieren, Sync-Ordner festlegen und ihren Krempel reinwerfen, anstatt sich durch irgendwelche Menüs und Registerkarten zu klicken bis es dann nach 10 Forenbesuchen und Tutorialsuchen mal läuft.

  8. dasuxullebt sagt:

    @urbandesire: aptitude install ssh, und sich winscp runterladen. wer sowas nicht fertig bringt gehört nicht vor einen internetfähigen Rechner!

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