Einen offenen Brief an Thomas Knüwer…

Dollar… hätte ich mit Sicherheit in jungen Jahren geschrieben. ich hätte ihn gefragt, was er zum neuesten Skandal des Handelsblatts zu sagen hat und hätte an seine Bloggerehre appelliert. Sicherlich hätte ich das Ganze pointiert und polemisch auf den Punkt gebracht. Nur damals — das waren noch andere Zeiten. Heute weiß ich, dass Thomas Knüwer auf jedem Panel und Kongress anzutreffen ist, der irgendwie wichtig erscheint, in jede Kamera, die ihm vor die Nase gehalten wird, über die sogenannte Blogosphäre philosophiert, man ihn also als Sprachrohr dieser Blogosphäre bezeichnen kann. Aber, und das ist entscheidend: Journalisten sind halt keine Blogger. Egal was sie erzählen und wie sie sich verkaufen. Er würde niemals auf solche Fragen, und seien sie noch so sachlich gestellt, antworten. Und darum wäre das alles vergebene Lebensmüh. Zudem bezeichnen wir F!XMBR nur noch als unsere Publikation. Und so verweise ich zum neusten Skandal des Handelsblatts und wie der Holtzbrinck-Konzern mit seinen externen Mitarbeitern umspringt, einfach auf andere Publikationen.

lanu — Ich mag Holtzbrinck nicht
lanu — Klassisches Eigentor von Holtzbrinck
Patrick — Seismische Wellen oder die Zensur beim Handelsblatt
Feynsinn — Handelsblatt: Die neoliberale Variante der Meinungsfreiheit
Don — Wie das Handelsblatt seinen Blogger zensiert

Im Übrigen habe ich mit dem Wort Zensur in diesem Zusammenhang ein großes Problem. Holtzbrinck setzt hier einfach auf das (virtuelle) Hausrecht — dadurch, dass der Text an anderen Stellen um Netz zu finden ist, Harald Uhlig die Möglichkeit hat, an anderer Stelle zu publizieren, ist der Meinungs– und Pressefreiheit genüge getan. Man muss nicht immer gleich nach Zensur schreien. Noch sieht es in Ländern wie in China ein klein wenig anders aus. Und auf jeder einzelnen der oben verlinkten Publikationen wurde ebenso schon vom Hausrecht Gebrauch gemacht. 😉

Nachtrag: Die Reaktion vom Handelsblatt und Thomas — ohne Copy & Paste-Kommentar

Bild: shyb unter dieser Creative Commons-Lizenz gestellt.

9 Antworten zu “Einen offenen Brief an Thomas Knüwer…”

  1. «Holtzbrinck setzt hier einfach auf das (virtuelle) Hausrecht — dadurch, dass der Text an anderen Stellen um Netz zu finden ist, Harald Uhlig die Möglichkeit hat, an anderer Stelle zu publizieren, ist der Meinungs– und Pressefreiheit genüge getan.»

    Wo ist denn dann der «Skandal»? 😉

  2. Chris sagt:

    *g*

    So springt man nicht mit den eigenen (freien) Mitarbeitern um. 😉

    Nicht dass gelöscht wurde, ist das Problem, sondern das Wie. IMHO. 😉

  3. Wenn Ihr mich schon so direkt ansprecht, antworte ich natürlich auf den offenen Nicht-Brief.

    Also: Ich halte den Artikel von Herrn Uhlig ebenfalls für grenzwertig, vor allem, weil er spezifische Banken herausgreift. Dies hätte fur uns sogar justiziabel werden können.

    Trotzdem ist hier zu vieles schief gelaufen. Es gab keine vernünftige Kommunikation mit Herrn Uhlig und auch zu wenig Absprache zwischen Online und Print. Dies lag aus meiner Sicht auch maßgeblich daran, dass diese Episode sich an einem Wochenende abspielte.

    Leider, leider ist es auch weiterhin so, dass Print-Verlage in Sachen Web dazulernen müssen. Und zwar alle.

  4. Chris sagt:

    Mist, da kann ich ja gar nichts mehr zu sagen, weil ich es ähnlich sehe… 😉

  5. […] möchte ich an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Das Wichtigste ist bereits vielfach gesagt. Bemerkenswert finde ich in diesem Kontext aber auch die Haltung des […]

  6. Oliver sagt:

    Hier wird alles moderiert, insofern kann es manchmal etwas dauern.

  7. Chris sagt:

    Nu hab ich schon die letzten beien Kommentare wie gewünscht entsorgt. Egal — Thomas löscht selber gerne Kommentare. Von daher — who cares… 😉

  8. Chris sagt:

    Ich grüße den kleinen Stasi-Hampel, der gerade hierhin verlinkt — der aber leider nicht die beiden gelöschten Kommentare lesen kann, die auf Wunsch des Verfassers gelöscht wurden.

    Hallo kleiner Stasi-Hampel. Immer noch auf den Drogen, die Du schon vor über einem Jahr genommen hast? Wie krank bist Du eigentlich? Jetzt noch, nach so langer Zeit. Du solltest wirklich mal zum Arzt gehen…

  9. […] schon im Fall Harald Uhlig (der sich später wieder hat einkaufen lassen) zeigt das Handelsblatt, dass es nicht weit her ist […]

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