Ein neuer Job für Peter Hartz

Diese Nachricht klingt so perfide, dass ich einfach nur sprach– und fassungslos bin. Peter Hartz, der Macher und Namensgeber der Hartz-Reformen, später als Personalvorstand bei VW über Nutten gestolpert hat einen neuen Job. Nun könnte man gegenfragen, wo denn dieser liegen mag. Im Rotlicht-Milieu? In Hamburg sind Luden durchaus angesehene Mitbürger. Nein, leider nicht, offiziell scheint Peter Hartz diesen Karriere-Weg verlassen zu haben. Ich glaube, niemand käme auf die Idee, dass dieser Peter Hartz — der als neoliberaler Vorturner — wie kaum ein anderer die Armut, die soziale Kälte, die Spaltung dieser Gesellschaft vorangetrieben hat, je wieder als Berater für die Politik, schon gar nicht als Arbeitsmarktexperte auftreten könnte. Doch weit gefehlt. Man bleibt ungläubig zurück, AFP: Der frühere VW-Manager Peter Hartz entwirft dem Bericht zufolge ein neues Konzept für den Arbeitsmarkt im Saarland. Hartz arbeite seit Monaten mit Wissenschaftlern an dem Programm, der Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job verhelfen und im Saarland getestet werden soll. Dabei soll es auch um Coach-Programme für Langzeitarbeitslose gehen. Und wo die Reise hingeht, verrät der Titel: Motivation zur Selbsthilfe. Es wird also auf die sogenannte Selbsthilfe hinauslaufen. Arbeitslose sind schon heute Menschen zweiter Klasse, dank Menschen wie Peter Hartz. Nun sollen sie ganz ihrem Schicksal überlassen werden. Wann werden wieder Lager errichtet? Ideen dazu gab es ja auch schon…

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8 Antworten zu “Ein neuer Job für Peter Hartz”

  1. phoibos sagt:

    lager braucht heute kaum einer noch. dafür gibt es digitale überwachungsmöglichkeiten. denn was überwacht wird, wird auch auch ein/ausgegrenzt.
    nur so als ergänzung zum üblichen buchtipp (michel foucault — überwachen und strafen)

  2. Grainger sagt:

    Peter Hartz, dass ist doch der wegen wegen Untreue und Begünstigung von Betriebsräten rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilte frühere VW-Arbeitsdirektor?

    Das sind natürlich prima Referenzen, um mal wieder als Berater für die Bundesregierung tätig zu werden.

    Zwar dürfte man mit einem derartigen polizeilichen Führungszeugnis nicht mal eine Reinigungsmaschine durch die Flure eines Ministeriums fahren, aber was soll’s.

    Immerhin ein Paradebeispiel für die hervoragend gelungene Resozialisierung eines Kriminellen.

  3. […] Ein neuer Job für Peter Hartz Mir fehlen die Kommentare dazu, echt jetzt… Und auch die Kategorie. […]

  4. My 0,02 Euro sagt:

    Abgeblasen!

    Vorerst kein Hartz-Konzept

    «Ich hatte nicht gedacht, dass wir in eine Situation kommen, wo es mehr um die Person und um Eitelkeiten geht, als um die Sache.» wird der Leiter der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Otto-Werner Schade zitiert.

    Hach ja, «Hartz5» wäre sicherlich ein tolles Projekt gewesen. Ganz bestimmt! Hat er sich doch im Rahmen der von ihm gegründeten privaten Stiftung «Saarländer helfen Saarländern» aus eigener Initiative mit Wissenschaftlern zusammengesetzt, um ein Konzept zu entwickeln.…

  5. Chris sagt:

    Millionen Menschen hungern, leben in Armut — und dann geht es um Personen. Genau. Der nette Herr Schade sollte aus seinem Amt entfernt werden…

  6. Martina sagt:

    Na, so schlimm wird es doch nicht, obwohl mir heute früh die Kinnlade runterfiel, als ich die Absicht von ihm vernahm, wieder in das «reguläre» Arbeitsleben zurückzukehren.

    Die geplante Vorstellung seines neuen Konzepts für Langzeitarbeitslose bei der Saarbrücker Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wurde am Donnerstag kurzfristig abgesagt. Es soll auch zunächst nicht umgesetzt werden. Grund der Absage war offenbar massiver politischer Druck „von Berlin bis München“, wie der Leiter der Regionaldirektion, Otto-Werner Schade, sagte.

  7. […] Ein neuer Job für Peter Hartz […]

  8. Toby sagt:

    Das verstehe ich alles nicht mehr, wie und mit welchem Recht hat ein solcher ****** überhaupt noch Mitspracherecht ?
    Ich kann mir da nur zwei Situationen vorstellen; a) Man hat viel Geld und weiß wo man es lassen muss, b) man muss wissen wem man den Hinter hinhält und dann nicht kneifen
    bäähh, ich weiß gar nicht, was ich ekelerregender finde, meine eben erwähnte Vorstellung oder das dieser Mensch offenabr schon wieder Unheil über Deutschland bring.

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