Ein kleiner Erfolg

Mein kleiner Cousin ist 13 Jahre alt. Also genau das Alter, wo der Computer, das Internet, all die schönen Spielzeuge viel wichtiger als die Schule sind. Und natürlich will man diese Dinge dann auch miteinander verknüpfen. Die Schulklasse suchte eine Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen — und die Kinder haben natürlich gleich in Einmütigkeit geschrien: SchülerVZ, OS-Community (son Dinges aus Osnabrück). Gott sei Dank standen da nicht nur mir die Haare zu Berge. Mein Onkel erhob sofort Einspruch und fand Unterstützung in der Klassenlehrerin, die ebenso wenig wie wir von diesen ganzen Social Networks hält. Und so habe ich heute ganz Web 1.0 ein Forum aufgesetzt. Die Foren sind von außen nicht zu sehen, Google & Co werden ausgesperrt, ja sogar die Eltern bekommen eine eigene Anlaufstelle, die die Kids nicht einsehen können. Ein wenig Webspace, eine Subdomain von meinem Onkel, phpBB (und was soll ich sagen, die neue Version schmeckt verdammt gut) und die Kids haben eine eigene virtuelle Heimat, sogar unter Aufsicht der Eltern und mit meiner Wenigkeit als Administrator. *fg*

Alles perfekt auf die Bedürfnisse der Klasse angepasst. Keine Werbung, kein Unternehmen, welches die Profile auswertet — einfach nur ein kleines Forum, wo die Klasse auch virtuell zusammentreffen kann. Sie können sich privat und auch über die Schule austauschen — und man braucht sich keine Sorgen zu machen. Ein stückweit stolz bin ich schon, dass meine jahrelangen Predigten ein wenig Früchte getragen haben… :)

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11 Antworten zu “Ein kleiner Erfolg”

  1. BlackRocket sagt:

    >und was soll ich sagen, die neue Version schmeckt verdammt gut

    aber leider nur solange man nicht hinter die Kulissen schaut und komme nicht auf die Idee das Caching abzuschalten, dann schleicht das BB nur noch (selbst auf einen sehr schnellen Server und ohne Benutzer).

  2. Thomas sagt:

    Die guten alten Foren bzw. Foren-Communitys. Mir waren Sie auch deutlich sympathischer. Allein schon, weil man dort inhaltlich miteinander gesprochen hat. Heutzutage ist ja jeder mehr mit seiner digitalen Visitenkarte bzw. seinem Profil und dem Image das es vermittelt, beschäftigt.

    Glückwunsch zu dem Erfolg. Find ich schön.

  3. dakira sagt:

    Auch von mir Glueckwunsch! Am Anfang dachte ich erst du erzaehlst uns jetzt, wie dein 13jaehriger Cousin auf Linux umgestiegen ist 😉

  4. Der mit dem Board tanzt sagt:

    Ich kann dir sagen, die gleiche Diskussion hab ich gerade in der Fachschaft durch.
    Brauch man noch ein Forum in Zeiten von StudiVz etc. blablabla. Zum Glück war ich nicht ganz alleine mit meiner Ansicht, dass man allen eine Möglichkeit geben soll sich innerhalb der Fachschaft zu beteiligen, eben auch die die StudiVz ablehnen.
    Ausserdem haben wir so volle Kontrolle über unsere Daten und vorallem über die Inhalte, können somit auch Skripten und ähnliches im Forum austauschen und Beiträge eben auch moderieren und ggfs. auch sperren, löschen etc.

    Abgesehen davon ist unsere Uni auch so lieb uns einen Vhost, samt subdomain und Datenbank zur Verfügung zu stellen.
    Jetzt wird noch unsere Mailingliste von Domeus auch auf das Uni eigene System übertragen und schon sind wir völlig frei von Werbung und Auswertung.

    Allerdings auch in Abhängikeit der Uni, aber hey, wir sind an der Uni und warum sollten wir dann nicht auch deren Angebote samt mehrfach täglichen Backup nutzen :).

    Und da ich auch noch in dem Laden arbeite, weiß ich auch, dass die bestimmt besseres zu tun haben als uns evlt. auszuschnüffeln.

    Gruß,

    der mit dem Board tanzt.

  5. Siegfried sagt:

    Web 1.0 und 2.0 unterscheiden sich durch die Interaktivität. Nicht das Blog oder der RSS_Feed machen Web 2.0 aus, auch nicht bestimmte Designs, sondern die Interaktivität, das sogenannte Mitmach-Web. Ein Forum war also schon immer Web 2.0.

    Was die Kids noch bräuchten, wäre ein geschützter Bereich, zu dem weder Eltern noch Lehrer Zugriff haben. Ansonsten vergiss es, das wird nicht lange genutzt.

    Aber ansonsten eine gute Idee. Glückwunsch.

  6. phoibos sagt:

    äh, ich glaube, ein teil von webzwonull macht das sich-präsentieren aus. hier präsentiert chris seine meinung. ob diese diskutiert wird oder nicht, hängt von seiner güte ab. in einem forum muss jeder erwarten, dass seine meinung diskutiert wird. blogs sind halt digitale tagebücher, die wie die realen vielleicht der besten freundin gezeigt werden. ernsthafte diskussionen hängen äußerst von der größe des publizierenden ab. bei foren ist das imo anders. diese sind selbstregulierender.

  7. Chris sagt:

    Marc, vergiss es. Auf so einen Blödsinn und unterschwellige Anschuldigungen, ich würde meinem Cousin nur mit erhobenen Zeigefinger entgegentreten, gehe ich nicht ein. Gehab Dich wohl…

  8. Oliver sagt:

    Interaktivität ist kein Selbstläufer und die gabs schon gar mehr zu Mailbox-Zeiten. Damit darüber hinaus auch brauchts kein Hingerotze von PR-Gewäsch a la «User X w.h. und kennt die Defi aus der Wiki», sondern Material wie man es nur bei einigen wenigen, u.a. Phoibos, schaut.

  9. Pascal sagt:

    Naja, freu dich mal nicht zu früh.
    So ein tolles Projekt gibt es seit Jahren an der FH Bielefeld (virtueller Campus). Von Studierenden für Studierende, der Login geschieht mit den normalen Hochschulnetzzugangsdaten. Genutzt wird es trotzdem nicht, weil es ja StasiVZ und andere gibt…

  10. […] Ein kleiner ErfolgIn Zeiten von übermäßiger Sozialprostitution im Web 2.0 scheint es doch noch so was wie Hoffnung zu geben. […]

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