Edmund Stoiber

Edmund Stoiber war hier auf F!XMBR schon so manches Mal Thema. Oft belächelt wegen seiner hohen Kunst, (freie) Reden zu halten. Noch öfter kritisiert aufgrund seiner politischen Ansichten, so z. B. sein liebstes Kind, die deutsche Leitkultur. Nun hat man in den letzten Wochen den Eindruck bekommen, als käme Sturm auf in unserem südlichsten Bundesland. Sein engster Vertrauter und Büroleiter, Michael Höhenberger, musste wegen einer Spitzelaffäre zurücktreten und immer wieder wagt sich ein neues Gesicht aus der Basis an die Öffentlichkeit — mit der Forderung eines Rücktrittes des ungeliebten Patriarchen.

Die CSU-Führung steht noch einstimmig hinter dem Ministerpräsidenten. Erst heute gab es eine Solidaritätserklärung für den respektierten aber nicht geliebten Edmund Stoiber. Und auch wenn die Süddeutsche von Heuchelei und bestellten Lobgesängen schreibt, es ist ein eindeutiges Votum pro Stoiber, noch wagt sich dort keiner aus der Deckung.

Manchen Beobachter des Münchener Schauspiels erinnert die Posse um Stoiber an den zähen Abgang Max Streibls im Jahr 1993, den eben jener Edmund Stoiber als Ministerpräsident beerbt hat — und doch gibt es einen gravierenden Unterschied: Streibl musste aufgrund der Amigo-Affäre seinen Hut nehmen. Stoiber hat den Gegenwind selbst zu verantworten. Seine Demontage begann mit dem Tag seines Rückzuges aus Berlin. An Lafontaines Abgang erinnerte dieses Mannöver, welches in der Union bis heute keiner verstanden hat. Und so ist in den letzten Wochen, wenn die Abteilung Attacke gefordert war, immer mehr Kronprinz Söder vor die Kameras getreten, ja sogar (O-Ton Stoiber:) Leichtmatrose Westerwelle konnte den Parteivorsitzenden der CSU unter Gelächter Miezekatze nennen.

Die Parteispitze wird notgedrungen noch so lange zu ihm halten, bis sich ein adäquater Nachfolger etabliert hat, bzw. in Sichtweise ist. Zur Zeit ist dies nicht der Fall, denn bundespolitisch muss ein Nachfolger auch «etwas her machen». Söder ist noch grün hinter den Ohren, Beckstein zu sehr Hardliner und Seehofer der soziale Linksaußen der CSU, dieser hätte innerhalb der Union schon die größten Probleme.

Somit ist die Beziehung zwischen Stoiber und der CSU nur noch ein Zweckbündnis auf Zeit, wenn sie es denn nicht schon immer war. Geliebt haben sie ihn nie und mit seinem Rückzug aus Berlin haben sie nun auch einen großen Teil des Respektes verloren.

Den Unterschied zwischen dem Bären Stoiber vor Berlin und dem Problembären Stoiber nach Berlin erklärt er selbst:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

13 Antworten zu “Edmund Stoiber”

  1. Grainger sagt:

    Die Wiesbadener SPD hat ja (wenn auch vermutlich unwillentlich und mehr aus Versehen) einen schönen Weg aufgezeigt wie man sich eines unbeliebten und ungeliebten Kandidaten relativ schmerzfrei entledigt:

    einfach den Termin für die Nennung der Kandidatur versäumen.

    Eine Lösung, die durchaus einen gewissen Stil offenbart und gleichzeitig elegant die Möglichkeit eröffnet, den gesamten Parteivorstand auszutauschen. 😀

  2. Falk sagt:

    Bayern ohne die CSU wär wie das Oktoberfest ohne Weißbier. Und Beides ist denen heilig 😉

  3. Grainger sagt:

    Also ich war einmal auf dem Oktoberfest, einmal im Hofbräuhaus und einmal auf dem Nürnberger Christkindlmarkt.

    Damit habe ich mindestens die Hälfte dessen was Bayern überhaupt so zu bieten hat einmal gesehen 😀 und bei allen drei Sehenswürdigkeiten reicht einmal imho auch mehr als aus.

    Bayern kann also abgerissen und in einen riesigen Nationalpark umgewandelt werden, für die Einheimischen bauen wir evtl. noch ein paar Reservate im Bayerischen Wald.

    Die Bärenpopulation wird es uns danken.

  4. Falk sagt:

    Meinste die Einheimischen merken den Unterschied? (Okay, der war bitterböse)

  5. […] Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht. Ergo mußte schon der allseits bekannte Problembär weichen, Stoiber darf auch bald gehen, aber zuvor möchte er noch zeigen, was er, der Fürsprecher für eine ordentliche (heuchlerische) Gesellschaft, vollbracht hat, indem er die Killerspiele aus dem Weg räumt. Auf was es jetzt also ankommt ist das richtige Timing, denn mitunter ist Stoiber schon vorher weg, bevor sich der Bundesrat überhaupt zu einer Entscheidung durchringt. Also warten wir es mal gelassen ab, wer denn da zuerst womöglich in Pension geschickt wird. Die Parteispitze wird notgedrungen noch so lange zu ihm halten, bis sich ein adäquater Nachfolger etabliert hat, bzw. in Sichtweise ist. Zur Zeit ist dies nicht der Fall, denn bundespolitisch muss ein Nachfolger auch ?etwas her machen?. […]

  6. Kirchmaier sagt:

    Als Stoiber-Fan nur soviel:

    Mögen sie ihn auch hassen (Stoiber hat wohl von viele zu viel gefordert ‚wollten wohl lieber gefördert werden mit Steuerzahlergeldern)
    Hauptsache sie fürchten ihn !!!!

    OB WIDERWILLIG ODER GERNE ‚DER BAYRISCHE WÄHLER WIRD IHN WIEDERWÄHLEN.

    UND DAS IST GUT SO!!!!!!!!!!

  7. Chris sagt:

    Ja genau… 😀

    *über den kopf tätschelt*

    Wieso sollte ich ihn hassen — man kann sich den Eindrucks nicht verwehren, als wäre er eine Pflaume, mehr nicht.

    Ach ja, und schreien ist unfreundlich, aber das sind wir von den Österreichern ja gewohnt. 😀

  8. Falk sagt:

    Der letzte Satz war aber jetzt bitterböse … und so wahr :)

  9. Grainger sagt:

    Ich glaube, das einzige (auch nur im Ansatz positive bzw. zumindest nicht vollkommen negative) das in ein paar Jährchen von Stoibers Amtszeit in Erinnerung bleiben wird ist die überaus kreative Schaffung des bisher vollkommen unbekannten Begriffes Problembär.

    Natürlich wird sich die eine oder andere Bank oder Stiftung, die er finanziell an die Wand gefahren hat, auch in anderem Zusammenhang an ihn erinnern, aber im breiten Bewußtsein der Öffentlichkeit wird wohl nur der Problembär übrig bleiben.

    Und damit Chris was zum moderieren hat hier auch noch ein Link 😉

    http://www.fraenkischer-b.….;sid=136

  10. Kirchmaier sagt:

    Nachtrag

    Everybody‘s liebling is everybody‘s Depp

    Volkes Lieblinge wie der Bundeskanzler
    Brandt ‚der sich von seinem eigenem
    Sohn als «Herr Bundeskanzler «hat
    ansprechen lassen (psychisch vollkommen normal??)
    aund extrem weiche
    Knie hatte (Stichwort :Kniefall)

    oder der Medienkanzler Schröder
    auusser Havanna im Mund und
    ein paar coolen Sprüchen nichts geleistet
    (jaja der Kohl musste damals ja unbedingt
    nach 16 Jahren , damit rot grün endlich mal beweisen durfte alles noch viel schlechter machen zu können.……

    Solche Leute regierten und regieren heute noch Deutschland .

    Fehlt blos noch Lafontaine ‚der vom Rotlichtmilieu wieder in die Politik
    wechselt (aber ist ja Privatsache
    –Privatleben der Politiker ist ja tabu
    dürfen ruhig auchmal ein Schwein sein
    (Siehe Prinzen)

    Guten ABEND

  11. Chris sagt:

    Interessante Denkweise: Ich verteidige indem ich die Schwächen anderer hervorstelle… 😀

    Naja, altbekannt… 😉

  12. Falk sagt:

    Da ist was in der Luft. Ich riech es ganz deutlich…oder wohn ich zu nah an Holland?

  13. Grainger sagt:

    @Kirchmaier

    Wenn das eigene Niveau nicht reicht, kann man ja auch versuchen die anderen runter zu ziehen, dann paßt’s schon wieder, gelle. 😉

    Zu Stoiber kann ich nur sagen das er außerhalb Bayerns eben nicht der Einäugige ist, der unter den Blinden als König regiert, da mögen er (oder seine bekennenden Fans :D) sich das auch noch so sehr wünschen.

RSS-Feed abonnieren