Dramatische Entwicklung beim Freitag


Quelle: IVW

Die Entwicklung des Freitag vor und nach der Übernahme durch Jakob Augstein lässt viele Fragen aufkommen. Selbstverständlich ist dabei klar, dass der Freitag vor der Übernahme eher rote Zahlen geschrieben hat, als schwarze — die erste Frage muss also lauten, ob Jakob Augstein mit seinem Team diesen Trend umkehren konnte. Die Übernahme wurde mit einem medialen PR-Trommelfeuer begleitet, so dass man weiter fragen muss, ob sich diese Ausgaben — und der Einstieg Augsteins generell — gerechnet haben. Die Zahlen lassen eine positive Beantwortung — und an der Zukunft des Freitag generell — erheblich zweifeln.

Es fällt ins Auge, dass die Druckauflage extrem gesteigert wurde. Waren es vor der Übernahme noch 15.371 Exemplare, so waren es im letzten Quartal 44.319 Zeitungen, die wöchentlich gedruckt wurden. Es verlassen mittlerweile also fast dreimal so viele Exemplare das Druckwerk, wie noch zu früheren Zeiten. In Hamburg bekommt man den neuen Freitag fast an jeder U– und S-Bahn-Station, während ich früher Woche für Woche zum Hauptbahnhof pilgern musste. Wenn man die verkauften Exemplare dagegen hält, dann muss man schon fragen, ob sich diese Ausgaben und dieser Aufwand lohnen. Von 15.371 Exemplaren wurden im 4. Quartal 2008 immerhin 12.421 verkauft, das sind gut 80%. Im letzten Quartal, wurden zwar gut 5.000 Zeitungen mehr verkauft, 17.800 Exemplare — das sind aber nur 40% der gedruckten Auflage. 60% der heutigen Auflage wandern also ungelesen ins Altpapier.

Das ist keine erfreuliche Entwicklung. Und doch, es geht noch schlimmer — wenn man den Einzelverkauf analysiert. Vor dem Relaunch wurden 2.068 Exemplare verkauft, nach dem Relaunch und dem PR-Trommelfeuer waren es immerhin 8.565 Zeitungen. Den Einzelverkauf im letzten Quartal kann man nur als dramatisch bezeichnen. 4.900 Exemplare wurden bundesweit noch verkauft. Das sind knapp 10% der Druckauflage. Die Abonnement-Zahlen sind heute fast auf gleichem Stand wie vor der Übernahme durch Jakob Augstein. Man muss vielleicht sogar davon ausgehen, dass diese weiter sinken, wenn man die letzten beiden Quartale gegenüberstellt.

Wenn man bedenkt, dass Jakob Augstein und sein Team erheblich in den neuen Freitag investieren, dann muss man schon fast fragen, ob es für den Freitag eine Zukunft gibt. Läppische 5.379 Exemplare werden heute wöchentlich mehr verkauft, als noch vor dem Relaunch. Das rechnet sich schlicht und ergreifend nicht. Die Frage zum Schluss muss also lauten, wie lange der Freitag noch finanziell durchhält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jakob Augstein endlos Geld in das Projekt steckt. Die derzeitige Anzeigenkrise macht auch vor dem Freitag nicht halt, der zwar im Gegensatz zu früher Werbung in der Printausgabe zulässt, dies aber eher spartanisch. Ich selbst lese den Freitag seit Wochen nicht mehr. Die Artikel sind weitestgehend ohne Esprit und Charme geschrieben, ohne jeglichen Biss. Sicherlich auch eine Folge der Übernahme durch Jakob Augstein, der immer wieder betont, dass der Freitag irgendwie links ist. Diese Orientierungslosigkeit schlägt sich nun auch auf die Verkaufszahlen nieder. Dies dramatisch zu nennen, ist fast noch harmlos ausgedrückt. Viele offene Fragen also — und keine lässt sich derzeit auch nur ansatzweise positiv beantworten.

Via Jakob, der mich per E-Mail darauf aufmerksam gemacht hat. Danke.

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27 Antworten zu “Dramatische Entwicklung beim Freitag”

  1. Robinson sagt:

    Ich hatte bis vor kurzem ein Probeabo des Freitag, mein Eindruck war die Zeitung ist nicht nur «irgendwie links» sondern weiß irgendwie nicht ob sie Fisch oder Fleisch ist. Die weichgespülten Artikel sind so nichtssagend, daß man sich fragt, wozu schreiben die überhaupt, wenn sie keine eigene Meinung haben. Ein Blatt, das nur nach der möglichen Leserreaktion schielt, die Schere schon im Kopf, wird schlussendlich bei keiner Klientel ankommen. Das Grundproblem, der allgemeinen Orientierungslosigkeit und Zersplitterung der Linken, wird auch der Augstein-Sprössling nicht lösen können. Schade, eigentlich. Oder auch nicht.

  2. Ehemaliger sagt:

    Als Du vor dem angekündigten Relaunch den Freitag schon tot geschrieben hast, dachte ich, Du übertreibst. Im Nachhinein muss ich Dir aber Recht geben. Der alte Freitag war klein, aber fokussiert. Der neue Freitag versucht krampfhaft, eine breitere Masse anzusprechen, und hat dabei seine Richtung verloren.

    Ich weiß auch nicht, was man hätte besser machen können, um den Freitag überleben zu lassen. Eine Genossenschaft gründen vielleicht, wie die taz? Auf jeden Fall war der Schritt Richtung Masse ein Schritt in die falsche Richtung. Wer die Zeit lesen will, der kauft halt die Zeit.

    Mein Abo ist schon gekündigt.

  3. WB sagt:

    Ich war neulich auch sehr enttäuscht, als ich mir nach langer langer Zeit mal wieder den Freitag kaufte… Das Blatt wagt keine Meinung. Schade, so ist es überflüssig.

  4. Mark S sagt:

    Die Druckauflage zu steigern, erhöht nicht wirklich die Kosten. Das Teuersten am Druck sind Einrichten und Anlaufen der Maschinen. Eine Druckauflage von nur 15.000 Exemplaren wird eigentlich unverhältnismäßig teuer produziert. Nochmal die doppelte Menge durchlaufen zu lassen, ist dagegen ein Klacks. Daher dürfte diese Investition einerseits nicht viel gekostet haben, andererseits aber künftig wohl nach unten angepasst werden.

    Wenn der Vertrieb über den Zeitungshandel tatsächlich um fast die Hälfte einbricht, siehst Du das Blatt schon bald nicht mehr an jedem Kiosk. Die Grossisten pushen Blätter bei Neuerscheinen und Relaunch für eine gewisse Zeit. Die Verteilung an den Handel wird dann wieder zurückgefahren, sobald das Papier unverkauft liegen bleibt. Daran sind auch die Einzelhändler interessiert, die per Vorkasse zahlen müssen und für Rückläufer nur Gutschriften zur Verrechnung bekommen.

    Wirklich bedenklich ist, dass die Abozahlen stagnieren. An Abos ließe sich noch am ehesten verdienen, aber da scheint der Freitag noch kein neues Publikum gefunden zu haben.

  5. Robert Pulland sagt:

    Ja, vor allem ist sie als Wochenzeitung — im Vergleich zum gebotenen Inhalt — viel zu teuer. Vielleicht doch den mächtigen Schritt wagen und ausschließlich auf Online setzen?

  6. Stefan sagt:

    Der Kioskverkauf spielt nur eine marginale Rolle bei den Einkünften einer Zeitung, weil dort noch andere mitverdienen. Es geht dabei nur darum, die Zeitschrift bekannter zu machen. Erforderlich für den Bestand ist es, die Gelegenheitsleser zu Abonnenten zu machen. Das scheint nicht zu gelingen, zumal wahrscheinlich auch viele den Relaunch dazu nutzen werden, die Zeitschrift zu kündigen, nach dem Motto: «Wollte ich schon lange machen, jetzt habe ich auch einen Grund dafür.»

    Online lässt sich schon gar kein Geld verdienen, wenn die gedruckte Zeitung pleite ist, ist es der Onlineauftritt auch.

  7. Thomas sagt:

    Ich kann ehrlich gesagt keine dramatische Entwicklung erkennen. Der Freitag wird von mehr Menschen gelesen als noch vor einem halben Jahr. Warum sich so viele Leute über die mangelnde Meinung beschweren verstehe ich auch nicht, Wochenzeitungen sind zwar klassischerweise Meinungsmedien, aber zuviel Meinung ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend. Wichtig ist, dass sich die Themen sich von anderen Wochenzeitungen unterschieden. Ob das so ist, weiß ich nicht, da ich den Freitag auch nur gelegentlich lese. Durch den unglaublich hakeligen und langsamen Internetauftritt wurde ich abgeschreckt, mir das ganze Projekt regelmäßig anzuschauen.

  8. Rolf Kammer sagt:

    Ich schließe mich der Meinung von » Robinson» an.Vor der Umstellung habe ich mich stets auf die Zeitschrift gefreut. Jetzt lohnt sie nicht mehr. Mein Abo ist nach 20 Jahren gekündigt

  9. Chris sagt:

    @Thomas: Bitte daran denken, dass nicht nur in die Infrastruktur investiert wurde, auch zusätzliche 10 Redakteure wurden eingestellt. Die Kurve muss also nach Relaunch nach oben zeigen, sonst rechnet es sich nicht. Wenn nun aber die Kurve wieder steil nach unten zeigt, ist das dramatisch.

  10. Peter Fels sagt:

    Liebe Leute,
    was ist eigentlich aus Frau Kalinowski geworden? Vor ein paar Wochen war sie bei uns «am Ende der Welt», um für einen gleichlautenden Artikel zu recherchieren. Nun ist sie und er Artikel scheinbar weg.…. :( Würde mich freuen, etwas aufklärndes zu erfahren. Viele Grüße felsi, der Ostbiss für gesunder hält :)

  11. max sagt:

    selbst wenn man mal von dem ganzen online-klimbim den herr augstein da veranstaltet hat (nix wahres, nix ganzes) absieht: der print ist voller zeitgeist-blafasel. wer will sowas lesen? wenn ich mir eine wochenzeitung kaufe, dann will ich hintergrund, hintergrund und reportagen!

    meiner meinung haben gedruckte zeitungen langfristig nur so eine überlebenschance. woechentlich, geklebtes tabloid-format und hintergrund ohne ende. siehe svenska dagbladet.

    insofern wundert mich das nicht wirklich.

  12. Alex sagt:

    Ist leider nach dem Relaunch zu einem dünnen Wurstblatt verkommen, dass man in einer halben Stunde durchgelesen hat. Vor dem Relaunch war das anders. Mein Abo wurde auch nicht verlängert. Es wäre schade um das Geld!

  13. Jürgen sagt:

    Ich hatte mein Abo etwa einen Monat nach dem Relaunch gekündigt. Nach über zehn Jahren. Ich habe es bisher nicht bereut. Die Zeitung wurde immer langweiliger. Die Titel sprechen mich nicht mehr an. Und die Artikel lassen leider den Tiefgang und die klare Positionierung der letzten Jahre vermissen. Über den Freitag kann ich mich derzeit weder politisch noch kulturell informieren oder anregen lassen.

    Jede große Tageszeitung bietet heute mehr Tiefgang und Recherche als der Freitag. Der Kahlschlag wäre nicht nötig gewesen.

    Mit den Relaunch des Freitag ist keine neue Zeitung entstanden, sondern es ist im Gegenteil ein eminent wichtiges journalistisches Projekt vom Markt verschwunden, das einzigartig war und für das es keinen Ersatz geben wird: Ost-West, links, kritisch, nachdenklich, leise und leidenschaftlich. In Politik und Kultur.

    Die Verbindung von Print und Online scheint mir in der letzten Zeit zunehmend durch die „Publizisten“ angetrieben zu werden. Bin mir nicht so sicher, ob sie dort im rot markierten Bereich noch alle für lau bloggen. Die Übergänge zur Redaktion und zu den Autoren der Printausgabe sind fließend geworden.

  14. Michael sagt:

    Das die Verkaufszahlenentwicklung nicht besonders positiv ist, dem würde ich zustimmen. Das sich der Freitag inhaltlich verschlechtert habe würde ich bestreiten. Gut, der Alltagsteil ist meiist nur wenig über Neon oder Spiegel Niveau, aber der Großteil der übrigen Artikel hat Kontur.. find’ ich.
    Auch Online, so scheint es mir, wird’s besser. Zumindest was die Zahl der Blog-Beiträge pro Tag angeht..
    Vor dem Hintergrund, dass es ein ambitioniertes Projekt und der Freitag eine Ausnahme in der Zeitungslandschaft ist würde ich Augstein und Co lieber Glück wünschen, als ihr Ende herbeizuschreiben.

  15. […] des Freitag seit dem Relaunch im vergangenen Februar zutreffend kommentiert. Meine Anmerkung zu seinem Beitrag zitiere ich im folgenden – mit einer kleinen, aber wichtigen […]

  16. […] Totenglöckchen werden in der Blogosphäre schon […]

  17. Stefan sagt:

    @max: Svenska Dagbladet ist aber doch eine Tageszeitung? Wie der Name schon sagt?

    In meinen Augen hat der Freitag durch den Relaunch gewonnen, ich hatte mein Abo vor Jahren gekündigt, weil ich dieses parteiliche Geschreibe nicht mehr ertragen konnte. War alles zu vorhersehbar.

    Jetzt wieder abonniert und bin ganz zufrieden. Damit scheine ich aber in der Minderheit zu sein. Die Linken lesen ja lieber eine fette bürgerliche ZEIT.

  18. Jürgen sagt:

    @Stefan: Ich lese nicht nur „eine fette bürgerliche ZEIT“, sondern auch die FAZ und die Süddeutsche lieber als etwa die Frankfurter Rundschau. Weil in der bürgerlichen Presse nämlich etwas drinsteht. Zum Beispiel erinnere ich mich an den ausführlichen Beitrag in der FAZ zu „Breaking the silence“.

  19. Oliver sagt:

    >Die Linken lesen ja lieber eine fette bürgerliche ZEIT.

    Und was liest der Rest? Gibt ja noch die Rechten und dann jene die sich nicht festlegen möchten, nach allen Seiten offen für den Fall der Fälle. Ich lese im Prinzip alles außer Spiegel, Focus, Stern, Bild — dort ist das Niveau zu unterirdisch und die Audienz der schwammigen «Mitte» zuzuordnen. Quellenkritik ist ansonsten bei den Medien Trumpf :-)

  20. Medienjunkie sagt:

    Ich würde die Zahlen genau entgegengesetzt interpretieren: Der «Freitag» hat seinen Einzelverkauf gegenüber IV/2008 mehr als verdoppelt bei gleichbleibenden Abozahlen. Davon würden die meisten Zeitungen nur träumen. Man darf nicht vergessen, dass wir mitten in der wahrscheinlich größten Zeitungskrise der Geschichte sind. Mit wenigen Ausnahmen (z.B. «Die Zeit») verlieren alle Zeitungen kontinuierlich an Käufern. Da ist das beim «Freitag» eher eine dramatische Entwicklung nach oben, auch wenn es schade ist, dass die sehr positiven Verkäufe aus I/2009 nicht gehalten werden konnten.

    40 % der Druckauflage zu verkaufen, ist auch gar nicht schlecht. Allgemein sagt man, dass etwa 50 % verkauft werden sollte. Man wird da sicher mit der Druckauflage wieder etwas runter gehen, wenn die Absatzzahlen nicht wieder weiter steigen. Dass gut die Hälfte ungelesen ins Altpapier wandert, ist bei sämtlichen Printtiteln, die am Kiosk verkauft werden, ganz normal. Es ist doch klar, dass sich die verkaufte Auflage nicht automatisch der Druckauflage anpasst. Was soll daran dramatisch sein? Jetzt verkaufen sie «nur noch» 10 % der Druckauflage am Kiosk, vor dem Relaunch waren es 13, 5 % (bei einem Drittel der heutigen Druckauflage). So what? Kurzum: ich kann deine Interpretation der Zahlen überhaupt nicht nachvollziehen.

  21. Chris sagt:

    Bei einem normalen Besitzerwechsel, ein Name wird auf dem Briefkopf ausgetauscht — okay. Aber wenn man die Investitionen sieht, 10 neue Redakteure, eine große Werbekampagne, etc. pp. — dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass sich das alles nicht gerechnet hat. Die paar läppischen Zeitungen, die nun mehr verkauft wird, rechnen mit Sicherheit nicht diese enormen Ausgaben. Dann kann und muss man von einer dramatischen Lage sprechen.

    Zahlen muss man nicht nur interpretieren, dass machen Controller, Mathematiker und Politiker — man muss auch immer über den Tellerrand hinaus blicken.

  22. Stefan sagt:

    @Jürgen: Ich wollte eigentlich nur über Wochenzeitungen sprechen. Und da finde ich es bemerkenswert, dass es im deutschsprachigen Raum nicht gelingen will, eine Alternative zur ZEIT zu etablieren. Ich gehe mal davon aus, dass von der ZEIT auch ein großer Teil der verkauften Auflage ungelesen ins Altpapier wandert, ich kenne jedenfalls niemanden, der sie durchliest. Mir ist sie einfach zu sehr Besserwisser.

    @Chris: Ich muss dir leider zahlenmäßig rechtgeben. Mit den Erlösen kann man vielleicht eine kleine Redaktion in einem Vorstadtbüro finanzieren, nicht aber den jetzigen Status aufrechterhalten. Letztlich werden die Abozahlen entscheiden, ob der Freitag überlebt, an ein Schrumpfen der Kosten glaube ich nicht. Und dann gibt es gar keine Wochenzeitung mehr für mich :-(

  23. Jürgen sagt:

    @Stefan: Wenn man eine Alternative zur ZEIT aufziehen will, muß sie besser sein, weil sie anders ist. Dann muß sie z.B. auch einen Literaturteil haben, der sich dezidiert von demjenigen der ZEIT unterscheidet. Zur Leipziger Buchmesse gab es im Freitag erstmals aber gar keine Literaturbeilage mehr. Es müssen Bilder gedruckt werden, die sich von denjenigen in der ZEIT unterscheiden. Das gesamte Layout wurde aber „auf ZEIT“ umgestellt: Großflächig und bunt. Und es müssten Themen vorkommen, die sich vom Mainstream absetzen. Auch hier Fehlanzeige. Wen interessiert denn, bitte, heutzutage noch die Mondlandung auf Seite eins? Und weil ich es bei meinem Kommentar gestern vergessen hatte: Mir fehlt auch die klare antifaschistische Linie des früheren Freitag, der Bezug zur VVN, die ebenfalls aus dem Impressum getilgt worden war.

    Fazit, in Anlehnung an Oliver: Zur politischen Information eignen sich m.E. derzeit FAZ, Süddeutsche, evtl. die ZEIT, die Blätter und auch Ossietzky — und, bitte, viel Kritikfähigkeit mitbringen. Daneben das Web und einige Radio-Sendungen, die auch als Podcast bereitstehen. Das Web ist kein Ersatz für Print.

  24. Stefan sagt:

    @Jürgen: Doch, ein paar Unterschiede sehe ich zwischen Freitag und Zeit durchaus noch. Vor allem gibt es noch die ostdeutsche/osteuropäische Linie beim Freitag, während die Zeit ja einfach ein sattes Hamburger (Entschuldigung Chris!) Blatt ist.

    Zu deiner Aufzählung: Blätter sind ein Theorieblatt (abonniert übrigens) und Ossietzky hat einen blöden Namen. Ich finde es einfach daneben, eine Zeitung nach einer (so großartigen) Person zu benennen (der man dann sowieso nicht gerecht werden kann). Ach ja, die Weltbühne…
    Aber Blättchen/Ossietzky machen vor, wie man ein kleines, kostengünstiges Blatt machen kann. Fusionieren, die Namensrechte klären und wöchentlich erscheinen — und alle meine Probleme sind gelöst!

  25. drhwenk sagt:

    Ein Tag bin ich angemeldet, und sofort ökonomische betriebswirtschaftliche Krisendebatte? (Hier Schelm Zitat einfügen)

    Ebenso wie der Stimmenzuwachs der LINKEN ist auch eine
    Abonnenten– oder Verkaufssteigerung beim
    «Gewohnheitstier Mensch» immer schwer zu erreichen.
    Da sind 5000 mehr doch schon respektabel.
    Die «erfolgreichen Wirtschaftler» wissen das und kennen auch die Ausnahmefälle oder Möglichkeiten.
    5 Jahre sagt man bis zur erfogreiche Selbständigkeit.
    Der BILD Einstieg bei der TAZ gibt dem Freitag allerdings öffentlichkeitsstrategisch neue Bedeutung.

  26. no sagt:

    Ergänzend zu dem, was Jürgen schon erwähnt hat, kann ich noch die «le monde diplomatique» empfehlen, eine sehr lesenswerte Monatszeitung mit äußerst hintergündigen Artikeln mit internationaler Akzentuierung. Das wohltuend, da fast alle deutschen Medien viel zu sehr auf die deutsche Innenpolitik fixiert sind und über internationale Politik meist aus einer deutschen Perspektive berichten. In der deutschsprachigen Ausgabe fehlen leider immer wieder interessante Artikel aus der französichen Mutterausgabe.

  27. Frank Beyer sagt:

    Schlechter ist nur noch die «junge welt», die alles vorkaut und dem Leser garkein eigenes Denken zutraut, Kritik nicht zulässt Nach 3 Monaten Freitagslesezeit habe ich auch diese Zeitung abgesetzt. Es war nichts drin was so interessant oder neu war, dass es die eigenen Gedanken erweiterte.
    Was der gespaltenen Linken fehlt ist eine grundlegende Selbstkritik und eine Analyse warum sie den globalen Anschluss verpasst hat.

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