Dr. Kristina Köhler – eine “Neue Rechte” im Kabinett Merkel?

Dr. Kristina KöhlerSie ist aus Hessen. Zu dieser einfachen aber doch zutreffenden Schlussfolgerung kommt Michael Spreng, warum Frau Dr. Kristina Köhler neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geworden ist. Die Presse jubelt, ein neuer Shootingstar ist geboren, jung, gutaussehend — das allein scheint heute auszureichen um von den Medien hofiert, geliebt und mit positiven Schlagzeigen versorgt zu werden. Wer allerdings über die Hintergründe und das politische Wirken Köhlers informiert werden wollte, der musste sich in den letzten Tagen auf anderem Wege mit Informationen versorgen. In den USA wird vom zukünftigen Präsidenten jedes Mitglied seiner Regierungsmannschaft von der Geburt bis zur eventuellen Ernennung durchleuchtet – findet sich auch nur ein kleiner dunkler Fleck auf der vielleicht sonst so weißen Weste, ist die Karriere verbaut. Die Medien in den USA würden dies gnadenlos ausschlachten, hinterfragen und kritisieren. In Deutschland ist diese Gefahr nicht gegeben. Dr. Kristina Köhler ist Hessin, jung und entspricht offensichtlich die Schönheitsideal der deutschen Politredakteure. That’s it. A new star is born.

Bereits mit 14 Jahren trat Frau Dr. Kristina Köhler in die Junge Union ein. In diesem zarten Alter schwärmte sie nicht wie andere Mädchen für Patrick Swayze, John Travolta oder Richard Gere – laut eigener Aussage hieß ihr Schwarm Helmut Kohl. Das kann man befremdlich finden – doch im Korpsgeist der Union öffnete ihr dieser Umstand selbstverständlich viele Türen. In der Folge stieg sie innerhalb der CDU schnell auf – nebenbei konnte sie auch ihr Studium beenden. Als politischer Ziehvater wird dabei immer wieder der so genannte Extremismusforscher Prof. Dr. Eckhard Jesse genannt. Der angesehene Journalist Otto Köhler schrieb am 14. November 2008 in der jungen Welt: Eckhard Jesse ist Mitbegründer des neueren deutschen Geschichtsrevisionismus

Köhler und Jesse sind Anhänger der These, dass Links– und Rechtsextremismus Extremismen der gleichen Spielart sind, Differenzierungen werden kaum mehr vorgenommen, Links und Rechts bedrohen die Mitte in Deutschlands, insbesondere aber der Linksextremismus. Linksextreme sind schon in Teilen der SPD zu finden, Rechtsextreme selbstredend nicht in der CDU. Hintergründe zur Extremismustheorie auf dem NPD-Blog. Das Bildungs– und Solidaritätswerk Anna Seghers e.V. Wiesbaden hat sich schon mit Frau Dr. Kristina Köhler beschäftigt, als diese noch Hinterbänklerin im Deutschen Bundestag war. Wie Vertreter der „Neuen Rechten» versuchen, Deutungshoheit über Begriffe wie Rechtsextremismus zu erlangen — am Beispiel der CDU-Bundestags– abgeordneten Kristina Köhler. Mit diesem Worten beginnt ein sachlicher Artikel, der in meinen Augen aufzeigt, dass Köhler im günstigsten Fall politisch-naiv agiert, sollten sich ihre Thesen und die ihrer geistigen Väter, wie Professor Dr. Hans-Helmut Knütter, aber durchsetzen, ist sie in meinen Augen für unser gesellschaftliches Miteinander hochgradig gefährlich.

In einem seltenen Anfall von kritischem Journalismus hat sich die SZ einmal die Doktorarbeit von Frau Dr. Kristina Köhler angeschaut: Kristina Köhler hat trotz Bundestagsmandat promoviert. Ohne ihr Netzwerk aus Uni, Politik und privatem Umfeld wäre die Ministerin aber nicht Frau Doktor. Der Artikel verwundert nicht – für mich steht eine Frage im Raum, die von der SZ nicht gestellt wurde. Köhler aber konnte — dank Pofalla — auf die Mitgliederdatenbank der CDU-Parteizentrale zurückgreifen, so Thorsten Denkler. Was sagt eigentlich der Berliner Datenschutzbeauftrage zu dem Umstand, dass ein normales CDU-Mitglied auf die gesamte Mitgliederdatenbank der CDU zugreifen darf? Ich halte es für sehr fragwürdig, dass dies, auch für eine Doktorarbeit, möglich sein soll. Unterschreiben CDU-Mitglieder bei Eintritt in die Partei, dass ihre Daten ausgewertet werden dürfen, auch außerhalb der Parteizentrale? Das würde mich ehrlich gesagt brennend interessieren. Nichtsdestotrotz zeigt sich an diesem Beispiel, dass Politiker anders sind, als Normalsterbliche. Manche Menschen sind gleicher als andere – hier offen ausgelebt.

Anfang 2008 machte Frau Dr. Kristina Köhler im hessischen Wahlkampf von sich reden. Wir erinnern uns: In der Münchner U-Bahn gab es einen Überfall auf einen älteren Herren, es sollen angeblich die Worte scheiß Deutscher gefallen sein – und Roland Koch hatte seinen zweiten ausländerfeindlichen Wahlkampf. Speziell Köhler hatte zu dieser Zeit ihr Thema gefunden: Deutschfeindlichkeit. Die ARD und Panorama nahmen sich ihrer an – in der Sendung vom 24. Januar 2008 wird deutlich, wie Dr. Kristina Köhler polemisiert: mit Ängsten, Vorurteilen, nicht aber mit belegbaren Argumenten.

Edmund Stoiber hätte folgende Sätze nicht besser hinbekommen: Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, weil das Deutsche sind. Also dass es nicht zufällig ist, dass sich ein Täter mit Migrationshintergrund ein deutsches Opfer sucht, sondern dass er sich gezielt ein deutsches Opfer sucht, weil es sich eben ein Deutscher ist. Doch nicht nur das. Sie zitiert Professoren und die Judikative, die von ihrem Glück nichts weiß. Köhler: Was wir mitbekommen, ist, dass dieses Phänomen in immer mehr Fällen eine Rolle spielt. Das sagen uns Polizisten, das sagen uns Staatsanwälte, das sagen uns Richter. Der Staatsanwalt: Wir haben keine Belege dafür, dass die deutschfeindlichen Gewalttaten zugenommen haben. Der Richter: Die unsinnigsten Anlässe führen dazu, dass im schwersten Maße Gewalttaten begangen werden. Dass das Motiv aber Deutschenhass wäre, das können wir kaum feststellen. Köhler klärt auf, auf wen sie Bezug nimmt: Da handelt es sich um Professor Pfeiffer, ein bekannter Kriminologe, der sich sehr stark immer zu dem Thema Jugendgewalt äußert. Pfeiffer selbst dazu: Ich werte es als Missbrauch unserer Thesen, unserer wissenschaftlichen Befunde. Hier wird Etwas einseitig interpretiert, zu politischen Zwecken. Dagegen möchten wir uns dann doch verwahren. Es gibt keine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die belegen würde, dass die Deutschfeindlichkeit zunimmt.

Wenn Frau Dr. Kristina Köhler sich von Kameras unbeobachtet fühlt, kann sie in Gesprächen auch schon einmal direkter werden. Am 17. April diesen Jahres wurde folgendes Video aufgenommen. Die Türkei ist ein Land, die sagt, sie wollen in die EU. Da ist doch das ein ganz entscheidender Punkt, dann zu sagen, also ich habe ohnehin große Vorbehalte, ob die Türkei in die EU rein sollte, ich glaube, es würde die EU kulturell und von den Wertevorstellungen überfordern. Aber wenn die Türkei schon sagt, sie wollen in die EU, dann müssen wir glasklar formulieren, dass es eine absolute, ja schon eine Selbstverständlichkeit ist, dass man mit den Minderheiten im eigenen Land, den religiösen, den nationalen Minderheiten, denen alle Rechte gewährt und dass Religionsfreiheit, die ja von türkischen Muslimen hier in Deutschland immer sehr vehement eingefordert wird, dass diese Religionsfreiheit dann genauso in der Türkei gelten muss. Hier wird das altbekannte Spiel der Rechten durchexerziert: Erst werden Vorurteile bedient, um dann wie selbstverständlich Forderungen zu stellen, diese dann aber durch die eigenen Worte ad absurdum führt: Man hat offensichtlich gar nicht vor, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Es überfordert offenbar das eigene Weltbild. Integration durch Ausgrenzung? Das hat noch nie funktioniert und wird nie funktionieren. Hier wird offenbar, dass von Politikern wie Köhler keine Integration gewollt ist, weder national noch international. Wenn ich das sage, dürfen sie mich nicht falsch verstehen. Nein, liebe Frau Dr. Köhler, das versteht man schon ganz richtig.

Aber auch das so genannte Web 2.0 scheint von unserer neuen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hellauf begeistert zu sein. Frau Dr. Kristina Köhler soll bei Facebook und Twitter aktiv sein. Ihr Fans und Follower stiegen nach ihrer Ernennung um ein Vielfaches. Sie ist eine von uns, schallt es aus vielen Kanälen. Genau, wie wir alle wissen, twittert auch Barack Obama selbst. Es reicht ein Blick auf Abgeordnetenwatch, um zu sehen, wie ernst es Köhler wirklich mit dem politischen Diskurs mit den Bürgerinnen und Bürgern ist. Sie verweigert sich dort dem Gespräch. Anstatt einer Antwort, gibt es einen Textbaustein. Vielen Dank für Ihre Frage. Ich werde Ihnen diese allerdings nicht über Abgeordnetenwatch beantworten und möchte Ihnen dies auch kurz erklären. Abgeordnetenwatch ist eine Plattform, die als selbsternannter Mittler zwischen Abgeordneten und Bürgern auftritt. Abgeordnetenwatch liegt die (unausgesprochene) These zu Grunde, dass Bundestagsabgeordnete sonst nicht ansprechbar oder gar abgehoben und für Anliegen der Bürger nur unter öffentlichem Druck zugänglich seien. Ich muss nicht extra erwähnen, dass Abgeordnetenwatch mittlerweile unter Politikern und Bürgerinnen und Bürgern etabliert ist, um miteinander zu kommunizieren. Auch die weiteren Worte Köhlers muss man aus Ausrede werten, wer nicht aus ihrem Wahlkreis kommt, wird kaum die Möglichkeit haben, zur Bürgersprechstunde vorbeizuschauen. Und auf E-Mails und Briefe, das weiß jeder politisch interessierter Mensch, folgen grundsätzlich Textbausteine. Hier wird offenbar: Frau Dr. Kristina Köhler verweigert sich einem etablierten und anerkannten politischen Diskurs.

Es ist kein wirkliches Wunder, dass das offen rechtsradikale und islamfeindliche Blog Politically Incorrect die neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend feiert und in Begeisterungsstürme verfällt. Eine kleine Anekdote am Rande: Jenes Blog, das der Verfassungsschutz bereits auf dem Zettel hat, wurde auch im Pressespiegel Köhlers verlinkt. Dieser Link wurde auf Köhlers Webseite mittlerweile entfernt. Auf archive.org lässt sich dies nachvollziehen.

(Bild: archive.org mit Dank an den Politblogger, der mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass archive.org wieder zuverlässig abeitet. Urpsrünglich hatte ich geschrieben, dass die Homepage Köhlers nicht mehr auf archive.org zu finden ist.)

Das aber nur am Rande – viel wichtiger an diesem Umstand ist der Applaus, von denjenigen, die nicht am rechten demokratischen Rand stehen, sondern weit darüber hinaus. Die Claqueure stehen nicht mit beiden Beinen innerhalb unserer Demokratie und Gesellschaft, sondern weit daneben. Sag mir, wer Deine Freunde sind, und ich sage Dir, wer Du bist.

Manchmal reicht es aber auch schon, wenn man Politiker selbst zu Wort kommen lässt. Gegenüber Thomas Leif sprach Frau Dr. Kristina Köhler ganz offen darüber, dass sie neoliberal sei: Neoliberal ist ja ein negativ konnotierter Begriff. Aber das, was damit gemeint ist, teilen wir in gesellschaftspolitischen und wirtschaftspolitischen Fragen durchaus: Wir teilen die Überzeugung, dass wir ein Land brauchen mit weniger Umverteilung und mehr Eigenverantwortung, dass wir die Freiheit bei uns massiv einschränken, und dass sich das ändern muss. In innenpolitischen Fragen, die echte sicherheitspolitische Fragen sind, befürworten wir einen starken Staat. In gesellschaftspolitischen Fragen, Familienpolitik, Schulen, Lebenspartnerschaft und so weiter, sind wir alle sehr liberal. Ich glaube, ich muss auf F!XMBR nicht extra erklären, wohin uns der Neoliberalismus in den letzten Jahrzehnten geführt hat. Dieses Zitat ist praktisch das Sahnehäubchen einer Jungpolitikerin, die ganz offensichtlich rechts unten gestartet ist und bisher nicht viel weiter gekommen ist.

Ich habe bereits mehrfach erwähnt, dass ich Zweifel daran habe, ob und wie unsere Medien noch als Vierte Gewalt fungieren. Im Fall der Dr. Kristina Köhler wird dies mehr als deutlich. Es gibt vereinzelt Ausnahmen, doch die einhellige Meinung, die unters Volk gebracht wird ist die, dass es eine neue Ministerin gibt: jung, strebsam, erfolgreich – und natürlich gutaussehend. Mit dem bisherigen politischen Wirken, ihren Ansichten und Forderungen scheint sich bisher kein Politredakteur auseinandergesetzt zu haben. Wieso auch – gilt man in Berlin dann doch schnell als Nestbeschmutzer. Politische Ignoranz wurde der Bundesregierung Anfang November von Professoren und Professorinnen aus der Extremismusforschung vorgeworfen – natürlich fällt auch dort der Name Dr. Kristina Köhler. Das war einmal und verstaubt nun in den Archiven der Medien. An der Ausländerjagd in Deutschland war früher offensichtlich auch Köhler beteiligt. Wollen wir also für unser Land und unsere Gesellschaft hoffen, dass sie mit ihrer neuen Aufgabe wächst und ihr Menschen– und Weltbild erweitert wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch wenn ich bei unseren Neuen Rechten so meine großen Zweifel habe.

Bildquelle | Urheber: Dr. Kristina Köhler

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37 Antworten zu “Dr. Kristina Köhler – eine “Neue Rechte” im Kabinett Merkel?”

  1. […] F!XMBR: Dr. Kristina Köhler – eine “Neue Rechte” im Kabinett Merkel? Schöne Sezierung zum geistigen und argumentativem Gedankengut unserer neuen Familienministerin […]

  2. phoibos sagt:

    ich finde das widerwärtig. dieser rassismus, der allmählich eliminatorische züge hat — denn das «abschieben» ist nichts weiter als der beginn der eliminierung «gesellschaftsfremder» elemente, man kann sich fragen, wann die mitte, für die noch ein –ismus gefunden werden muss, anfängt, vom volk, von blut und erde zu reden –, ist in der gesamten breite der bevölkerung angekommen. die islamfeindlichkeit ist nichts anderes als eine spielart des antisemitismus. das gefasel vom «politischen islam» ist nichts anderes als eine neuauflage der (gefälschten) zion-protokolle. die ersten früchte dieser antisemitischen propaganda haben wir just in der schweiz sehen können.

    hagen rether stellt das auf ebenso erschreckende wie amüsante weise dieses phänomen dar:

    ciao
    phoibos

  3. Markus sagt:

    Jesse war (zusammen mit Carmen Everts) letztes Jahr bei einer Diskussion an meiner Uni. Natürlich ist für die beiden die «anti-demokratische», «linksextremistische» Linke die größte Gefahr für Freiheit und Demokratie. Am Parteiprogramm oder an inhaltlichen Aussagen etwa konnten sie es nicht begründen, dafür kam natürlich immer wieder «die SED-Nachfolgepartei» oder auch ein Hinweis auf ein wohl nicht so gutes Benehmen einer Linke-Abgeordneter im hessischen Landtag (dann müssen das ja Anti-Demokraten sein!).
    Ich halte es ebenfalls für höchst gefährlich, wenn solch krude Ansichten jetzt in der Bundesregierung Platz haben.

  4. phoibos sagt:

    ein guter artikel von telepolis zum thema islamophobie: Islamfeindlichkeit kommt nicht vom Rand

  5. Klabauter sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel, Chris.

  6. Markus sagt:

    Ach, und Frau Köhler merkt auch offenbar nicht, dass es einen Begriff gibt, der ihre politische Haltung, neoliberal in der Wirtschaftspolitik und «law and order» in der Innenpolitik besser beschreibt: neokonservativ.

  7. Chris sagt:

    Nachdem was ich alles gelesen und gehört habe, wäre mir der Begriff neokonservativ zu harmlos ausgedrückt…

  8. Chris sagt:

    Link zur Stellungnahme Köhlers zum Panorama-Bericht

    Kommentar dazu gelöscht. Wenn man mir wegen einem kritischen Artikel eine Kampagne unterstellt, gehört man in die Deppen-Kategorie, da zuckt mein Finger ganz schnell richtig Lösch-Button. Danke…

  9. Anonymous sagt:

    Was ich auch beachtenswert finde: Sie war 14 (d.h.: 1991), als sie Mitglied der Jungen Union wurde und jetzt ist sie immer noch im gleichen Milieu aktiv. Hängengeblieben?

  10. Oliver sagt:

    >und jetzt ist sie immer noch im gleichen Milieu aktiv. Hängengeblieben?

    Nein, konsequent. Ich war mit 16 bei den Jusos und blieb lange dabei — andere versuchten sich in der Zeit mehr oder weniger geschickt unter den Tisch zu saufen. Es ist ja nicht so, daß in den Ortsverbänden, auf der Kommunalebene per se nur die Demokratiefeinde, Diktatoren in spe etc. bzw. Misanthropie und Bestechung an der Tagesordnung sind. Ich drücks mal so aus, das Gros der Bevölkerung verallgemeinert durch _alle_ Bereiche hindurch massiv, da sind auch viele CDUler die wirklich etwas bewegen und Bauchschmerzen bei Schäuble bekommen, da gibts SPDler die tatsächlich sozial sind und liberale die sich ob Westerwelle total entfremdet fühlen. Unterm Strich wird das Bild leider geprägt von den Bundeshonks und Publicity-geilen MPs. Und warum lassen die nicht alles stehen und liegen und ziehen weiter? Nun weil sie um ihre Partei kämpfen, auch für die Menschen. Tja warum ging ich in die Politik? Weil ich das, was sich heute in den Kommentaren im Web abspielt, von vielen vielen Familientreffen kenne: Diskussionen bis zum Abwinken, in puncto Aktion jedoch null und nichts vorhanden. Wie auch, meist fehlte einfach der echte Durchblick, aber der rant kam damals wie heute dennoch.

    Ich meine wenn ich die Kommentare teils auch hier lese, denke ich manchmal da hat Chris mal wieder Stunden investiert und letztendlich ist es wieder einmal nicht mehr als Perlen vor die Säue geworfen. Klar es existiert eine Handvoll «Stammkunden» ob dieser es sich dennoch lohnt — aber ich wollte nur mal die Relation aufzeigen.

  11. Super Artikel! Danke sehr.

  12. […] F!XMBR Dr. Kristina Köhler – eine “Neue Rechte” im Kabinett Merkel? […]

  13. Cynetics sagt:

    Dass aus dem Dunstkreis von Roland Koch nur halb kompetente Parteisoldaten mit verschobenen Weltbild kommen war mir aber schon irgendwie klar. Vor Ursula von der Laien hätte ich jetzt einfach gesagt: «Sie ist doch nur Familienministerien, was kann da schon schief gehen?»

    @Anonymus sie hat letztens in einem Interview gesagt, dass sie sogar schon mit 12 eintreten wollte. Man muss aber mindestens 14 sein für die JU.

  14. Chat Atkins sagt:

    Warum sind eigentlich diese ‘Jung-Stars’, die politisch noch Pampers tragen, alle so extrem rückwärts gewandt? Gab’s da irgendwo einen Generationenbruch? Kämen Rösler-Guttenberg-Köhler-und-Co sonst gar nicht mehr nach oben?

  15. Limited sagt:

    Die primäre Qualifikation von Frau Köhler für eine Ministeramt dürfte wohl in ihrer Herkunft aus Hessen liegen. Schließlich ist mit Jung auch ein Hesse ausgeschieden.

    Ansonsten hat sie meines Wissens nie ein Position mit Amtsverantwortung inne. Und ein Ministerium ist in erster Linie immer auch ein Amt, eine Verwaltung mit vielerlei ganz besonderen potenziellen Fallstricken.

    Ich denke, sie ist hier nicht qualifiziert. Das ist in etwa so, als wenn man einen Maurergesellen in jungen Jahren als Geschäftsführer einer mittelständischen Baufirma einsetzt.

    Vielleicht hofft man von Seiten der Bundes-CDU auch sie und die Wählerkreise, die sie anspricht einzubinden und dass sie im Familienministerium auf einem Posten ist, auf dem sie nicht allzuviel falsch machen kann. Ihre Stellung als Azubine im Kabinett wird klar sein und sie wird ausser in der Außenrepräsentation nicht viel zu sagen zu haben.

  16. Ein Brandenburger sagt:

    Ein sehr guter Artikel.
    Vielen Dank

  17. Yuggoth sagt:

    Geile Rede, Mann!

    Abnehmende Soli-Kurve

    so sieht es aus in Deutschland.

    …und die Jugend informiert sich über Infokrieg.tv — musste mir gestern in der uni erst wieder einen Vortrag anhören, darüber wie böse die Banken doch sind.

  18. Sebastian sagt:

    Danke Oliver für den Kommentar, vielen Dank Chris für den Artikel.

  19. […] Mehr zu Frau Dr. Kristina Köhler… […]

  20. zwiebel sagt:

    vielen dank, super artikel!!

  21. Udo sagt:

    Der feine Herr Jesse war auch bei der Dissertation von Carmen Everts nicht ganz unbeteiligt, und die «Aufrechte» Linksextremismusforscherin bekommt prompt eine eigene Stelle bei der dem Land unterstellten politischen Bildung — Kompetenzgebiet Aufarbeitung des SED-Regimes in Hessen. Zusammenhänge sind rein zufällig.

  22. Klick

    Diesen Tweet hat Frau Köhler wieder gelöscht, nachdem ich auf Twitter darüber lästerte. Vielleicht hat sie bemerkt, dass ihre Wortwahl daneben ging? Ich meine aber, das sollte noch weitere Kreise ziehen! Selbst wenn sie sich rechtfertigen würde, sie hätte einen ‘sich illegal auf– oder verhaltenden Migranten’ gemeint, gedacht, getippt, korrekturgelesen und bewußt in die Twitter Timeline abgesendet hat sie den ‘illegalen Migranten’. Und das spricht Bände über ihre Grundeinstellung zu Menschenrechten. Diese Frau muss zurücktreten, bevor sie richtig im Amt ist!

  23. Alex sagt:

    Wow. Ein sehr guter Artikel.

  24. Tyraenor sagt:

    Wirklich ein sehr guter Artikel! Es ist erschreckend, was in Deutschland momentan wieder für eine Propaganda Maschinerie im Gange ist.
    Der Islam kann nichts dafür, dass es Jugendliche gibt, die gewalttätig sind. Es ist doch hier genauso wie bei vielen anderen Dingen auch. Man sieht und hört immer nur von den schwarzen Schafen. Aber wie viele ausländische Mitbürger sich für unser Land einsetzen und es bereichern, nicht nur im kulturellen Sinne, sondern ganzheitlich gesehen, das wird meistens voll und ganz übersehen.

    Aber den Kommentar einer Frau aus dem Video (panorama) finde ich wirklich äußerst Krass und sehr bedenklich! Man sollte niemanden, nie wieder in irgendwelche Arbeitslager stecken!

    Gruß

    Ty

  25. […] viel mehr Wissenwertes über Kristina Koehler F!MBR […]

  26. …..und die Nazis freuen sich…

    Begeistert von der Fähigkeit von Frau Köhler, in kürzester Zeit von der Innen– zur Familienpolitik zu wechseln, sind auch die KommentatorInnen auf dem IslamhasserInnen-Blog „Politically Incorrect“, in Insiderkreisen boshaft „PIpifante…

  27. Kuebeline sagt:

    Danke für den Artikel.
    Habe eben eine Deutschlandfunk Sendung gehört in der sich eine Feministin zum Minarettverbot geäußert hat. Sie hat sich dafür entschieden weil sie den Umgang der Muslime mit Frauen nicht gut findet. Sie meinte Sie fühle sich befreit nun darüber reden zu können.
    Was hat das mit den Minaretten zu tun? Sie konnte es auch nicht erklären.

    Ich glaube da schlummert ne Nummer die wir schon kennen in den Köpfen von Leuten von denen wir es nie gedacht hätten.
    Ich glaube da kommt in nächster Zeit mehr.

    Zum Glück scheinen die Juden sich inzwischen größtenteils von der Bewegung (jedenfalls hier in Deutschland) distanziert zu haben.
    Damit ist auch dieser Freifahrtschein abgelaufen.
    Mal schauen ob der überhaupt noch nötig ist.

  28. genova sagt:

    Die Verlinkung auf PI ist eine harte Nummer. Da fragt man sich schon, ob die so naiv ist oder die Seite kannte. Eine CDU-Lokalpolitikerin aus der Nähe von Stuttgart hat dort ja sogar schon Postings abgesetzt, voll des Lobes für PI.

    Eine Kooperation mit der NPD hätte ihren politischen Absturz zur Folge. PI geht, aufgrund von Unkenntnis, noch irgendwie.

    Deshalb ist es wichtig, dass es solche Artikel gibt. Und im Print-Bereich kann man sowas ja kaum erwarten, nur bei ein paar Minderheitsblättchen.

  29. […] Dr. Kristina Köhler – eine “Neue Rechte” im Kabinett Merkel? […]

  30. Hej Chris,

    vielen Dank für den guten und gut recherchierten und geschriebenen Blogpost. Habe mich beim Lesen sehr erregt und hoffe wieder einmal, dass den Blogs neben etablierten Leitmedien in Zukunft mehr Beachtung geschenkt wird, denn dein Post zeigt deutlich, dass eine kritische Auseinandersetzung (auch mit politischen Inhalten) sehr wohl auf hohem Niveau online stattfinden kann und auch eine interessierte Leserschaft bedient.

    VG aus dem 13. Stock,
    Oliver

  31. Melissa sagt:

    Dass Frau Köhle nicht besonders qualifiziert sein kann, dem stimme ich zu. Aus dem Hörsaal in den Bundestag… wo soll sie Lebenserfahrung bzw. Berufserfahrung her haben? Über den Sinn, dass sie ohne Familie Familienministerin geworden is, lässt sich genauso streiten, wie über die zweifelhafte Dissertation.

    Was mich aber in den oben genannten Kommentaren stört, war die Bemerkung: «Warum sind eigentlich diese ‘Jung-Stars’, […] alle so extrem rückwärts gewandt? […] Kämen Rösler-Guttenberg-Köhler-und-Co sonst gar nicht mehr nach oben?«
    Ich bin Vorsitzende in einem ziemlich aktiven JU-Ortsverband. Uns sind die Werte etc wichtig die uns weitergegeben wurden und auf der Basis versuchen wir in unserer Stadt was zu bewegen, mitzureden, mitzugestalten.
    Klar, auch wir sind nicht immer politisch, feiern gern, etc, trotzdem sind wir der Meinung dass konservativ mit Sicherheit nicht schlecht sein muss. (Extreme gibt es natürlich auf beiden Seiten.)

  32. Oliver sagt:

    >Über den Sinn, dass sie ohne Familie Familienministerin geworden is

    Also eine Familie ist erst einmal eine Gemeinschaft, diese kann zwischen Mann und Frau bestehen, gleichgeschlechtlich, mit oder ohne Kind und das Eheversprechen ist zwar für manche Leute nett, aber nicht die Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft. Ob man mit 32 Jahren keinerlei Lebenserfahrung aufzuweisen hat sei mal dahingestellt, bei einer derart steilen Politkarriere ist das mehr oder weniger ein Ding der Unmöglichkeit, generell aber ist dies zu erwarten. Ansonsten müßte man den Eintritt der Volljährigkeit generell auf 30 setzen, da drunter eh nicht zu erwarten ist.

    Im übrigen möchte ich hier einmal der Mär von «da Studium existiert keine Erfahrung», dem ist in der Regel nicht so. Was allgemein gerne als «dummer Praktikant» abgetan wird ist die Erfahrung im Nebenjob, mit der sich das Gros der Studenten finanziert. Da wird gearbeitet, da werden Gebiete bestritten, die selbst in dieser Bandbreite nicht einmal von primär Berufstätigen bestritten werden. Wie dem auch sei, dies ist ein besonderer Fall und so ziemlich bei jedem Politiker zu beobachten — Politik vereinnahmt, zugleich absolvierte steile Karrieren setzen einflußreiche Gönner vorraus, die ihrerseits Türen öffnen. Verallgemeinern läßt sich das jedoch nicht, ein Studium ist halt keine Lehre, sondern verfolgt gänzlich andere Ziele.

  33. […] Reihe „Artikel, die ich gerne selbst geschrieben hätte“ verweise ich heute auf den ausführlichen Eintrag bei „F!XMBR“ über Kristina „Zensursula Reloaded“ […]

  34. John Dean sagt:

    Was für ein mieser Tausch: Ein bedächtiger Mann wie Franz Josef Jung wird gegen eine XYZ ausgetauscht. Und weil man dieser Tante nicht viel zutraut, erhält ein Schaumschläger das Verteidigungsministerium, während sie sich dann ausgerechnet um Integration kümmern soll.

    Auffällig auch, wie wenig die Bundesbürger in Presse und Funk informiert wurden, um was für eine Frau Köhler es sich politisch handelt.

    Wenn das so weiter geht, wenn sich die Bürger in unserem Land so etwas gefallen lassen, werde ich vielleicht auch einmal «deutschenfeindlich».

  35. Bleib passiv sagt:

    Wirklich ein super Artikel. Wir haben mich ebenfalls mit der Frau auseinandergesetzt. Das Ergebnis gibts hier: Zur Person: Kristina Köhler

  36. […] gebracht haben (denn gewählt haben muss diese Menschen ja irgendwer), empfehle ich dringend “Dr. Kristina Köhler — eine ‘Neue Rechte’ im Kabinett Merkel?“. Der Artikel ist sowohl gut recherchiert als auch sehr lesenswert. Ein Zitat: Wer allerdings […]

  37. […] mehr Überwachung und Kontrolle und weniger Kritik. Die neue Familienministerin, ehemalige “Extremismus-Expertin” der CDU, widmet Gelder zur Bekämpfung von Rechtsextremismus um zu Geldern zur Bekämpfung […]

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