Digg & Co

Schummler auf dem Vormarsch, die sich mittels Robotern die nötigen diggs verschaffen, um auf der Titelseite zu verweilen. Hits sind somit vorprogrammiert und die Verbreitung, ob dieser Popularität, auf diversen Blogs, die meinen die ultimative News ergattert zu haben.

Die Digg-Trickser nutzen dabei verschiedene Methoden. Einige Nutzer erstellen zahlreiche gefälschte Accounts und setzen dann auf spezielle Roboter-Software, die Artikel automatisch «diggen». Eher amateurhaft klingt hingegen eine andere Methode, die bereits öfter vorkam: Neue Digg-Nutzer setzen ein erlogenes Interview mit einer berühmten Persönlichkeit auf ihre frisch gestartete Seite und hofften, mit einem Digg-Link Besuchernachfrage zu generieren.

technology review

Wer möchte kann ja mal den Selbstversuch starten 😉 selbst heiße Themen werden kaum gediggt, auch der Aufruf in großen Foren etc. nutzt nichts — man erkennt also schon seit einer langen Zeit den Automatismus dahinter. Um dem Umstand abzuhelfen greift man zu Kontrollmethoden, jeder partizipiert dabei und überwacht den jeweils anderen. Begraben (bury) nennt man diese Funktion, allerdings kann man damit auch mitunter lästige Konkurrenten ausschalten. Zusätzlich zu dieser Userkontrolle existiert noch ein automatischer Abgleich, der auffälliges Verhalten registriert.

Bislang hat die Kombination aus Nutzerkontrolle und Daten-Visualisierung recht gut geklappt ? die Schummler sind bei Digg noch immer in der Minderheit.

Verfolgt man das Spiel eine Weile, so kommt man zu folgendem Schluß, entweder die User sind grenzdebil oder der Mißbrauch ist weitaus höher, als ihn die Geschäftsführer verständlicherweise eingestehen möchten. Auf jeden ist die Plattform inzwischen größtenteils nutzlos, wie übrigens alle ähnlichen Plattformen.

15 Antworten zu “Digg & Co”

  1. gnokii sagt:

    ja selbst bei yigg gibts die mittlerweile. abartig sowas

  2. Chris sagt:

    Hat man keine 50 Accounts, ist die Chance auf die Titelseite bei Digg zu kommen, mit privater Homepage, gleich 0.

    Bei Yigg gehts in die ähnliche Richtung, Mainstream, SPIEGEL und DSDS auf der Hauptseite, na Danke…

    Ich bin nach heute erstmal wieder geheilt. 😉

  3. itti sagt:

    ich verstehe dieses zeug nicht und ich yigge, digge, ja sogar delicouse eigentlich keine links… einfach weil mich die technik nie interessiert hat. ist das sowas in richtung «was alle lesen muss das beste sein»? so wie windows das beste os ist weil das jeder nutzt? 😉

  4. Oli sagt:

    >ja sogar delicouse eigentlich keine links

    Das kann man eigentlich nicht mit den anderen Diensten vergleichen. Ich z.B. nutze es als weiteres Bookmark backup.

  5. Sammy sagt:

    Tja bei echter Mund-zu-Mund-Propaganda kommt es halt auf die Qualität an. Alles andere hat meistens den inzwischen höchst obligatorisch gewordenen Faden Beigeschmack.

  6. […] hat sich fixmbr über die Schummler bei Digg ausgelassen. Besucher um jeden Preis wollen sie haben und Digg ist das richtige Mittel, diese auf […]

  7. bit2bit sagt:

    Es finden sich bei allem was man macht Leut’, die ihre eigenen Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen versuchen. Das ist kein Phänomen von Yigg, Digg oder eines anderen Social-News/Bookmarks-Anbieters (und es gibt schon eine ganze Reihe davon).

    Das Prinzip, das dahinter steckt nennt sich Soziale Bewährtheit und funktioniert hervorragend.

    Es besagt, dass je mehr Menschen eine Sache machen, glauben oder auf bestimmte Art lösen, desto einfacher wird es für jeden weiteren daran zu glauben — guck Dir mal nur die Werbung heutzutage:

    «Acht von Zehn Zahnärtzten empfehlen: …«
    «Neun von Zwölf Waschmaschinenhersteller empfehlen: …«
    «Eine Million zufriedener Kunden können sich nicht irren: …»

    Usw. Usf.

    Bei der heutigen Informationsflut an immer komplexer werdendem Wissen gibt es immer weniger Bereiche, die man als ‘Jedermann’ noch ohne fremde Hilfe bewältigen kann und so können wir nicht anders, als uns bei immer mehr Entscheidungen daran orientieren, wie es ‘die Meisten’ tun oder getan haben.

    Somit minimieren wir das Risiko des Mißerfolges — Grübel, Grübel, naja, wenn’s schon eine Million so gemacht hat, kann’s ja nicht Falsch sein, sonst hätten es so viele doch nicht so gelöst … denkt man sich — und können trotz dieser Informationsflut doch noch relativ schnell und ökonomisch Entcheidungen treffen …

    Und so macht man am öftesten dass, was die auch die Anderen getan haben.

    Genau auf diesem Phänomen bauen auch die Social-News auf und man kann sich dann nicht wundern, wenn ‘Nachrichten’ wie Diese oder Diese jeweils an 3.000 Diggs und über 300 Kommentare kommen …

    Was die Masse mag, bestimmt die Masse selbst und jeder von uns kann nur mit seinen Entscheidungen (nicht) beitragen …

    Aber nur deswegen sind Social-News noch nicht von vorne zu verwerfen und auch nicht weil Spammer gemerkt haben, dass das ein gutes Werkzueg für ihre Zwecke ist …

    Man hat ja z.B. das EMail auch nicht abgeschafft, nur wegen Spammer, sondern man hat Werkzeuge gefunden, die es ermöglichen es trotzdem sinnvoll zu nutzen.

    Und so wie meine Filterregeln in meinem EMail-Account dafür sorgen, dass ich trotz den gut 300 Spammails täglich nur etwa eine oder zwei davon pro Woche auch zu sehen bekomme, kann man sich mit ähnlichem Vorgehen auch bei Social-News vor Spammer schützen … egal ob es jetzt per Skripte oder manuell erfolgt …

    Social-News und Bookmarking sind fantastische Dienste, die unzählige Vorteile bieten und es kann sich da Jeder rausholen, was er eben will …

  8. Oli sagt:

    Sollte man als Manifest irgendwo niederschreiben, vielleicht noch ein wenig ausarbeiten. Ist dann zwar immer noch recht realitätsfern, aber der noble Gedanke zählt :)

    Btw. Email Spam mit S-Network Spam zu vergleichen ist absurd, da nicht vergleichbar. Mitunter werde ich bei Email-Spam auch nicht von normalen Leuten, sondern Firmen zugemüllt.
    Bei den sogenannten Social-Networks, man beachte die kursive Schreibweise, sind es aber auch eine Masse von normalen Leuten die sich mal ein paar Hits für Google Adsense und Co ergattern möchten.
    Die Ironie bei der Geschichte durch User-Überwachung und Automatiksysteme ist dem Mißbrauch Tür und Tor geöffnet und dein Manifest dort oben ad absurdum geführt. Wo bleibt denn dann die soziale Komponente?
    Nützlich ist es irgendwo immer noch, was anderes behaupten wir auch gar nicht. Aber von Jahr zu Jahr wird es schwieriger sich durch den Müll durchzuwühlen und das knowhow immer gewaltiger um diesem Müll überhaupt standhalten zu können. Ja Fortschritt hat einen Preis, aber das Verhältnis ist genau anders herum im Netz. Um eine fiktive Zahl zu nennen, 75% Müll, 25% wirklicher Nutzen (ob nun Wissen, Spaß, Spiel).

    Allein der Glaube .… das zählt nicht wirklich.

  9. bit2bit sagt:

    Ehrlich gesagt Olli, glaube ich an die soziale Elemente dessen Ganzen — stellt Dir mal vor, wie hoch noch vor kurzem die Chancen waren, dass ein Jedermann seine Meinung wriklich kundtun konnte …

    Sicher konnte man einem Zeitungs-, Zeitschrift-, Buch– u.ä.-Herausgeber seine Meinung zukommen lassen, ob es aber auch das Licht der Welt gesehen hat, hat der Herausgeber selbst entschieden … bei sogenannten ‘Leserbriefen’ detto …

    Jetzt haben sogut wie alle die Möglichkeit den Mund aufzumachen und effektiv ihre Meinung sagen und sozusagen ‘eigener Herausgeber’ sein und die anderen können mittels ihrer Zustimmung / Ablehnung genauso ihre Ansichten dazu äussern …

    Und das ist IMHO die Soziale Komponente bei Social-News– und Bookmarking-Diensten …

  10. Oli sagt:

    Ich postuliere seit knapp 10 Jahren open source und beteiligte bzw. beteilige mich auch an diversen Projekten aktiv. Der Wille ist also schon vorhanden, an dem sozialen Miteinander, nur hat mich die Realität im Laufe der Zeit oft genug eingeholt.

    >Jetzt haben sogut wie alle die Möglichkeit den Mund aufzumachen

    Nachdem alle die Möglichkeit haben, erfahren viele aber auch schmerzhaft, das es doch nicht so richtig klappt. Ein Wortz zuviel und man sieht sich mit seiner Meinung vor dem Kadi wieder.

    Imo ist die soziale Komponente nicht schau mal was ich lese oder höre, sondern eben das miteinander und das sehe ich kaum.

  11. Falk sagt:

    das miteinander

    Denke auch, genau das ist die Krux an der Sache. Die Klappe aufmachen können wohl Viele, jetzt dies auch im Netz auch. Aber mir dünkt dabei auch immer, das Viele sich da auch nur versuchen damit in den Mittelpunkt zu rücken, anstatt die Chancen eines tatsächlichen Miteinander zu verstehen. Und was im realen Leben nicht klappt, klappt auch im Netz nicht, denn dies ist auch real.

  12. bit2bit sagt:

    Bestimmt heisst es noch nicht ‘miteinander’ wenn viele das selbe tun.
    Da sich aber täglich jeder von uns aufs Neue sozusagen gegen alle Anderen behaupten muss um ‘zu überleben’, überrascht mich es nicht, dass der Antrieb vieler einfach eigennützig ist, ob aus finanziellen, ideologischen oder nur sich-für-sich-selbst-zu-bestätigen — Gründen passiert …

    Meiner Meinung nach, zeigt aber eben auch diese rege Diskussion auf Yigg über das Thema, dass es schon (zumindest großteils) echte Ansichten von denkenden Menschen sind und dieser Ansichtenaustausch im Sinne einer Sache bedeutet für mich schon bis zu bestimmten Grad das ‘miteinander’…

    Warum sollte ich dann also erwarten, dass diese IDs auf meinem Bildschirm ausschliesslich aus idealen Gründen dazukommen?

    Miteinander’ oder nur ‘bei-der-selben-Sache’, wie wollen wir die Beweggründe jedes Einzelnen unter die Lupe nehmen und wer hat das Recht diese ‘objektiv’ zu urteilen?

    In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel, würde ich sagen …

  13. bit2bit sagt:

    Bestimmt heisst es noch nicht ‘miteinander’ wenn viele das selbe tun.

    Da sich aber täglich jeder von uns aufs Neue sozusagen gegen alle Anderen behaupten muss um ‘zu überleben’, überrascht mich es nicht, dass der Antrieb vieler einfach eigennützig ist, ob aus finanziellen, ideologischen oder nur sich-für-sich-selbst-zu-bestätigen — Gründen passiert …

    Meiner Meinung nach, zeigt aber eben auch diese rege Diskussion auf Yigg über das Thema, dass es schon (zumindest großteils) echte Ansichten von denkenden Menschen sind und dieser Ansichtenaustausch im Sinne einer Sache bedeutet für mich schon bis zu bestimmten Grad das ‘miteinander’…

    Warum sollte ich dann also erwarten, dass diese IDs auf meinem Bildschirm ausschliesslich aus idealen Gründen dazukommen?

    Miteinander’ oder nur ‘bei-der-selben-Sache’, wie wollen wir die Beweggründe jedes Einzelnen unter die Lupe nehmen und wer hat das Recht diese ‘objektiv’ zu urteilen?

    In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel, würde ich sagen …

  14. Grainger sagt:

    Jetzt haben sogut wie alle die Möglichkeit den Mund aufzumachen und effektiv ihre Meinung sagen und sozusagen ?eigener Herausgeber? sein …

    Das Problem ist aber auch, das nicht alle wirklich etwas mitzuteilen haben, es aber trotzdem tun.

    Das Internet in all seinen Erscheinungsformen und Ausprägungen hat halt auch jeder Menge Dummschwätzer, Schausteller, Selbstdarsteller, usw. eine neue und willkommene Plattform geboten.

    Sozusagen ein virtueller Hyde Park.

    Das ist grundsätzlich nicht schlechtes, auch solche Leute brauchen eine Plattform. Es wäre nur hin und wieder schön wenn es weniger von ihnen gäbe und wenn sie nicht ganz so penetrant nerven würden. 😉

  15. Oli sagt:

    >In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel, würde ich sagen ?

    Um es mal plump auszudrücken, als ich früher in WT sparring hatte, war das auch diese Art von Miteinander. Selbst im profanen Training war es ein Miteinander und von der Definition her sogar eine Gruppe.

    Aber ein wirkliches Miteinander wie man es gemeinhin versteht war da nicht zu sehen, eher eine kleine Grüppchenbildung auf Basis ganz anderer Dinge.
    So ist es auch im Netz, gemeinsame Interessen können der Grund sein mehr draus zu machen, müssen es aber nicht.
    Man kann nun behaupten das Glas sei halb voll oder wie ich, das Glas sei halb leer. Letzteres ist betont pessimistisch, aber letztendlich bin ich derjenige der keine Entäuschung am Ende des Tunnels sieht und eventuell mehr aufs eigentliche Ziel hinarbeitet.
    Der hammerharte Optimist hingegen, glaubt und wird Lichtjahre zurückgeworfen, wenn nach Jahren des wartens immer noch nicht das Ende vom Tunnel zu sehen ist.
    Wer sich Kritik verschließt, torpediert das eigene Anliegen.

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