dies martis

25 Jahre MTV, Happy Birthday. Schlagworte, wie MTV Generation rauschen einem da durch den Kopf oder der damals neu geschaffene VJ, Headbangers Ball (mein damaliger Favorit) und last not least Beavis and Butt-Head. Aber was blieb letztendlich über? Irgendwie wuchs ich auch mit MTV auf, ich fand den Sender damals cool, Ray Cokes war der Held, ein hochmotivierter und vor allem innovativer Moderator. Als dieser ging, war dies auch gleichbedeutend mit dem Niedergang MTVs als Trendgenerator, heute ist es eher ein Trendreflektor … nicht mehr. Lange Rede kurzer Sinn, zwar bin ich heute auch älter, aber das zieht nicht immer als Ausrede, wenn ein Format den Bach runter geht.

Nach dem Abgesang auf MTV, gibts auch was für lau — Linux Libertine, ein hübscher, freier und professioneller Font, in der Version 2.10. Der Vollständigkeit halber muß hier natürlich auch Gentium erwähnt werden, zwar gibts da keine Neuigkeiten, aber dies ist ebenfalls ein freier Font der tatsächlich professionellen Ansprüchen genügt.

Weg von den Geschenken, hin zum Staat. Dank Praxisgebühr sind 13% weniger Arztbesuche zu verzeichnen. Da sage ich mal klasse, gut gespaart, in früheren Jahren klagte man darüber das die Leute hier im Land zu wenig zum Arzt gingen. Aber man hat ja heute das Internet und kann schnell selbst Hand anlegen. Wenn Staat an Gesundheit und Bildung spaart, kann Staat auch nebenher gleich die Demokratie zu Grabe tragen, was ja auch in großen Teilen von der Politikerklasse bereits vollzogen wird. Passend dazu, jeder dritte bezieht Medikamente aus dem Internet, ein regelrechter Boom. Ein Schelm wer Böses dabei denkt …

Ach ja, Staat, da war doch noch was? Na klar die neue Rechtschreibreform, dieses unausgegorene Ungetüm, hervorgebracht von weltfremden Germanisten — Leute fangt mal wieder an zu leben — vegetiert nun schon 10 Jahre vor sich hin, seit 1996. Vereinfacht wurde durch diese nichts, das Ziel also klar verfehlt — aber eine gute Sache geht dennoch mit einher, heute ist die korrekte Rechtschreibung nur noch sekundärer Natur oder anders ausgedrückt, die grammatikalischen Korinthenkacker haben das Weite gesucht 😀

Da schieben wir am besten gleich nochmal etwas für lau hinterher, um die morgendlichen Nerven nicht allzu heftig zu strapazieren, Battle for Wesnoth. Battle for Wesnoth ist ein rundenbasiertes Strategiespiel in einer Fantasy-Umgebung. Das sehr gereifte Strategiespiel kommt in Versionen für Windows, MacOS und unixoide Systeme daher, einfach mal antesten.

Kommen wir zur französischen Zuchtbullenschau, genannt Tour de France, Floyd Landis der noch behauptete unschuldig zu sein, muß sich nun mit der Tatsache abfinden, das man bei ihm künstliches Testosteron fand. Erwartete jemand etwas anderes? Und nochmal, nein das ist nicht auf den Radsport begrenzt — man will jetzt nur den Buhmann ausmachen, um das lukrative Geschäft mit dem Sport reinzuwaschen.

Erfreulichere Nachrichten kommen aus Indien, dort schwenkt man zu Linux über, wie schon zuvor China, d.h. Microsoft & Co gehen gewaltige Gewinne und massiver Einfluß verloren. Gut so, nur so können sich die ärmeren Länder vom Joch der ausbeutenden Großkonzerne befreien. Woher kommen die meisten IT-Leute? Aus Indien. Was passiert, wenn dort immer mehr Universitäten mit Linux arbeiten? Nun die Ausbildung ist an Linux orientiert und der Markt muß sich ebenfalls neuorientieren, sprich Umdenken ist angesagt in den reichen Industrienationen, die viele der indischen Fachkräfte beherbergen 😉

Frankreich, die grande nation, Sinnbild für freiheitliches Denken, macht heutzutage Schlagzeilen in puncto Vollpostenpolitik mit weltfremden, legislativen Auswüchsen.

Das nun drohende System der «massiven Repression», in dem auf die illegale Tauschbörsennutzung im nicht-gewerblichen Umfeld künftig bis zu drei Jahre Haft und Geldbußen bis zu 300.000 Euro steht, schießt ihrer Ansicht nach über das Ziel hinaus. «Zehn Millionen Surfer stehen wieder mit einem Bein im Gefängnis», zeigt sich auch Lionel Thoumyre von der Verwertungsgesellschaft Spedidam «konsterniert» über die potenziellen Folgen des nicht mehr anfechtbaren Urteils.
heise online

Last not least ein hübscher Artikel bei O’Reillys ONLamp über das Open Document Format, getickert vom Schockwellenreiter.

Viel Spaß noch :)

9 Antworten zu “dies martis”

  1. Falk sagt:

    …man will jetzt nur den Buhmann ausmachen, um das lukrative Geschäft mit dem Sport reinzuwaschen.

    Und genau das wird halt nicht funktionieren. Seit Jahrzehnten fordert jeder und alle höhere Leistungen, welche mit Training allein schlicht nicht mehr machbar sind. Und schreien dann ganz laut, wenn mal einer so blöd war, sich erwischen zu lassen. Wer davon träumt, das Sport heutzutage ohne leistungsfördernde Mittel auf dem Niveau machbar wäre, sollte mal die Ansprüche weit zurückfahren.

    …heute ist die korrekte Rechtschreibung nur noch sekundärer Natur…

    Zum Glück wird noch nicht so geschrieben, wie vielerorts gesprochen wird. Dafür siegt nun das Deppenapostroph.

    Und last but not least — von MTV ist bei mir nur noch Markus Kavka im Kopf :)

  2. Oli sagt:

    Zum Glück wird noch nicht so geschrieben, wie vielerorts gesprochen wird.

    Im Netz macht man es doch teils so, oder? Und macht man es oft genug, färbt es auch irgendwann ab in anderen Bereichen.
    Ich würde es mal umgekehrt ausdrücken, Germanisten sollten darauf achten, das Sprache nicht verwuchert, aber sie sollten keinesfalls die Richtung vorgeben. Letztendlich ist Sprache eine gewachsene Sache, man sollte sie nur ab und zu ein wenig zurechtstutzen :)

    Der Mann mit seinem Deppenapostroph, oder weil sie sich schlicht nicht für ihre Sprache interessieren., ein Korinthenkacker par excellence. Was soll der Käse? Er macht Sprache nicht, die Germanisten machen sie nicht, Sprache wird von Leuten gemacht die leben. Derartig sollte man Sprache auch behandeln, nicht als totes Konstrukt eines Philologen, sondern als lebendiges Gebilde … alive and kicking.

  3. Falk sagt:

    Ja klar, der Sammler der Deppenapostrophe übertreibt etwas. Allerdings hat ein sinnvoller Umgang mit Sprache durchaus auch seine Berechtigung. Denn ansonsten entsteht ein Wirrwarr an Dialekten in Schriftform, die dann wiederum von den meisten nicht gelesen werden, weils einfach nur mühsam ist, sich dort durchzuwuseln. (hihi, geiler Schachtelsatz). Bisschen Respekt auch vor der eigenen Sprache hat noch nie geschadet, aber sowas lernt man nicht in der Schule.

  4. Oli sagt:

    Ein gepflegter Umgang mit Sprache ist etwas anderes als die Erfüllung irgendwelcher feuchter Träume einiger deutscher Grammatikhengste.
    Dem Wirrwarr wirkte man schon vor Konrad Duden entgegen, Dudens Werk und seine Person hätte man sich jedoch ersparen können.

  5. Missi sagt:

    Das, was Oli in seinen Kommentaren hier sagte. Thx dafür.

  6. Falk sagt:

    Darf ich mal das «Problem» dumme Menschen einwerfen? Da diese gefühlt mittlerweile in der Überzahl sind und einigermaßen lesen und schreiben können, wird die Selbst«regulierung» kaum gelingen.

  7. Oli sagt:

    Falk wo schrieb ich etwas von Selbstregulierung? Wenn ich eine Hecke zurechtstutze, weil sie sonst durch den Nachbarszaun wuchert, dann ist das okay, man greift also regulierend ein.
    Verwurstel ich die Sprache gleich einem Bonsai und verdrahte diese schon in ihren Wurzeln, so bleibt ein künstlich, debiles Konstrukt über. Genau das sagte ich oben. Es gibt halt mehr als nur Schwarz und Weiß da draußen …

    Meine Schwester könnte dir in Komparatistik ein Lied von singen, welche seltsamen Auswüchse in der Germanistik zustande kommen, wenn man sie denn läßt.

  8. Falk sagt:

    Germanisten sollten darauf achten, das Sprache nicht verwuchert, aber sie sollten keinesfalls die Richtung vorgeben.

    Hatte ich dann wohl fälschlicherweise etwas extrem ausgelegt :)

  9. Grainger sagt:

    Also ich finde das Getue um den Deppenapostroph nur peinlich bis lächerlich, allein die Bezeichnung ist ja abwertend und erklärt jedermann, der Apostrophe anders benutzt als von den Rechtschreibtrollen als richtig empfunden, zum Deppen.

    Das ist ja nun auch nicht gerade die feine englische Art und kaum besser als mal einen Rechtschreibfehler zu machen.

    Und hat zusätzlich noch so was typisch deutsches Beamten– bzw. Oberlehrerhaftes.

    Hat ja wohl jeder von uns schon mal einen Rechtschreibfehler gemacht (meine häufen sich seit ca. zwei Wochen, ich habe eine neue Tastaur und muss mich erst an die gewöhnen :D).

    Allerdings finde ich, das man sich schon um eine einigermaßen saubere Rechtschreibung und vor allem um verständliche Formulierungen bemühen sollte, gerade in Foren antworte ich auf solche hingerotzten Fragethreads (bei denen man erst mal gar nicht versteht welches Problem der Fragesteller eigentlich hat) gar nicht mehr, ich mache mir auch nicht mehr die Mühe den Leuten die Würmer aus der Nase zu ziehen um endlich dahinter zu steigen was sie eigentlich wollen.

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