Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt

ZensursulaMan könnte heute wieder stundenlang über Zensursula und die SPD philosophieren. Über einen Sascha Raabe, der in wenigen Worten beweist, wie wenig er verstanden hat und bei dem man sich wundern muss, wie so ein Mensch jemals in den Deutschen Bundestag gewählt wurde. Er hat ein Pamphlet aus Unwahrheiten und Lügen veröffentlicht, aber wollen wir mal nicht kleinlich sein — schließlich gehört er zu uns Netizens, ist er doch seit den Anfängen des Internets dabei. Auch wäre eine Ute Berg gut geeignet, die Zensursula-Debatte weiter voranzutreiben. Ute Berg antwortet einem Bürger, der ihr mitgeteilt hat, er nutze fremde DNS-Server: Sie hingegen haben für sich die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung von  Kindern betrachten können und dies auch im Bekanntenkreis weiter empfohlen. Die Kinderschänder in dieser Welt werden es Ihnen danken. Hingegen die Pädophilen, die um ihre Neigung wissen und diese bekämpfen, danken uns, da sie nun nicht mehr Gefahr laufen, versehentlich auf entsprechende Seiten zu stoßen. Das empfinde ich als so unfassbar dumm und bösartig, dass ich da keine weiteren Worte verlieren möchte. Kurz der Hinweis auf diese Mail, das sollte genügen. Nur leider hat sich die Zensursula-Debatte nun vollständig erledigt. Albert Einstein sagte einmal: Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher. Über die Piratenpartei mag ich im Moment keine Worte mehr verlieren — die Partei hat sich als ernstzunehmender Diskussionspartner in der Zensursula-Debatte vorerst selbst disqualifiziert. Bleibt als Chance, die Öffentlichkeit zumindest ein wenig aufzuklären, die so genannte deutsche Blogosphäre. Doch auch das erledigt sich übermorgen krachend.

Erinnert sich noch wer an das China-Syndrom? Kurz zusammengefasst: Das heutige Adnation (ehemals adical) beklatschte damals als ersten Kunden die Firma Cisco, technisch verantwortlich für The Great Firewall of China. Kurze Zeit später folgte das Unternehmen Yahoo als Werbepartner. Zu Yahoo muss nun wirklich nichts mehr gesagt werden, Menschenrechte sind dort ebenso ein Fremdwort, wie es an der Tagesordnung ist, kritische Publizisten und Blogger verschwinden zu lassen. Wenn diese Glück haben, landen sie nur im Gefängnis. Aus dem Reich der Mitte floss Geld direkt über Yahoo in die Kassen deutscher Top-Blogger. Die deutsche Blogosphäre hatte sich spätestens zu dem Zeitpunkt als politischer Diskussionspartner ad acta gelegt.

Es brauchte über zwei Jahre, bis dies geändert wurde. Ursula von der Leyen sei Dank, ihren willigen Helfern in der Industrie, auch Zensurprovider genannt. Das Netz wurde politisch, alte Streits wurden vergessen, man unterschrieb gemeinsam eine Petition, man traf sich im realen Leben auf der Straße um gegen die mittlerweile beschlossene Internetzensur zu protestieren. Man war gemeinsam Thema im Bundestag — man hatte sich Gehör verschafft, auch wenn man unterm Strich schlussendlich ignoriert wurde. Die letzten Wochen haben trotz der ernsten Thematik wirklich Spaß gemacht. Es schien, als sei die Blogosphäre politisch — erwachsen — geworden.

Nun wird aber leider Adnation und die so genannten deutschen Top-Blogs diese Gemeinsamkeit — die politische Blogosphäre — wieder in die Steinzeit zurückbomben. Ich habe mich die letzten Wochen nicht um den Vodafone-Hype geschert, der da wohl im Netz vorbereitet wurde. Kurz gesagt: Blogger wurden für eine Werbekampagne eingekauft. Sie sollen sogar im Werbespot und auf Plakaten zu sehen sein. Vodafone — da war doch was? Richtig, Vodafone war einer der ersten Zensurprovider, die den Vertrag medienwirksam mit Ursula von der Leyen unterschrieben haben. Vodafone gehörte zu denen, die freiwillig den Vertrag zur Einführung einer Zensurinfrastruktur unterzeichnet haben. Und nicht zu vergessen, die Ausreden mancher Politiker heute, die behaupten, man hätte das Gesetz machen müssen, um die rechtswidrigen Verträge, die damals unterzeichnet wurden, rechtssicher zu machen.

Jörg Tauss über Vodafone

Und hier wird sich jetzt der Kreis zu den Anfängen Adnations schließen. Business as usual wie man auch beim Don nachlesen kann. Ab dem 11. Juli wird Adnation eine Werbekampagne für den Zensurprovider Vodafone fahren. Ich bin ja mal wirklich gespannt, ob insbesondere netzpolitik.org, die sich in den letzten Wochen als Sturmspitze gegen Zensursula präsentiert haben, ob Spreeblick, die natürlich auch immer vorne dabei waren, die Werbung des Zensurproviders schalten wird. Insbesondere bei netzpolitik.org wäre das natürlich besonders schade. Es würde zukünftig ein Satz eines Politikers ausreichen, um die gesamte Zensursula-Debatte abzuwürgen. Die, die machen doch auch mit. Und man könnte es ohne Weiteres nachvollziehen.

Zumindest Eines lässt hoffen: Vodafone wird mit der 200-Mio-Euro teuren Kampagne Schiffbruch erleiden. Patrick hat das hier wunderbar aufgezeigt, Ix in seiner ganz speziellen Art und Weisedie Kommentare hier sprechen Bände. Das ist alles so unfassbar amateurhaft und dämlich aufgezogen worden, dass man den beteiligten Unternehmen jegliche Kompetenz absprechen muss. Vodafone sowieso, Scholz & Friends als Werbeagentur, die sich für diesen epochalen Marketing-GAU verantwortlich zeichnen. Und natürlich ist auch wieder Sascha Lobo dabei, Adnation-Mitbegründer und Vodafone-Werbeträger. Der Don schreibt: Vodafone wird kotzen, und das mit besten Gründen. Die beteiligten Blogger werden sich gern wieder anbieten. Und die Medien werden natürlich weiter behaupten, dieser Lobo sei sowas wie das Gesicht des neuen Internets, ein Vorzeigeblogger, und er wird das vermutlich weiter ausnützen. Und ich weiß nicht, was ich dümmer finden soll: Den alten Hass der Medien auf Blogger oder die Verarschung, so jemanden in der Öffentlichkeit als “den bekanntesten Blogger” hinzustellen. Aber egal. Dank Vodafone und 200 sinnlos durchgeblasenen Millionen wird man erst mal wieder etwas Ruhe haben.

Den 11. Juli sollte man sich im Kalender eintragen. Es wird zu sehen sein, wer von den Adnation-Bloggern als Werbeträger für den Zensurprovider Vodafone fungieren wird.

Ist Geld denn so wichtig, dass man jeglichen moralischen Wert aus den Augen verliert? Ich verstehe es nicht. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen.

 
Plakat: Vodafone
Ursprüngliche Idee
Satirische Verfremdung: Wir kümmern uns

Die sonst so überaus sympathische Frau Schnutinger
 
Plakat: Vodafone
Satirische Verfremdung: Wir kümmern uns

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31 Antworten zu “Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt”

  1. […] Es gibt “sie” also doch noch?! Stuttgart-Blog Ralf Schwartz Internet-Law Basic Thinking PR-Fundsachen Blogbar Macomber F!XMBR […]

  2. […] Autsch – da hat die Politik nun letztelich doch noch Feingefühl bewiesen, wie man die nervige politische Gegenfront ausschalten kann – und sie nutzen dafür das Internet. […]

  3. Boomel sagt:

    ein tiefes rofl. tolle schreibe guter blogpost. Ich hoffe nur du bekommst jetzt nicht auch Anrufe wie «Ich mach dich…» 😀

    tolle plakate!

    Danke für die aufbereiteten Infos!

  4. Andreas sagt:

    Na da wird das Ego doch gepinselt, wenn man bundesweit plakatiert wird. Das dürfte die Hauptantriebsfeder sein. Und Geld wird es auch gegegeben haben. Wenn es keines oder zu wenig (Schmerzens-) Geld gab, sind die Beteiligten noch .…… als ich denke das sie eh schon sind.

  5. Gracias, danke.

    Sie werden es nicht lernen, aber es gibt halt doch immer in der Geschichte diejenigen die nicht lernen wollten. Es wird noch viel Nerven und Geduld kosten, aber Stück für Stück, blog per blog, message per message verteidigen wir unsere Freiheit.

    Danke.

  6. daMax sagt:

    Ach Chris,

    was ist denn mit dir los? Es besteht kein Grund, gleich die Flinte ins Korn zu werfen, nur weil man nicht sofort der Sieger ist. Das Leben hat keine Cheatcodes und ein Kampf im echten Leben besteht eben aus mehr als ein paar Mausklicks oder einem genervren Blogrant.

    Leider ist echte Meinungbildung und Aufklärung eine unendlich zähe Angelegenheit. Wenn jetzt alle Blogger nach einem kleinen Fehler gleich schreien «ihr seid unwählbar» oder nach einen verlorenen Gefecht gleich schreien «ihr Trottel kapiert nix», meinst du dass sich dann irgendwas tut? Bei denen da draußen im echten Leben?

    Das ist eine fromme Hoffnung, die leider furchtbar naiv ist. Die Borniertheit unserer Politiker ist über Jahrzehnte gewachsen, die wirst du so leicht nicht umkrempeln können.

    Und die Piratenpartei ist ein ganz junges Pflänzchen, das es zu schützen gilt. Und auf dem man nicht gleich wüst rumtrampeln sollte nur weil es mal ein Blatt wachsen lässt das einem nicht passt.

    Politik und echtes Leben erfordern eine Menge Geduld. Aber das ist eine Tugend, die in der Blogosphäre ja schon beinahe als Schwäche gilt.

    So gerne ich deinen Blog lese bzw. gelesen habe, so sehr tut es mir jetzt leid mit ansehen zu müssen, wie schnell du dich auf die Seite der ewig-besserwissenden Nörgler begibst.

    Sei optimistisch, schalt das Netz mal übers Wochenende aus, geh an die frische Luft und rede einfach mal wieder mit ein paar netten Menschen aus deinem Umfeld. Du wirst sehen, das entspannt unwahrscheinlich und gibt einem wieder Kraft für den nächsten Kampf.

    Diese Kraft werden wir alle in den nächsten 12 Wochen noch DRINGEND brauchen.

    In diesem Sinne: klarmachen zum Ändern.

  7. georgi sagt:

    Hallo Chris!

    Ich würde Dich auch gern bitten, Deine Argumente gegen die
    Piratenpartei noch einmal zu überdenken. Wer auch immer den
    Kampf gegen das Zensursula-Gesetz ausfechten wird, er wird
    früher oder später das gleiche Problem wie die Piratenpartei
    haben, einfach deshalb, weil viele demokratisch regierte
    Staaten wie die Vereinigten Staaten, Kanada, Rußland etc. eine
    andere Auffassung zur Zulässigkeit von Nazi-Propaganda haben, als das deutsche Rechtssystem. Die Parole «Löschen statt Sperren» ergibt dann nämlich keinen Sinn, wenn es gilt, rechte Propaganda aus dem Internet zu entfernen.

    Unabhängig davon hast Du natürlich recht, daß Bodo T. in einer
    verantwortungsvollen Position in einer demokratischen Partei
    untragbar ist. Du solltest aber auch sehen, daß viele seiner
    Genossen ihn nicht verteidigen, weil sie selbst mit den Nazis
    sympathisieren, sondern, weil sie die Forderung nach
    Meinungsfreiheit sehr weit auslegen, weiter als es das
    deutsche Recht zuläßt.

  8. Jonathan sagt:

    Btr. daMax: Ich finde es wirklich interessant, dass nach allem, was passiert ist es immernoch Menschen gibt, die das Handeln der Piratenpartei in Schutz nehmen wollen und glauben, dass die kritischen Blogger der Piratenpartei schadeten (nicht bemerkend, dass sie selber es viel mehr sind).
    Noch seltsamer finde ich nun, dass die selben Menschen sich jetzt gezwungen fühlen ihren Frust von gestern in neue Diskussionen weiter tragen zu müssen.

    Ungeachtet dessen würde ich mal sagen, «der Blog ist tot, es lebe der Blog». Denn Bloggen ist halt nicht Mainstream, und wenn jemand wie Lobo dazu wird, dann muss man sich überlegen, ob man ihn weiterhin liest, oder ihn eher wie ein neues Spiegel-Online betrachtet…

    Es gibt inzwischen so viele Blogger, dass man irgend einen Lobo oder sonstwen gerne abschreiben kann. Denn was macht ihn überhaupt zum «Bekanntesten Blogger Deutschlands»? Er wird gelesen! Also lassen wir es sein, und wen es interessiert kann da weitermachen, wie bisher… Es steht ja auch jedem frei die Piratenpartei zu wählen, oder eben nichtmehr.….

  9. Oliver sagt:

    @damax nie von dir auf andere schließen. Goldene Regel. Echtes Leben anführen und mit der Infantilität a la Piraten kontern ist an Absurdität kaum zu überbieten. Mein Rat an dich: falls du noch jung an Jahren bist, tu etwas fürs Niveau — noch ist es Zeit. Falls du aber schon mit vielen Monden gesegnet bist, tja — dann ist Hopfen und Malz ohnehin verloren.

  10. Muriel sagt:

    Auch wenn ich damit teilweise wiederhole, was @daMax schon gesagt hat: Ich finde den Eintrag auch ein bisschen zu defätistisch. Die Piraten sind aus vielen Gründen auch nicht meine Partei, und vieles, was du sonst schreibst, stimmt auch. Trotzdem kommt es mir überzogen vor, gleich von disqualifiziert, erledigt, und ad acta zu sprechen, wenn mal was nicht so läuft, wie wir wollen.
    Und wenn ich schon mal dabei bin: Vodafone mag ich auch nicht, aber in deinem Beitrag liest es sich stellenweise, als würden die kleine Kinder fressen. Sascha Lobo ist als deren Werbeträger natürlich lächerlich unglaubwürdig, aber jemanden abzuschreiben, weil er für Vodafone wirbt, ist vielleicht auch ein bisschen dolle.

  11. Muriel sagt:

    @daMax: Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Dass man die Piraten schützen muss, halte ich für eine eher gewagte These. An solchen Diskussionen wächst eine Partei, wenn sie’s wert ist, gewählt zu werden. Und wenn nicht, verdient sie erst recht keinen Schutz.

  12. georgi sagt:

    Hallo Jonathan!

    Glaubst Du im Ernst, daß Eure pharisäischen Auslassungen irgendjemanden überzeugen? Welchen Zweck hat des denn z.B., die NPD-Wähler in den aufgegebenen Gegenden Ostdeutschlands oder die Aktivisten der Piratenpartei mit immer denselben Parolen niederzuschreien? Diese Leute haben schlicht andere Sorgen. als sich um seit 65 Jahren vergangene Geschichte zu kümmern. Wenn ihr etwas gegen den Rechtsextremismus, dann müßt ihr schon mehr unternehmen.

    Damit ihr nicht denkt, ich würde im September Piraten oder rechts wählen. Das werde ich nicht tun. Ihr erinnert mich nur zu sehr an die ideologische Indoktrination im «antifaschistischen Teil Deutschlands». Ich bin nämlich Zoni, und kenne das.

  13. corny sagt:

    Also ich lese jetzt seit min. 5 Jahren regelmäßig Blogs, deswegen muss ich das mal fragen: Wer ist Sascha Lobo? Muss man den kennen? Oder ist das dieser peinliche Typ da oben, der glaubt nur weil er mit einem Iro rumläuft (wo er bestimmt nicht mal weiß wofür das steht) wäre er auch nur minimal alternativ? Einfach lächerlich!

  14. daMax sagt:

    @Oliver: Genau dieses stumpfe Eindreschen meinte ich, als ich mich an Chris wandte. Ich bin schon alt an Jahren aber trotzdem doof genug an Veränderung zu glauben.

  15. Oliver sagt:

    Ich habe da so mein Problem mit dem Glauben in vielerlei Bereichen. Dass wir dennoch leben, erschließt sich mitunter nicht aus dieser Publikation — aber wer behauptete auch, hier en detail unseren Tagesablauf nachlesen zu können?

  16. Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz…

    Bei vodafone wird nichtmal mehr mit Wasser gekocht, sondern nur noch mit Heißer Luft! Beim Livestream der Pressekonferenz wird Marketing-Generik als neue Kampagne verkauft. Daher möchte ich mich auch mehr auf die Inhalte denn auf die PK als solche konz…

  17. Jonathan sagt:

    Lieber georgi,
    ich glaube du hast da etwas grundsätzlich falsch verstanden.
    Meine Absicht war es nie irgendwelche Nazis, Rassisten, Revisionisten und wen auch immer zu bekehren und mit irgendwelchen Aussagen von ihrer kranken Meinung abzubringen. Zumal es bei den Aussagen B.T.s nie um ‘aktuelle’ NPD-Thematiken (überfremdung, leitkultur und ähnlichen Rotz) ging.
    Ich möchte die jenigen Menschen, die Aussagen, wie sie B.T. geäußert hat, beschönigen oder in Schutz nehmen, wachrütteln und klar machen, dass dieses Verhalten niemals zu tolerieren ist. Es geht hier nicht darum gegen Nazis vorzugehen, sondern diese Kultur des ‘laissez faire’, die Nazis und Geschichtsrevisionisten eine Möglichkeit der Meinungsäußerung (und noch schlimmer der Machtausübung) ermöglicht, offen zu legen und zu verhindern.
    Das ist keine «ideologische Indoktrination» wie zu DDR-Zeiten, sondern die Bewusstmachung von Strukturen, die Nazis, Revisionisten und Relativierern Gehör verschafft.
    Wenn draußen auf der Straße irgendjemand Hakenkreuze an Asylbewerberheime schmiert, ist das dann für dich auch Meinungsfreiheit?? Ganz sicher nicht. Und zum Thema Meinungsfreiheit wurde im übrigen schon genug gesagt, lies es dir bitte noch einmal durch…

  18. wtf?…

    Frau von der Leyen hat gestern bei Radio Sputnik (MDR) behauptet, dass die große Mehrheit der Internetnutzer für die Internetsperren sei. Ihr Argument ist dabei, dass den 134.000 Unterzeichnern die 40 Millionen deutschen Internetnutzer gegenüberstehen.…

  19. Ranjit sagt:

    Was ist eigentlich dran an Sascha Lobo? Sein Blog ist imho ganz nett, aber nichts was ich abbonieren würde.
    Auf wikio (http://www.wikio.de/blogs.…./top) ist er noch nicht mal unter den Top 100. Netzpolitik ist hingegen auf Platz 1.

    Im Endeffekt maximiert er nur seine Bekanntheit in den traditionellen Medien. Er ist einfach deswegen beliebt, weil er nicht unbekannt ist im Netz, aber man ihn in die alten Kategorien packen kann. Er spielt Brückenkopf der alten Welt im Netz, tut aber gleichzeitg so, als würde er die Interessen der Netizens in der Offlinewelt vertreten. Irgendwie ist er der Alibi-Wilde aus dem Internetdschungel den die zivilisierten Bildungsbürger bei Teeparties vorzeigen können. Seltsam genug, um als beispielhafter Vertreter der Netzbarbaren herhalten zu können (Bonus: die Frisur), aber konform genug um vermarktbar zu sein.

    Sascha Lobo wird solange erfolgreich sein, solange Politik und Wirtschaft die einfach Wahrheit verschleiern müssen, das Netizens ganz normale Menschen sind. Nur eben Menschen, die ein relativ neues Medium intensiver nutzen, als es der Mainstream bisher tut.

  20. georgi sagt:

    @Jonathan
    Es geht hier nicht darum gegen Nazis vorzugehen, sondern diese Kultur des ‘laissez faire’, die Nazis und Geschichtsrevisionisten eine Möglichkeit der Meinungsäußerung (und noch schlimmer der Machtausübung) ermöglicht, offen zu legen und zu verhindern.
    Habe ich Dich richtig verstanden? Du willst nichts gegen rechte Ideologien unternehmen, dafür aber gegen jene polemisieren, die bedingungslose Redefreiheit fordern? Das wäre «Sperren statt Löschen».

    Das ist keine “ideologische Indoktrination” wie zu DDR-Zeiten
    Das bezieht sich z.B. auf die Massen von Kommentaren im Forum der Piratenpartei, die schnellstmögliche Exekution von B.T. oder Parteisäuberungen, Gesinnungskontrolle oder ähnliches fordern. Das belegt nicht gerade demokratische und rechtsstaatliche Gesinnung vieler Blogger.

    Wenn draußen auf der Straße irgendjemand Hakenkreuze an Asylbewerberheime schmiert, ist das dann für dich auch Meinungsfreiheit??
    Nein, das wäre Vandalismus, sonst nix. Derjenige, der so etwas macht, soll zu gemeinnütziger Tätigkeit verpflichtet werden, Seife und Schwamm nehmen, und die Sachen wieder wegmachen.

    Wie ihr Euch nun denken könnt, werdet ihr mich nie auf einer Gegen-NPD-Demo antreffen. Das ist mir zu blöd. Erst recht nicht, wenn es nur darum geht, verirrte Geister abzuurteilen, anstatt gegen zweifelhafte Ideologien zu argumentieren.

  21. targ sagt:

    Oh … mein Kommentar ist weg. Schade …

  22. Chris sagt:

    Liebe Freunde, ich weiß nicht, ob Ihr alle Lesen könnt. Ich muss hier wohl mal reingrätschen. Hier geht es um Vodafone, den Zensurbetreiber und die Tatsache, dass bald Deutschlands so genannte Top-Blogs dafür Werbung schalten. Die Piratenpartei-Debatte findet auf dieser Publikation woanders statt. Danke fürs Zuhören.

  23. phoibos sagt:

    um mal ein wenig offtopic zu sein (sowohl vodaphone als auch pp):

    ich frage mich seit tagen, wo die bildung bleibt? ich sehe hier unendliche probleme mit der deutschen sprache (orthographisch (und dass mich hier jetzt keiner annervt von wegen kleinschreibung) wie semantisch), ein gesellschaftsbild jenseits von allem, was schule zu leisten hätte, kleingeistigkeit ohne fähigkeit der reflektion, …
    ist das jetzt nur pisa? oder ist das schon das zeichen dafür, dass ich scheissealt bin, wenn ich über die «jugend von heute» lamentiere, die nichts mehr könne? oder hat sich da jetzt wirklich ein wandel in bezug auf werte und bildung vollzogen, der jenseits politischer strömungen entstanden ist? also sowas wie ein ad-hoc-gesellschaft, eine gesellschaft die kein gestern und kein morgen kennt und das heute, hier und jetzt zur absoluten handlungsmaxime erklärt hat…

    ciao
    phoibos

  24. daMax sagt:

    Tja phoibos, diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Liegt wahrscheinlich daran, dass auch ich scheißalt bin. Die Einstellung «lebe im hier und jetzt» ist ja an sich nicht völlig verdammenswert, aber mit der Ad-Hoc-Gesellschaft hast du sicher Recht. Man muss heutzutage immer sofort seinen Senf zu irgend etwas abgeben (ich nehme mich da nicht aus) anstatt mal eine Nacht über eine Sache zu schlafen und sich später reflektiert dazu zu äußern.

    Das war auch mein Beweggrund für meinen ersten Kommentar hier im Thread. Ich wollte Chris eigentlich nur mal ein Bisschen Mut zusprechen, nicht gleich Debatten für beendet oder Parteien für unwählbar zu erklären. Schon wird wieder auf mich eingedroschen bei mir wär Hopfen und Malz verloren. Und hätte Jonathan mal in meinen Blog reingeschaut anstatt gleich loszulegen, wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass ich kein so völlig unkritischer Mensch bin. Vielleicht auch nicht, das wäre aber von meinem Verständnis für Meinungsfreiheit durchaus gedeckt 😉

    Es findet IMHO ein massiver Gesellschaftswandel statt, der den meisten Menschen noch nicht einmal bewusst geworden ist. Es gibt unglaublich viele Konflikte zwischen sehr vielen Strömungen, von denen jede von sich denkt sie sei die einzig heilbringende.

    Mit dem Internet haben wir uns die Möglichkeit zu nie dagewesener Zusammenarbeit und Synergie geschaffen, schaffen es aber nicht, damit etwas anderes zu betreiben als die seit 10.000 Jahren herrschende Primatenpolitik. Ich sehe soviel Stress im Netz von Leuten, die sich gegenseitig übers Maul fahren, in Grund in Boden verdammen, verfluchen und für bescheuert erklären.

    Anstelle endloser Monologe frustrierter Sklaven (wie du hier schon wieder einen liest) könnte ja auch mal ein DI-alog treten. Das ist aber ungleich anstrengender und vor allem dauert es auch viel zu lange. Die Zeit, die ich benötige um alleine diesen Text zu schreiben, habe ich am Tag höchstens zwei Mal. Da man aber denkt, man müsse heute noch in 10 anderen Blogs, bei Twitter, auf Facebook und StudiVZ seine viel zitierten 2 cents deponieren, kommt eine gehaltvolle Diskussion nur selten zustande. Wie sollte man diese ganzen Diskussionen auch noch im Überblick behalten können? Ich kann es nicht, wahrscheinlich liegt’s wieder am Altern.

    So, langer Text, genau keine Antwort auf deine Frage. 😉

  25. Pirat4KA sagt:

    Holla!
    Danke fuer den Artikel, denn nun bin ich zum erstem Mal darauf aufmerksam geworden, dass mein Privoxy Adnation blockiert. Von sich aus! Was will mir das nun sagen? 😛

    Pirat4KA

  26. Foxxis Blog sagt:

    Macht nur so weiter .…..

    Im Moment erregen sich die Gemüter an der gestern vorgestellten neuen Marketingkampagne von Vodafone. Die Repliken aus der Netzwelt befassen sich zunächst mit dem unerträglichen «Heißluftblasen» der Marketing– und Vorstandskalkleisten aus den Häusern…

  27. vodafone: Wir haben nichts verstanden…

    Wie muß man sich das vodafone-Innenleben nach der Katastrophe («Kurze Kritik der vodafone-Pressekonferenz») vorstellen? Kann man, kann ein Manager, kann ein Unternehmen Fehler öffentlich zugeben? Kann man zurückrudern? Kann man aus seinen Fehlern ler…

  28. Dennis sagt:

    Das mit adical habe ich so noch nicht gesehen. Vielen Dank für die Perspektive. Wobei ich das schade fände, denn die Idee und die Umsetzung von adical finde ich eigentlich gelungen.

  29. truetigger sagt:

    Ihr zeichnet alles so schwarz/weiss: die Blogwelt war noch nie eine Gemeinschaft, und nur weil sie mit #zensursula das erste Mal halbwegs wie eine Stimme wahrgenommen wurde, sind nicht auf einmal alle politisch.

    Manche wenige wie ihr beide waren schon immer politisch, auch duckhome oder Bulo brauchten keine Zensursula. Und ich denke, dass auch nach dem Abklingen der Zensur-Debatte einiges zurückbleibt: man ist politisch aktiver, fragt mehr nach, verlässt sich generell weniger auf Mainstream-Medien.

    Auch wenn einige der sogenannten Alpha-Blogger (und nur die werden von den Medien ja überhaupt wahrgenommen) wieder in ihre ursprünglichen Themen und Geschäftsmodelle zurückfallen und damit eben auch Werbung von vodafone & co bringen, ich denk schon, dass #zensursula im Gegensatz zur Free-Burma-Kampagne des letzten Jahres etwas Bleibendes hinterlässt.

  30. Chris sagt:

    Unkreative Arbeit der Agentur und keine Aussagekraft, deshalb nimmt man Testimonial baut noch ein Kindchenschema ein und dann sollen wir .. ja was denn eigenltich(?) .. eigentlich geht es bei Werbung doch darum Erlebnisswelten zu schaffen, die Images schaafen und den Kaufimpuls auslösen sollen .. Aber ich sehe es mal positiv als ein Beispiel dafür, wie man Werbung «nicht machen sollte»

  31. […] nennen es die meisten Blogger nicht nur Arbeit, sondern es ist harte Arbeit. Wenn ich die Jungs von F!xmbr, den Spiegelfechter und viele andere um gute, oder sogar erstklassige Artikel ringen sehe, dann […]


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