Die Wikipedia und die Zweiklassen-Gesellschaft

Und nein das wird kein Abgesang auf die Wikipedia, die Volksenzyklopädie, zur schwindenden Qualität, zu den Blockwarten et al., da äußerten wir uns schon desöfteren. Ich finde diese neue Herangehensweise ist ein konsequenter Schritt in eine großartige Zukunft. Denn mit diesem System der Markierungen und der quasi bürgenden Autoren, kann man zum Gros wirklichen Unsinn ausschließen und garantiert mittels einer Art Qualitätskontrolle, den Inhalt der Artikel. Und trotz allem bleibt die Nähe zum Netcitizen bzw. dessen Mitarbeit gewahrt, es wird eben nur ein Zwischenschritt eingelegt und solange dieser transparent nachvollzogen werden kann, besteht auch kein Grund Mißbrauch z.B. in Form von Zensur zu fürchten.

heise

7 Antworten zu “Die Wikipedia und die Zweiklassen-Gesellschaft”

  1. ajku sagt:

    Nun führt sich Wikipedia endgültig ad absurdum.

  2. Oliver sagt:

    Warum? Ohne Qualitätskontrolle geht es nirgends und wenn du tatsächlich eine taugliche Enzyklopädie möchtest und keinen Schmierblock mit urban legends, dann braucht es das auch. Ich sehe da keinerlei Widerspruch im initialen Anliegen der Wikipedia.
    Auf gut Deutsch, in einer perfekten Welt brauchts keine Regeln, in der Realität hingegen schon.

  3. ajku sagt:

    Nun, wer entscheidet denn über das Anbringen der entsprechenden Hinweise? Nicht die «Blockwarte et al.»? Die «quasi bürgenden Autoren»?

    Wer sind diese Autoren? …

  4. Name sagt:

    Die Absurdität liegt darin, dass die Aufpasser aus der normalen Wikipedia-Clickenwirtschaft hervorgehen werden. Jenes Grüppchen, in der sich Leute schon mal selbst zu Theologie-Professoren ernennen, Elektriker-Auszubildende versuchen die Maxwellschen Gleichungen zu «verbessern» oder ihren Lebensinhalt aus dem Löschen von nicht genehmen Artikeln sehen.

  5. Oliver sagt:

    Es existieren bei der Wikipedia Redaktionen für die einzelnen Bereiche, dort u.a. sitzen teils auch Fachleute drinnen, mit Namen etc. bekannt, die auch u.a. jetzt schon für gewisse Dinge die Verantwortung tragen.

    Man sollte nicht die Haut des Wildschweins verkaufen, solange es noch nicht erlegt ist — soll heißen, wie auch oben geschrieben, wenn die Sache transparent abläuft, dann ist alles im grünen Bereich.
    Es bringt ehrlich gesagt nichts, wenn jemand den Text über Pyramiden verändert, auf Grundlage eines zuvor konsumierten Werkes von Däniken.
    Vergleich es einfach mit den freien Betriebssystemen, jeder kann mithelfen, jeder kann Fehler melden, Patches einbringen etc. — aber dazwischen sitzt eine Instanz die ob der Qualität auffiel und die diese Dinge einer Qualitätskontrolle unterzieht. Ein ganz normaler Prozeß und es wird an den Usern liegen, ob diese erwachsen genug sind eben diesen Prozeß durchzuziehen.

  6. Chris sagt:

    Da hatte doch die Titanic kürzlich etwas:

    Nils aus der 6B gab in der Pause unter «Roman» die Definition «der Roman ist doof» ein; die Änderungen wurden erst Wochen später rückgängig gemacht, da auf der Diskussionsseite zwei Literaturtheoretiker darüber diskutierten, ob die Form des Romans unter dem Signum der Postmoderne nicht tatsächlich und mit guten Gründen als «doof» bezeichnet werden kann

    Wikipedia intim

  7. ajku sagt:

    qed …

    … in gewissem Sinne.

    «wenn die Sache transparent abläuft» — so läuft’s doch jetzt bereits.

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