Die Wikipedia ist irrelevant

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In der Wikipedia geht es mal wieder hoch her. Seit Tagen verfolge ich nun auf Identi.ca die netten Kommentaren zu den Blockwarten der deutschen Behörde für angewandten Schwachsinn. Dabei sind die Diskussionen nicht wirklich neu — dieser Link befindet sich seit Jahren in meinen Favoriten. Immer, wenn ich lachen möchte, rufe ich die Seite auf und erfreue mich der Diskussionen. Die deutsche Wikipedia ist manchmal nur ein Mülleimer gegenüber dem englischen Original. Aber: Quellenkritik, selbst, besser insbesondere bei der Wikipedia predigen wir seit Jahren

Aktuell sind zwei Diskussionen im Focus der Öffentlichkeit: Der Artikel zu MOGIS, dem Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren, wurde gelöscht. Ich denke, dass so gut wie jeder halbwegs versierte Internetnutzer, der in den letzten Monaten die Diskussionen rund um die Internetsperren verfolgt hat, dagegen protestiert hat, sich an den Diskussionen beteiligt hat, MOGIS kennen wird. Der Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren gehörte zu den wenigen unabhängigen Gruppen, die klar Stellung bezogen haben. MOGIS gehört keiner Partei an, wird nicht von konservativen Kreisen ausgehalten, sie sind schlicht und ergreifend unabhängig und haben in den Medien mehrfach Erwähnung gefunden. Wenn bei MOGIS keine Relevanz vorhanden sein soll, dann ist die Wikipedia eben so wenig relevant.

Tschunk, ein Cocktail, welcher aus Club-Mate, Rum und anderen Zutaten zusammengemixt wird, ist laut der Wikipedia ebenso irrelevant und wurde gelöscht. In der Diskussion lässt sich ganz hervorragend die überhebliche und arrogante Art der Blockwarte sehen: Die WP:Löschregeln sehen keine Mehrheitsentscheidungen vor, nur den Austausch von Argumenten. Auf den Hinweis, dass von der Mehrheit argumentiert und begründet wurde, dass Tschunk relevant sei, kam die Antwort: Wenn Du es weißt, wieso beziehst Du Dich dann auf die Mehrheit? Sie hatte eben Unrecht. Und das entscheidet dann eben ein kleiner Blockwart, der als Wikipedia-Admin den Löschknopf unterm Finger hat. Erschreckend, wie hier mit der Macht gespielt wird.

Wäre die Wikipedia ein Blog — who cares, jeder nach seiner Facon. Doch die Wikipedia will mehr sein — eine freie Online-Enzyklopädie mit hehrem Anspruch. Dass diese immer wieder durch kleingeistige Blockwarte in die Schlagzeilen gerät, ist absurd und läuft dem Gedanken des freien Wissens zuwider. Fefe hat den Damen und Herren der Wikipedia folgende Worte ins Gästebuch geschrieben: Das Relevanzkriterium bezieht sich nicht darauf, ob ihr oder irgendjemand einen bestimmten Begriff für relevant haltet. Sondern ob der Text, der da zu dem Begriff steht, relevant für die Erklärung des Begriffes ist. Denn das ist das schöne bei einem Wiki. Niemand erleidet einen Schaden, wenn noch ein weiterer Eintrag dabei ist. Dem ist nichts hinzuzufügen. Leider werden Argumente offensichtlich bei der Wikipedia kaum noch gehört. Wenn ich die Twitter-Suche bemühe, äußern sich viele User zurückhaltend, was zum Beispiel Spenden an die Wikimedia Foundation in der Zukunft angeht. Somit schaden wenige Blockwarte nicht nur dem Ansehen der Wikipedia, sie gefährden auch die finanzielle Zukunft des Projekts. Bis zum Beweis des Gegenteils, steht für mich fest:

Die Wikipedia ist irrelevant.

Verwendetes Logo: Wikipedia

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57 Antworten zu “Die Wikipedia ist irrelevant”

  1. Cynetics sagt:

    Irgendwie ist in der ganzen Sache ein sehr ekelhafte Ironie, dass ausgerechnet ein Verein gegen Internetzensur wegzensiert wird.

  2. phoibos sagt:

    die wikipedia ist imo nicht irrelevant — sie ist sogar enorm wichtig für diejenigen, die sich keine enzyklopädien antiquarisch (die wenigsten neuen taugen imo etwas, von der enc.brit. mal abgesehen) leisten können. die deutsche filiale hingegen beweist einmal mehr, dass der mensch in seiner masse ein dummes tier ist. immer häufiger weiche ich aufgrund mangelnder infos auf fremdsprachige wp aus.

    ciao
    phoibos

  3. […] Die Wikipedia ist irrelevant. Ich habe mich ja schon öfter über diesen Irrelevanz-Schwachsinn der Blockwarte der deutschen […]

  4. Marc sagt:

    Ob die Wikipedia wirklich irrelevant ist, das möchte ich im Moment so nicht unterschreiben. Allerdings ist die .de Wikipedia offensichtlich in denkbar schlechte Hände geraten. Da ich bezweifle, dass sich die dort agierenden «Herrenmenschen» die erlangte «Macht» nehmen lassen, ist es eben an der Zeit nach Alternativen Ausschau zu halten.

    Gibt es eigentlich weitergehende Informationen zu diese Leuten?

  5. Markus sagt:

    Wie ist das eigentlich in den anderen Sprachen? Sind da auch irgendwo auch noch so Bürokraten-Kleingeister wie in der deutschen am Ruder?

  6. Anonymous sagt:

    Die Diskussion um Löschanträge in der Wikipedia hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen, und einige der in Deutschland meinungsbildenden Blogger scheinen zu Recht äußerst verärgert über die Art zu sein, wie in der deutschen Wikipedia derzeit Beiträge behandelt werden. Dein Fazit «Die Wikipedia ist irrelevant» ist zum Glück noch mehr eine aufrüttelnde Provokation als dass sie die Realtiät wiedergibt, aber wenn die von Dir und anderen Bloggern beschriebenen Zustände um sich greifen, kann es tatsächlich sein, dass eines der bedeutendsten deutschsprachigen universellen Nachschlagewerke die Akzeptanz der Netzgemeinde verspielt und tatsächlich an Relevanz verliert.

  7. Oliver sagt:

    Für mich ist die Wikipedia irrelevant, da ich bessere Quellen an der Hand habe. Und für das Gros der Bevölkerung ist es ebenso, ich werfe da nur einmal den Buchverleih, antiquarische Dienste etc. in den Raum, wo man für kleines Geld oder für lau glücklich werden kann. Wer etwas lernen wollte, konnte dies auch schon bisher — einzig der Wille dazu fehlt dem Gros und die Wikipedia an sich ändert daran auch nichts.

    Wie dem auch sei, interessant finde ich das Konzept und ich versprach mir auch zu Beginn sehr viel davon, investierte Zeit, steuerte auch einiges dazu bei. Heute gebe ich mich gelegentlich nur der Korrektur in englischen Fachartikeln hin — dort existieren jene Blockwarte ebenso, wenn auch in weitaus geringerer Zahl — und steuere gerne ab und an freie Inhalte zur Wikimedia Commons bei.

    Das Problem beginnt und endet jedoch nicht alleine mit Löschaktionen, nein auch die Qualität der Artikel per se leidet darunter. Das Recht des längeren Atems regiert auch dort, wenn Esoteriker beispielsweise in archäologischen Artikeln herumpfuschen, populärwissenschaftliches Bohei Einfluß findet etc., dann ist dies nicht offensichtlich für jeden Nutzenden, aber für diverse die sich mit jener Materie eingehend beschäftigen. Erkennt man das Konzept schwindet das Engagement recht schnell. Ich kenne einige Kollegen, die sich in ihrer Freizeit den Kämpfen dort hingeben — Respekt von meiner Seite — aber ich sehe es als Kampf gegen Windmühlen. In anderen Bereichen ist es nicht viel anders … die Löschakrobatik einiger ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Die Wikipedia in den USA macht es vor: mehr Regeln. Wir haben auf der einen Seite das Konzept von freiem Wissen, gepaart mit der Vernunft der Partizipierenden. Nur in der Praxis ist es damit nicht weit her, insofern begrüße ich gezwungenermaßen die Regulierung in diversen Kernbereichen der Wikipedia, den nur auf diese Art und Weise kann Qualität _angestrebt_ werden. Darüber hinaus mangelt es auch einigen Partizipierenden an schreibtechnischen/wissenschaftlichen Qualitäten: wo fängt das Zitat an und wo endet es, welcher Stil ist adäquat für ein wissenschaftliches Fachblatt, jedoch keineswegs für eine Enzyklopädie usw. Es gibt viel zu tun, ohne Regelwerk ist alleine der Versuch jedoch der Absurdität geopfert. Beispiele? Beispiele sind Legion, abseit von Dingen wie oben erwähnt.

    Eine Art Watchblog für die Wikipedia wäre wohl gemäß dem Gusto einiger, hat meiner Meinung jedoch mehr das Niveau von Schadenfreude, denn konstruktiver Kritik. Zudem könnten wohl viele die angebrachte Kritik nicht verstehen. Wie bei jedem freien Projekt hoffe ich auf einen selbstbereinigenden Prozeß, welcher leider mehr oder weniger nur seitens eines Diktats weniger eingeleitet werden kann.

  8. Knusper sagt:

    Ich stimme zu, die Wikipedia ist irrelevant und für mich mehr eine «Unterhaltungs-» als eine «Wissensquelle».

  9. […] der Verein von Mißbrauchsopfern gegen Internetsperren, bekommt keinen Wikipediaeintrag wegen angeblicher Irrelevanz. Das ist im Fall MOGiS reichlich bizarr, zeigt aber deutlich, wie es […]

  10. ich, wer sonst sagt:

    Ich, weiß nicht was Du/ Ihr wollt. Die Wikipedia ist genauso ein Abbild der Wirklichkeit wie zum Beispiel Wahlergebnisse. Insofern bleibt nur resignieren oder engagieren.
    Und um nicht missverstanden zu werden, die Löschung von Mogis ist falsch, da das einzige Relevanzkriterium ausgeblendet wurde — die Existenz des e.V. i.G.

  11. Anonymous sagt:

    wie wäre es, wenn mogis zurückschlägt, und die de-WP forkt. In der Art, wie es die «Enciclopedia Libre», bei der spanische WP gemacht hat?

  12. Suicider sagt:

    Ich habe auch schon solche Erfahrungen mit Schnell-Loeschantraegen gemacht («Werbegeschwurbel»), womoeglich auch begruendet, aber die Art, einem an den Kopf zu knallen, demotiviert ganz deutlich, keinen Bit mehr fuer die Wikipedia zu tun.

    Uebrigens ist das Schwester-Projekt Wikiquote genauso krank. Ich habe mal das, wie ich finde, extrem Geschichts-relevante Zitat vom Altkanzler Schroeder aus der Elefantenrunde 2005 eingetragen: («Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in dem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden. Also, ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen. Die Deutschen haben doch in der Kandidatenfrage eindeutig votiert. Das kann man doch nicht ernsthaft bestreiten.» — »Elefantenrunde ARD/ZDF, 18. September 2005 — nach der Bundestagswahl»).
    Das wurde wegen Urheberrechtsverletzung mit vielen anderen Zitaten von Schroeder geloescht. WTF?!

    Spaetestens da war fuer mich das Projekt Wikiquote irrelevant. Im Uebrigen darf man dort jetzt nur noch 10 Zitate pro Person lesen, was natuerlich an Absurditaet kaum zu ueberbieten ist.

  13. Oliver sagt:

    @ich, wer sonst: Schüler, Student oder Rentner? Aber selbst diese können sich bei sinnvolleren Tätigkeiten engagieren. Deutsche engagieren sich nicht, Deutsche marschieren, gehorchen oder befehligen andere. Die deutsche Wikipedia ist in der Tat ein Abbild dieser missratenen Gesellschaft.

  14. Gunnar sagt:

    Etwas OT:
    Warum engagieren sich Deutsche nicht? Ich kenne viele in meinem Umkreis die sich engagieren

  15. Robert B. sagt:

    Ich bin schon seit einigen Jahren bei Wikipedia angemeldet, aber in letzter Zeit nur noch passiv oder höchstens einmal korrigierend tätig (wenn mir ein Fehler auffällt). Aber von daher kann ich das jetzige Geschrei über die Enzyklopädie nicht nachvollziehen, weil es die „Blockwarte“ dort doch auch schon seit Jahren gibt. Und mindestens genauso lang diskutieren immer wieder „gemäßigte Autoren“ über die Kollateralschäden, die diese „Blockwarte“ anrichten – ohne nennenswertes Ergebnis. Trotzdem finde ich es erstaunlich, dass diese Form der Enzyklopädie angeblich besser sein soll, als Werke, die ganze Fachredaktionen im Rücken haben – oder wurde da nie die deutsche Wikipedia getestet?

  16. Oliver sagt:

    >Aber von daher kann ich das jetzige Geschrei über die Enzyklopädie nicht nachvollziehen

    Von welchem Geschrei sprichst du? Die Wikipedia ist bei uns seit Beginn in Kritik als auch in Verteidigung vorhanden, bei fefe ebenso, auch bei xyz usw.

  17. Oliver sagt:

    @Gunnar: meinen Umkreis kenne ich ebenso. Und nun? Es gibt viele Deutsche die engagieren sich in Kleingärtner– u. Gebrauchshunde-/Hundesportvereinen etc.? Frage verstanden? Kontext ebenso?

  18. phoibos sagt:

    @Robert B.:

    die wikipedia.de punktet meist mit ihrer aktualität. wenn es aber um tiefe geht, ist die enc.brit. vorne. immerhin ist die wp.de die einzige enz., die man noch in maßen zitieren kann/darf.

  19. Oliver sagt:

    @phoibos: Aktualität kann auch jedes Revolverblatt bieten und wie auch dort geht die erzwungene Aktualität oft nach hinten los. Ich verlinke bzw. zitiere ausschließlich im Web und dann auch nur bei «Banalitäten», also Dinge die im Prinzip nur einer kurzen begrifflichen Erklärung bedürfen. Interessanter finde ich es in den manchmal massiv vorhandenen Quellen zu stöbern.

  20. Manual trackback
    Anspruch vs. Wirklichkeit: Enzyklopädie Wikipedia und seine Relevanzkriterien

    Wer bestimmt, welches Thema in einem Wiki, das für sich in Anspruch nimmt, die große Online-Anzyklopädie zu sein, «relevant» und welches «irrelevant» ist?

    Dies gilt auch für einzelne Bereiche in Artikeln, so wie …

  21. Robert B. sagt:

    @Oliver: Ich spreche von der Sau „Deletionismus“, die gerade wieder durchs virtuelle Dorf getrieben wird. Alles alt bekannt, da hast du vollkommen recht.

  22. ajku sagt:

    Das ist doch dieselbe Generation Blockwarte, plus Adepten, die seinerzeit das deutsche Usenet terrorisierten — ich erinnere nur an die unsäglichen Signatur-Debatten …

  23. Gunnar sagt:

    Wie und nun?
    Ich meinte das ich einige kenne die bestimmt keine typischen Deutsche
    sind. Befehle geben, folgen usw. Viele sind für Menschen tätig. Migrantenhilfe, Arbeiten mit und für Behinderte und vieles mehr. Und keine
    typische Vereinsmeier

  24. polar sagt:

    Oha, gibt garkeinen Wikipedia-Eintrag zu Wikipedia-Blockwarten…dabei wäre das nun wirklich relevant. :O

  25. […] fxNeumann hat in seinem Blog auch etwas zu dem Thema geschrieben, Helge Städtler hat seinen schönen Beitrag Ein Eintrag in der Enzyklopädie Wikipedia: Wie geht das eigentlich? zu dem Thema erweitert und fxmbr hält die Wikipedia inzwischen für irrelevant. […]

  26. Lustig: ich habe dieses phänomen und noch viel mehr in einem Wikipedia-Theorie-Artikel ausführlich thematisiert. Dieser Artikel steht gerade zur Löschung an (zum dritten mal). Hier der Link.

  27. @Suicider: Bitte lies und bedanke dich beim Gesetzgeber.

  28. Seraphyn sagt:

    Es ist schon faszinierend, welche Idioten für unser zukünftiges gespeichertes Wissen zuständig sind. Ein Faktor, welcher mir Angst und Bange macht. Viele Kleingeister, welche ich schon auf der Wikimania in Frankfurt a.M. kennelernte sind für Handlungen und darauf folgendes Wissen verantwortlich. Btw. Wikimania, 3 Stunden fahrt, für einen Kumpel aus Sgt.Gallen sogar mehr und wir sind nach 2 ¹/2 Stunde gegangen. Grund war eine nette Dame und Ihr Anhang, welche für die Veranstaltung verantwortlich waren und mein Groll war unendlich. Ich kenne somit die netten Löschgeilen persönlich und mein Argwohn bestätigte sich bis jetzt. Manche Menschen betteln halt um Schläge ( Sorry, norm nicht mein Weg)
    Gruss

  29. […] Wikipedia wurde inzwischen für irrelevant erklärt Die englische Wikipedia dürfte wohl doch die bessere Alternative zu den bürokratischen […]

  30. TL sagt:

    ich wäre für die Löschung des Artikels. :-)
    Wo stelle ich den Antrag?

    Wenn denn diese «Blockwarte» nur ein paar schwarze Schafe sein sollen, warum werden sie dann nicht von den anderen mehrheitlich (?) vorhandenen weißen Schafen rausgeschmissen? Aber anscheinend wird das stillschweigend akzeptiert — eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus?

  31. […] auutoritären «Recht und Ordnung»-Gesinnung sind und auch nichts darüber, dass sich die deutsche Wikipedia dadurch irrelevant mache, indem sie mit ihrer kleingeistigen Borniertheit gegen die Informationsfreiheit arbeite. Nichts […]

  32. Harry Heine (Düsseldorf/Rhein) sagt:

    Meine (zuletzt «nur» noch als IP-) Erfahrungen mit de.wp sind KATASTROFE.
    Jede MiniKritik an dort breit propagierter Mainstreamideologie wird schnell(er als schnell) ZENSIERT, Letztbeispiele «Herta Müller» & «Nobelpreis für Literatur» …

    Alles bekannt sagen Sie … sicher das. Nur — was tun außer dort nix mehr einstelln, stattdessen in anderen trad. Lexika, zum Beispiel Bio-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL: nimmt nur tote Personen auf…) oder wo sonst ?

    Gruß Harry

  33. Idioten ohne Grenzen…

    Die „Homöopathen ohne Grenzen“ sollten in der Wikipedia erscheinen – ebenso wie zum Beispiel Uri Geller oder andere esoterische Themen, nämlich kritisch betrachtet. Denn ich will mich auch über Dinge, die ich ablehne, in der Wikipedia informieren könne…

  34. ich, wer sonst sagt:

    @ Oliver: In Gedanken habe ich etwas anderes gedacht als ich jetzt schreibe, aber Du kennst die falschen Leute. Bei mir wird diskutiert und gestritten. Wer von mir verlangt, dass ich marschiere und auf Befehle warte, fliegt raus.

  35. D-k sagt:

    Enttäuschend, jetzt wird sich auch hier an dieser Hexenjagd beteiligt und jede Falschinfo nachgeplappert. Bei Tschunk wurde nach der Mehrheit in der Löschdiskussion entschieden (10 für löschen sind mehr als 6 für behalten) und natürlich wiegen Argumente mehr als bloße Mehrheiten. Argumente für die Relevanz von Tschunk gab es aber auch keine.

    Und wieso läuft eine Löschung von zwei/drei Artikeln dem Gedanken von Inhalten unter freien Lizenzen zuwider? (nichts anderes bedeuted das «frei») Warum glaubt jeder, Wikipedia für eine Suchmaschine und das Gedächtnis von allem und jedem halten zu müssen? Es ist ein Projekt, das von seinen Nutzern gemacht wird und die entscheiden auch. Wenn du nicht mitmachst, beschwere dich nicht!

    Und die, die Fefe jedes «Blockwart» und «Löschnazi» nachplappern, braucht WP nicht als Autoren, denen fehlt die nötige Integrität und die Fähigkeit, Quellen kritisch zu hinterfragen und nachzurecherchieren.

  36. […] Die Wikipedia täte gut daran, ihre Bürokratie einzuschränken und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: Die Sammlung von Wissen. DAS ist nämlich definitiv relevant! Weitere Infos: Fefe, Kris, Hanno, Felix, Metronaut, Carta, Schockwellenreiter und F!XMBR. […]

  37. Robert B. sagt:

    @D-k: Herrlich:

    Warum glaubt jeder, Wikipedia für eine Suchmaschine und das Gedächtnis von allem und jedem halten zu müssen?
    […]
    Und die, die Fefe jedes “Blockwart” und “Löschnazi” nachplappern, braucht WP nicht als Autoren, denen fehlt die nötige Integrität und die Fähigkeit, Quellen kritisch zu hinterfragen und nachzurecherchieren.

    Weißt du, was Enzyklopädie heißt? Es ist nicht unser Anspruch, den wir an die Wikipedia legen, es ihr Anspruch, mit dem sie antritt.

    Und nach dem, was ich bei der deutschen Wikipedia selbst erfahren habe, fehlt es einigen dort an der nötigen Integrität und Fähigkeit, Wissen, welches über ihren Horizont hinausgeht, zu akzeptieren sowie zur Konfliktlösung.

  38. Suicider sagt:

    avatar: Danke, habe mir mal das Urteil zum Handbuch moderner Zitate durchgelesen. Frage mich nur, warum dann sowas wie polit-bash funktioniert (aber das ist eine andere Frage).

    Back2topic: es wurde schon oft angedeutet, aber in dieser Diskussion ist es wieder belegt: Themen, die aus dem Internet kommen oder damit zu tun haben, sind in der Wikipedia nicht gern gesehen im Gegensatz zu Nicht-elektronischen Themen aus der analogen Welt. Aber spaetestens wenn z.B. wie bei MOGIS ein Begriff / Lemma in der Fernsehwelt angekommen ist, sollte es doch relevant geworden sein, oder nicht?

    Immerhin (die Loesch-Seuche hat auch was Gutes 😉 ist der in meinen Augen extrem uebertriebene Artikel zu «Lord of the Weed» auch endlich geloescht.

  39. Anonymous sagt:

    ein wendung gegen die mehrheit sieht immer schlecht aus, aber was ist mit der schweigenden mehrheit, im gegensatz zu einem abseitigen fanclub, der als flashmob auf einer artikeldiskussionsseite etwas durchzupeitschen versucht.

    dass kein technischer platzmangel besteht, ist mir auch als einer der großen vorzüge bewusst. aber wenn auch nicht die technik der flaschenhals ist, so doch der mensch, und eine überzahl von minderartikeln hat in der hinsicht vielleicht doch einen das ganze herabwürdigenden effekt auf die leserschaft. ob filtermöglichkeiten helfen könnten?

    einfach mal weiterexperimentieren…

  40. Franse sagt:

    Mittlerweile denke ich, dass das «Sei mutig» sich vor allem darauf bezieht, den anfänglichen «Mobbing» und die immer anwesenden Blockwarte zu überstehen.

    Mein Paradebeispiel ist der Artikel zu Milton Friedman, wo auf der deutschen WP zwei Jünger jede ungünstige Änderung durch Flames und Edit-Wars zunichte machten. So durfte das Heiligenbild des Artikels nicht durch Erwähnung von Naomi Klein gestört werden, deren Werk(e) aus sozialer und medialer Sicht zweifellos relevant sind. Auch andere tendenziöse Formulierungen wurden bis aufs Blut verteidigt. Mittlerweile haben sich einige Änderungen durchgesetzt, aber die monatelange (!) Episode samt seitenlanger fruchtloser Diskussionen hat sich bei mir doch eingebrannt.

    Suicider: Nimm doch polit-bash. Keine Ahnung, wie lange die sich halten können. Ich wusste auch nichts von dieser himmelschreiend dummen Regelung… wer das wieder erfunden hat.

  41. V. Ohneland sagt:

    Ich hätt’s vielleicht weniger polemisch gesagt. Von der Richtung her von mir aber Zustimmung zur Richtung von D-ks Post. Für die, die sich tatsächlich dafür interessieren, mal ein paar Anmerkungen zu Wikipedia-Gepflogenheiten:
    1) Selbstverständlich sollte in Löschdiskussionen nach vorgebrachten Argumenten und nicht nach ‘Mehrheiten’ entschieden werden. Bei Beteiligungen von einer Handvoll Leuten bewegt sich ihr Anteil an der Gesamtzahl der (angemeldeten) Autor/innen allerhöchstens im Promillebereich, wie sollte es da eine valide Mehrheit geben? Zumal hinter verschiedenen Accounts auch ein und dieselbe Person stecken kann. Kurz: Es ist hier systemisch nicht angeraten, in Löschdiskussionen vorrangig nach ‘Mehrheiten ’ zu gehen, und da bleiben eben nur, tja, die Argumente.
    2) Löschen ist notwendig, solange eben nicht davon ausgegangen wird, dass alles und jedes (meine schöne Birke im Garten z. B.) einen eigenen Artikel haben soll/kann/sollte. Wieder: Löschen ist hier systemische Folge des Grundkonzepts.
    3) Es gibt auch noch die sogenannte ‘Löschprüfung’, in der Löschentscheidungen neu aufgerollt werden können. Ja, auch wieder von den Admins, den /ironie an/ uneingeschränkten Willkürherrscher/innen und damit quasi Halbgottheiten /ironie aus/ der Wikipedia.
    4) Es gibt mittlerweile für vieles ‘Relevanzkriterien’, auch für Vereine. Die Entscheidung über ‘löschen oder nicht’ ist immer eine Frage der Abwägung, und bei aller Liebe zum Thema ‘Internetsperren’ und Freude über die Aufmerksamkeit, die der Verein generierte, Mogis ist, mit Verlaub, bis dato eine verdammte Eintagsfliege und Onemanshow.
    Letzten Endes kann ich den meisten Kritikern, hier oder auf Twitter oder sonstwo, nur empfehlen, sich die Strukturen der Wikipedia mal genauer anzusehen und sich vor allem klarzumachen, dass es ‘die Wikipedia’ als homogene Masse schlicht nicht gibt. Das könnte vor manch einem Kritikschnellschuss (und flott geschriebenen Nazivergleichen) bewahren. Den frustrierten (?) Ex-Benutzern kann ich nur sagen, dass sie vollstes Verständnis der aktiven Benutzer haben, die sich den Editwars und sonstigen Auseinandersetzungen beständig aussetzen, weil sie nach wie vor etwas in dem Projekt sehen. Vielleicht träumt ja noch der eine oder andere von den Aktiven davon, sich in ein selbstgebautes Blog-Refugium zurückzuziehen, um mit dem eigenen ‘Hausrecht’ auch endlich Ruhe vor all den anderen Schreiberlingen zu haben…
    Sorry für die Länge des Posts, musste aber auch mal gesagt werden. Schöne Vorschaufunktion.

  42. Tobias Schorr sagt:

    Hallo!

    WIKIPEDIA is nicht irrelevant, aber es macht sich durch Zensur dazu!

    Ich habe auch einige eigene Erklärungen zu Themen dort gemacht, zu denen kein anderer existierte, der etwas hätte schreiben können. Es ging z.B. über eine griechisches Halbinsel. Ich hatte dort mehr als 10 Jahre gelebt und dieses Wissen in Wikipedia anderen zur Verfügung gestellt.

    Es war ein Hick-Hack, der mich an eine Finanzamt in Griechenland erinnerte…

    Fazit für mich: Ich beteilige mich nur noch sehr selten an Wikipedia, obwohl ich immer wieder Fehler finde (z.B. im Bereich Geologie).

    Es ist ein undemokratisches Medium mit ein paar Kirschkernspaltern, die meinen, sie seien die Götter des Lexikons.

    Auch ich gehe inzwischen eher in andere Sprachen…

    Weiter so Wikipedia Deutschland! Dann eben nur noch auf englisch!

  43. Harry Heine (Düsseldorf/Rhein) sagt:

    @ tobias schnorr

    Seh / mach ich ähnlich. Wenn de.wp so weiter macht abschafft sie sich selbst…und wenn´s wirklich um Enzyklopädisches geht nicht die Enc.Britannica und bei Verstorbenen das dt. BBKL (ed. Bautz) vergessen…

    Gruß Harry

  44. Ich habe aufgegeben, als ich einen mit viel Aufwand erstellten Artikel über «Deutsche Erfindungen» nicht gegen eben solche Admins «verteidigen» konnte.
    Der Beitrag war als Antwort und Richtigstellung zu dieser Kampagne gedacht.

    Habe damals die Löschdiskussion leider verloren.

    Mein Kommentar dazu:

    «sed quis custodiet ipsos custodes?» (Juvenal)

  45. Anonymous sagt:

    Ich finde Wikipedia eine sehr nützliche Seite zum schnellen Nachschlagen von Informationen. Mir ist die Löschung von Artikeln aufgrund von ‘Irrelevanz’ aber auch schon aufgefallen. Ich kann das nicht nachvollziehen und bin ebenfalls der Meinung, dass sich hieran etwas grundlegend ändern muss.

  46. […] zu diesem Thema gibt es hier, hier und hier. KategorienAllgemeines Tags: web, wikipedia, Zensur Kommentare (0) Trackbacks […]

  47. different sagt:

    @Suicider: In wie fern Wikiquote nun Schuld am restriktiven deutschen Urheberrecht ist, musst du mir mal erklären.

  48. […] Die Wikipedia ist irrelevant […]

  49. Suicider sagt:

    different: Wikiquote (und auch Wikipedia) muss sich selbstverstaendlich an das deutsche Urheberrecht halten, auch wenn die Server im Ausland stehen. Ich war mir anfangs ueber den Umfang der Problematik nicht bewusst. Aber die Erfahrung, die ich dort gemacht habe, hat fuer mich auch den Anschein von Admin-Willkuer, siehe folgendes Diff: Beschreibung: «massive URV; Halbsperrung, damit nicht noch mehr illegaler Mist da reingeknallt wird».
    Entschuldigung, aber spaestens DA war fuer mich das Verstaendis und die Toleranz fuer den diffamierten «Blockwart» zu Ende. Das ich in diesem Fall an einen Wikiquote-Hardliner geraten bin, kann man in der Benutzer-Diskussion zu ihm nachlesen.

    Ja, Polit-Bash ist dann vielleicht doch die interessantere Plattform fuer Poltiker-Zitate, die es gilt zu dokumentieren. Zitate von Kuensterln aus ihren schriftlichen Werken sind eine andere Debatte, die zu Recht aufgrund des UrHG eingeschraenkt werden muessen.

  50. […] Merkmale gerne in die Kommentare, Anregungen dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder […]

  51. OMaximus sagt:

    Ich finde die Wikipedia als Universal-Nachschlagewerk auch sehr nützlich und praktisch. Über die (Ir-)relevanz der Wikipedia lässt sich auf jeden Fall streiten. Ich weiche teilweise auch auf die englische Wikipedia aus, da mir die Informationen dort meist ausführlicher und fundierter recherchiert erscheinen. Insofern würde ich auch bestätigen, dass die englischsprachige, «originale» Wikipedia besser als die Deutsche ist.

  52. Firlefonz sagt:

    Irgendie kommt mir das alles bekannt vor. Nur hieß es damals Usenet :)

  53. Oliver sagt:

    @Firlefonz: verstehe ich nun wirklich nicht. Das Usenet frequentiere ich heute ebenso noch und dort existiert auch keine «Elite» die anderen die Relevanz in Abrede stellt bzw. diese löscht.

  54. Quuti sagt:

    ich finde es auch interessant, das es einen Artikel ‘Antiamerikanismus’ gibt. In den sämtliche Kritik and der USA als neid oder Schikane für die Westliche Welt dargestellt wird. In den Kommentaren wurde ich dann mit Fachbegriffen zugebombt, wo unter anderen ein vergleich Antiamerikanismus mit Antisemitismus. als ich dies ansprach. Ein Artikel Amerikakritik bzw. ein vermerk bei den USA ist aber anscheinend wieder Irrelevant.

  55. Tobias Claren sagt:

    Kopiert alle Inhalte der Wikipedia (ist ja erlaubt), und stelt es auf eine Alternative Seite die das Gleiche anbietet. Durch die Offline-Version sollten doch alle Artikel unkompliziert runterladbar sein, oder?
    Es braucht also nicht mal einen DB-Hack oder das auslesen per HTTP.

    Die Alternativseite beginnt gleich mit allen Artikeln, aber ohne Blockwarte.

    Den Größenwahn von Mods kennt man ja von Seiten wie Gulli, Shortnews usw..

    Wenn diese Löschgeilen sich auch noch öffentlich auf Veranstaltungen outen, würde ich davon ein Video und ein paar Fotos machen und sie mit plakativer Domain im Netz veröffentlichen Inkl. Namen dieser Personen.
    Ja, ich würde nicht mal auf Adressen, Emailadressen, Webseiten (der Personen) verzichten.

    Bei solchen Typen die auch noch größenwahnsinnige bzw. bösartige oder Narzistische Komentare abgeben würde mir jedes Bedauern fehlen wenn sie ermordet würden. Ich würde mich trotz der schwere der Tat wohl «positiv berührt» fühlen.

    Das war dann wohl zu viel Freiheit. Due UR-Wikipedia hätte sich Rechte einräumen sollen notfalls lokale Wikipedia-Leute aus ihren Ämtern zu entfernen. So schnell wie man hier die Einträge löscht.

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