Die Wannabe-Bürgerrechtler der Grünen

Grüne ÜberwachungMir ist klar, dass das Gedächtnis auf manchen Blogs nur von heute bis gestern Abend reicht. Versuchen wir es trotzdem. Zwischen den Jahren 1998 und 2005 gab es in der Bundesrepublik Deutschland eine Rot-Grüne Bundesregierung. In dieser Zeit fallen die sogenannten Antiterrorgesetze oder auch Sicherheitsgesetze des Innenministers Otto Schily. Diese Gesetze wurden mit den Stimmen der Grünen verabschiedet. Das, was Wolfgang Schäuble heute unter einem Ministerium der Staatssicherheit  Bundesverwaltungsamt ausbauen will, ist nur die Folge Rot-Grüner Politik und der ersten Großen Koalition. Ein Datenaustausch zwischen Geheimdiensten und Polizei ist bereits usus — das Trennungsgebot, aus mehr als guten geschichtlichen Gründen, wurde bereits von Rot-Grün ad adsurdum geführt. Auch müssen Unschuldige in unserem Land wieder Fingerabdrucke abgegeben. Was Verbrecher über sich ergehen lassen müssen oder wie im Dritten Reich Juden verfolgt, stigmatisiert wurden, ist heute für jeden Bürger eingeführt worden: Dank einer Rot-Grünen Regierung wurde in unserem ach so freien Land der ePass eingeführt.

Über den unsäglichen Paragraphen 129a, der im praktischen Einsatz unserer Sicherheitsbehörden jeglichen freiheitliche Grundrechte, jegliche Pressefreiheit ausser Kraft gesetzt hat, muss man nicht mehr viel Worte verlieren. Ich weise explizit darauf hin: Dieser Paragraph 129a ist keine Forderung von Union-Hardlinern, wie Bosbach, Beckstein oder Schäuble selbst — nein, er wurde gemeinsam mit der SPD von den Wannabe-Bürgerrechtlern der Grünen verabschiedet. Ich erinnere auch daran, dass es die Rot-Grüne Regierung war, die das erste Mal wider besseren Wissens die Behörden ermächtigt hat, Online-Durchsuchungen durchzuführen.

Rot-Grün sei Dank ist in unserem Land das Bankgeheimnis gefallen. Ursprünglich sollte es Ermittlungen im Terrorfall dienen — heute hat selbst der Finanzbeamte auf die Daten Zugriff, der 2 Häuser weiter wohnt und mit seinem Fernglas — natürlich — Vögel beobachtet. Vergessen sollte man auch nicht die Anti-Terror-Datei — die Datensammelleidenschaft in Deutschland wurde ja auch gerade erst von der aktuellen Bundesregierung bestätigt.

Unter dem Strich bleibt schlicht und ergreifend, dass es eine Rot-Grüne Bundesregierung war, die nach den 60’er Jahren, den Notstandsgesetzen, der darauffolgenden RAF große Teile unserer noch vorhandenen freiheitlichen Grundrechte abgeschafft hat. Ein Gruß nebenbei auch an alle SPD’ler, die sich heutzutage über Wolfgang Schäuble aufregen — ob Schäuble oder Schily, ob CDU oder SPD — alles der gleiche Mist. Die heutige Politik ist nur eine Fortführung der ersten Großen Koalition dieses Landes, unzureichende Gesetze um die Bevölkerung zu überwachen, die dann von Schily und jetzt Schäuble aufgegriffen wurden/werden und heute ganz einfach präzisiert werden.

Warum ich das alles schreibe? Nun, ich wollte nicht schon wieder das Enfant Terrible geben. 😉 Ich hatte nicht vor, zu diesem Thema ein Wort zu verlieren. Ich habe hier einfach nur mit dem Kopf geschüttelt und damit war das Thema eigentlich auch gegessen. Heute dann habe ich festgestellt, dass nicht nur ich so denke, sondern auch Kai und Ben und seine Elementarteile. Nun könnte man es eigentlich auch dabei belassen, sich zum Beispiel bei Kai an der Diskussion beteiligen — doch dann bin ich den Links in Kai’s Artikel gefolgt und habe gesehen, dass diese Ankündigung nun auch bei den kritischen Heise-Journalisten angekommen ist und man dort diese PR-Meldung einfach so übernimmt, sich offensichtlich zum Lakai der Grünen macht.

Zwei Punkte sind hier zu beachten. Markus B, Macher von Netzpolik war zumindest aktives Grünenmitglied. Das ist nichts Verwerfliches — im Gegenteil, politisches Engagement muss man respektieren, davor ziehe ich sogar ein stückweit den Hut. Nur eines ist auch klar: Darauf sollte man hinweisen, wenn man so eine Veranstaltung ins Leben ruft. Dann wird nämlich ganz schnell klar, dass es eine politische Trauerveranstaltung der Grünen ist, und eben keine Veranstaltung pro Bürgerrechte. Dass die Grünen plötzlich ihr Gewissen wiederentdeckt haben sollen, daran glaube ich nicht wirklich. Man muss sich nur mal den neoliberalen Dreck anhören, den die Grünen-Führung Tag für Tag von sich gibt.

Zum anderen wird die Rolle, die der AK Vorratsdatenspeicherung innerhalb der Blogs, der Öffentlichkeit spielt, immer undurchsichtiger. Über die unsägliche Klage und den Äusserungen hinterher, haben wir schon gesprochen. Dass man nun hier an einer einseitigen Veranstaltung der Grünen teilnimmt, wirft einige Fragen auf:

Ist der AK Vorratsdatenspeicherung selbst eine Veranstaltung der Grünen?

Sind vielleicht Ralf Bendrath oder Patrick Breyer Mitglied bei den Grünen?

Warum wurden keine anderen Parteien, Organisationen dazugebeten (Mal vom CCC abgesehen, bei dem Markus B auch Mitglied ist)?

Warum lässt sich der AK Vorratsdatenspeicherung offensichtlich von einer einzelnen Partei vereinnahmen?

Was bestehen für Verbindungen zwischen den Grünen und dem AK Vorratsdatenspeicherung?

Ich glaube nicht, dass Antworten zu erwarten sind — auch andere Vermutungen stehen im Raum. Ein neues geschäftliches Feld für die Verantwortlichen — und wenn man sich in einem Barcamp hinstellt und von Politik 2.0 faselt, wohl sich selbst und dabei den AK Vorratsdatenspeicherung meint, dass lässt mich das ganz laut auflachen — da frage ich mich, was der Spiegelfechter oder Kai den ganzen Tag machen. Aber so eine Verlinkung bei Heise bringt ja Klicks, dementsprechend Werbeeinnahmen — Werbeeinnahmen? Ja, richtig, da war ja noch was. China, Dissidenten, Yahoo und adical. Jaja, so sind sie, unsere Wannabe-Bürgerrechtler… 😉

Nachdem ich mich heute wieder ein wenig mit dem AK Vorratsdatenspeicherung auseinandergesetzt habe, ich per Mail darauf hingewiesen wurde, dass dort Einiges gegen Tor Anonymisierung und betroffene Tor Admins gelaufen ist, es wohl eine von oben initiierte «Abstimmung» (aber von den ML-Mitgliedern abgeblockte) gegen Zusammenarbeit mit linkere Gruppierungen, das verhindern der Bildung einer eigenen NGO/Initiative/e.V. gegeben hat, dann werde ich mir bis morgen überlegen, ob ich meine Vollmacht für die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung, die ich am 22. November letzten Jahres an Rechtsanwalt Starostik geschickt habe, widerrufen werde. Im Moment sieht alles danach aus, als würde ich morgen meine Vollmacht widerrufen. Ich lasse mich ungern politisch benutzen oder gar ausnutzen. Schon gar nicht von Wannabe-Bürgerrechtlern…

Bild: F!XMBR, Logo: gruene.de.

32 Antworten zu “Die Wannabe-Bürgerrechtler der Grünen”

  1. […] Siehe auch: F!XMBR — Die Wannabe-Bürgerrechtler der Grünen Mir ist klar, dass das Gedächtnis auf manchen Blogs nur von heute bis gestern Abend reicht. […]

  2. daniel. sagt:

    Ganz ehrlich: mit deiner Vollmacht bist du nicht zu einer Marionette der Grünen, des AK VDS oder sonstwem geworden. Zumindest für mich ist jede Vollmacht ein Zeichen pro Freiheit und contra Grundrechtsaushöhlung. Wer die VB letztendlich veranlasst hat, ist imho vollkommen unerheblich. Wichtig ist, DAS jmd VB einlegt. Und wenn ich durch meine «Teilnahme» daran ein weiteres Zeichen gegen den staatlichen Überwachungswahn setzen kann (allein die Berichterstattung in der Presse über die große Teilnehmerzahl hilft, immer mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren und so potentiell auch den Widerstand gegen die vielen viel zu weit gehenden «Anti-Terror»-Maßnahmen wachsen zu lassen), werde ich dese Möglichkeit auch nutzen. Ich unterstütze mit meiner Vollmacht weder den AK VDS, noch die Grünen (welche ich wg einiger Punkte für nahezu gleich unwählbar halte wie die CDU/CSU/SPD) oder sonstwen. Ich helfe (symbolisch), meine und deine und unser aller Grundrechte zu verteidigen. Das ist meiner Meinung nach das Einzige, was zählt: nicht ohnmächtig zuschauen, sondern Zeichen setzen. Dass das Ganze dann von anderen für ihre Zwecke «ausgenutzt» wird, lässt die VB an sich nicht faulen. Darüber sehe ich persönlich hinweg.

    Schönen Gruß und trotzdem weiter so, ich lese hier immer sehr gerne 😉

    Gruß, Daniel

  3. lahnix sagt:

    Daswegen habe ich beim oben erwähnten RA erst gar nicht unterschrieben, da mir das mit den Grünlingen auch sehr sauer aufgeschlagen ist.

  4. Weil ihr so nett fragt: Ich bin nicht Mitglied der Grünen und war auch nie Mitglied in irgendeiner Partei. Ich arbeite aber immer gerne mit allen Parteimitgliedern zusammen, die mit überlegen wollen, wie man den ganzen Überwachungsmist der letzten Jahre wieder reduzieren kann. Das gilt für Grüne, Linke, Liberale, Sozialdemokraten, Piraten und so weiter. Cristof, der hier mit seinem AK-Vorrat-Hut auftritt, ist übrigens Mitglied der Piratenpartei und macht daraus auch kein Geheimnis. Die Logik, dass seine Teilnahme heute Abend bedeutet, dass der AK Vorrat die Grünen insgesamt unterstützt, kann ich so noder so nicht ganz nachvollziehen. Das heisst erstmal nur, dass er vom AK Vorrat kommt, nicht mehr und nicht weniger. Ich war auch schon auf zig Konferenzen als «Ralf Bendrath, Uni Bremen». Das bedeutet auch nicht, dass ich dort im Namen der Uni Bremen gesprochen hätte oder die Uni Bremen die Sachen unterstützt.

    Zur Frage der grünen Schuldfrage und Kooperationsfähigkeit etc. nur kurz: Wenn die Bürgerrechte in der gesamten Opposition (und z.T. auch in den Regierungsparteien) wieder ein wichtigeres Thema werden, dann ist das auch ein Verdienst der wachsenden ausserparlamentarischen Privacy-Bewegung. Dass unter Schily die Grünen nicht ausreichend dagegen halten konnten, lag auch daran, dass wir damals nicht in Massen auf die Straße gegangen sind.
    Da gibt es aktuell also keinen Grund zum jammern. Mein Ziel wäre im Gegenteil, irgendwann mal mit der CDU eine lange Nacht der Bürgerrechte zu machen. 😉

  5. Oliver sagt:

    >dass wir damals nicht in Massen auf die Straße gegangen sind.

    Welche Massen?

    >Mein Ziel wäre im Gegenteil, irgendwann mal mit der CDU eine lange Nacht der Bürgerrechte zu machen.

    Das ist sogar gar nicht so lächerlich, einige dort sind sehr aufgeschlossen aber eben eine Minderheit wie beim Rest.

  6. […] 2: Diverse Blogs (z.B. Ravenhorst und FX!MBR) haben den Grünen die rot-grüne Koalition noch nicht verziehen. Oder halten die […]

  7. Chris sagt:

    @Ralf: Oliver fragt zurecht — welche Massen. Die paar Männeken die da in Berlin an der Demo teilgenommen haben, je nach Quelle bis zu 10.000 Menschen? Aufwachen. 😉

    Mensch, mein Dad, altbackender, treuer Finanzbeamter, noch heute — ich erinnere mich gut daran, wie dieser Finanzbeamte auf dem Sofa saß und sich einen Spaß daraus machte, den Fragebogen zur Volkszählung mit Blödsinn zu beantworten, wie unsere ganze Familie auf die Straße gegangen ist. Das waren Massen.

    Selbst beim Golfkrieg 90/91 gingen mehr Leute auf die Straßen — kein Blut für Öl wurde damals geboren. Schulen hatten einen Tag geschlossen, damit die Schüler auf die Straße gehen konnten. Das waren Massen.

    Aber doch nicht die paar Männeken die da in Berlin aufgelaufen sind. Die traurige Realität ist, dass es die Menschen nicht interssiert. Man hat halt nichts zu verbergen. Da interssiert auch nicht, wenn die Internet-Generation anderer Meinung ist. PC aus, ab zum Nachbarn, der hat nichts zu verbergen — das ist die Realität in unserem Land.

    Nichtsdestotrotz lässt sich der AK Vorratsdatenspeicherung da heute als Feigenblatt von den Grünen ausnutzen. Die Grünen und Bürgerrechtler — sorry, wenn mein Lachen hier in HH so laut ist, dass es bis nach Bremen schallt. 😉

    Und bevor ich es vergesse — über dem Artikel steht mein Name, also Chris, nicht Ihr. 😉

  8. schomsko sagt:

    Dabei geht es um Politik. Mit allen guten nd schlchten Seiten. Kein Grund zum Loben oder Verdammen. Nüchtern betrachtet ist es ein Statement für Privacy. Ob hohl oder nicht — immerhin ein Statement.

  9. Oliver sagt:

    >immerhin ein Statement.

    Nüchtern betrachtet ist Deutschland scheiße ob zuvieler profaner Statements.

  10. lahnix sagt:

    Die Frage, die trotz alledem bleibt ist doch, wem kann ich trauen und wem nicht. Mit wem bin ich auf einer Demo? Wer und aus welchen Interessen hat dieser Jemand diese Demo eigentlich organisiert? Auf wen kann ich mich verlassen? Wer labert nur, bis er am Ende auch am großen Hebel sitzt und mitverdienen kann, wenn er sich für «das Richtige» entscheidet.

    Wenn jemand seine Ideale bis auf das Letzte zurückstecken kann, für die er vor ein paar Jahren unter Umständen noch mit Fäusten gekämpft hat (siehe z.B. Jockel und sein Gefolge), nur weil er jetzt in der Politik mitmischen darf/durfte, geht einiges an Vertrauen flöten.

    Die sogenannte «Linke» steht dieser Problematik im Übrigen in Nichts nach. http://www.jungewelt.de/2.…./031.php

    Manchmal möchte ich einfach nur noch weglaufen und versuchen diese ganze verlogene Scheinheiligkeit zu vergessen.

    Nur, wohin will man laufen???

  11. Man kann nirgendwohin laufen. Deswegen muss man kämpfen, wo man gerade ist. Und mit Leuten arbeiten, denen man nicht seine Großmutter anvertrauen würde, aber wo man weiss, dass es wichtig ist für den Datenschutz (remember: darum geht es eigentlich, nicht um den Glaubwürdigkeits-Oskar) wichtig ist, die gerade an Bord zu kriegen. Und sie an Bord zu lassen und zu ermutigen, weiterhin und mehr mit uns zu arbeiten.

    @ Chris: Ich hab wegen «kein Blut für Öl» mein erstes Studium geschmissen, weil ich die Proteste mitorganisiert habe. Das waren viel mehr, aber das war im Nachhinein komplettes Strohfeuer, abgesehen davon, dass es die Diskussion um die «neue Weltordnung» bereichert hat.

    Wenn wir es mit 15.000 (so die Zahlen vom 22.9. auch von der Polizei am Ende) geschafft haben, innerhalb der Parteien den Wind ein wenig in Richtung Privacy zu drehen, hat es sich gelohnt. Wenn wir nächstes Mal 100.000 sind und sogar Schäuble eine Nacht der Bürgerrechte mit uns oder Markus oder einem anderen Verein/Kollektiv/Firma machen will — umso besser.

    Macht ihr (ja: extra «ihr») mit?

    Viele Grüße, Ralf

    PS: Ich denke schon länger, dass diese Sache schon zu groß ist, um sie in Blogs oder so zu diskutieren. Wir brauchen dringend mal ein größeres Face2Face-Treffen. Das macht auch mehr Spaß.

  12. Grainger sagt:

    Die Linkspartei setzt das fort, was ihr u.a. die FDP jahrelang vorgemacht hat.

    Die FDP hatte (und hat) ja auch keine Probleme mit, auf den verschiedenen politischen Ebenen (Kommunen, Land, Bund) mit jeweils unterschiedlichen Koalitionspartnern zusammen zu arbeiten und sich dabei nötigenfalls auch gegensätzliche Standpunkte zu eigen zu machen.

    Nicht das ich das gut heiße, aber der FDP hat diese Wendehalspolitik scheinbar weinger geschadet als ihr jetziges Image als Spaßpartei.

  13. Moin!

    Ralf hat ja bereits geschrieben, was Sache ist: ich bin Mitglied der Piratenpartei Deutschland.

    Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung allerdings ist parteipolitisch neutral und behandelt jede Partei gleich. Ich spreche mit SPD-Abgeordneten ebenso, wie mit CDUler, Grünen, Linken und FDP.

    Ich suche nach Menschen, die sich für eine gerechte, demokratische, überwachungsfreie Zukunft einsetzen — unabhängig vom Parteibuch.

    Ich lasse übrigens keine Gelegenheit aus, die genannten Parteien freundlich auf die von dir angesprochenen Punkte hinzuweisen, wenn es zu allzuviel selbstbeweihräucherung kommt. Wohlgemerkt, freundlich, denn ich kann auch die psychischen Zwänge der Realpolitik nachvollziehen.

    However, in einem weiteren Punkt aber bist du nur halb informiert: Tor.
    Ja, es gab eine Diskussion, wie wir uns verhalten, aus einer bestimmten Ecke kamen Bedenken.

    Ich habe darauf hin mit einigen Berlinern die «German Privacy Foundation e.V.» mitgegründet, die Karsten N. Server juristisch übernommen hat (Karsten betreibt ihn unentgeltlich in unserem Auftrag weiter).

    Außerdem haben wir uns ein Projekt ausgedacht, um TOR zu stärken und massiv zu erweitern. Bisher scheiterte es allerdings an Manpower und Leuten, die nicht nur reden, sondern machen. Ich selbst hatte mit der Großdemo und der kurz darauf folgenden «Endspurt»-Kampagne alle Hände voll zu tun.

    Schlußendlich die Geschicht mit den Extremen: wir haben uns sehr große Mühe gegeben, im Vorfeld der Demo zwischen den Konfliktparteien zu mediieren und alle einzubinden, trotz interner Widerstände. Wir haben versucht, sowohl mit Polizei, als auch den Extremen verbindliche Absprachen zu treffen.

    Das war vielleicht naiv, ich habe an das Verantwortungsgefühl der Leute geglaubt. Jedenfalls wurden die vereinbarungen von beiden Seiten gebrochen — und ich halte es für müßig, darüber zu streiten, wer da am meisten Schuld hatte: Polizei oder Extreme.
    Fakt ist, daß auf unser Angebot einer gemeinsamen Aufarbeitung und einer enruten Mediation keine Reaktion folgte.

    Als Pazifist, Humanist und Mediator werde ich weiterhin keinem konstruktiven Dialog aus dem Weg gehen. Als im AK Vorrat politisch Mitverantwortlicher werde ich in Zukunft etwas weniger naiv mit allen Beteiligten reden.

    So weit dazu.

    Oh, aber ich darf die Gelegenheit nutzen, um dich auch ein wenig zu kritisieren: wenn wir deiner Meinung nach noch zu wenige sind, dann liegt das an DIR, DU bist dafür (mit-) verantwortlich: raff’ dich auf, mach mit, bring dich ein, werde aktiv! Jede/r einzelne, die/der aktiv wird und anfängt, mitzurocken, reißt wiederum weitere mit sich! Es liegt als an dir, mir, uns allen, ob wir eine breite Bürgerbewegung schaffen, ob wir es schaffen, einen breiten gesellschaftlichen Dialog über die Werte und Normen unserer Gesellschaft zu führen oder nicht!

    Also: in welcher Stadt wohnst du doch gleich? Da gibt es bestimmt eine Ortsgruppe — wenn nicht, gründe eine!

    Ortsgruppen

    ;-D

    Viele Grüße,
    Cristof
    (Ricardo Cristof Remmert-Fontes)
    Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

  14. Oliver sagt:

    >dann liegt das an DIR, DU bist dafür (mit-) verantwortlich: raff’ dich auf, mach mit, bring dich ein, werde aktiv!

    Es soll Leute geben die für ähnliche Dinge schon politisch aktiv waren bevor die meisten «Aktiven» überhaupt wußten was Sache ist. Was soll ich mit solch einer Gruppe anfangen? Diese Ortsgruppen machen den gleichen Sinn wie Parteien vor Ort und mit letzteren habe ich genügend Erfahrung.

    AK Vorrat, das Problem schlummert viel tiefer in der *Gesellschaft* als es dort auch nur annähernd umrissen wird, was sich von der Öffentlichkeitsarbeit ableiten läßt und nur diese zählt ja letztendlich, nicht kühne Träume.

    >einen breiten gesellschaftlichen Dialog über die Werte und Normen unserer Gesellschaft zu führen oder nicht!

    Das hört sich ganz passabel an, wie gesagt aber fehlt bei euch die Hälfte. Ihr konzentriert euch nur auf einen Paramter und bewirkt deswegen auch nicht viel bis gar nichts.

    Nach vielen Jahren Demos, von denen meine früheste z.B. u.a. bei Bush Seniors Golfkrieg war, habe ich eines gelernt: diese Demos setzen weder Zeichen noch bewegen sie irgend etwas und als Historiker kann ich darüber hinaus noch auf den Erfahrungsschatz anderer zurückgreifen.

    Es bringt nur eines etwas, den Leuten zu zeigen wie sie sich schützen müssen und warum das Sinn macht. Es bringt nichts Parteigänger zu bearbeiten, aber es bringt etwas demjenigen im Volk die Mittel zum Schutz mit auf den Weg zu geben. Ihr könnt euch auch weiterhin die Beine in den Bauch stehen, Buttons etc. verteilen und dennoch weiß das Gros derjenigen die euch zuhören nicht im Ansatz worum es geht und deshalb fruchtet es auch nicht.
    Das Problem ist eben, um diese Dinge einzusehen, benötigt man technisches Verständnis und das bedeutet *immer* Arbeit. Es existieren keine Automatismen bei Sicherheit und es existieren auch keine *einfachen* Wege für den DAU. Für Nachhaltigkeit sorgt nur eine extensive Erläuterung der Materie und auf der anderen Seite ein intensives Interesse.
    Glaubt man das Pferd von hinten aufzäumen zu können, baut man sich seine eigene Welt. Mißbrauch von Daten wird es *immer* geben, drum macht es mehr Sinn vorzusorgen als zu glauben man könne den Mißbrauch abwenden auf Dauer.

    Und ehrlich gesagt wenn ich die Heuchler aus den Parteien daran beteiligt sehe, die ob auf Bundesebene oder auf Länderebene überall genau das Gegenteil taten, dann wird mir ganz Übel. Ich weiß nicht wieviel Erfahrung ich aus meinem Hirn tilgen müßte, um mich heute noch dieser Naivität hingeben zu können. Ist nicht bös gemeint, aber irgendwann lernt man halt mal dazu.

  15. Moin!

    Ich könnte jetzt sagen, «meine erste Demo war das (friedliche) Anketten vor einer Pershing 2-Basis Anfang der 80er» und damit meine Erfahrenheit ausdrücken.

    Wie auch immer, ich widerspreche dir: was du propagierst, ist Passivität, eine Defensivhaltung: technische Instruzmente zum selbstschutz.
    Wie lange willst du technischen Selbstschutz fordern, wenn es irgendwann Kameras an jeder Wohnungstür (oder RFID-Sensoren) gibt? Technik kann keine Lösungen für gesellschaftliche Probleme bieten, sie kann nur Symptome bekämpfen.

    Ich glaube, wir haben eine verantwortung, aufzustehen und uns zu engagieren und seien die sichtbaren Erfolge auch noch so klein: wir müssen das tun, um nicht irgendwann unseren Kindern erklären zu müssen, warum wir nichts getan haben.

    Das jedenfalls ist meine Motivation. Und ich glaube daran, denn die Alternative wären Resignation und in letzter Konsequenz Selbstmord.

    Und darauf habe ich gerade keinen Bock. :-)

    Viele Grüße,
    Cristof

    P.S.: So, ich ziehe mich wieder aus der Diskussion raus, ich muss noch einiges erledigen. Ich hoffe, ich konnte meinen Standpunkt klamachen.

  16. Oliver sagt:

    >was du propagierst, ist Passivität, eine Defensivhaltung: technische Instruzmente zum selbstschutz.

    Eben nicht, was ich propagiere ist Hilfe zur Selbsthilfe, was ich auch seit über 10 Jahren im Bereich Opensource ob nun für Windows oder freie Betriebssysteme per se tue. Desweiteren helfe ich seit vielen Monden auch Leuten in puncto Verschlüsselung vor Ort, ob damals schon auf dem Campus oder heute mittels Web, da ich hier mehr erreiche.
    Meine sogenannte «Passivität» begründete sich auch in meiner früheren Arbeit in Gewerkschaft und Parteien.

    >Wie lange willst du technischen Selbstschutz fordern, wenn es irgendwann Kameras an jeder Wohnungstür (oder RFID-Sensoren) gibt? Technik kann keine Lösungen für gesellschaftliche Probleme bieten, sie kann nur Symptome bekämpfen.

    In meiner Eigenschaft als Historiker bediene ich mich nicht nur der Mittel der Technologie um etwas zu bewegen. Ich kläre auch anderswo über derlei Dinge auf.

    Wie willst du Leute überzeugen, wenn sie

    a)keinen Schimmer von der Technik besitzen? Nachhaltigkeit gleich Null!

    b)die historischen Zusammenhänge nicht verstehen, sprich das alles ist kein temporäres Ereignis, sondern wiederholt sich desöfteren, weil eben nur getrommelt aber nicht tatsächlich aufgeklärt wird.

    Beschäftigst du dich auch nur einen Augenblick mit Geschichte, dann siehst du eines, man nutzte zu jeder Zeit alle technischen Mittel und Mißbrauch war immer vorhanden. Vieles heute wirkt u.U. präsenter weil das Netz, die Massenmedien dies vorgaukeln, aber dem ist nicht (immer) so. Und was ich eben bei euch vermisse ist tatsächliche extensive Aufklärung in diesen Bereichen. Propaganda bekämpft man nicht mittels Propaganda, irgendwann muß dann auch mal der Inhalt folgen.

    «Hallo das ist Böse, die spionieren» nützt letztendlich überhaupt nichts. Die Leute verstehens nicht und viele der Aktionisten erwecken auch den Anschein selbst manches mal nicht zu wissen von was sie da überhaupt reden. Das Ende vom Lied, man erweist u.U. dieser eigenen Sache, mit den hochnoblen Ansprüchen, einen Bärendienst.

    Ich bezeichne diese Vorgehensweise als neumodisch «hype». Und Hype besitzt nun mal keine Nachhaltigkeit, die eben bei dieser Sache immens wichtig ist.

    Ihr fordert Aktion und das heißt bei euch a la Politiker mit buzzwords die Gegend zu durchflügen. Meine Passivität ist Hilfe in diesen technischen Bereichen, Aufklärung, aber auch Verständnis fördern mittels historischer Zusammenhänge. Das langt keineswegs, da bin ich selbstkritisch genug, aber es ist ein probates Mittel. Setzt euch hin, schreibt richtige Artikel über derlei Zusammenhänge, versucht die technischen Möglichkeiten zum Bespitzeln, zum Sichern etc. en detail, jedoch verständlich darzulegen. Belegt das alles mit einer Masse an Beispielen. Eure bishere Abstrahierung ist zu stark als das sie noch irgendetwas imho bewirken könnte. Und genau das ist mein Kritikpunkt.

    Überspitzt ausgedrückt,

    Eurer Weg: Autos töten Menschen. Mein Weg: geh nicht bei Rot über die Ampel und wenn doch, schau wenigstens ob kein Auto kommt. Ich stehe zwar nicht im Mittelpunkt der Medien wie ihr, aber beurteile mich nicht nur anhand eines Blogs auf dem ich meine Meinung äußere.

    Btw. das mit der Demo Anfang der 80er, wenn du derjenige hier bist, also ich wäre da selbst als 71er Jahrgang Anfang der 80er nicht hingekommen, da zu jung.

    Und mein Punkt von Demos nichts (mehrs) zu halten, hat nichts mit Passivität zu tun. Genauso wenig spreche ich einem Demogang Aktivität zu, jedenfalls nicht im Sinne von etwas mit Nachhaltigkeit zu bewegen. Allefalls rein vom semantischen Standpunkt aus und genau darauf fußt meine Erfahrung in diesem Bereich.

  17. Moin!

    Ach, scheisse, jetzt lasse ich mich doch wieder anlocken. Also, ums kurz zu machen:
    – nein, ich hasse Technik.
    –mit Technik kann man den Leuten nichts erklären
    – von Technik wollen die nichts wissen
    – die VDS betrifft auch und vor allem das gute, alte Telefon, also wann ich die anonymen Alkoholiker angerufen habe. Das verstehen die Leute durchaus
    –nein, uns geht es nicht um Dampfplauderei. Schau in unser Wiki und schau dir an, was du alles aktiv tun kannst:

    Portal für Neueinsteiger
    Aktionen und Projekte

    Es geht darum, aktiv zu werden, eine Schaufel in die Hand zu nehmen und loszulegen. Nicht um Dampfplauderei.

    Und ja, Aufklärung gehört auch dazu, also, sehe ich da keine großen Diskrepanzen . Schließen wir uns doch einfach kurz bzw. zusammen! 😉

    So, nun muss ich wirklich los…

    Viele Grüße,
    Cristof

    P.S.: Ich bin Jahrgang 77 und ich war damals durchaus mit auf Demos und habe sehr frühzeitig begonnen, ein politisches Bewußtsein zu bilden.
    Danke aber für dein Kompliment bezüglich meines jugendlichen Aussehens… jedenfalls fasse ich das so auf. :-)

  18. Oliver sagt:

    >P.S.: Ich bin Jahrgang 77 und ich war damals durchaus mit auf Demos und habe sehr frühzeitig begonnen, ein politisches Bewußtsein zu bilden.

    Das tat ich auch, aber Anfang der 80er wäre ich z.B. als dies gerade hoch her ging mal eben 10–11 Jahre gewesen. Die bedrückende Stimmung ob dieser Dinge bekam ich natürlich ebenso mit, ich glaube bei mir war es der Film when the wind blows, der das ganze richtig verstärkte. Wargames damals z.B., heute gerne als Nerd-Film runtergespielt, wirkte da ebenso immens.

    Und zur Technik, nein ich hasse Technik nicht. Ich ging immer beide Wege, zum einen Geisteswissenschaftler, zum anderen Nerd. Letztendlich geht es eben Hand in Hand und das die Leute Technik teils hassen, das weiß ich. Das kommt aber daher das man schlimmen Geschichten glaubt oder auch heute verstärkt auf Leute im Netz trifft die außer Überheblichkeit nichts sonst anzubieten haben. Meine Geringschätzung äußert sich in der Regel nur dann, wenn jemand sich dem Lernprozeß verweigert, Hilfe die kann ich bis zum abwinken bieten, wenn Interesse da ist.

    Und imho brauchts erst das Verständnis und die genommene Angst (bei Mathe existiert diese Urangst auch immer noch), um «Politik»/Parolen whatever gekonnt anklingen zu lassen. Technisches Verständnis, Geschichte, Politik all jene Dinge gehen Hand in Hand und sind heute wichtiger denn je. Ich sehe es bei Kollegen die sich gewissen Dingen verschließen und somit teils abwegige Schlüsse ziehen, vice versa gilt dieses natürlich ebenso bei jenen ausschließlichen Technik-Fetischisten. Die Vielfalt machts letztendlich. Ich hasse beispielsweise Politik und dies war für mich ein langer Lernprozeß, aber dennoch ist diese ein notwendiges Übel, dem man sich auch nicht einfach verschließen kann.

    Egal für mich war das eine recht aufschlußreiche und doch auch positive Diskussion, die man sonst recht selten im Netz findet :-)

  19. Chris sagt:

    Das meiste ist mittlerweile gesagt. Ein paar Sachen noch.

    1. Ich lasse mich bestimmt nicht in eine Ecke drängen, «tu was». Im Normalfall wäre so ein Kommentar gelöscht worden. Wir tun genug, im RL wie auch schon im VL als die meisten noch gar nicht wussten, was ein PC ist.

    2. Ich gründe mit Sicherheit keine Ortsgruppe für einen Verein, der anderen empfiehlt Webmaster abzumahnen, weil dieser offensichtlich IP’s speichert. Ihr solltet Euch was schämen und gaaaanz ruhig sein!

    3. Oliver hat es geschrieben, es ist größtenteils auf den Blogs ein Hype. Schau Dir das neue Video von Ix auf wirres.net an. Eines der sogenannten Top-Blogs. Das ist nicht nur Blödsinn sondern in der Sache hochgefährlich, was dieser Mensch da von sich gibt. Da würde selbst ich, wenn ich keine Ahnung von der Sache habe, sagen, «und, scheiß auf die 6 Monate, was will der überhaupt».

    Und zum Schluß ein Wort zur Piratenpartei: Ich habe selten eine lächerlichere Verantaltung gesehen. Das fängt schon beim Namen an. Wenn Piraten in Schweden vielleicht noch als Kämpfer fürs Gerechte angesehen werden — so sind es bei uns profane Mörder gewesen. Und eine Eure Hauptforderungen, da muss man sich nur Eure Unterstützer anschauen, heißt nichts anderes als «wie bekomme ich heute umsonst das neue MS Office, morgen die neue Platte von den Ärzten und übermorgen den neuen Action-Kracher aus dem Kino, der noch gar nicht angelaufen ist.» Das hat mit Kunst so viel zu tun. wie dieses Internet TV da von Ix, was ich oben angesprochen habe. Damit meine ich Dich nicht persönlich, auch nicht den Musikdieb, aber den größten Teil der Piratenpartei.

  20. […] wollen Verfassungsschützer werden Genau, die Wannabe-Bürgerrechtler der Grünen. Das wäre das gleiche, als wenn man einen Wolf in den Hühnerstall schickt […]

  21. aloa5 sagt:

    >aber den größten Teil der Piratenpartei.<

    Das ist schlicht nicht wahr. Ich verzeihe zwar die Unkenntnis aber nicht eine hohle Behauptung aufgrund eines Anscheines von außen. Grüne sind Umweltschützer und SPDler sind Sozial-besessen. Das ist einiges — aber wohl schlechthin differenziert. Und schon gar nicht zeugt es von Kenntnissenn über die Zusammensetzung, Meinungen und die Gespräche innerhalb der Partei noch dem Auftreten nach Außen.

    Bissige, kritische Kommentare zum verhalten von Parteien wie hier im Blog sind spitze. Das beurteilen aufgrund einer oberflächlichen Betrachtung mit einem Tiefgang eines Hovercraft passt hierzu wohl eher nicht. 😉

    Grüße
    ALOA

  22. Chris sagt:

    Bis auf den Musikdieb und Ricardo hier in den Kommentaren, habe ich bis jetzt nur «Piraten» gelesen, die durch die Piratenpartei ihr illegales Treiben legalisieren wollen. Meine Meinung, sorry. Take it or leave it.

  23. Tukaram sagt:

    Kleine Ergänzung: Die Grünen wurden mit dem Wahlversprechen gewählt, dass unter ihnen Atommeiler abgeschalten werden. Mit den grünen sollte der Atomstrom auslaufen.

    Innerhalb einer Woche(!) nach der Wahl hat die grüne Parteispitze ein Gesetz unterzeichnet, welches Atommeilern einen 30jährigen Bestandsschutz garantiert.

    Mfg

  24. Oliver sagt:

    >Mit den grünen sollte der Atomstrom auslaufen.

    Jeder Wähler sollte doch wissen das solche Versprechungen, in puncto einer Partei die entweder die Opposition mimen oder bestenfalls die Minorität innerhalb einer Koalition stellen kann, nicht einmal als profane Wahlpropaganda taugen. Das welke Gemüse erkennt der mündige Bürger schon am Geruch.

  25. aloa5 sagt:

    @chris

    Wenn man in einem «Untergrund-Portal» sucht wird man auch vermehrt dementsprechende Themen und Personen finden. Geht man in einem Forum von Sozialisten auf die Suche bekommt man wohl auch eher vermehrt Linkspartei-Befürworter zu Gesicht welche eindeutig den lupenreinen Sozialismus propagieren. Ob dies bei den Mitgliedern, der Partei oder gar den Wählern ebenfalls der Fall ist ist damit noch nicht ausgesprochen. Im Heise-Forum gibt es viele LiPa-Befürworter (weit mehr als Piraten) — das Beispiel LiPa-Berlin zeigt hier die deutliche Divergenz zwischen Theorie, Praxis, Anspruch und Wunschdenken der genannten Gruppen.

    Was das mit dem «Treiben legalisieren» angeht ist das eine schwierige Angelegenheit. Das herbeiführen einer UhR-Änderung z.B. über eine sog. «Kulturflatrate» würde auch das «Treiben» legalisieren — ebenso wie eine GEZ-Abschaffung über eine Steuerfinanzierung eben einen Unsinnsapparat weniger zu Folge hätte. Das suchen neuer Wege und das ringen um «mildere Mittel» und gangbare Wege ist hierbei das Ziel. Legalisierung bedeutet nicht im Umkehrschluß (automatisch): umsonst.

    Grüße
    ALOA

  26. Oliver sagt:

    Heise — Forum — Relevanz? Ich spreche selbst diesem einen bekannten Portal des Untergrunds mehr Relevanz zu, was schon was heißen soll 😀

  27. aloa5 sagt:

    …Worte gefunden hätte… (nur welche ist die Frage welche nach Deinem Posting bleibt… 😉 :p aber wenn Du den Link reparierst werde ich es interessiert lesen).

    Davon abgesehen ist die Frage der Möglichkeiten der modernen Datenerfassung, –übermittlung, –nutzung sowie deren Restriktionen eine für die Zukunft eminent wichtige. Es wird im Allgemeinen ein Informationszeitalter vorhergesehen. CD´s waren noch vor 15 Jahren allenfalls etwas für unter die Dusche und Handy´s blaue Gnome mit roten Herz-Tatoos auf dem Oberarm. Und in 15 Jahren ist nicht abzusehen wie es aussieht. WLAN und Netze wie Radio mit Kapazitäten jenseits von gut und böse. Das transponierte «reale» Marktgeschehen auf das immaterielle wird somit zur Frage des Kontrolle über den Zugang und die Datenströme. Da die Datenströme zwischen Individuen verlaufen wie normale Unterhaltungen müssen zwangsweise die Restriktionen in diesen Bereich eindringen.

    Ich weiß nicht ob das ausreichend verstanden wird. Frankreichs Überlegungen gehen schon einen Schritt in diese Richtung. Die Alternativen sind begrenzt. Das einfach darauf zu halten ist für mich inakzeptabel.

    ALOA

  28. Oliver sagt:

    Na ja übertreiben wollen wir auch mal nicht, anno 89 hatte ich meine erste CD von Queen, the Miracle. Und mein Player von Philips war durchaus bezahlbar von normalen Leuten, wenn auch nicht so billig wie heute. Zu der Zeit begannen sich CDs schon durchzusetzen, die early adopter setzten ein wenig früher ein. Und was in 15 Jahren ist? Nicht viel mehr, die Kapazitäten steigen, aber wirklich Evolution fehlt auch bisher. Nimmt man z.B. gerade das Beispiel CD, denn war schon «uralt» als ich die erste erwarb.

  29. Chris sagt:

    [x] Link fixed

  30. Chris sagt:

    @Aloa: Kommentar gelöscht, da Du nicht mal im Ansatz Olivers Artikel verstanden hast. Du brauchst darauf auch jetzt nicht mehr antworten, Deine Realität ist IMHO leicht verzerrt, sei es drum. Wir kommen hier nicht zusammen, muss man auch mal zugeben. Kommt halt auch mal vor.

    Eigentlich wollte ich heute noch meine Unterschrift für die Piratenpartei losschicken, damit hier in Hamburg auf die 1.000 Stimmen gekommen wird, allein um (nicht für mich) eine Alternative anbieten zu können. Das lasse ich sein, da tun sich ja Abgründe auf.

  31. […] Recherche haben eindringlich vor den Folgen der Vorratsdatenspeicherung gewarnt.Ah ne. Die Grünen mal wieder.Auch sehr schön, dass inzwischen auch mal langsam die Journalisten aufgewacht sind. So am […]

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