Die wahrscheinlich treffendste Analyse von BILDblog.de…

BILDblog-Leserliefert Christian auf seinem JakBlog. Er vergleicht BILDblog.de mit Bastian Sick, der mit seiner kleinen Zwiebelfischkolumne auf SPIEGEL Online zu einem mittelständischen Unternehmen gewachsen ist. Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod zählt mittlerweile 3 Bücher, Sick geht auf Deutschlandrundreise, Marketing wohin das Auge blickt. Zwiebelfisch ist Entertainment — genauso wie BILDblog.de, wie Christian schreibt. Natürlich hat er damit Recht — getroffene Hunde bellen, das beweist schon allein die Reaktion von Stefan Niggemeier selbst, der die Abrechnung mit Christan gleich seiner Leserschaft überlässt — eine Leserschaft im Übrigen, wo manche Kommentare in der Vergangenheit, gerade wenn es um Call-in-TV ging, an die WELT erinnerten. Heute gibt man sich moderater, gebilderter, und beginnt Kommentare mit: Auch wenn ich mich jetzt der Servilität, Dumpfbeuteligkeit und des heuchlerischen Gutmenschentums verdächtig mache. Was folgt, ist im positivsten Fall der Vorwurf der Nörgelei an Christan — stichhaltige Argumente? Fehlanzeige. Das Problem, welches Christian eher diplomatisch anspricht: Beides ist mittlerweile zum Entertainment-Trash verkommen, Zwiebelfisch wie auch BILDblog.de.

Da wird von BILDblog.de ein Werbespot zelebriert, weil Anke Engelke und Christoph Maria Herbst ohne Gage auftreten. Das sind zwei Personen, die angeblich die Superstars der Comedy in unserem Land sind — und doch muss man ihnen entgegenhalten, dass sie die ersten sind, die die Medien für die eigenen PR nutzen, im Falle Herbst sogar mehrfach die BILD selbst. Und doch sind diese beiden Personen kein Vergleich zu wirklich großen Künstlern, wie zum Beispiel die gerade verstorbene Evelyn Hamann oder dem unerreichten Loriot, Vicco von Bülow. Engelke und Herbst sind meiner Meinung nach Trash-Comedy inmitten des heutigen medialen Overkills. Trash-Kultur meets BILDblog.de — das wohl bekannteste Medium des Mysteriums Web 2.0.

Es reiht sich nahtlos an, dass die durch den Qualitätssender VIVA bekannt gewordene Charlotte Roche nun eine BILDblog-Lesung mit den beiden Machern Niggemeier und Schultheis abgehalten hat. VIVA und Pro Sieben finden sich ebenso in ihrem Lebenslauf, wie Brainpool. Das ist schon alles sehr beeindruckend — und wenn Niggemeier auf seinem Blog dann Fettes Brot feiert, weil diese bei der Lesung für die Musik gesorgt haben, dann muss ich erstmal nachlesen, wer Fettes Brot überhaupt sind. Marcel Reich-Ranicki wird vielleicht den wenigsten der BILDblog.de-Leserschaft ein Begriff sein, und doch wäre das ein ganz anderer Schnack gewesen, als die dortigen Brainpool-Ikonen. Man gibt sich selbst kritisch, man stellt sich selbst über BILD — und doch arbeitet man mit ähnlichen Methoden und sei es nur die Platzierung des BILDblog.de-Werbesports, der im Umfeld von Call-in-TV gezeigt wurde.

BILDblog.de ist mit seinen Haupt– und Werbedarstellern die neue Trash-Kultur des Web 2.0. Es geht nicht mehr darum, der BILD einen Spiegel vorzuhalten — oder gar die Welt zu verändern. Wenn das Publikum von BILDblog.de wirklich der politisch-kritisch denkende Nachwuchs ist, wie die taz in einem fragwürdigen überschwenglichen Artikel schreibt, bleibt nur die Frage: Wer von diesen Leuten braucht BILDblog.de? Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch, jede Person, die sich halbwegs kritisch mit den Begebenheiten in unserem Land auseinandersetzt, benötigt es schlicht und ergreifend nicht. Jeder Mensch, der regelmäßig auf F!XMBR, auf BILDblog.de oder auf einem anderen bekannten Blog liest, weiß, dass die BILD offensichtlich medialer Dreck ist und wahrscheinlich schon Menschenleben zerstört hat — und das wohl nicht nur einmal. Spätestens seit dem großartigen Wallraff, dessen Aufmacher das einzige Buch war, welches ich in der Schule verschlungen habe, weiß es jeder Mensch in unserem Land, der halbwegs abseits vom Mainstream informiert ist.

Es geht bei BILDblog.de mittlerweile um etwas anderes. Mit That´s Entertainment hat es Christian schon sehr gut überschrieben — es ist ein Happening für eine große Leserschaft, nicht mehr und nicht weniger. Die große BILD wird der Lächerlichkeit preisgegeben, man hat es ja immer gewusst, so geht man gutgelaunt in den Tag — BILDblog.de hebt einen selbst über die verhasste und doch gern gelesene BILD. Nun ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man mit Spaß, Lachen, Entertainment sein Geld verdient, dann ist es okay und wenn ich ehrlich sein darf, kann man sogar ein wenig neidisch sein. Nur sollte man dann nicht in jedes Mikrofon, dass einem vor die Nase gehalten wird, behaupten, es gehe um mehr, es ginge um Aufklärung der Menschen. Die Menschen, die täglich malochen gehen, in der Frühstückspause die BILD lesen, erreicht BILDblog.de nicht — ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass diese Menschen Probleme hätten, die teilweise sarkastisch und satirische Schreibe der BILDblog.de-Redakteure zu verstehen. Diese Menschen erreicht man wohl nur durch Aufklärung, ein Gespräch Face-to-Face — dies jedoch, würde das heutige mediale Happening nur stören.

Christian verweist zum Schluß in die Kommentare auf stefan-niggemeier.de. Überwiegend unreflektiert werden die Artikel angenommen, manchmal hat man den Eindruck als würde Niggemeier seine Kommentierer bewusst politisch in Stellung bringen — über die Qualität habe ich oben schon ein paar Worte geschrieben. In einem Punkt jedoch muss ich Christian widersprechen. BILDblog.de ist wahrlich kein Blog. Da fehlen einfach zu viele Punkte um davon sprechen zu können, dass die Features angeboten werden, die ein Blog ausmachen. Es ist eine bekanntere Seite im Web 2.0, die den Begriff Blog im Namen trägt — und nicht mehr. Zum Abschluß das Zitat des Tages, ich würde folgende Worte schon fast philosophisch nennen — ganz großes Kino.

Das Verhältnis zwischen Machern und Leser ist beim Bildblog nicht mehr so viel anders als bei der echten Bild, der Satz “Gut, dass es Bild gibt”, steht abgewandelt und sinngemäß auch in den Blog-Kommentaren bei Stefan Niggemeier.

JakBlog — That´s Entertainment

Die Replik:

Stefan Niggemeier — Tod durch Schenkel– und Schulterklopfen

Bild: AndiH unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend. Logo: BILDblog.de unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

39 Antworten zu “Die wahrscheinlich treffendste Analyse von BILDblog.de…”

  1. Sehr schöner Artikel — aber auch der «Ursprungsartikel» war auf jeden Fall die «Lesezeit» wert — noch dazu weil er doch so ziemlich das wiederspiegelt, was mir schon länger im Kopf umherdudelt.

    Ich kenne bildblog noch aus den Anfangszeiten — wo das ganze noch ein Blog unter vielen war. Ein Geheimtip mehr oder weniger. Aber auch da schon hat sich mir der Sinn nicht ganz erschlossen — auch, oder besser gerade, in Hinblick des an sich selbst gestellten Anspruchs — nämlich der, die Bild-Leser «aufzurütteln» — genau DAS geschieht mit BildBlog nicht und, so meine Meinung, geschah auch nicht. Die selbst aufgestellte Zielgruppe wurde und wird nicht erreicht. Klar — hin und wieder verirrt sich sicherlich auch ein Bild-Leser auf eben jenen Blog — aber wirklich etwas ändern wird es nicht. Entweder versteht er die Beiträge ohnehin nicht («Hömma Kucht, samma — verstehst du datt hiä? Nä, ne?») oder aber er lächelt kurz und geht am nächsten Morgen dennoch auf dem Weg zur «Maloche» am Kiosk seiner Wahl vorbei: «2 Bier, eine Bild und ne Schachtel Marlboro» — hängengeblieben ist nichts.

  2. Foxxi sagt:

    Ist ja alles richtig, nur wo ist die Alternative?
    Sick hat es geschafft, dass ich wahrscheinlich ein paar Fehler weniger mache und das BILDblog reibe ich jedem unter die Nase, der mit der BILD argumentiert. Wenn es Sick nicht gäbe würde ich ein paar Fehler mehr machen und wenn es BILDblog nicht gäbe könnte ich immer nur «stimmt nicht» sagen.

    Dass hier «Aufklärung» und Entertainment vermischt werden ist in Kabarett, Karikatur und Satire seit unendlicher Zeit guter Brauch, weil der Mensch oft nur auf unterhaltsame Weise belehrt werden kann.

    Man kann darauf aufmerksam machen, dass BILDblog oder Sick keine Revolutionen auslösen werden. Aber auch kleine Veränderungen sind Veränderungen!

  3. Oliver sagt:

    >Ist ja alles richtig, nur wo ist die Alternative?

    Hirn aka Intelligenz und die macht man nicht wett indem man auf einem identischen Niveau arbeitet.

    >und wenn es BILDblog nicht gäbe könnte ich immer nur “stimmt nicht” sagen.

    Das bezeichne ich als Armutszeugnis, tut mir leid. Aber Bild zu demaskieren dürfte selbst einem aufgeweckten Grundschüler nicht schwerfallen.

  4. Foxxi sagt:

    >Hirn aka Intelligenz und die macht man nicht wett indem man auf einem identischen Niveau arbeitet.

    Man könnte aber auch sagen, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Ich denke es gibt genug intelligente Auseinandersetzungen mit der BILD nur leider werden diese eben noch weniger etwas ausrichten, da sie nur von Menschen gelesen werden die Intelligenz besitzen und somit auch nicht BILD lesen. Es bleibt also beim ursprünglichen Kritikpunkt, nur das noch weniger dabei herauskommen würde.
    Anders gesagt: BILDblog ist für den Quickie zwischendurch, die große intelligente Diskussion kommt bei Gelegenheit.

    Ich wußte, dass mein «stimmt nicht» so aufgefasst wird: Es ist nur so, dass ich leider etwas anderes zu tun habe als die Verfehlungen der BILD fundamental nachzuweisen. Ich bin keine Journalist mit entsprechenden Recherchemöglichkeiten. Mein Job als leitender Angestellter in einem Industrieunternehmen lässt mir auch keine Zeit für die Beweissuche. Deshalb bin ich dankbar, dass so etwas wie das BILDblog mir diese «Arbeit» abnimmt.

    Das BILD lügt wissen ja wirklich alle, nur warum wird es immer noch so viel gelesen? Noch schlimmer: Es wird damit argumentiert und auch in der «seriösen» Presse hört man immer wieder «…wie die Bildzeitung berichtet…». Und dies obwohl «ein aufgeweckter Grundschüler» dieses Blatt demaskieren könnte!

  5. Oliver sagt:

    >Deshalb bin ich dankbar, dass so etwas wie das BILDblog mir diese “Arbeit” abnimmt.

    Aha .…

    >Das BILD lügt wissen ja wirklich alle, nur warum wird es immer noch so viel gelesen?

    Frag mal den BILD-Blog … Unterhaltung zum Gros, ich kenne einige Leute die konsumieren die FAZ tagtäglich und hängen im Urlaub mit der Bild herum in Spanien.

    >Noch schlimmer: Es wird damit argumentiert und auch in der “seriösen” Presse hört man immer wieder

    Es sind halt eingängige Infos und man sollte eines bedenken, die anderen honorigen Medien «Lügen» jeweils nur auf einem anderen Level. Es geht um Quote, jeder bekommt seine «persönliche BILD».

  6. dekkert sagt:

    »Aber Bild zu demaskieren dürfte selbst einem aufgeweckten Grundschüler nicht schwerfallen.

    Ja, aber es fällt nur da leicht wo Bild dann leicht als Unterhaltung abgetan wird. Zusammenhänge die Recherche benötigen schafft der Grundschüler nicht.

    Und wem die «Aufklärung» von Niggemeier und Sick zu flach ist, oder wie ich sagt, daß er es nicht mehr lesen braucht, weil es von der Wiederholung lebt. Der möge schweigen oder es besser machen.

    Wir können es natürlich auch bleiben lassen mit der Aufklärung. Nützt nix. Aber dann müssen wir auch noch mal über «vernunftbegabtes Wesen», «gleiche Bürger», «Mitbestimmung» und «Demokratie» nachdenken.

    Dann doch lieber der Versuch der Aufklärung.

  7. Foxxi sagt:

    Also gut, ich möchte es mal anders sagen:

    Das was Ihr und Hr. Jakubetz schreibt ist ja völlig richtig, nur das was Hr. Niggemeier dazu repliziert finde ich ebenfalls richtig. Ich meine es wird hier um den Kaisers Bart gestritten.

    Was ist so schlimm daran Aufklärung, Kritik oder Wissenswertes in unterhaltsamer Form zu bringen? Und wenn BILD en Gros Blödsinn verzapft, dann kann das BILGblog auch en Gros unterhaltend dagegen halten.

    Ich kann Dir sagen, dass ich seit Wochen das BILDblog nicht mehr gelesen habe, ich muss das auch nicht, denn ich lese keine BILD, geschweige denn glaube deren Inhalte. Wenn aber einer meiner BILDlesenden Bekannten (und es werden auch dank BILDblog immer weniger) mir eine BILDstory als Weisheit verkünden will, dann schlag’ ich nach bei Niggemeier und wenn ich da nichts finde, dann sag’ ich dem BILDhörigen «er solle mal BILDblog» lesen. Es geht ja nicht nur um spezielle Artikel, sondern BILDblog zeigt ja die generelle Linie der BILD auf.

    Den BILDlesenden FAZ-Touristen kenne ich auch, deren Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe im Urlaub nie die BILD gelesen und denke das ist auch (heutzutage) nicht nötig, nicht mal wegen der Fußballergebnis.
    Das man Medien immer skeptisch gegenüber stehen soll ist eine Binsenweisheit. Nur ist meine Skepsis gegenüber dem BILDblog erheblich geringer als gegenüber der BILD.

    Zum Schluss: Könntest Du mir das «Aha…» erklären?

  8. BlackVivi sagt:

    Ich lese den BILDBlog, aber nur aus Spaß. Es macht mir Spaß, die Texte zu lesen. Mehr ist es für mich nicht. Auch nicht weniger. Es ist für eigentlich auch kein Blog, für mich. Einfach nur’ne unterhaltsame Seite. Ich denke, dass ist auch nicht verwerflich…

  9. Mark Fischbach sagt:

    Niemand liest nur die Bildzeitung. Etliche Bildleser haben auch ihre Regionalzeitung im Haushalt. Alle hören auch Nachrichten im Radio und sehen fern. Viele treiben sich inzwischen im Internet herum.
    Es ist schön, wenn es Blogs gibt, die auf Fehler in anderen Medien hinweisen.Also begrüße ich auch das Bildblog. Allerdings geht mir das Gehabe des Herrn Niggemeier allmählich auf die Nerven. Er lässt sich als Aufklärer feiern, dabei rennt er doch nur offene Türen ein.
    Wie kommt es denn, dass ausgerechnet in Berlin und Hamburg, wo die Springerpresse einen hohen Marktanteil hat, jahrzehntelang die SPD regierte?
    Wenn der VW-Arbeiter in der Frühstückspause Bild liest, ist er trotzdem seit Jahren IG-Metall-Mitglied und glaubt seinen Vertrauensleuten mehr als der Bildzeitung.
    Es ist ein billiges Statussymbol, die Bildzeitung nicht zu lesen. Da spart man sogar 50 Cent täglich. Und es gibt einem das schöne Gefühl, zur gebildeten Mittelschicht zu gehören, nicht zur Bild-Unterschicht.

  10. Chris sagt:

    @dekkert and all: Der entscheidene Faktor ist: Durch BIDLblog.de wird die BILD selbst zum Happening. Ich gehe sogar soweit, und sage, dass ohne das BILDblog Tausende Leute am Tag BILD(.de) nicht lesen würden. Erst duch BILDblog.de, durch die Aufmerksamkeit, die geschaffen wird, werden die Leute auf BILD.de gelenkt.

    Ich denke, BILDblog.de hat deshlab ein so ruhiges Leben ohne regelmäßige Treffen mit der Rechtsabteilung des Springer-Verlages, weil in ihre Statistiken schauen und sehen, wer sie Monat für Monat mit den meisten Lesern versorgt.

    @BlackVivi: Diese Sichtweise ist okay — sie wäre aus auch aus der Sicht der Macher.

  11. Martina sagt:

    @Chris: das ist auch meine Meinung. Durch die Medienpräsenz von BildBlog erfährt die BILD eine «Aufwertung», die sie zuletzt unter Walraff hatte. Ich möchte nicht wissen, wie hoch die Quote der Bildblogleser ist, die sich nun vermehrt der Zeitschrift zuwenden, um irgendeinen Fehler als erster zu finden.

    Ein Grund, weshalb ich den Bildblog meide.

  12. Foxxi sagt:

    @Chris

    Ist das wirklich so? Die Vermutung liegt nahe, dennoch, ich bin (leider) so dermaßen Mainstream und ich lese weder BILD noch BILD.de, echt!

    Jetzt könnte man natürlich anführen, dass es unschicklich sei einen Film (BILD) zu kritisieren (BILDbloglesen), ohne ihn (BILD) gesehen zu haben und um dem Rechnung zu tragen muss ich schließlich als BILDblogleser auch die OriginalBILDartikel lesen und beschere damit BILD einen Zulauf.

    Deshalb: Ich habe BILDblog regelmäßig gelesen und tue das jetzt nicht mehr, sondern nur auf einen Anlass hin. Aber allein dies rechtfertigt für mich die Existenz von BILDblog.

    Eine andere Frage: Ein befreundeter Apotheker sagt immer zu zweifelhaften Präparaten: «Nutzt nichts, schadet aber auch nicht!«
    F!XMBR ist der Meinung BILDblog «nutzt» nichts, ich meine es «nutzt», ok so ist das eben, aber «schadet» es?

  13. Foxxi sagt:

    Uups, da war ich zu langsam.

    Also wenn der Schaden der ist, dass damit BILD eine höhere Auflage erzielt, dann ist dies wirklich bedenkenswert und ich meine das ohne Sarkasmus. Nur nochmal: Ist es wirklich so?

  14. Chris sagt:

    Rechne Dir das doch selber aus. Wenn nur 1/5 rüber zu der BILD klickt (und das ist eher konservativ gerechnet bei dieser Art Journalismus, bei dieser Art Happening), sind das allein 10.000 Leute. 10.000 Leute am Tag — wieviel im Monat, im Jahr? 😉

    Nachtrag für den Mark da oben: URL von Dir gelöscht. Deine Seite ist meiner Meinung nach nichts anderes als Parasitentum gegenüber einem anderen Projekt — bei aller Kritik gegenüber diesem Projekt. Deshalb kann ich mich auch mit Dir nicht ernsthaft auseinandersetzen. Du wirst hier nicht alt…

  15. BlackVivi sagt:

    Das was Chris wohl unglaublich zum kotzen findet, ist wohl das sich das Ding «Blog» schimpft. Man kann dort nicht kommentieren, man kann dort nicht seine eigene Meinung preisgeben. Wenn es «BILDHASSER.de» heißen würde und sich von der «Blogosphere» (Gott, ich hasse solche Ausdrücke) einfach fernhalten würde, wäre die Existenz der Seite wesentlich erträglicher.

    Zumindest denk’ ich so… Für mich is’n Blog was anderes als das. Aber wie gesagt, mir is’s egal was Niggemeier denkt, sein Kampf gegen das gute etc… Gut wäre wohl eher ein ehrliche Protest als die künstliche Heuchelei, die er veranstaltet. Das regt F!XMBR und seine Belegschaft wohl am meisten auf… Wie gesagt, mir persönlich ist das relativ egal, wenn die Seite das meinst, soll sie’s ruhig tun. Ich halte mich aus diesem Eliteverein «BLOGGER» eh lieber fern oO’ Ich wollt’ nämlich eigentlich nur schreiben. Wie Chris auch. Oder Oliver. (Nur meine kleinen 2 Cents und wie ich über die Sache denke)

  16. Foxxi sagt:

    Ironie! Das Wort war Ironie, nicht Sarkasmus!

  17. Foxxi sagt:

    @Chris

    Ja akzeptiert, das finde ich ebenfalls tragisch, deshalb auch der Vergleich mit der Filmkritik.

    Nur, BILD verzapft soviel Sch** pro Tag, dass wenn es das BILDblog nicht geben würde, dieser Müll unkommentiert in der Welt zirkulieren würde. Die Alternative wäre also «Verdrängen» oder mit «Mißachtung strafen». Ich kann mich nicht daran erinnern, dass diese Strategie je zu etwas geführt hätte. Bestenfalls kann es eine intellektuelle Gegenveranstaltung geben, sozusagen ein Spiegelfechter für die Bildzeitung.

    Ich weiß auch nicht, wie die Nutznieserei von BILD unterbunden werden könnte. Nur den BILDblog deswegen abzuschaffen wäre m.M.n. kontraproduktiv.

    und @BlackVivi

    dass das Dingens kein Blog im eigentlichen Sinne ist ist auch akzeptiert. Nur begriffliche Haarspalterei ist der Sache nicht unbedingt zuträglich. Ich blogge auch und bin nicht so ehrenkäsig wenn einer sein «ins-internet-geschreibe» Blog, Forum oder sonstwie nennt.
    Die Kritik an Niggemeiers «Auftreten» lasse ich jetzt mal dahingestellt, das hängt wohl eher mehr von subjektiven Kriterien als von Objektiven ab und ist Einstellungssache.

  18. BlackVivi sagt:

    Da unterscheiden wir uns wohl. Für dich ist jedes Geschreibsel ein Blog, für mich ist alles dynamischer Content. Ein «Blog» ist es für mich, wenn man seine persönliche Meinung und seine Existenz in das geschriebene Wort hinterlässt. Deswegen sind Journalisten keine Blogger.

    (Wieder nur meine Meinung, spiegelt nicht die Meinung der Webseitenbetreiber wieder etc…)

  19. BILD-Blog ist «klassischer» Mainstream, es ist Entertainment, es ist Kurzweil und Medienkritik light — nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Man darf nur nicht den Fehler machen und das BILD-Blog all zu ernst nehmen. Das WEB 2.0 ist angekommen, auf seinem Marsch durch die Institutionen und hat die Mitte der Gesellschaft erreicht und damit auch die Mittelmäßigkeit und Belanglosigkeit, die Quote bringt. Positiver ausgedrückt: Das Web 2.0 ist erwachsen geworden.

    Dennoch (oder gerade eben deshalb) sollte man nicht den gleichen Fehler wie Schirrmacher begehen und vom Medium auf die Qualität der Inhalte schliessen. Egal, ob es Printmedien, das Fernsehen, das Radio oder das Web 1.0 sind … Quote/Reichweite und Qualität/Tiefgründigkeit schliessen sich zwar nicht per se aus, gehen aber nur selten Hand in Hand. Warum sollte dies beim Web 2.0 anders sein?

    Das Niggemeier dies anders sieht und nicht unaufgeregt zu seiner Web 2.0-Mainstreamrolle steht, ist schade, das er von den «klassischen Medien» als der Vertreter des Web 2.0 stilisiert wird und sich auch gerne stilisieren lässt, ist traurig und falsch. Ist «Wetten das?» etwa repräsentativ für das Medium «Fernsehen» und Stellvertreter für anspruchsvolle Sendungen bei Arte oder Phoenix? Sind dümmlich duzende Radionervsägen Stellverteter für ernsthaften Radio-Journalismus in den politischen und kulturellen Spartensendungen? Nein, ganz sicher nicht. Das BILD-Blog hat seine Existenzberechtigung, aber man darf es weder an den Maßstäben messen, an denen man qualitativ-kritische Blogs, die hinterfragen wollen, misst, noch ernst nehmen.

    Zurücklehnen und sich über das Kasperle-Theater amüsieren, das ist mE die richtige Haltung zu diesem Thema.

  20. Chris sagt:

    Der Spiegelfechter bringt es auf den Punkt — wie jedes Mal…

    Zurücklehnen und sich über das Kasperle-Theater amüsieren, das ist mE die richtige Haltung zu diesem Thema.

    Da tun wir jeden Tag — wenn ich mich jeden Tag mit sowas auseinandersetzen würde, ne ne, da würd man ja verrückt werden… 😀

    Nur ab und zu abgrenzen ist schon okay — es ist nunmal so, dass man auch vom Bekanntenkreis, soweit dieser vom Web 2.0 schon mal was gehört hat, mit solchen «Blogs» in einen Topf geworfen wird. Das muss nicht sein. Wobei dieser Punkt natürlich nur nebensächlich ist, ich bin dann durchaus in der Lage, dss zu erklären.

    @Vivi:

    Ein “Blog” ist es für mich, wenn man seine persönliche Meinung und seine Existenz in das geschriebene Wort hinterlässt. Deswegen sind Journalisten keine Blogger.

    Auch fein ausgedrückt. Journalisten sind per Definition schon keine Blogger — es gibt Journalisten, die nutzen die heutige Technik um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

  21. Chris sagt:

    Im Übrigen sind die netten Damen und Herren bei Herrn Niggemeier jetzt bei der Neiddiskussion angekommen. 😀

    Jaja, das hat schon was von Kirmes — das Kabarett der Kuriositäten, jetzt und nur hier: Die Dame mit Bart und der Mann mit 3 Armen… 😀

  22. Oliver sagt:

    >Und wem die “Aufklärung” von Niggemeier und Sick zu flach ist, oder wie ich sagt, daß er es nicht mehr lesen braucht, weil es von der Wiederholung lebt. Der möge schweigen oder es besser machen.

    @deckert, ja es macht auch Sinn wenn man einigen Leuten fortfährend wieder und wieder erklärt wie man sich die Schuhe zubindet. Das sehe ich ein, da hast du recht, auch das muß es geben :)

  23. Foxxi sagt:

    Darauf ein:…Amen!

  24. Oliver sagt:

    Mmh so ein Gedanke der mir durch den Kopf schießt, können Leute, die das BILDblog derart verzweifelt benötigen, überhaupt ohne Hilfe F!XMBR konsumieren? Existiert da auch schon ein Watchblog der uns in allgemein-Blubber verständlich macht? Fragen über Fragen, zu denen ich hier wohl keine Antwort finden werde …

  25. @Oliver

    Zum Thema «BILD-Blog Leser»:

    Ein paar mal hat der BILD-Blog BILDkritische Artikel von mir direkt verlinkt. Zunächst freute ich mich über bis zu 14.000 Besucher am Tag … diese Freude blieb mir aber bald im Halse stecken. Ein Haufen Trolls überschwemmte mein Blog. Da kamen dann auch Kommentare, wie dieser:

    “zum Narren” machen höchstens Sie sich gelegentlich mit Ihren Ergüßen. Bin über bildblog hier gelandet… aber in meine festen Lesezeichen wandert dieser möchtegern-liberale-Gutmenschkram sicher nicht.

    Da kann man Herrn Niggemeier nur beglückwünschen, dass er die Kommentarfunktion auf bildblog.de abgeschaltet hat 😉

    Auf das übliche ceterum censeo, dass man von Einzelfällen nie und nimmernicht auf die Maße schliessen darf, verzichte ich an dieser Stelle *g*

  26. BlackVivi sagt:

    @Spiegelfechter:
    Das Phänomän gibt es aber von Zahlreichen Seite, stell dir vor Heise verlinkt dich ^__^ Dann kannst du erstmal 10 Tage lang auf deine Kommentare verzichten, sonst wird das nix mehr mit’n Niveau.

  27. Oliver sagt:

    >stell dir vor Heise verlinkt dich

    Nein weniger, ist uns schon ein paarmal passiert, die Jünger vom BILD-Blog gehen da mit einer weitaus größeren Vehemenz vor.

  28. BlackVivi sagt:

    O__O Eigentlich dachte ich immer, dass von Heisetrollen die größte Gefahr ausgeht. Naja, wieder was gelernt und die Rangfolge erweitert 😀

  29. @Oliver und BlackVivi

    Das kann ich bestätigen — Heise und TP bringen definitiv weniger Trolle mit, als der Bild-Blog. Die höchste Refferer/Troll-Quote haben aber freilich die islamophoben Blogs und Foren. Da gibt es aber ein feines WP-Plugin, dass Besucher, die über einen Link festgelegter Seiten kommen, ausgesiebt werden und nach freiem Ermessen geblockt oder weitergeleitet werden.

  30. Foxxi sagt:

    @Oliver

    Ich denke nicht, dass irgendwer das BILDblog «verzweifelt» benötigt, ich finde lediglich gut, dass es da ist. Wenn es eines Tages im totalen Kommerz absäuft,…so what, schade drum, mehr aber auch nicht.

    Im Gegensatz zu BILDblog konsumiere ich F!XMBR täglich und komme bislang ganz gut ohne Hilfe zurecht, bis auf den ganzen Nerdkram rund um LINUX :-)

  31. Grainger sagt:

    Ich kenne die BILDzeitung. Auch wenn es viele Jahre her ist, das ich tatsächlich mal eine gelesen habe (ich war jung, bei der Bundeswehr, hatte Wochenenddienst und mir war langweilig — das entschuldigt so manches).

    Und natürlich kenne ich auch das BILDblog (von diversen Verlinkungen).

    Brauchen tue ich eigentlich beides nicht (aber was braucht man schon wirklich, wenn man seine vorgeblichen Bedürfnisse mal auf das tatsächlich Notwendige hin analysiert bleibt da nicht viel 😉 ).

    Aber auf Herrn Sick kann ich gänzlich verzichten, ich mag oberlehrerhafte Rechtschreibtrolle nicht, auch wenn sie noch so sehr versuchen, humorvoll rüber zu kommen. Das ganze Getue um den Idioten-Apostroph (und seine Nachfolger) geht mir gehörig auf den Senkel.

    Als ob die Welt keine anderen Probleme als die Verwendung des Apostroph’s 😀 in der deutschen Rechtschreibung hätte.

  32. Chris sagt:

    Da gibt es aber ein feines WP-Plugin, dass Besucher, die über einen Link festgelegter Seiten kommen, ausgesiebt werden und nach freiem Ermessen geblockt oder weitergeleitet werden.

    Unglaublich, und ich stoppe die Blogtrolle alle mühsam per .htaccess… 😀

    Heise hat in den letzten 2 Jahren dazugelernt und ist eigentlich nur noch übermässig Trollbude, wenn es um Themen wie Dialer-Parasiten oder GvG geht. Ansonsten hat sich die Ausfallquote auf die eines normalen Forums eingependelt. Manche Posts sind mittlerweile sogar richtig witzig.

    @Grainger: Dito. 😀 Zwiebelfisch war noch nie ansatzweise mein Humor… 😉

  33. Chris sagt:

    Bei der BILDblog.de-Lesung haben einige Herrschaften anscheinend die Maske fallen lassen. John schreibt nebenan in den Kommentaren (von Christian auch gemachte Beobachtung):

    Erschütternd waren die Reaktionen des Publikums, das es sich in der elitären Ecke bequem gemacht hat. Es ist gruselig zu sehen, wie sich dort Menschen versammeln und mit dem Finger auf andere zeigen um sich selbst zu beklatschen.

  34. corax sagt:

    Ihr seid gemein, woher soll man denn sonst so eminent wichtige, knallhart an der Front recherchierte Fakten wie:
    «Denn wie uns die Britische Botschaft in Berlin auf Anfrage bestätigt, nennt man die britische Königin formell «Your Majesty» oder «Madam».«
    erhalten?

    Pax

  35. Chris sagt:

    Ich hab jetzt das Video zur BILDblog.de-Lesung gesehen (watchberlin.de — Vorsicht, flashverseuchter Dreck). Das einzige Argument, das ich zugestehe ist, dass die BILD viel zu viel von anderen Medien zitiert wird — aber vielleicht sollte der Herr Niggemeier da mal seine Kollegen von der FAZ ansprechen. Vielleicht erreicht er da ja was. *g*

    Das Video hat eindeutig belegt, BILD wird von vielen Menschen noch als Entertaiment gesehen, BILDblog.de schöpft das eigene Happening genau aus diesem Umstand.

    Wenn man das alles wirklich ernst nehmen würde, «Menschen aufklären», dann hätte man nicht über Katzenbenzin oder Fakeausbrüche gelesen, sondern über die wirklich schlimmen Geschichten — oder bringen die keine Kohle?

    Stefan Niggemeier sagt über die BILD: Sie schreibt oft das Spannendste, nicht das Richtigste. Interessant, dass das ein Journalist schreibt… Den Satz lasse ich mal so stehen… 😀

    Eine weitere Frage, die mir in den Kopf gekommen ist, als ich da den Blödsinn übers Katzenbenzin gesehen habe. Wo sind die politischen Verflechtungen, wo werden die Ziele der BILD dargelegt. Christoph Schultheis sagte, die BILD ist ein Produkt, was verkauft werden will. Falsch. Zumindest ist es nicht das primäre Ziel. Es ist das Sturmgeschütz des ASV und soll andere Produkte verkaufen, es soll politisch Wirken, es soll die Interessen des ASV im Lande durchsetzen. Aber auch dieses zu sehen, dazu ist offensichtlich niemand bei BIDblog.de fähig.

    Der Artikel oben beschreibt BILDblog.de schon ganz gut — wichtige Kritik, auch die Hintergründe der BILD lassen sich auf BILDblog.de nicht finden…

  36. @Chris

    auch die Hintergründe der BILD lassen sich auf BILDblog.de nicht finden…auch die Hintergründe der BILD lassen sich auf BILDblog.de nicht finden…

    Doch … in einigen der externen Links 😉

  37. Chris sagt:

    Aso… 😀

    Ich wusste schon immer, dass die interessanten Beiträge rechts in der Sidebar verlinkt sind. 😉

  38. Marc sagt:

    Eine spannende Diskussion hier …

    Die BILD ist meiner Meinung nach ein Unterhaltungsmedium und auch das BILDblog verstehe ich demnach als ein solches. «Edutainment» trifft charakterisiert das BILDblog momentan wohl nicht nicht einmal.

    Aber ich frage mich wirklich, nachdem ich gerade die ersten acht Minuten auf watchberlin gesehen habe, warum man Charlotte Roche die Texte nicht vorher gegeben hat, damit sie sie flüssig und mit Betonung vorlesen kann?!

  39. Oliver sagt:

    Weils schnuppe ist, eine Horde hormongesteuerter Blogger sieht über alles hinweg. Anders kann man ja sonst die Kommentare auf dem Gros der Blogs nicht mehr deuten …

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