Die Umsatzsteuer, Domainhosting und das Steuerrecht

Auf dem Blog von come2as gibbet einen sehr interessanten Artikel zur Umsatzsteuererhöhung und deren Auswirkung auf das Domainhosting. Dass Hostingpakete oftmals für ein Jahr im voraus bestellt und bezahlt werden, ist nichts Neues, doch was heißt das bei einer Erhöhung der Umsatzsteuer?

Beispiel: Eine Domain wurde am 01.02.2006 registriert. Die Laufzeit beträgt ein Jahr. Die Leistung endet folglich am 31.01.2007 und somit ist diese mit 19% für die gesamte Laufzeit zu besteuern, obwohl die Rechnung für diese Domain bereits im Februar 2006 gestellt wurde. Die Rechnung wurde damals natürlich mit dem Steuersatz von 16% gestellt, da zu diesem Zeitpunkt die Erhöhung des Umsatzsteuersatzes noch nicht bekannt war. Aus diesem Grund ist eine Nachberechnung der Umsatzsteuer von 16% auf 19% nötig.

Auch eine rechtliche Begründung wird mitgeliefert:

Maßgebend für die Anwendung des jeweiligen Steuersatzes ist stets der Zeitpunkt, in dem der jeweilige Umsatz ausgeführt wird. Domains mit der Laufzeit von einem Jahr gehören zu den so genannten Dauerleistungen. Diese werden an dem Tag ausgeführt, an dem der vereinbarte Leistungszeitraum endet (Abschnitt 177 Abs. 3 UStR).

Das ist der pure Wahnsinn — alle Langzeitverträge über Dienstleistungen, die im neuen Jahr oder später enden, müssen nachträglich mit 19% über die gesamte Laufzeit besteuert werden. Wo ist mein Bananen-Icon für unser Land? 😉

3 Antworten zu “Die Umsatzsteuer, Domainhosting und das Steuerrecht”

  1. Oli sagt:

    So was hätte ich auch gerne, die Option shayze zu bauen und dann einfach anderswo die Kosten deckeln lassen — wohlgemerkt für die *eigene* shayze.

  2. Lawe sagt:

    Öhm, da bin ich aber mal gespannt, von was mir demnächst alles Nachzahlungen ins Haus flattern. So langsam hackt es echt bei einigen…

  3. DonTermi sagt:

    Ich finde die 19% MwSt Erhöhung völlig übertrieben und nicht gerechtfertigt. Damit hauen sich unsere Politikerbonzen noch mehr die Tasche voll.

    Lieber:
    – runter mit den Diäten
    – weg mit der sinnlosen Verschwendung von Steuergeldern

    Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr. Seit Jahren wurde das Volk nicht mehr gefragt ob sie mit diesm oder jenem einverstanden sind. Stattdessen haben wir nur die Wahl aller 4 Jahre und dann darf sich die gewählte Partei 4 Jahre lang «Austoben».

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