Die total hippe Internet– und Volkspartei SPD

Stoppt die SPDWenn man im Internet zu Kommentaren aufruft, dann kann es durchaus sein, dass man welche bekommt. Besonders, wenn man Vorwärts heißt und das Parteiblatt der SPD ist. Und so kam es, dass das SPD-Magazin Vorwärts über Twitter Kommentare zu dem Kompetenzteam Steinmeiers suchte. Reinhard Bütikofer, ehemaliger Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen und gerade gewählter Europaabgeordneter, fragte vorsichtig zurück, ob er denn auch kommentieren dürfe. Die total hippe und Internet– und Volkspartei SPD antwortete: Das kommt auf den Kommentar an. Ein ehrlicher und kein hämischer Beitrag von Reinhard Bütikofer bei uns wäre doch was. Und so setzte sich Reinhard Bütikofer hin — und schrieb der dahin darbenden SPD einen wunderbaren Kommentar. Hier könnte die Geschichte fast zu Ende sein — aber nur fast. Denn wir sprechen hier von der voll hippen Internet– und Volkspartei SPD. Die Ruhrbarone berichten, dass der Kommentar selbstverständlich nicht freigeschaltet wurde — der Blick soll wohl zu sehr auf den Deutschland-Plan eingegangen sein und nicht auf das so genannte Kompetenzteam. Angeblich hat das der Mann entschieden, der bei der SPD als kompetent für die neuen Medien gilt: Hubertus Heil.

Selbstverständlich steht es jeder Plattform frei, Kommentare freizuschalten, zu löschen, was auch immer. Wenn aber die total hippe Internet– und Volkspartei SPD zu Kommentaren aufruft, dann die große Chance hat, einen ausgewogenen, wirklich famosen Text des Wunschkoalitionspartners zu bekommen — wir kennen alle die normale Qualität von Kommentaren im so genannten Web 2.0 — und dann nicht zugreift, das ist einfach nur noch peinlich. Vielleicht hätte man einfach den Text als eigenen Blog-Artikel veröffentlichen sollen? Wie auch immer — er hat weitaus höhere Qualität als alles, was man sonst so beim Vorwärts lesen darf. Hier zeigt sich ganz einfach die totale Ahnungslosigkeit einer ganzen Partei — aber das wissen wir ja auch nicht erst seit gestern. Der Artikel Bütikofers:

It´s a green economy, stupid!

Ich begrüße den Deutschland-Plan des SPD-Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier.

Ich begrüße ihn, obwohl er offenkundig ein Zeichen von Panik ist angesichts eines Rückstandes des SPD gegenüber der Union, der bis zum 27. September nur noch durch ein politisches Wunder aufgeholt werden kann.

Ich begrüße ihn, obwohl er dem Green New Deal, der ökologisch-sozialen Innovationsstrategie, für die wir Grüne seit langem werben, ebenso unverbindlich in der Durchsetzungsstrategie wie detail-verliebt und detail-verkehrt hinterher läuft.

Ich begrüße ihn, obwohl er durch das großspurige In-Aussicht-Stellen von 4 Millionen Arbeitsplätzen und von Vollbeschäftigung bis 2020 seinen Autor eher daran hindert, kurzfristig neue Glaubwürdigkeit aufzubauen.

Steinmeiers Deutschland-Plan ist das progressivste programmatische Dokument, das die SPD seit einiger Zeit zustande gebracht hat. Ich vermute, er kommt für die Bundestagswahl zu spät. Sicherlich ist er noch zu wenig durchdacht, zu angreifbar. Doch er ist ein deutliches Signal, dass die SPD die Anstrengung des Gedankens, das Bemühen um Begriffe und Strategie nicht aufgegeben hat. Er könnte mittelfristig zur Basis werden für eine grüne Erneuerung der SPD und damit Perspektiven öffnen für eine Wiederbelebung von Rot-Grün – Rot-Grün 2.0 — oder für Grün-Rot-Plus. Wenn die SPD es denn ernst nimmt. Kann man darauf hoffen? Ich bin nicht sicher, ich tu´s mal.

Weiterlesen bei den Ruhrbaronen

Und jetzt alle zusammen:

Yes, we can!
Yes, we can!
Yes, we can!

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17 Antworten zu “Die total hippe Internet– und Volkspartei SPD”

  1. CaBi sagt:

    *hmmm* der Link zu den Ruhrbaronen ist irgendwie tot …

  2. Chris sagt:

    Irgendwas stimmt da zurzeit nicht. Please hold the line… ‚-)

  3. Sami sagt:

    Der Artikel ist bei den Ruhrbaronen ist nicht mehr da:
    Error 404 — Not Found

  4. ruediger sagt:

    Ist man bei der SPD wohl doch nicht so richtig voll drauf und versucht sich nun erfolgreich im Waden beißen?

  5. Das hat schon alles seine Richtigkeit mit den Ruhrbaronen. Regierungskritische Seiten werden gesperrt. Zack Zack.

    (Die SPD sollte sich aber schonmal dran gewöhnen, daß damit und den Dienstwagen nach dem Wahlwochenende Schluß ist.)

  6. Chris sagt:

    Ich zitiere mich noch einmal selbst, weil ich gerade wieder so einen Deppen-Kommentar löschen musste:

    Selbstverständlich steht es jeder Plattform frei, Kommentare freizuschalten, zu löschen, was auch immer. Wenn aber die total hippe Internet– und Volkspartei SPD zu Kommentaren aufruft, dann die große Chance hat, einen ausgewogenen, wirklich famosen Text des Wunschkoalitionspartners zu bekommen — wir kennen alle die normale Qualität von Kommentaren im so genannten Web 2.0 — und dann nicht zugreift, das ist einfach nur noch peinlich.

    Zu den Ruhrbaronen: Da gibt es zurzeit technische Probleme. Sie arbeiten bereits an der Behebung. :)

  7. Wittkewitz sagt:

    Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München…mit 10 Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie — im Grunde genommen — am Flughafen, am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug!

    Das Ding heißt Wissensgesellschaft. Auf der einen Seite das Wissen und auf der anderen…

  8. Wittkewitz sagt:

    P.S: twitter kämpft gegen eine DoS-Attacke. Jetzt wissen wir auch, wieso der Herr Schmidt mehr Zeit brauchte für…

  9. georgi sagt:

    Stefan Laurin ist fertig. Der Link müßte nur korrigiert werden:

    Da gehts lang.

  10. Chris sagt:

    Danke für den Hinweis — aber ich denke, der Artikel wird auch wieder verschwinden. Jeder neue Artikel zerschießt nebenan, warum auch immer, das Design. Wenn jemand ne Idee hat, warum — immer her damit…

  11. markus sagt:

    hipp ist die SPD wirklich: Sie stellt einen Nameserver zur Umgehung der Zensur zur Verfügung:

    Der Dank der Kinderschänder

  12. Nachdem es mit dem Artikel / CMS auf ruhrbarone wohl Probleme gab wurde er inzwischen bei uns im Blog veröffentlicht. Da mein Versuch eines Trackbacks richtigerweise als Spam identifiziert wurde hier die manuelle Verlinkung.

    It´s a green economy, stupid!

  13. Chris sagt:

    So, bei den Ruhrbaronen ist wieder alles okay. :)

  14. […] die Blogger, die Kommentatoren – aber die, die auch was tun, tun offensichtlich das Falsche. Denn alles was […]

  15. Ario sagt:

    Danke für die Info! Mein Fehler 😉

  16. Chris sagt:

    Kein Problem. 😉

  17. […] Und wenn das einzige, was einem als Abgrenzung zur Union einfällt, ein Online-Gremium ist, in das man einen bekannten Blogger setzt, dann kann das eben auch nach hinten losgehen. Der “rote Iro” ist jetzt jedenfalls in der Bloggerszene verhasst. Und außerhalb der Bloggerszene sowieso unbekannt. Tolle Promo in Sachen Internetkompetenz. Soll das jetzt etwa Herr Heil richten? […]


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