Die SPD weiterhin ein Trümmerhaufen

Beck vs. ChrisDie SPD ist wieder da — so tönte die FDP-Freundin Andrea Ypsilanti nachdem die Wahllokale in Hessen geschlossen wurden, nur sagte sie dies vor dem amtlichen Endergebnis und machte so den Edmund Stoiber. Wenn man sich die Wahl in Hessen mit ein wenig Abstand anschaut, das eigene Verhalten reflektiert, dann die aktuellen Umfrageergebnisse sieht, stellt man fest: Die SPD ist und bleibt weiterhin ein Trümmerhaufen. Roland Koch ist in Hessen nur durch den Verrat von Rot-Grün auf Bundesebene an die Macht gekommen. Hessen ist geschichtlich gesehen ein tiefrotes Land. Da verwundert es auch nicht, wenn das gefeierte SPD-Ergebnis in Hessen das zweitschlechteste Ergebnis seit Kriegsende ist. In Niedersachsen war das Ergebnis ebenso desaströs, auch da sei daraufhin gewiesen, dass Gasgerd Schröder dort vor wenigen Jahren noch alleine regiert hat. In Niedersachsen hat die SPD das schlechteste Ergebnis seit Ende des Krieges eingefahren. Dies wird nun landauf, landab von der SPD als der große Erfolg verkauft. Allein diese sachlichen Feststellungen reichen schon, um laut über die Damen und Herren im Willy-Brand-Haus zu lachen.

Nun wird argumentiert, dass das Ergebnis ein großer Erfolg sei gemessen an der Tatsache, woher man gekommen ist. Dem kann man sicherlich mit Einschränkungen folgen — nur, wer hat denn dafür gesorgt, dass die Wähler mobilisiert wurden? Doch ganz bestimmt nicht Andrea Ypsilanti mit ihrer fragwürdigen Unterschriftenkampagne. Roland Koch und niemand anderes hat die SPD-Wähler mobilisiert. Wenn ich das mal auf mich übertrage — ohne die Ausländerhetze des Roland Koch hätte es diese neue Kategorie nie gegeben. Somit war die (hoffentliche) Abwahl Roland Kochs kein Erfolg der SPD, sondern eben doch ein kleiner Aufstand der Anständigen, die noch ein linkes Herz in sich tragen. Es war keine Wahl pro Ypsilanti, sonder contra Koch. Das beweist auch der Erfolg der Linken in Hessen, die trotz der sogenannten SPD-Linken — aber gut, das sagt man auch Andrea Nahles nach — in den Landtag gekommen sind. Wofür braucht es eine Linke, wenn doch die SPD angeblich so links ist? Allein daran lässt sich schon feststellen, dass sich die SPD hier selbst etwas vormacht.

Das beweisen nun auch die neusten Umfragezahlen von FORSA. Während die SPD 2% verliert, und auf vernichtende 25% kommt, steigt die Linke um eben diese 2% und kommt auf 14%. Setzt sich dieser Trend fort, ist die SPD von den Zahlen her der Linken bald näher, als der Union. Im Moment fehlen nach oben zur Union 10%, die auf 35% kommt, zur Linken fehlen noch 11%, die sich mit ihren 14% als drittstärkste Kraft im gesamten Bundesgebiet etabliert. FDP mit 11% und Grüne mit 10% komplettieren das Feld. Die Medien verkaufen natürlich die neuesten Umfragewerte als Niederlage der Union — minus 4% gegenüber der Vorwoche, nur noch 35%. Doch wenn man sich die SPD anschaut, dann im Hinterkopf Andrea Ypsilanti und ihren Satz, die SPD ist wieder da, hat, sich Grinsebacke Kurt Beck im Willy-Brand-Haus ins Gedächtnis ruft, dann wird mein Grinsen immer breiter.

Die SPD ist nicht wieder da — im Gegenteil. Sie ist dort, wo sie nach dem Verrat am Wähler, an den Menschen in diesem Land hingehört, in der Fußballbundesliga würde man sagen, kurz vor den Abstiegsplätzen. Wenn sich die Linke in den Landesparlamenten nicht selbst zerfleischt und konstruktive Politik leistet, dann wird es 2013 nicht unmöglich sein, dass erstmals die Linke vor der SPD landet. Zu wünschen wäre es — der Politik muss endlich mal begreifbar gemacht werden, dass diverse Verhaltensweisen nicht ungestraft bleiben. Auf Landesebene hat dies gerade Roland Koch feststellen müssen — auf Bundesebene wird es noch ein wenig dauern, bis der Trümmerhaufen SPD beiseite gefegt wurde. Aber — wat kütt dat kütt.

Karikatur: Bulo. :)

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11 Antworten zu “Die SPD weiterhin ein Trümmerhaufen”

  1. pit sagt:

    Danke für diesen guten Kommentar.

  2. yautja sagt:

    Ich liebe Wahlen im Deutschand, egal wie das Ergebnis aussieht — es hat (fast) nie jemand verloren.
    Jeder ist ein irgendwo Gewinner!
    Selbst bei dem schlechtesten Ergebnis, findet man noch etwas gutes.
    Manchmal denke ich Politiker haben eine rosarote Brille auf leben in einer Traumwelt.
    HALLO AUFWACHEN !!!

  3. Robert B. sagt:

    Verrat, das trifft den Nagel auf den Kopf. Sind die Genossen wirklich so dämlich zu glauben, dass sich „die schweigende Mehrheit“ an der Nase herumführen lässt? Je mehr die SPD nach links keilt, desto stärker wird die Linke – vollkommen zu Recht! Die nächsten Wahlen werden spannend, vor allem, wie die SPD weiter Richtung Untergang steuert.

  4. Oliver sagt:

    Man kann sich natürlich auf fragen, warum die «schweigende Mehrheit» so dämlich ist wie sie eben ist indem sie schweigt und das seit Jahrzehnten.

    >der Politik muss endlich mal begreifbar gemacht werden, dass diverse Verhaltensweisen nicht ungestraft bleiben. Auf Landesebene hat dies gerade Roland Koch feststellen müssen

    Aha? Protestwahlen also, also doch nicht mehr Potential als man den Linken gemeinhin unterstelt? Und wenn man derartig gewählt hat, kann man nur hoffen das hinter dem Phrasengedresche, der Majorität Altlasten aus SPD und PDS, tatsächlich geläuterte Genossen der «Ossi– u. Westkultur» stehen, die nachdem sie initial mithalfen, auch mitunter etwas neues bewirken können. Mitunter hat ja die Nachfolge-Partei der SED mit diesem Problem der Glaubwürdigkeit massiv zu kämpfen.

    Oh ich bin für Vielfalt, je mehr umso besser, wenn Intelligenz die Basis ist und zwar nicht die glaubhafte Intelligenz bei der Führung, sondern Intelligenz beim Wähler. Horchen wir doch mal ganz tief in die Gesellschaft hinein, dann haben wir dort ein paar Redelsführer die Probleme benennen und wir haben auch ein paar die diesen Glauben schenken … ein «paar». Aber wieviele sind von der schweigenden Masse überhaupt an Änderungen interessiert? Warum wählten denn viele Jahrzehnte langt Menschen CDU und tun es immer noch? Und nein es sind auch eine Masse Arbeiter dabei, denn mit der typischen «Wohlstandsgesellschaft» per se könnte man nie einen Start bei den Wahlen machen, die Majorität kommt eben von «unten», der sogenannte hoi polloi, die Plebejer.

    War es eine geistige Verwirrung, war es eine Erkenntnis schon in den 50ern, daß da noch mehr Kommunist in der SPD vorhanden ist, als dieser Republik gut tun würde? Oder war es einfach die egoistische Ader? Man hoffte bzw. hofft auch irgendwann einmal «nach oben zu rutschen» und da wären die Verteilungsprinzipien der «Linken» fehl am Platz. Insofern leidet man und erdudelt die «Mitte», mit der Gewißheit ebenso mal dieser anzugehören. Ich weiß, eine gewagte These, doch diese ist durch vielerlei Eckdaten der Bundesrepublik durchaus zu belegen. Die Alternative wäre der Masse jedwede Intelligenz in den vergangenen Jahrzehnten der BRD abzusprechen und ehrlich gesagt dies widerstrebt mir.

    Die deutsche Gesellschaft ist zum Gros massiv Ego-getrieben und baut vor, die SPD macht beiderlei, einerseits existieren recht seltsame Genossen, die nicht dort hineingehören und andererseits paßt man sich an vorhandene gesellschaftliche Strukturen an.

    Einzelne, *Einzelnde* kämpfen für eine Masse, die zwar ebenso jammert, aber jammert diese Masse ob der gleichen edlen Gründe? Das eigentliche Problem in dieser Gesellschaft ist, daß man je nach Stand nie wirklich glauben mag, daß da noch viele Menschen existieren denen es noch schlechter oder gar überhaupt schlecht ergehen mag. Viele betrachten die Problematik nur von ihrem eigenen Standpunkt aus und Jammern ob *ihrer* Unanehmlichkeiten und das trifft ebenso auf die aktiven «Genossen» der Linken zu.

    Aber wie dem auch sei, wer hört denn schon gerne auf zu träumen? Es ist auch schnuppe ob z.B. heute die Zahlen schlechter stehen, als z.B. in den 70ern. Meinen Eltern z.B. ging es, wie vielen jungen Menschen damals, mehr schlecht als recht, man hatte Angst vor Wohnungsnot und drohendem Arbeitsplatzverlust — später bis heute ging es ihnen besser. Faktisch betrachtet natürlich lächerlich im Vergleich zu heute, aber von den Menschen her betrachtet war das völlig schnuppe — zu jener Zeit war der Lebensstandard allgemein niedriger angesetzt und von daher die Wirkung noch dramatischer. Aber folgte deswegen die große Zeit der SPD? Nein, nach dem recht kurzen Intermezzo mit fragwürdigem Ausgang, wählte man lange, lange geschlossen die CDU? Wie oben erwähnt, Kalkül auch der «Kleinen» oder Dummheit par excellence in Form von Protestwahlen nach der Schmidt’schen Ära?

    Der Lafo beispielsweise, der mich damals auch aktiv in die Hände der Genossen und Gewerkschaftler trieb auf Landesebene, war zu jener Zeit keineswegs anders. Die Menschen wählten ihn ob der sozial gerechten Ansprüche und das Problem waren eben nicht diese, sondern die fehlende Umsetzung in der Praxis. Eine Praxis von der die bundesrepublikanische Allgemeinheit eben nur einen kleinen Ausschnitt in der relativ «harmlosen» Form eines Ministers mitbekam. Und nun beginnt ebenso wieder die gleiche Bauernfängerei, mit identischen Sprüchen.

    Ich gebe nie auf bei derlei Dingen, glaube und hoffe irgendwo, auch wenn ich es manchmal aktiv verneine, aber es bleibt im Hinterkopf und bildet immer noch die Triebfeder für diverses Handeln. Aber auch bleibt mir im Hinterkopf, daß mein Vater noch länger als ich sehr links war, glaubte und hoffte, noch mehr als die heutige junge Generation damals in seiner Jugend für derlei Dinge eintrat und natürlich auch heute nicht davon abwich … aber änderte sein Glauben etwas und der vieler anderer, die mit ihm an Veränderung glaubten? Mein Vater verstarb 2006, ich glaube ebenso — aber unter weitaus verschärfteren Bedingungen und daraus resultier auch mein Pessimismus: warum zur Hölle glauben wir heute noch irgenetwas unter derart verschärfteren Bedingungen ändern zu können, wenn schon zuvor weitaus aufgeklärtere und vor allem Mobilisierte junge Menschen dies in 60ern und 70ern nicht vermochten? Wie bekommen ja nicht einmal ein Fragment dieser Massen auf die Straße, respektive aktiv zum denken!

    Die Hoffnung stirbt sicherlich zuletzt, aber als vernunftbegabtem Mensch widerstrebt es mir mehr und mehr mich an derlei Hirngespinste zu klammern. Hoffen wir also auf ein Erwachen der Gesellschaft, einen sozialen Umgang miteinander, die Änderung kann nur von dort ausgehen und dann erst wird diese Änderung in die Parteien überschwappen. Der Deutsche hofft leider immer noch zu sehr auf das Führungsprinzip, daß jemand daherkommt, ein starker Mann/eine starke Gruppe und alles richtet … actio et reactio. Es geht weniger darum zu erkennen, ob es um einen persönlich schlecht steht, sondern darum zu erkennen, daß es _anderen_ schlecht geht und wie man diesen _anderen_ helfen kann! Für diesen Schritt aber ist die Gesellschaft noch nicht reif, heute weniger denn je — ergo kann auch niemand den guten Führer mimen, denn von nichts kommt halt nichts. Ja diese Erkenntnis tut weh, aber sie ist ehrlich. Und wenn man darüber _nachdenkt_ ist das auch kein Persilschein für Amoklaufende Politiker, linker oder mitte-rechter Gesinnung, sondern es ist eine Erkenntnis, das Änderungen nur von unten nach oben nachhaltig sind. Änderungen eben, die nicht mittels Kreuzchen getätigt werden können …

  5. phoibos sagt:

    moin,

    die cdu hätte eine bequeme mehrheit in hessen eingefahren, wenn sie mit dem slogan angetreten wäre, wer sie wählte, wähle koch ab… die spd ist schlicht auf dem absteigenden ast und kann sich bald aufsplitten und sich flügelweise anderen parteien zuordnen.

    @ oli: ?? ??????, wobei nach sicht der mächtigen von heute eher vom ????? die rede sein sollte…

    @ oli und chris: tolle kommentare!

    ciao
    phoibos

  6. Peterle sagt:

    Man darf das alles nicht so schwarz sehen 😉
    Die SPD soll halt ihre Maulwürfe (Schröder, Clement,…) zur CDU oder sonstwohin schicken und dann kurz vor der nächsten Bundestagwahl intensiv den offenen Industrie– und Versicherungsfaschismus bei der CDU thematisieren. Dann kann sie sich als «die einzige» bürgerliche Mitte-Rechts Partei präsentieren und von eigenem Vermögen träumende Wähler umgarnen.

  7. Oliver sagt:

    @peterle, was ist den die SPD oder besser gesagt was war sie? Initial eine Arbeiterbewegung, dann eine Arbeiterpartei unter Lassalle usw. bis hin zur «bekannten» SPD. Und diese Leute wurden von Bismarck und dem in Kraft getretenen Sozialistengesetz massiv unter Druck gesetzt, einige wollten gar mit Gewalt gegen diese Linken vorgehen. Dieser Druck erzeugte nun aber gewaltigen Gegendruck, man hatte noch etwas zu verlieren, die Arbeiter formierten sich *aktiv* weiter, sprich das Gros der Bevölkerung gewann mehr und mehr an Einfluß. Dummerweise aber gaben die Arbeiter mehr und mehr den aktiven Status in der Bewegung ab und vertrauten einigen wenigen, die auch stante pede dieses Vertrauen brachen indem sie den Krieg billigten. Sprich man stand erstmalig in Verantwortung und versagte, nicht «schlimm», es war schließlich eine Feuertaufe und so etwas wie Demokratie gab es zuvor ja noch nicht. Liebknecht war da im übrigen schon seinen genossen weit vorraus und stand von Anfang an gegen den Krieg, obwohl ihn Anfangs auch der Habitus eines «Parteisoldaten» hinderte. Diese Fehler wurden aber häufiger in der Geschichte wiederholt, bis heute. Aber der Arbeiter, die Majorität eben, zeigte bis heute kein Interesse mehr aktiv mitzumischen — Aktivität eben, die damals zur Geburt der «SPD» führte. Das ganze ist also immer eine zweischneige Angelegenheit, amoklaufende Politiker hier und eine Masse die zwar «etwas anderes» möchte, jedoch aus der Passivität heraus. Und eben diese beiden Zustände bilden ein unheiliges Bündnis, welches definitiv nicht auf Änderungen hoffen läßt.

    Du hast heute keinen wirklichen Feind mehr, wie damals die Monarchie, die fehlende Redefreiheit etc. Man hat dafür aber auch unter der normalen Bevölkerung verschiedeneartige «Wünsche» die es inzwischen zu bündeln gilt. «Ganz unten», wie Wallraff sein bekanntes und lesenswertes Werk titulierte sieht die Welt natürlich ganz anders aus und nur «wenige» leben dort. Man muß aber nicht «ganz unten» Leben, um sich vorstellen zu können wie es dort vor sich geht, anhand von Eckdaten kann es jeder mitbekommen und Rückschlüsse ziehen. Wenn man denn eben möchte und genau das ist der Knackpunkt, die Partei ist relativ schnuppe, die Formation, wichtig ist _das_ man die Problematik erfaßt und _handelt_. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber man kann mit Bescheidenheit beginnen und mit der Zurückstellung des Egos, etwas freigiebiger sein etc. viele kleine Leuchten besitzen u.U. große Leuchtkraft im ganzen Land 😉

  8. My 0,02 Euro sagt:

    Auch DIE LINKE wird nur eine gewisse Zeit über “wählbar” sein, bis auch sie von karrieregeilen und wirtschaftsanbiedernden Neoliberalen unterwandert wurde. Und diese Komplizen der Wirtschaft werden dann in der bekannt regierungsfreundlichen Presse breitflächig als “Realos” bejubelt.

    Vorzeigelinker, hörenswert (ab ca. einer Minute gehts los):

    Vorzeigelinker

    Kennen wir doch alles schon von den Grünen.

    Übrigens keilt Seehofer nun in der CDU gegen die sogenannten Neoliberalen… ja was ist denn da los?? *staun*

    Gespräch mit Horst Seehofer

  9. Bakunin sagt:

    Ich will mal Hermann Hesse aus einem Brief an Heinrich Wiegand vom 29. Februar 1932 zitieren : „Ich kann die Zukunft Deutschlands nicht von der Zukunft der Welt trennen,… sondern sehe nach wie vor ein Deutschland, das seine Revolution nicht vollzogen, seine neue Staatsform nicht aufgenommen und angenommen hat und das zu jedem Abenteuer zu haben ist, die Vernunft aber wie den Teufel fürchtet. Für die Zukunft schiene mir Deutschland die Aufgabe zu haben, zwischen Sowjet und Westen neue Formen der Entkapitalisierung zu finden und dadurch selber wieder zu Ansehen und Einfluß zu kommen.“
    Ich finde dieses Zitat trifft die Kernprobleme auch unserer Zeit ziemlich gut.

    P.S.: Ich möchte auch nochmal die/den Verfasser bzw. Verantwortlichen für dieses gelungene Blog loben.

    Grüße Bakunin

  10. Oliver sagt:

    @My 0,02 Euro, es hindert keiner das Volk daran ebenso SPD und Linke, je nach Gusto, zu «unterwandern» und immer daran denken: Manager können zwar Lobbyismus betreiben, aber diese stellen keine Mehrheit in Deutschland dar und für Lobbyismus müssen zuerst einmal bestechliche Parteisoldaten existieren. Dem kann man zum Teil recht einfach entgegen wirken, in dem man mitarbeitet. Das funktioniert nicht über Nacht und auch nicht als vox clamantis in deserto, aber je mehr umdenken und «unterwandern», desto eher bewegt sich überhaupt was. Eine Analogie zum Mitmach-Web drängt sich da auf, das war ebenso schon eine Totgeburt, weil zwar viele potentielle «Konsumenten» existieren, jedoch wenig die tatsächlich mitwirken mochten.

  11. […] Die SPD weiterhin ein Trümmerhaufen: Die SPD ist nicht wieder da — im Gegenteil. Sie ist dort, wo sie nach dem Verrat am Wähler, an den Menschen in diesem Land hingehört, in der Fußballbundesliga würde man sagen, kurz vor den Abstiegsplätzen. Wenn sich die Linke in den Landesparlamenten nicht selbst zerfleischt und konstruktive Politik leistet, dann wird es 2013 nicht unmöglich sein, dass erstmals die Linke vor der SPD landet. Zu wünschen wäre es — der Politik muss endlich mal begreifbar gemacht werden, dass diverse Verhaltensweisen nicht ungestraft bleiben. Auf Landesebene hat dies gerade Roland Koch feststellen müssen — auf Bundesebene wird es noch ein wenig dauern, bis der Trümmerhaufen SPD beiseite gefegt wurde. Aber — wat kütt dat kütt. […]

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