Die SPD und die B-Aktie

SPD-Fahnen

Die SPD hat mal wieder eine neue Idee. Über den Blödsinn der freiwilligen Wehrpflicht möchte ich nicht viel schreiben — allein der Begriff offenbart die gesamte Schizophrenie der heutigen SPD. Im Zuge der Bahnprivatisierung allerdings kommt nun eine neue Idee aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Nachdem sich nun Stimmen mehren, die die Bahnprivatisierung kritisch sehen, nimmt die SPD von diesem Wahnsinn etwa keinen Abstand, nein, nicht mit der SPD. Nach dem sensationellen Erfolg der T-Aktie im Jahr 1996 soll nun eine neue Volksaktie auf dem Markt kommen — die B-Aktie. Ihr habt richtig gelesen.

Erinnert sich noch wer an den Börsengang der Telekom 1996? Eine riesige Werbekampagne begleitete den Börsengang, die T-Aktie war in Frankfurt auf dem Börsenpakett Thema Nummer 1, ebenso wie in der Kneipe beim Stammtisch. Manfred Krug, der damals für die T-Aktie geworben hat bezeichnete kürzlich erst die Werbekampagne als seinen größten beruflichen Fehler. 1,9 Millionen Kleinanlager hatten alle Hoffnung auf die T-Aktie gelegt, ältere Menschen versprachen sich eine Altersvorsorge — wie ihnen vorgespielt wurde. Kurzfristig stieg die Aktie zwar auf über 100 Euro — durch mehrere Entscheidungen des Managements unter Führung von Ron Sommer geriet die Aktie aber bald unter Druck, so dass sie heute bei 13,44 Euro steht. Der Erstausgabepreis betrug 28,50 DM (14,57 Euro), bei der ersten Kapitalerhöhung 1999 wurden die Aktien mit einem Preis von 39,50 Euro verkauft und die zweite Kapitalerhöhung spülte pro Aktie 66,50 Euro in die Kassen der Telekom. Unzählige Privatleute, Kleinanleger wurden so geschröpft und abgezockt — Entscheidungen des damaligen Managements in Verbindung mit den Steigbügelhaltern aus der Politik. Und das soll sich nun wiederholen?

Vielleicht nicht die Zahlen, aber zumindest sollte eine Partei, die von sich behauptet, eine Volkspartei zu sein, den Sachverhalt von damals im Kopf haben. Menschen haben ihre Altersvorsorge verloren, Ersparnisse lösten sich in Luft auf — dramatisch ist das zu nennen, was damals mit den Menschen geschehen ist. Eine interessante Idee, so soll Kurt Beck dazu gesagt haben. Tja, so ist das mit der SPD heute, Müntefering fordert eine Erhöhung von Hartz IV, aber nur in Verbindung mit dem Mindestlohn, wohlwissend, dass es dann eben nicht zu der Erhöhung kommt, der Rest der SPD schröpft weiter das deutsche Volk — und der Vorsitzende macht sich überall lächerlich, wo er sich zu Wort meldet. Allein bei seinem Sommerinterview musste ich mehrfach auflachen, während ich den Rest des Gespräches nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt habe. Die SPD beweist mal wieder, wie wenig Ahnung sie hat, wie wenig sie aus der Geschichte gerlernt und und wie sehr sie an der Seite des Großkapitals steht. Wie sagte sinngemäß Gregor Gysi seinerseits im Sommerinterview: Für uns ist die SPD auf Bundesebene derzeit nicht koalitionsfähig. Dafür muss die SPD erst wieder sozialdemokratisch werden. Ein frommer Wunsch. Weder sozial noch demokratisch sollte man heutzutage mit der SPD in Verbindung bringen.

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3 Antworten zu “Die SPD und die B-Aktie”

  1. […] Auf die rund 14 Euro, die man für die ersten Aktien damals ausgeben musste kommt man schon lange nicht mehr, von den 30 oder gar über 60 Euro in der zweiten oder dritten Ausgabe von Aktien brauchen wir garnicht reden. Mehr dazu hat Chris bei fixmbr.de geschrieben […]

  2. Robert B. sagt:

    Das tollste an solchen Volks-Aktien ist doch, dass wir Bürger etwas kaufen, was wir mit unseren Steuern schon einmal bezahlt haben. Man könnte es umgekehrt auch Steuererhöhung nennen.

  3. […] Die SPD und die B-Aktie […]

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