Die politische Bankrotterklärung des Peer Steinbrück

Beck vs. ChrisÜber den aufrechten SPD-Politiker und Wahlversager Peer Steinbrück hatte ich schon das eine oder andere Wort verloren. Peer Steinbrück ist das typische Beispiel eines kleinen Beamten, der im System Schröder nach oben gespült wurde — trotz mehrfachen eigenen Versagens. Peer Steinbrück war der Mann, der 2005 das tiefrote, sozialdemokratische Nordrhein-Westfalen an die CDU verloren hat und damit auf Bundesebene die Neuwahlen mitausgelöst hat. Peer Steinbrück ist seitdem neben Frank-Walter Steinmeier das beste Unions-Kabinettsmitglied und fällt eigentlich nur damit auf, dass er auch nach dem Sturz Gerhard Schröders weiter Partei, Wähler und die Menschen in diesem Land verrät. Was früher Wolfgang Clement und Franz Müntefering für das Kabinett Schröder bedeuteten, bedeuten heute die Stones für das Kabinett Merkel. Durch Vitamin B nach oben gespülte Verräter der Sozialdemokratie, Minister, die weitaus besser in der FDP aufgehoben wären — und dadurch, dass sie das Parteiheft der SPD in Händen halten, zusätzlich als Feigenblatt für Union und FDP gelten können. Was früher gegenteilige politische Überzeugungen waren, ist durch Politiker wie Peer Steinbrück zu einem Einheitsbrei geworden. Ein grauer Brei, der Tag für Tag, Woche für  Woche diesem Land — insbesondere den Menschen — unwiderruflich schadet.

Ich habe öfter darauf hingewiesen, dass es für die persönliche politische Karriere des Peer Steinbrück oder des Frank-Walter Steinmeier nur heißen kann: Eine Fortsetzung der Großen Koalition. Schon die erste Große Koalition war ein Grauen für dieses Land. Union und SPD verlieren sich in dieser Zeit immer mehr in Streitigkeiten, in das Buhlen um die Wähler. Die Folge dabei ist zum Beispiel das Monster Gesundheitsfond — von der Armut, die dieses Land erfasst hat, ganz zu schweigen. Und was diese und die erste Große Koalition für die Bürgerrechte in diesem Land bedeutet, darauf muss hoffentlich nicht extra hingewiesen werden. Dieses Land wird immer mehr zu einem präventiven Überwachungs– und Polizeistaat. Aus Sicht der Bürger, der Menschen, ja sogar aus Sicht der Parteien wäre also ein Ende dieses Horrors 2009 dringend notwendig. Wenn die SPD nicht gänzlich in ihre Einzeiteile zerlegt werden will, muss gerade sie für ein Ende dieser Großen Koalition eintreten — auch wenn die Alternative Opposition heißt. Was dann aus Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier wird? Nun, sie werden sicherlich ganz weich von der Wirtschaft aufgefangen werden, wie schon Gerhard Schröder, Wolfgang Clement und Otto Schily. Sie haben schließlich jahrelang das Volk und deren Interessen verraten — zum Vorteil weniger. Diese werden sie nun dankbar auffangen.

Dann ist man aber nicht mehr am Schalthebel der Macht und auf das zusammengeschrumpft, was man sein Leben lang war: ein kleiner Lobbyist im Auftrag des Herrn der Wirtschaft. Peinliche Auftritte wie wie die des Wolfgang Clement werden die Folge sein. Die Menschen werden das wahre Ich der beiden Stones erkennen. Und so bleibt als letzte Fluchtmöglichkeit eine Fortsetzung der Großen Koalition. Eine Koalition, die so schlecht für dieses Land ist, die den Menschen eine Fortsetzung des Schröder’schen Grauen gebracht hat. Peer Steinbrück wagt sich nun aus der Deckung und verkündet das, was hier schon lange vermutet wurde: Die SPD ist am Ende, man sucht das Heil nur noch in der eigenen Karriere, an Partei, dem Land oder gar die Menschen wird nicht gedacht. Die eigene Karriere steht über Allem — die Große Koaliton ist die Zukunft dieses Landes und soll über 2009 hinaus fortgeführt werden. Dass der aufrechte Populist Peer Steinbrück den drei kleineren Parteien ein populistische Wunschkonzert vorwirft, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber so kann man auch politische Gegner diskreditieren — geschichtliche Vergleiche lasse ich an dieser Stelle dann außen vor.

Chris maltWie tief will die SPD noch sinken? Nun plädiert schon ein Stellvertreter des Vorsitzenden um eine Fortsetzung einer Großen Koalition, eine Große Koalition, in der die SPD der Juniorpartner sein wird. Spätestens jetzt sollte doch der immer wieder angepriesenen Basis mal ein Licht aufgehen und sie sollte sehen, wo die aufrechten Seeheimer und Netzwerker die SPD hinführen. Aber wollen wir wetten, dass im Wahlkampf 2009 die Basis begeistert hinter Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück steht. Die Geister, die ich rief. Menschen wie Gerhard Schröder, Wolfgang Clement, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück werden und wurden auch von der SPD-Basis gewählt, ihr Treiben ist somit demokratisch legitimiert. Dass, was die SPD seit einem Jahrzehnt veranstaltet, ist nichts als der Wille der Partei, inkl. Basis — und nun erzähl mir keiner etwas anderes. Peer Steinbrück ist der Prototyp eines heutigen SPD-Mitgliedes. Und genau darum geht es diesem Land so schlecht. Es war 1998 ein großer Trugschluss, die SPD könne es besser und würde sich im Gegensatz zu Union und FDP in erster Linie um die Menschen kümmern. Es gibt Stimmen da draußen, die sehen nach Austausch der beiden Führungsgremien eine Fusion zwischen SPD und Linke. Ich lach mich tot — eher geht der kümmerliche kleine Rest der SPD in Union oder FDP über. Ein Garant dafür: Peer Steinbrück, der heute die politische Bankrotterklärung der SPD verkündet hat. Dass er als Medium die BILD gewählt hat, ist dabei nur eine Randnotiz, zeigt aber den gesamten Charakter einer verkommenen Partei.

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9 Antworten zu “Die politische Bankrotterklärung des Peer Steinbrück”

  1. Hofi sagt:

    Kann man den Stones wirklich soviel Ignoranz vorwerfen? Eindeutig ja, denn sie wissen genau was sie tun.
    Clement war der erste dem ein Parteiausschlußverfahren angehängt wurde. Andere werden folgen. Hoffentlich bald, denn die Linke ist noch nicht reif für Regierungsverantwortung.

  2. […] als bei FIMBR könnte ich das sowieso nicht. Es ist herrlich zu lesen drum blättert mal rein. Hier gehts […]

  3. Sven sagt:

    Sorry, aber die SPD ist noch nicht am Ende. Luschen wie Steinmeier, Steinbrück & Co. werden sie noch etwas weiter an die Wand fahren, aber spätestens auf den der nächsten Bundestagswahl, wenn sie ihre Inkompetenz unter Beweis gestellt haben, folgenden Parteitag wird die Basis den jetzigen Vorstand zum Teufel jagen.

    Wenn nicht, dann wirklich «Deckel drauf»… ;)

  4. Oliver sagt:

    >wird die Basis den jetzigen Vorstand zum Teufel jagen.

    Und wenn der Glaube nicht mehr hilft, kann man immer noch mit dem Hyperventilieren beginnen.

  5. Franktireur sagt:

    Sorry Sven — aber was soll das, daß die Basis die Luschen verjagen wird nach der verlorenen Wahl 2009? Weil die Basis Verlierer nicht mag?

    Wenn die Basis innerhalb der SPD nur einen Funken Menschenverstand hat, muß sie diese Luschen bereits jetzt und sofort verjagen, damit Weichen für 2009 gestellt werden können.
    Alles andere ist völliger Unfug.

  6. Sven sagt:

    @Franktireur

    Ich habe nicht mein Wunschszenario beschrieben, sondern meine persönliche Prognose. Und momentan scheint die SPD-Basis sich den Steinmeier von den Medien als Retter aufschwatzen zu lassen. Und ja, wenn ich meine SPD vor Ort hier sehe, denen geht es noch nicht dreckig genug. 12% bei der Kreistagswahl vergangenen Monat und die Ortsgruppe labert was von «mit blauem Auge davon gekommen».

    Mein Gedankengang war der, dass nach der Wahl die Entzauberung auch für ganz Blinde erfolgt sein sollte…

  7. macdet sagt:

    Leider bebomme ich den Pingback nicht hin :(

    VW-Gesetz — die IG Metall auf den Spuren der SPD

    Es wird Zeit die schlafenden zu wecken!

  8. […] über Skandale. Mißtrauen und Mobbing in den eignen Reihen. Brot gibt man ein lahmen Gaul, den Gnadenschuß einem blöden Esel. (frei nach Volker Pispers) Nun rudern Sie mal um Ihre Jobs. Bei Mobbing wird […]

  9. Reinhard sagt:

    Leider ist es wahr:
    Deutschland hat seit Schröder,Clement, Schily und Münte keine (wahre) Sozialdemokratische Partei mehr. Der Basta-Kanzler und «Genosse der Bosse» war als Anti-Sozialdemokrat das Trojanische Pferd in der SPD.
    Die Sozialdmokratie in Deutschland ist seit Schröder tot !
    Schröder, Clement, Schily, Münte, Steinmeier und Steinbrück
    waren und sind die Totengräber der Partei. Allesamt sind hervorragende Parteiverräter !
    Und keinen Zweifel:
    Ein Kanzler Steinbrück würde das Mausoleum der Partei
    noch weiter zumauern.


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