Die Piratenkogge unter Beschuss

Wenn auch sehr aggressiv, doch sehr gut gemacht. Ich kann durchaus drüber lachen. Hätte ich den Demokratie-Trollen der Union gar nicht zugetraut. Da scheinen einige Herrschaften große Angst vor der Piratenpartei zu haben. Zu Recht? (via Malte)

Die Piraten werden nach dem Wahlsonntag am 27. September mit einem schrecklichen Kater aufwachen. Ich prognostiziere zwischen 1% und 2%. Mehr wird es auf keinen Fall werden. Und dann beginnt bei den so genannten Netzindianern das große Heulen. Wie konnte es nur so weit kommen, wir lagen doch bei allen Umfragen weit vorne. Tja, RL vs. VL. Danach erst beginnt es für die Piratenpartei ernst zu werden. 4 Jahre trübe Sacharbeit, die Menschen auf der Straße überzeugen, ohne den Rückenwind Bundestagswahl und dem Thema Netzsperren. Dieses Thema war praktisch die Gründungsurkunde der Piratenpartei, doch wird sich erst nach der Bundestagswahl zeigen, ob sie nur ein kleines Strohfeuer in der Weite des Internets waren oder sich zu einer ernsthaften Alternative entwickeln. We will see.

Im Moment sehe ich die Piratenpartei sehr zwiegespalten. Mal völlig abgesehen von meinen persönlichen Erfahrungen, sehe ich durchaus die eine oder andere netzpolitische Übereinstimmung. Doch reicht das aus? Unser Land hat weitaus größere Probleme und wichtigere Dinge zu lösen, als die Netzsperren. Wie Oliver immer wieder so schön anmerkt: Freiheit im realen Leben, in unserer Gesellschaft, ein freiheitliches Miteinander und ein freies Internet folgt automatisch. Wer bezahlt für die derzeitige Krise? Wie geht es nach dieser Krise weiter? Wie stellen wir uns unseren zukünftigen Sozialstaat vor? Wie sieht unsere ökologische Zukunft aus? Welche Bildung werden wir unseren Kindern anbieten? Wie werden wir unsere Alten versorgen? Alles Fragen von immenser Wichtigkeit, bei denen man nicht wirklich eine ernsthafte Antwort bei den Piraten findet. Im Gegenteil. Im Piratenforum findet man durchaus Diskussionen, die eher befremdlich wirken. So wird zum Beispiel über die Klimalüge schwadroniert. Die Holocaustlüge und insbesondere die Reaktionen habe ich auch noch gut im Gedächtnis.

Derzeit ist die Piratenpartei keine ernsthafte Alternative. Sie ist Protestpartei, nicht mehr und nicht weniger. Und dafür ist die Bundestagswahl viel zu wichtig, als dass man nur Protest wählt. Wir stehen wie gesagt vor ernsthaften Problemen und die Piratenpartei hat nicht eine befriedigende Antwort auf diese. Ich denke, es ist ein Fehler der Piratenpartei, schon dieses Jahr an der Bundestagswahl teilzunehmen. Es kommt zu früh und weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Auf der anderen Seite — nach der Wahl wird die Karawane ein anderes Thema auf die Agenda setzen und große Teile der Karawane wird weiterziehen. Dann wird sich entscheiden, ob sich eine ernstzunehmende Partei, eine Alternative entwickelt. Ohne den Anhang Heise-Trolle. Ich befürchte fast, dem wird nicht so sein. Auf der anderen Seite — die Piraten entstanden aus dem Protest gegenüber den etablierten Parteien heraus. Dass die auf einmal Netzkompetenz entwickeln, ist eigentlich nicht zu erwarten. Auch nicht von den Grünen oder der neuen Comedy-Truppe Piraten in der SPD. Die Zukunft der Piraten steht und fällt also mit der Stärke, besser der Schwäche der Etablierten, Netzpolitik angemessen zu vertreten — neben den großen Problemen unseres Landes. Diese sind entscheidend am 27. September, nicht Zensursula oder Stasi 2.0.

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60 Antworten zu “Die Piratenkogge unter Beschuss”

  1. SD sagt:

    Also ich glaube ja immernoch nicht, dass der Film von den JU’lern ist. Der ist viel zu witzig für die. 😉

    Aber ein paar Anmerkungen:
    Das Thema Netzsperren wird meiner Meinung nach erst so richtig rund gehen, wenn die Pseudosperre aktiv ist und man der Union und der SPD genüsslich jede einzelne zu unrecht gesperrte Seite vorhalten kann.
    Außerdem wird die Debatte um die Ausweitung auf andere Inhalte mehr Fahrt aufnehmen.

    «Alles Fragen von immenser Wichtigkeit, bei denen man nicht wirklich eine ernsthafte Antwort bei den Piraten findet.»

    Wer auf all diese Fragen zufriedenstellende Antworten einer anderen Partei findet, dem gratuliere ich herzlich. Ich suche danach vergebens.

    Ich habe eigentlich wenig Zweifel daran, dass die nächste Regierung der Piratenpartei weiter fleißig Futter geben wird, vor allem wenn diese Schwarz-Gelb eingefärbt ist.

  2. phoibos sagt:

    o gott, ist das video schlecht. inhaltlich. ansonsten gut gemacht, mit ein paar schönen fußangeln und zirkelschlüssen. leider werden auf dieses gewäsch einige reinfallen :(
    die piraten wissen, gegen was sie sind. die cdu weiss immer mehr über immer weniger, bis sie gar nichts mehr weiss und bei ackermann anfragt, wie es weitergehen soll…

    ciao
    phoibos

  3. Nico sagt:

    Chris, ich mache mir ernsthaft Sorgen um Dich, wir sind ja fast einer Meinung bei diesem Thema :)

  4. Chris sagt:

    Ich muss dann Artikel noch einmal umformulieren… 😉

  5. Tscha, die sind auch mir einfach noch zu monothematisch, die Kaperfahrer auf Wa(h)l[stimmen]fang 😉 Da kann ich Dir eigentlich in allen Punkten nur recht geben.

    Nächtle
    Frank

  6. Waschbrettkopf sagt:

    Die Bundestagswahl ist zu wichtig um eine der 5 «vorgeschriebenen» Parteien zu wählen. Das versteht die Politik als ein «weiter so!». Die Wahl zwischen schwarzer Pest und roter Cholera reicht mir nicht mehr aus, also sehe ich mich gezwungen zum Protestwähler zu werden.

    Natürlich kommen die Piraten nicht in den Bundestag, aber selten wird eine neue Partei mit 2% in der Politiklandschaft so viel bewirkt haben wie diese bunte Truppe.

  7. Der Jörch sagt:

    Stellt sich die Frage was man will. Will man eine Partei die Ahnung von den Themen hat mit der sie Wahlkampf macht? Will man lieber die sogenannten etablierten Parteien, die genau in diesen Punkten keinen Schimmer haben? Deine Aufzählung der «wichtigen» Themen ist übrigens gleichzeitig eine Aufzählung der Fehler und Versäumnisse von Union, SPD, Grünen und FDP. Ich fühle mich von keiner dieser Parteien mehr vertreten. Ich weiß noch nicht, wo ich mein Kreuz machen werde, aber für mich sind im Moment die Themen Überwachung, Zensur und der radikale Abbau unserer Grundrechte die Wichtigsten. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass wir jegliches Mitspracherecht bei deinen «wichtigen» Themen verlieren, wenn wir unser Grundgesetz und die Meinungsfreiheit verschenkt haben. Es geht doch nicht um 2, 3 oder 5 % für die Piraten. Es geht darum, dass die etablierten Parteien erkennen, dass sie mit ihrer derzeitigen Politik eine ganze Generation (Internet, Jugendliche, Kreative) verlieren werden, wenn sie die Piraten-Themen weiterhin ignorieren.

  8. AndyZ sagt:

    Monothemenpartei? Natuerlich kann man darauf rumreiten, aber bei den Piraten ist die Glaubwuerdigkeit, dass sie sich mit ihrem Kernthema doch etwas auskennen, noch da. Anders bei den etablierten Parteien, die zwar von Kompetenz sprechen, sich die Gesetze dann aber entweder von Lobbyisten und/oder externen Kanzleien zusammenschreiben lassen.
    Schwere Wahl, aber IMHO ist auch zu beachten, dass die Piraten zwar keine Antworten auf alle Fragen haben, die etablierten Partei aber zu allem eine Meinung aber ebenfalls keine Antworten. Klar soweit? 😛

    AndyZ

  9. king balance sagt:

    Es wird die SPD massiv geschwächt und die Linke gestärkt aus dem Wahlkampf 2009 hervorgehen. Richtig nutzen wird es keinen weil das erwachen dann erst einsetzt wenn die PKW-Maut und die MwSt– Erhöhung (25%) kommt.

    All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
    Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
    Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
    Halt du sie dumm, — ich halt’ sie arm!
    Sei wachsam — Reinhard Mey (live) mal in Ruhe anhören!

  10. Stefan sagt:

    1−−2 Prozent bei der Bundestagswahl wäre für die Piratenpartei ein großer Erfolg. Alles um 2 eine Sensation. Niemand kann so naiv sein zu glauben, dass die Piraten in den Bundestag kommen. Der Aufbau einer Partei dauert Jahre und beginnt in den Kommunalparlamenten. Ob die Piraten den langen Atem dafür haben werden, werden wir sehen. Und ob sie ihre Kinderkankheiten überwinden und sich programmatisch breiter aufstellen auch. Der Spot der Union sollte ihnen allerdings Mut machen: Wenn die CDU so auf die Piraten reagieren werden sie zumindest bei ausgewählten Zielgruppen als Wettbewerber gesehen. Allein das ist ein Erfolg.

  11. […] Wahl II: Piratenkogge unter Beschuss…FXMBR […]

  12. Anonymous sagt:

    Welche der großen Parteien bietet denn Lösungen für die Krise? Kurzarbeit, die sich nach der Bundestagswahl in Arbeitslosigkeit umwandeln wird, wird im Wahlkampf 0 angesprochen. Neue Regelungen für die Finanzmärkte werden zwar vielfach gefordet, umgesetzt wird nichts. Das Thema Umbau der Sozialsysteme ist mir im Wahlkampf bisher auch nicht untergekommen.
    Wer glaubt, mit den großen Parteien, die Lösung von großen Problemen zu wählen, der irrt.
    Große Parteien machen große Versprechungen, um ihre große Konzeptlosigkeit zu kaschieren. Da ist es doch sympathischer von vornherein zu sagen, dass man keine Konzepte hat :)

  13. aloa5 sagt:

    «Die Piraten werden nach dem Wahlsonntag am 27. September mit einem schrecklichen Kater aufwachen. Ich prognostiziere zwischen 1% und 2%.»

    Zwischen 1% und 2% sind doch in Ordnung. Mehr als 2% auf Anhieb wären in Deutschland ein kleines politisches Erdbeben — und hier nicht unmöglich.

    «Alles Fragen von immenser Wichtigkeit, bei denen man nicht wirklich eine ernsthafte Antwort bei den Piraten findet. Im Gegenteil. Im Piratenforum findet man durchaus Diskussionen, die eher befremdlich wirken.»

    Es gibt eine AG welche in einem Unterforum arbeitet welches nicht für alle sichtbar ist:

    AG Sozialere Marktwirtschaft

    Wir werden sehen was wird, da die Existenz und Arbeit einer AG alleine natürlich nicht ausreicht um eine Parteimeinung (ab)zu bilden. Ich will jedoch der Ansicht entgegentreten, das man in der Partei vergeblich nach Vertretern weitergehenden Gedanken oder kompetenten Mitgliedern sucht. Diese sind vorhanden. Wohin die Reise geht wird man wie gesagt sehen.

    Grüße
    ALOA

  14. isegrim sagt:

    «Da scheinen einige Herrschaften große Angst vor der Piratenpartei zu haben.»

    Auf einer Piratenveranstaltung die ich besuchte, waren zwei Leute von der SPD. Jedenfalls hat einer von denen gesagt, daß sie von der SPD seien.

    Ich glaube deshalb, daß zumindest der SPD-Ortsverein in den Piraten einen ernstzunehmenden Gegner sieht.

  15. El Tres sagt:

    Nicht sehr überzeugend. Ich soll also die Piraten nicht wählen, weil sie keine Antwort darauf haben, wie es nach der Krise weitergeht. Ja, wer gibt mir den eine Antwort darauf? Mal abgesehen davon, dass das Ende der Krise noch nicht abzusehen ist. Natürlich hätte ich gern eine Antwort darauf, wie man die nächste Krise verhindert, aber darauf gibt keine der etablierten Parteien eine Antwort.
    Welche der etablierten Parteien kann man den wählen? Was uns bei Schwarz-Gelb blüht, wurde ja schon genannt, für was die SPD steht ist völlig unklar, die Linke sowieso fernab der Realität, die Grünen sind mir zu staatsgläubig. Was bleibt also außer Protestwählen?

  16. Eibi sagt:

    Dass die Piraten momentan keine ernstzunehmende Partei sind, ist gar nicht mal so falsch.

    Ich traue den Piraten nicht zu, bestimmte Probleme (Wirtschaft, etc.) zu lösen.
    Das allerdings traue ich den großen Parteien auch nicht zu! (eine Abwrackprämie, von unseren Steuergeldern, damit wir neue Autos kaufen, die trotz neuerer Technik ähnlich Sprit verbrauchen und somit das Geld den großen Konzernen in den A**** schieben, die selbiges vorher im Korruptionssumpf «verloren» haben??)

    Was ich an den Piraten schätze, ist ihre unglaubliche Offenheit gegenüber den einfachen Menschen, von denen sich jeder beteiligen kann. Ich hoffe dass das auch so bleibt!
    Aus diesem Grund und aufgrund ihrer Ziele werde ich die Piraten wählen!

    Ich will die Piraten nicht an der Regierung sehen, ich will sie einfach nur an einer stärkeren Position sehen als bisher! Die Piraten haben allein durch ihr Grundverständnis von Demokratie und Partei eine Chance, etwas in Deutschland zu bewirken. Diese Chance sehe ich bei keiner anderen Partei!
    Auch darum wähle ich die Piraten!

    Sollten sie auch «nur» 2% bekommen, so ist das wohl ein deutliches Zeichen, eine Warnung, dass sich hier eine neue Bewegung formiert.

    In der momentanen Politik macht irgendwie jede Partei das gleiche. Ich verstehe alle Nichtwähler, weil eine niedrige Wahlbeteiligung das einzige Zeichen GEGEN unsere jetzige «Demokratie» ist (Genau darum wird ja überall mit riesen Kampagnien, wie «Geh Wählen!» Werbung gemacht). Leider unterstützt das gerade extreme Parteien, und das möchte ich keinesfalls!
    Ich sehe eine Stimme für die Piraten keinesfalls als eine verlorene Stimme, kann aber jeden verstehen, der das anders sieht!

  17. Hallo Chris,

    deine Kritik ist konstruktiv, beachtenswert und berechtigt. Vielen Dank dafür. Nur an Kritik kann man wachsen, allerdings ist solche in der Forum wie du sie verfasst hast, im Netz leider selten zu finden. Man findet entweder Piratenlobhudelei oder Piratenverrisse.

    Selbst wenn ich uns nicht bei 1–2% sondern bei 2–3% sehe, hast du doch Recht: Ein Einzug in den Bundestag ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit. Das wäre ein beispielloses politisches Wunder. Die seriösen Umfragen sprechen aber eine andere Sprache.

    Auch teile ich deine Einschätzung, dass sich in den vier Jahren nach der Bundestagswahl zeigen muss, aus welchem Holz die Piratenpartei wirklich geschnitzt ist. Ich komme allerdings nicht zu deinem Schluss, dass danach sämtlicher Rückenwind wegfällt. Derzeit stehen die Zeichen ja auf entweder Schwarz-Gelb oder auf eine Verlängerung von Schwarz-Rot. So oder so bin ich in diesen Fällen zynischerweise der Ansicht, dass uns unter solchen Regierungen das Material absolut nicht ausgehen wird, sondern wir eher im Gegenteil noch viel schlimmere Klöpse ertragen werden müssen. Wenn beispielsweise auch hier die Three-Strikes-Regelung eingeführt wird, die staatliche Überwachung weiter forciert wird, etc.

    Ich bin ferner auch nicht deiner Meinung, dass dieses Land wichtigere Probleme hätte, als Netzssperren, bzw. die dadurch stark angegriffenen Freiheits– und Bürgerrechte. Gegen die Wirtschaftskrise ist kein Kraut gewachsen, meiner Ansicht nach macht sich jeder der glaubt, dass die Entscheidung ob nun bspw. CDU oder SPD gewählt werden sollte die Krise verlängert oder verkürzt gewaltig etwas vor. Die Krise können wir nicht einfach so lösen wenn wir die richtigen Politiker vorne haben. Dazu ist sie viel zu groß geworden. Die Krise ist international, sie kann nur international gelöst werden. Die Nuancen, in denen sich CDU und SPD noch unterscheiden spielen da keine große Rolle mehr.

    Daher halte ich es für lohnenswerter, wenn man sich Themen zuwendet, an denen man auch etwas ändern KANN. Machen wir uns doch nichts vor: So oder so stellt die Piratenpartei nicht den nächsten Bundeskanzler. Sie stellt keinen Regierungsanspruch. Sie vertritt Themen, die von der aktuellen Politik wenn überhaupt, dann nur negativ behandelt werden. Wenn es heisst, die Piratenpartei sei eine 2,5-Themen-Partei (siehe Arguliner der JuLis), dann fallen mir darauf spontan zwei Antworten ein. Erstens: Das sind 2,5 Themen, die bei den aktuellen Parteien nicht zu finden sind. Zweitens: Wieviele Themen hat denn bspw. eine SPD? Und damit meine ich wirklich Kernthemen, nicht bloße Aussagen. Aussagen hat die Piratenpartei nämlich auch mehr als 2,5. Wer meint, eine SPD, eine CDU, eine FDP, Grüne oder Linke hätten auf alles eine Antwort, dem empfehle ich nochmal die aufmerksame Lektüre der Wahlprogramme dieser Parteien mit besonderem Augenmerk darauf, was dort NICHT zu finden ist.

    Es mag sein, dass der Wähler primär nach anderen Themen geht. Aber irgend jemand muss sich ja für die Freiheits– und Bürgerrechte einsetzen, wenn es sonst niemand ernstzunehmend tun will, und diese unter Beschuss sind. Ohne Fundament kann man nämlich kein Haus bauen.

    Gruß,
    Jan Dörrenhaus

  18. Ein Mensch sagt:

    Die Chance der Piraten liegt in ihrem Wahlspruch «Denk! Selbst!». Es geht eben nicht darum, zu allen Themen bereits eine fertige Lösung in der Tasche zu haben (die bei den Volksparteien sowieso von einem Lobbyisten geschrieben wurde), sondern als Abgeordneter jedes Einzelproblem mit dem eigenen Gehirn zu bearbeiten und eine möglichst optimale Lösung für unsere Gesellschaft zu finden.

    Problematisch ist dabei, dass die Lobbyisten die Legislative mit ständigen Reformforderungen bereits an den Rand der Kapazität gebracht haben. Hier muss eine neue Langsamkeit her, zuerst die wichtigen Probleme zu lösen. Es muss erkannt werden, dass es sich nicht lohnt über Dienstwagen und Glühbirnenverbote zu diskutieren. Dazu ist es auch wichtig, die Macht der etablierten Medien durch die Alternative Internet zu brechen.

    Deshalb ist die Gestaltung der Informationsgesellschaft DAS Thema unseres Jahrhunderts. Wenn wir hier nicht aufpassen, ist es Aus mit der Demokratie und wir verpassen die einmalige Chance durch Transparenz die Demokratie auf eine neue Stufe zu heben.

    Deshalb Piraten. Klarmachen zum Ändern.

  19. […] Video habe ich heute im Artikel “Die Piratenkogge unter Beschuss” bei F!xmbr gefunden Chris wirft in seinem Artikel einige interessante Fragen auf. Derzeit […]

  20. Arno sagt:

    In meinen Augen bieten die PIRATEN nicht nur keine Antworten auf die alltäglichen Fragen Klima, Wirtschaft, Sozialpolitik — sondern sie bieten sogar viel tiefer greifende Antworten. Die PIRATEN haben verstanden, dass in unserer modernen Gesellschaft die klassische repräsentative Demokratie ein überholtes Modell ist. Moderne Technologien erlauben es uns basisdemokratisch zu organisieren und zu handeln. Die PIRATEN zeigen innerhalb ihrer eigenen Parteistruktur wie Demokratie 2.0 sehr wohl funktionieren kann — und trotz der Kinderkrankheiten sehr erfolgreich.

    Dass die Positionen von anderen Parteien zu den Themen, die die PIRATEN nicht besetzen besser sein sollen als gar keine Meinung zu haben halte ich auch für ein Gerücht. Die meisten Positionen sind populistisch, haben nichts mit Realpolitik zu tun und sind mit an den Haaren herbeigezogenen Zahlen untermauert. Wir haben im Rahmen der Netzsperrendebatte gesehen wie unverwegen Politikier bereit sind zu Lügen — wenn die bei anderen Themen, von denen wir nicht so viel verstehen wie von Netzsperren, auch nur halb so viel Lügen genügt das um nie wieder einem Politiker ein Wort zu trauen.

    Und um es nochmal klar zu sagen: die Freiheit in unserem Land ist unser oberstes Gut. Es gibt nichts, dass wichtiger währe als unsere Freiheit. Alles andere ist ohne unsere Freiheit nichts mehr wert. Natürlich endet die eigene Freiheit dort, wo die Freiheit des anderen beginnt, aber aktuelle Politik erschafft zwischen den persönlichen Freiheitszonen der Menschen DMZs (Demilitarized Zones) — Neutrale Zonen — ein Freiheits-Vakuum, dass uns das Gefühl von Sicherheit vermitteln soll. Diese Sicherheitspolitik beschneidet unsere Freiheit über das vernünftige Maß hinaus.
    Sicherlich lässt sich darüber streiten ob wir mit voller Fahrt auf einen Polizeistaat zusteuern und ob die Lage akut genug ist um mit allen Mitteln gegen diesen Trend anzukämpfen, aber unumstritten denke ich ist, dass die zur Zeit eingeschlagene Richtung eindeutig ist, auch wenn die Maßnahmen — und Gott bewahre — sicherlich noch krasser sein könnten. Aber Genau jetzt ist der Zeitpunkt gekommen sich zu wehren und dies vor allem auch politisch zu tun. Wenn erstmal Stichwortfilter unsere HTTP Streams nach kritischen Worten durchsuchen ist der Zeitpunkt für das ablösen des Zugführers überschritten, dann hilft nur noch die Notbremse — und die möchte ich glaube ich keiner ziehen, wenn es nicht sein muss.

  21. Moritz sagt:

    Der Film ist laut dem Urheber NICHT von irgendwelchen CDUlern, sondern einfach nur von einem denkenden Menschen gestaltet. Ich verstehe auch nicht, wieso so viele das Video als JU-Produkt sehen — sowas hätte mir auch einfallen können, auch wenn das Ergebnis sicher anders ausgesehen. Aber ein CDUler? Ich?! CDU, das ist doch die Partei, die die NPD für doof hält und trotzdem Teile ihres Parteiprogramms übernimmt -.-’

    Beim Protestwählen kann ich dir auch nicht ganz zustimmen. Sicher ist eine reine Protestwahl nicht das Wahre, aber wenn man beispielsweise auf eine Partei setzt, deren Parteiprogramm einem halbwegs gut gefällt, um eine andere Partei zum umdenken zu zwingen, dann geschieht das ja auch aus Protest und ist meiner Meinung nach trotzdem nicht blöd.

    Dass die Piraten bei dieser Wahl nichts reißen werden, denke ich auch. Ich muss auch ehrlich sagen, dass sie mir mit ihrer «Netzpropaganda» schon teilweise auf die Nerven gehen… täglich irgendwelche Statistiken, die mit dem echten Leben nichts zu tun haben. Man pusht sich gegenseitig hoch und am Ende wird so vermutlich nur noch tiefer auf die Fresse fliegen. Dazu kommen dann Äußerungen à la «Wir werden eine Koalition mit der FDP anstreben.» .… eine Partei, die das tut, verdient meine Stimme nicht mehr, als die FDP selbst…gar nicht :-)

  22. […] Die Piratenkogge unter Beschuss » F!XMBR *klatsch* Endlich mal eine realistische und nicht romantische Analyse der […]

  23. Frank sagt:

    Zitat Arno: «Und um es nochmal klar zu sagen: die Freiheit in unserem Land ist unser oberstes Gut.»

    Falsch. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

    Ansonsten würde ich mir mal die penetrante Versalienschreibung der Piratenpartei sparen, aus meiner Sicht eine Versammlung von coke-zero-trinkenden Nerds und Verschwörungstheoretikern aus dem Heise-Forum. Ihre Jahre währende Duldung des Antisemiten Bodo Thiesen spricht Bände.

    Auf die Art «Demokratie 2.0″ kann ich verzichten.

  24. Yuggoth sagt:

    ARGH,
    die piratenpartei ist NICHT anarchistisch, genau so wenig wie es die APPD ist.
    Es mag vllt ein paar Ansätze geben, aber diese gibt es genau so auch bei anderen Parteien (sogar die CDU wirbt mit «freiheit statt sozialismus»).
    ich hasse es, wenn mensch aufgrund solcher Verkürzungen als Anarcho in den Dreck gezogen wird.

    Und FDP wählen ist vllt nicht das verkehrteste, denn Deutschland muss erst in Ruinen liegen, ehe hier etwas anständiges aufgebaut werden kann.

  25. Anonymous sagt:

    zum spot: das ist ja alles ironisch augenzwinkernd gemeint, also in wirklichkeit stimmt ja eigentlich immer — der cdu zufolge — das gegenteil. denn wie was cdu-wähler wissen, aber die doofen piratenwähler eben nicht wissen: — gibts gar keine online-durchsuchung, war nie geplant, und die vorratsdatenspeicherung gabs einfach immer schon, und der staat ist gleichzeitig viel zu doof und ungeschickt, und zu nett für überwachung, er will aber auch überhaupt garnix verbieten, frau merkel ist eine gute fee (und zensursula und schäuble — ach, die hat man ja unter den tisch fallen lassen), und open content und bürgerfreundliche urheberrechtsgesetzgebung sind etwas völlig lächerliches und absurdes usw. — dem cdu-spot zufolge, wenn man die ironie wieder in ernst wandelt.

    aber ja, es zeigt, dass die cdu angst vor den piraten hat, und werbeagenturen engagieren kann, die einen auf «moderne jungendliche» machen und «virale» werbung kennen. und die blogs betätigen sich sogleich fleissig als «virenschleuder». obiger kommentar kann bei interesse gerne bei youtube unters video kopiert werden, bin da nicht angemeldet.

  26. […] ihre Kreuzchen sicherlich woanders hinsetzen werden. Real Life != Virtual Life. Ich muss deshalb FixMBR zustimmen: “Die Piraten werden nach dem Wahlsonntag am 27. September mit einem schrecklichen […]

  27. Anonymous sagt:

    Soon to be seen: «Wahlpropaganda der Union, Ungerechtigkeit, falsche Tatsachen, wir haben automatisch recht und alle anderen sind Dummbeutel!»

    Etc., etc.

  28. Paul sagt:

    Also ich bin mir nicht so sicher ob es ein böses Erwachen nach der Wahl gibt, ich glaube, dass die Mehrzahl der Piraten schon bei einem Ergebnis von über 1% bei der Bundestagswahl frenetisch feiern würde. Die Parteienfinanzierung wäre damit gesichert, der Einzug in den Bundestag bei dieser Wahl ist ohnehin unerreichbar. Welcher Pirat wäre allen ernstes so dumm Internet-Umfragen zu vertrauen?

    Ob schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot verspricht aber die nächste Legislaturperiode, weiter munter Munition für eine digitale Bürgerrechtspartei zu liefern, den Piraten darf dabei — du schreibst es schon — nur nicht der Atem ausgehen. Sollte die nächste Legislaturperiode übrigens keine weiteren Eingriffe in (digitale) Bürgerrechte bringen, ist die Piratenpartei ohnehin obsolet.

    Derzeit ist die Piratenpartei keine ernsthafte Alternative. Sie ist Protestpartei, nicht mehr und nicht weniger.
    Halte ich für ein hartes Urteil. Gerade die «Digitale-Bürgerrechte»-Klientel, und darin gibt es sicher einige, die sich parallel für die Wirtschaftskrise einen feuchten Dreck interessieren, sieht in den etablierten Parteien keine Wählbaren Alternativen mehr.

    Du nennst es Protestwählen, ich würde es «Kerninteressen wählen» nennen. Wenn die etablierten Parteien meine Kerninteressen nicht mehr glaubwürdig vertreten, bleibt mir halt nichts anderes übrig, als eine Randpartei zu wählen. Dass das auch als Protest gegen die Politik der 5 großen aufgefasst werden kann ist klar. Aber Ich wähle nicht, um diesen zu äußern, sondern einfach, weil ich mir ehrlich überlege: Welche Partei wird meiner Meinung nach meine Kerninteressen in Punkto Bürgerrechte am ehesten vertreten. Und leider sehe ich unter den 5 großen keine mehr, die das leistet.

    Ich gehöre deshalb zu dem einen Prozent.

    –Paul

  29. Paolo Pinkel sagt:

    2% bei der Bundestagswahl wären fast 4x mal so viele Wähler wie bei der Europawahl und damit doch ein Riesenerfolg.

  30. Flori sagt:

    Anders als oben in einem Comment behauptet, ist mit 1% die Parteienfinanzierung noch NICHT gesichert.

    Weil es der Vorstand/Schatzmeister der Piraten seit der Gründung noch nicht geschafft hat, Ordnung in die Finanzen zu bekommen. Und ohne richtigen Rechenschaftsbericht gibts auch keinen Cent Parteienfinanzierung, selbst nichts aus der EU-Wahl.

    Der neue Schatzmeister versucht jetzt damit aufzuräumen, ob er das rechtzeitig (bzw. überhaupt) schaffen wird, steht aber noch in den Sternen.

  31. Anonymous sagt:

    Die DDR hatte keine Arbeitslosigkeit und keine Freiheit. Der Westen hat viele Arbeitslose und bald auch keine Freiheit mehr!
    In Freiheit kann man sich entfalte, wenn man sich überwacht fühlt, dann geht die kreativität verloren!
    Ohne Kreativität — keine Zukunft!
    Ohne Freiheit — keine Kreativitaet.

    CDU &. SPD wollen das Volk überwachen!

    Die Piraten einen gläsernen Staat!

  32. Moritz sagt:

    @Paolo Pinkel: Nein, wären es nicht. Bei der Europawahl lag die Wahlbeteiligung nur bei 40% oder so — das darf man nicht außer Acht lassen.

    @Anonymous: Mach dich nicht lächerlich. Die CDU hat keine Angst vor den Piraten — wieso auch? Erst einmal müsste sie Angst vor der SPD haben — der zweitstärksten Partei in Deutschland -, aber solange nicht einmal das zutrifft, ist sie von der Angst vor den Piraten meilenweit entfernt. Zudem wiederhole ich noch einmal: DASS VIDEO DA OBEN IST NICHT VON DER CDU/CSU… so lustig sind die da nicht drauf, echt jetzt.

    @Frank: Ein bisschen hart ausgedrückt, den letzten Satz kann ich aber unterschreiben. Die Demokratie 2.0 die von den Piraten zur Zeit betrieben wird, kann mir gestohlen bleiben. Mal sehen, wie und ob sie sich in den nächsten vier Jahren entwickeln.

  33. Oliver sagt:

    @Anonymous: die Piraten wollen einen Staat der das Netz würdig behandelt und dann schalten sie die Politik wieder ab.

  34. Peter sagt:

    Altes Zitat, aber sehr treffend hier …

    Mahatma Gandhi:
    Zuerst ignorieren sie dich,
    dann lachen sie über dich,
    dann bekämpfen sie dich
    und dann gewinnst du.

    Mit diesem Video sind wir also schon irgendwo zwischen Stufe 2 und 3 angekommen. Sehr schön. Ein toller Erfolg. :)

  35. SD sagt:

    @Moritz:
    Ich würde mal fast gar behaupten, dass Herr Pinkel das sehr wohl berücksichtigt hat. 😛

  36. Oliver sagt:

    @Peter: was hat jemand der sich für die Freiheit der Menschen in seinem Lande einsetzte, mit dieser sinnentleerenden Assoziation zu den Piraten zu tun? Ihr kämpft nicht für die Menschen, ihr kämpft für euer Ego, für euren Sandkasten und parodiert echten Freiheitkampf, Kampf um den Mensch per se. Ja ihr torpediert diese Dinge gar, indem ihr derlei Begrifflichkeiten mittels Neusprech-Nonsense vergewaltigt und wieder in die Menge wirft. Euer Gewinn ist ein Gewinn des Egos — eine Freiheit des gewählten Kontext, jener der Liberalen nicht unähnlich in ihrem Anspruch.

  37. Olli sagt:

    wenn mich da nicht alles täuscht, hört man da doch im hintergrund den Soundtrack zu Fluch der Karibik. wäre das dann nicht eine Urheberrechtsverletzung…?!?

  38. Sebastian sagt:

    Dankeschön. In der Euphorie habe ich mein Europawahlkreuzchen bei der Piratenpartei gemacht. Das war höchstwahrscheinlich die einzige Stimme, die sie je von mir bekommen werden. Die Piraten müssen erst erwachsen werden. Bis dahin werden auch die anderen Parteien sich den Themen angenommen werden. Und dann?
    Die Piraten sind sich doch noch nicht mal einig, ob sie bei ihrer «Ein-Themen»-Strategie bleiben oder sich auch auf andere Felder ausdehnen. Sie sind verwundert, dass es Verbände und auch andere Parteien gibt, die einfach nur dazu aufrufen, zur Wahl zu gehen, ohne «Deswegen XYZ wählen!» zu proklamieren. Und es kann mir doch niemand ernsthaft erzählen, dass die Piratenpartei in Zukunft in innerparteilichen Spannungen und Streits verschont bleibt.
    Ja, sie haben gute Punkte. Ja, sie sind sehr motiviert. Aber die Politik geht anders. Eine andere Politik ist möglich. Aber nicht innerhalb der nächsten 5 Jahre.

  39. Hans sagt:

    Was heisst hier «Kater-Stimmung» nach der Wahl? Im Moment sind die Piraten nicht im Bundestag, und haben von daher auch nichts zu verlieren. Somit ist jeder Prozentpunkt ein Gewinn. Kann schon sein, dass die Piraten die 5%-Hürde nicht knacken, und in den Bundestag einziehen — Aber Bitte: Noch ist nicht das Ende aller Tage! Erst kommen am 28.8. ein paar kleine Wahlen. Kommunalwahlen und Landtagswahlen — Und da einige Landesverbände der Piraten antreten, können 1–2% bei den Landtagswahlen durchaus dafür sorgen, das mehr Wähler sich für die «neue» Partei interessieren — Und vielleicht wählt der eine oder andere aus Protest die Piraten. Und in Münster stehen die RL-Umfragen nicht schlecht, das ein Pirat in den Rat einzieht. Zudem sollte man nicht vergessen, mit wievielen Mitgliedern die Piraten 0,9% bei der Europawahl geholt haben. Inzwischen gibt es fast 6700 Mitglieder (bei einer unbekannten Dunkelziffer wegen des hohen Andrangs) und die Piraten sind von der Mitgliederanzahl auf Platz 10 in der Parteienlandschaft vorgerückt.

    Und wenn ich mir ansehe, das rund um den Wahlkampf passiert (Plakate überkleben, Flyer der Julis, vdL-Rede in Sulzbach und sonstiges Medien-Interesse) machen die Piraten einigen Personen anscheinend sehr viel Angst. Und damit ist ein Ziel auch schon erreicht. Aber CDU/CSU, SPD und FDP werden nichts dazu lernen, und weiter irgendwelchen Unsinn im Bereich Bürgerrechte beschliessen. Sind doch jetzt schon genug Forderungen auf dem Tisch: «Killerspiele verbieten», «Bundeswehr im Innern», «Filter für Musik downloads», «Three-Strikes-Gesetz», undsoweiter.

    Selbst wenn also die Piraten nicht in den Bundestag kommen, wird der Unmut in einigen Bereichen wachsen, und die Piraten als «APO» agieren. Was ja schon jetzt bereits der Fall ist. Siehe Online-Petitionen.

    Und was die «anderen Probleme» angeht. Ja, gibt es, und diese müssen auch gelöst werden. Aber viele von diesen Problemen lösen sich auch, wenn man den Lobbyismus in Deutschland abstellt. Ob das überhaupt geht? Gute Frage, sollte man aber auf jeden Fall mal probieren. Sollte es gelingen den Lobbyismus lahmzulegen, werden Unsummen an Geldern frei, die sich sinnvoll in Arbeit und Soziales anlegen lassen.

    Fazit: Man sollte nicht 4 Wochen vor der Wahl so tun, als ob der Fisch schon gegessen wäre. 😉

  40. lebowski sagt:

    Hab den Spot letzte Woche irgendwann entdeckt und musste lachen, ich denke nicht, dass er von der JU ist … denen traue ich sowas lustiges nicht zu.

    @chris
    Du sagst die Wahl ist zu wichtig, um die Piraten zu wählen. Kannst du gerne machen, aber dann sei wenigstens so ehrlich und sag doch, wen DU wählen wirst.
    Ich verspreche dir, ich nehme die Partei die du wählen willst, genauso auseinander, wie du es bei den Piraten machst 😉

    Die Piraten sind eine Chance und deshalb werde ich sie wählen!

  41. Mea Culpa sagt:

    @Sebastian: Zum Thema Ein-Themen-Partei solltest du dir mal diese Seite angucken: Arbeitsgruppe — es wird jetzt an mehreren Fronten an neuen Themen (z.B. Umwelt, Wirtschaft, Tierschutz, Bildung, Außenpolitik, etc.) gearbeitet. Ins Programm aufgenommen werden sie dann, wenn sie auf einem Bundesparteitag von den Mitgliedern der Partei angenommen wurden.

  42. Ein Mensch sagt:

    Lobbyismus an sich ist nicht notwendig schlecht. Auch Bürgerrechtsorganisationen betreiben Lobbyismus. Wichtig ist, dass der Lobbyismus offengelegt wird. Transparenz ist die Gewähr, dass alle Interessen zu Wort kommen können. Schlecht ist z.B., wenn Lobbyismus dazu führt, dass einzelne einen Vorteil bekommen, der vielen zum Nachteil gereicht, oder wenn ein krasses Missverhältnis bei der Güterabwägung besteht.

  43. kobalt sagt:

    @ Anonymous:
    «Die DDR hatte keine Arbeitslosigkeit (…)»

    Natürlich gab es das in der DDR. Es gab auch Bettler. Auf der Abschlußfahrt der 10ten Klasse habe ich das in Berlin gesehen.

  44. Frank sagt:

    @Hans: Die Piraten als APO? Aus meiner Sicht bereichern sie das politische Spektrum zwischen FDP und NPD. Bodo Thiesen als Möllemann-Wiedergänger und der Spruch «Wir sind nicht links, wir sind nicht rechts, wir sind vorn», sagen alles über den unpolitischen Nerd-Charakter dieser Partei, jederzeit offen für übelste Verschwörungstheorien.

  45. […] in Netzwerken wie StudiVZ liegen die Piraten weit vor allen anderen Parteien, und im Internet kursiert ein Spot der Union zur Piratenpartei. Nimmt die CDU, nimmt die Junge Union die Piraten als […]

  46. Paul sagt:

    @flori
    Da stimme ich mit dir nicht überein. Es ist keine Frage, ob ein rechenschaftsbericht abgeliefert werden kann, sondern nur ob der alle Ausgaben enthält. Wenn nicht gibts halt nur für die noch nachvollziehbaren Ausgaben Parteienfinanzierung. Ist ein bisschen wie im echten Leben, da Zahlt man halt auch mal mehr für den Pass wenn man ihn zu spät beantragt weil man keinen Draht zur Bürokratie hat. Bekommen tut man ihn dann aber trotzdem.

  47. Mela sagt:

    Der Macher des Videos erklärt ausdrücklich nicht der JU oder CDU anzugehören und ich sehe keinen Grund ihm das nicht abzukaufen.

    Darüberhinaus finde ich es doch etwas befremdlich die Partei über die Existenz einige Trolle zu beurteilen. Im Forum kann übrigens jeder mitschreiben ohne Mitglied zu sein. Und selbst Mitglieder werden keiner Gesinnungskontrolle unterzogen. Wichtig ist was tatsächlich an Ergebnissen entsteht und nicht das Geschwätz von Pausenclowns.

    Aber man kann natürlich die entsprechende Brille aufsetzen wenn man sie braucht.

  48. Mela sagt:

    P.S.: Die Bundestagswahl ist tatsächlich zu wichtig um das eigene Gewissen zum Schweigen zu bringen und einer der etablierten Parteien die Legitimation für weitere Lügen und mehr Grundrechteabbau zu geben.

  49. Chris sagt:

    Liebe Mela, große Teile der Piraten (-wähler) wissen von den Grundrechten, dem fairen Umgang miteinander, so viel wie ich vom Stricken. Ich veröffentliche hier nur einen Teil dessen, was aufschlägt. Man kann viele Kommentare der Piraten, nicht alle, ich habe Freunde dort und schätze viele Piraten, mittlerweile mit denen der PI-Kommentatoren gleichsetzen. Da gibt es teilweise keinen Unterschied.

    Ich hoffe auf ein Großreinemachen nach der Wahl, wenn in den Heise-Foren die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

  50. Hans sagt:

    @Frank
    Bodo Thiesen ist meines Wissens von Piratenpartei ausgeschlossen worden bzw. das Parteiauschlussverfahren läuft. Zudem ist mit Datum 16.Juli 2009 Thiesen seines Amtes enthoben worden und gleichzeitig bis September 2010 die Befähigung für ein Parteiamt abgesprochen worden. Zuviel zu dem Thema.

    Ansonsten ist es Dein Problem, wenn Du alte Denkmuster wie Links oder Rechts übernimmst. Nur weil man bei einem Thema eher eine linke Meinung hat, muss man beim nächsten Thema nicht auch automatisch linke Meinungen vertreten. Solch ideologisches Denken verhindert vernünftige Lösungen. Und schau Dir doch mal die großen Volksparteien an: CDU hat plötzlich Umweltschutz im Programm. Gut, Atomausstieg will die CDU immer noch nicht, aber sonst… Die Grünen fordern Solar-Energie und sind gleichzeitig für den KFOR-Einsatz. Also im Kern hat sich dieses ewige Links-Rechts-Geplänkel in der Realität eh schon überlebt — Jetzt muss das nur noch aus den Köpfen raus.

    Und ich für meinen Teil sage z.B.: Bundeswehr raus aus Afghanistan! Aber solange ein deutscher Soldat dort ist, will ich, dass er die beste Ausrüstung (und Ausbildung) hat, die man für Geld nur kriegen kann. Bin ich jetzt links? Bin ich rechts? Oder halte ich es einfach nur für vernünftig, das Leben eines jeden Soldaten im Auslandseinsatz so gut wie möglich zu schützen? Weil ich es einfach zynisch finde, aus ideologischer Überzeugung heraus Menschenleben in Gefahr zu bringen.

  51. […] Die Piratenkogge unter Beschuss » F!XMBR online. *klatsch* Endlich mal eine realistische und nicht romantische Analyse der […]

  52. Frank sagt:

    @Ja, Hans, die Ideologen sind immer die anderen, oder?

    Im Ernst: Das Problem sind die Leute, die seit 20 Jahren behaupten, links und rechts gäbe es nicht mehr. Deine unideologischen, pragmatischen Lösungen bekommst Du mit diversen «Experten». Und die schickt immer irgend jemand…

    Zu Thiesen: Der irrlichtert seit 2003 mit diversen antisemitischen Statements à la «heute dürfen die Juden ihre Koffer mitnehmen, wenn sie Deutschland verlassen» durchs Netz und dies war den Piraten seit ihrer Gründung, jedenfalls zumindest ein Jahr bekannt, und doch konnte er zu seiner kleinen Parteikarriere ansetzen. Mit solchen Leuten habe ich fertig, ich bin nämlich nicht beliebig mal links, mal rechts.

    @Mela: Habe ich der Wahl etablierter Parteien das Wort geredet? Nein.

  53. Moritz sagt:

    @Mela: Du schreibst: Die Bundestagswahl ist tatsächlich zu wichtig um das eigene Gewissen zum Schweigen zu bringen und einer der etablierten Parteien die Legitimation für weitere Lügen und mehr Grundrechteabbau zu geben.

    …und das beziehst du auf ALLE Parteien, die zur Zeit im Bundestags sitzen? Klar, wenn ich so denken würde, würde ich auch Piraten wählen, aber man sollte mal von vorne Anfangen und den Käse von der Wurst trennen. Und wenn man das tut, dann erkennt man, dass einem mindestens zwei der 5 großen Parteien genauso gut (wahrscheinlich sogar besser) beim Kampf gegen diesen Grundrechtsabbau helfen, als die Piraten es tun.

    Aber die Piraten sehen natürlich nur sich. Die sehen nicht, dass Die Linke genau die gleichen Sachen fordert. Und natürlich gehen sie auch nicht zur Linken, weil die ja links orientiert ist, und zum Großteil weiß, was sie will. Genau das fehlt bei den Piraten aber, und wenn ich überlege, dass ich eine Partei wählen soll, die mir erst NACH dem Wahlkampf sagt, was sie so tun will (Grundrechte und Internet ausgenommen) dann wird mir übel. Denn wer sagt mir, dass die Piraten neben ihrer derzeitigen Politik nicht noch mit irgendwas anfangen, was mir überhaupt nicht liegt? Und was soll ich dann tun? Sagen: «Hey, ich habe die gewählt, aber die haben mir ja nicht gesagt, dass sie das auch wollen.»? …ohne mich…

  54. Anonymous sagt:

    @moritz:
    glaubst du die «großen» parteien machen nach der wahl, was sie vorher angekündigt haben? da lass ich mich lieber von meinem gefühl leiten, dass die piraten es mit ihrer piratischen einstellung schon richtig machen werden, auch wenn sie es vorher nicht ankündigen. dann brechen sie wenigstens keine wahlversprechen.

  55. […] sich Johnny Haeusler (Spreeblick) vor kurzer Zeit zur Wahl der Grünen bekannt hat und bei fixmbr eine hitzige Diskussion zur Piratenpartei entbrannt ist, habe ich mich entschlossen, auch einmal […]

  56. Moritz sagt:

    @Anonymous: Ich weiß, dass sie es nicht tun, aber Die Linke wird vermutlich gar nicht die Chance bekommen, irgendein Versprechen zu brechen. Und ja: ich weiß trotzdem lieber vor mir, WAS jemand fordern möchte — auch wenn er Teile davon dann doch nicht tut ist das besser, als eine Katze im Sack zu kaufen, nur weil der gut aussieht.

  57. Anonymous sagt:

    Natürlich gab es das (Arbeislosigkeit; georgi) in der DDR. Es gab auch Bettler. Auf der Abschlußfahrt der 10ten Klasse habe ich das in Berlin gesehen.

    … gab es nicht. Kannst mir glauben, ich komme aus der Zone. Wenn wirklich irgendwelche Obdachlose in der Fußgängerzone herumgelegen hätten, wären sie von der Volkspolizei abgeschleppt worden.

    Arbeitslose gab es keine, nicht daß ich davon wüßte, eher verzweifelter Personalmangel in vielen Bereichen. Sozialfälle brachte die DDR aber sehr wohl zustande. Alkoholismus, Familienprobleme, Mindestrenten etc.

  58. chibi sagt:

    Insgesamt finde ich es irgendwie «unterhaltend» wie weit man hier schon denkt… Ich meine uns ist doch allen klar, dass die PIRATEN wohl kaum in der Regierung sitzen werden und trotzdem diskutiert man hier, wie sich die PIRATEN den abseits ihrer Themen verhalten würden… Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt?

    Wenn Petitionen/Stimmen aus der Bevölkerung nicht gehört werden wollen, dann zeige ich eben mit einem Kreuz bei einer «kleinen» Randpartei mit einem «kleinen» Zentralthema, dass mir genau dieses Thema genauso am Herz liegt, wie vllt. andere «Wichtige» Themen.

  59. Also erst einmal eine sehr gelungene Satire. Das muss man glatt 2x sehen! Eigentlich sagt der Spot lediglich: «Leute, es ist (noch) gar nicht so schlimm, wie die Piraten tun!». Aber wer garantiert, dass es (noch) so bleibt? “Killerspiele verbieten”, “Bundeswehr im Innern”, “Filter für Musik downloads”, “Three-Strikes-Gesetz” ==> jaja, lehnt euch zurück und schaut zu, dann werdet ihr ja sehen, was ihr davon habt — es ist eure Wahl!

    Allerdings unterschätzen einige die Piratenpartei deutlich. Dass sie unter 2% in der Bundestagswahl bleiben, halte ich für SEHR unwahrscheinlich, da sie schon in der Landtagswahl Sachsen 1,9% abgeräumt haben. Und in Aachen zwischen 6–9% (piratenstatistiken.blog.de) … die Piraten sind KEINE Spaßpartei, sie unterstützen ihre Kernthemen energisch und 100% kompetent. Und sind damit die einzige wählbare Partei.


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