Die Piraten und eine Abmahnwelle wegen Nichtbeachtung der Creative-Commons-Lizenz

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Die Piraten scheinen würdige Nachfolger für Bodo Thiessen und Stefan Aaron König gefunden zu haben. Vor gut zwei Wochen wurde ein Link über Blogs und Twitter verteilt. In einem «Mustertext» wurde unserer Bundesregierung die «betriebsbedingte fristlose Kündigung» ausgesprochen, ein entsprechendes Arbeitszeugnis wurde angehängt. Ich verzichte jetzt aus gegebenem Anlass auf eine Verlinkung. Ins Leben gerufen hatte die beiden seichten Texte Gudrun Debus, die meisten Netizens eher unter ihrem Nick @piratenweib bekannt. Mein Gefühl sagte mir von Anfang an, «lass die Finger davon». Wie so häufig scheint mich mein Gefühl nicht betrogen zu haben. Am Montag gab der Verein Tacheles e.V bekannt, dass er eine Abmahnung erhalten habe, weil der Text ohne Nennung des Urhebers veröffentlicht wurde, sprich: es wurde gegen die vorgegebene Creative-Commons-Lizenz verstoßen. Kostenpunkt: Insgesamt 160 Euro, aufgeteilt in einen Unterlassungsanspruch in Höhe von 100 Euro und einen Schadensersatz in Höhe von 60 Euro. Eine Unterlassungserklärung sollte selbstverständlich auch unterzeichnet werden.

Es kamen Vermutungen auf, dass die Abmahnung doch ein Fake sei. @Webrebell eilte herbei und stellte klar: «Da hat dir jemand ein dickes Ei gelegt! Fake! […] Dieses Schreiben kann nur ein schlechter Scherz einer miesen Anwaltskanzlei sein, die mal wieder Geld braucht und hier versucht sich was abzuzwacken.» Schön wäre es ja gewesen. Doch wie so häufig, gerade bei den Piraten, kommt es anders als man denkt. Frank Kopperschläger, der im Übrigen ein sehr nettes Blog sein eigen nennt, hat noch einmal nachgefasst und @piratenweib angeschrieben: «So, habe inzwischen Antwort auf meine Mail an Piratenweib — allerdings antwortet mir nicht Gudrun, sondern Peter Habersetzer. […] Die Mail erweckt inhaltlich den Eindruck, als habe es mehrere Abmahnungen gegeben — die Kostennote decke im übrigen nur die Auslagen.»

Klar ist, dass in mehreren Fällen mit der Creative-Commons-Lizenz schludrig umgegangen wurde. Unklar ist, ob die albernen Texte die geistige Schöpfungshöhe erfüllen. Zweifelhaft ist meines Erachtens auch, dass 160 Euro nur die Auslagen decken sollen. Der Verein Tacheles e. V. wird zur Not den Fall gerichtlich klären lassen. Gut so. Harren wir der Dinge, die da noch kommen.

Der Fall zeigt, dass auch man bei Verwendung der Creative-Commons-Lizenz vorsichtig sein muss und die Bedingungen erfüllen sollte. Es soll schon Leute gegeben habe, die aufgrund diverser Schludrigkeiten mit der Creative-Commons-Lizenz ihren gut bezahlten Job bei der FAZ verloren haben. Nichtsdestotrotz ist natürlich auch klar, dass in diesem Fall eine einfache Mail an die Blogger und Forenbetreiber ausgereicht hätte, und schon wäre der Urheber nachgetragen worden. Es besteht allerdings die Vermutung, dass es darauf nicht wirklich ankommt. Wenn, wie es den Anschein hat, mehrere Abmahnungen verschickt wurden, kann und muss man zumindest von einer Abmahnwelle sprechen, eventuell sogar den Begriff «Massenabmahnung» bemühen. Da rechnet sich selbst der im Vergleich anderer Abmahnungen geringe Betrag von 160 Euro. Ein Serienbrief ist schnell aufgesetzt.

Das «Besondere» an diesem Fall ist natürlich, dass die Abmahnwelle direkt aus dem Umfeld der Piraten initiiert wurde. Und ja, man muss hier auch die Piraten benennen. Die Piraten auf Twitter & Co. sind die ersten, die nach der CDU schreien, wenn Wolfgang Bosbach oder Wolfgang Schäuble Einfälle zur inneren Sicherheit verbreiten. Ein Differenzierung findet nicht statt. Gudrun Debus, erst Recht mit dem Nick @piratenweib, und ihr Umfeld agieren selbstverständlich auch im Namen der Piratenpartei. Bosbach und Schäuble sprechen auch nicht für sich, es ist immer die CDU. Was sagte Oliver gerade auf Twitter über die Piraten: «Knapp 4 Jahre in Existenz hierzulande und schon mit Schmutz beladen, den andere Parteien in 20+ Jahren ansammeln.» Der Twitteraccount von @piratenweib schweigt im Übrigen seit Beginn der Abmahnwelle. Nothing more to say…

Nachtrag: Nebenan beim Schockwellenreiter Jörg Kantel hat Gudrun Debus sogar die Angabe der Creative-Commons-Lizenz bei einer einfachen Verlinkung gefordert. Himmel. §%%!%&$§$ (Selbstzensur).

Nachtrag 2: Hier ein Scan der Abmahnungen, die derzeit verschickt werden.

Nachtrag 3: Gudrun Debus, wahlweise auch als Gudrun Habersetzer in Erscheinung getreten, hat alle ihre Text zur «Kündigung der Bundesregierung auf ihrem Blog depubliziert. Google Cache: 1, 2. Wie schrieb die charakterstarke Dame noch am 23. September: «Depublizieren? Nein, danke!» 😉

Nachtrag 4: Gudrun Debus, wahlweise auch als Gudrun Habersetzer in Erscheinung getreten, hat nun in ihrem Blog die Abmahnungen bestätigt. Wir sind ja alle nur neidisch… 😀 «Blas dich nicht auf: sonst bringet dich / zum Platzen schon ein kleiner Stich.» (Friedrich Nietzsche)

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65 Antworten zu “Die Piraten und eine Abmahnwelle wegen Nichtbeachtung der Creative-Commons-Lizenz”

  1. Der Vergleich hinkt: Das Piratenweib wurde nie von Piraten zu einer Repräsentantin gewählt — und sie ist durchaus angetretten. Der Herr Bosbach und Schäuble schon.

    Du müsstest es also mit einem Mitglied der CDU aus hinterdupfing vergleichen. Da wird allerdings niemand das auf die CDU beziehen.

    Ben

  2. Janakin sagt:

    Ich fordere das die Piratenpartei mindestens die «Piratenlady» aus ihrer Partei ausschließen sollte!
    Und hieß diese «Gudrun Debus» nicht einmal «Gudrun Habersetzer»?

  3. marax sagt:

    Nur weil mal wieder einer aus der Reihe tanzt, wird jetzt die gesamte Piratenpartei in Sippenhaft genommen oder wie darf ich das verstehen? Die Piratenpartei hat mit diesen Vorgängen nichts zu tun und heißt diese auch nicht gut. Diese Abmahnungen sind allein auf den Mist von @piratenweib und ihrem Umfeld entstanden.

    Gruß marax

  4. […] F!XMBR berichtet über eine Abmahnungswelle, die von der Piratenpartei (resp. dem piratenweib) wegen angeblicher Nichtbeachtung der Creative Commons Lizenz losgetreten wurde. Auch bei mir ist das Piratenweib in meinen Kommentaren ziemlich unverschämt aufgetreten — und das, obwohl ich den Beitrag nicht einmal zitiert, sondern nur verlinkt hatte. Meine Reaktion war dementsrpechend harsch, denn wo kommen wir eigentlich hin, wenn man für jeden Link auch noch eine Lizenz angeben muß? Geht’s noch? Oder sind die Piraten wirklich schon so doof, wie sie sich geben? Vom König der Stammtische zu Gudrun Debus scheint es nur ein kleiner Schritt zu sein … **PLONK** [F!XMBR] […]

  5. ich sagt:

    Langsam wirds mehr als peinlich. Anstatt hinter dem Mitglied zu stehen, und vllt sogar die Auslagen zu tragen (war immerhin gute PR für die Piraten) hacken jetzt wieder einmal alle auf eine Person rum.

    Sorry, das geht echt gar nicht mehr. Fehler sind nie gut, werden aber immer wieder gemacht. Aber anstatt daraus zu lernen, wird wieder auf einen Buhmann rumgehackt.

  6. order_by_rand sagt:

    Tja, leider macht Chris das ganz gerne so. Wenn irgendwo jemand, der etwas mit den Piraten zu tun hat, egal ob Mitglied oder Unterstützer, etwas anstellt oder etwas Blödes von sich gibt, wird die Piratenpartei dafür verantwortlich gemacht.

    Nur: Er repräsentiert damit genau die öffentliche Wahrnehmung. Jeder Pirat, der sich öffentlich so nennt, ist selbst für das Image seiner Partei verantwortlich. Nicht weil das irgendwo steht, sondern weil das so wahrgenommen wird.

    Gefällt mir auch nicht. Beides. Kann aber nur jeder bei sich selbst ändern.

  7. Hänge seit 2 Tagen an der Geschichte dran und hab da noch wesentlich mehr Fragwürdigkeiten entdecken können.
    Einzig bei Deiner Verknüpfung mit den Piraten (nein, ich bin keiner) hab ich so meine Zweifel — ich vermute eher, dass hier Peter H. und Gudrun D. (hier bestehen noch leise Restzweifel in der Recherche) einen Kurs fahren, der mit den Piraten so gar nichts zu tun hat und von selbigen auch nicht unterstützt wird.

  8. Natürlich darf jeder Fehler machen. Aber als Mitglied einer Partei, die sich (u.a.) den Kampf gegen gängige Abmahnpraxis auf die Fahne schreibt, hat man sich wohl schon mal damit auseinandergesetzt und sollte im Zweifel das richtige tun.

    Man würde auch keinem Grünen verzeihen, dass er Altöl in die Kanalisation kippt.

  9. Dirk sagt:

    Ok, mit der CC-Lizenz wurde schludrig umgegangen. Das ist nicht rechtens, und auch keine Kleinigkeit, da gehört Aufklärungsarbeit geleistet, damit man in der breiten Öffentlichkeit diese Lizenzen auch ernst nimmt. Aber nicht in Form von Abmahnungen, das ist nicht nur schlechter Stil, sondern gerade aus dieser Richtung einfach mal gehörig lächerlich. Finde es aber ebenfalls nicht ok, das eindeutige Fehlverhalten eines Mitglieds ohne Funktion auf die gesamte PP auszuweiten.
    Desweiteren frage ich mich, woher dieser plötzliche Realitätsverlust der guten Frau kommt? Selbst bei einer Verlinkung die Nennung der Lizenz zu fordern, ist absolut hanebüchen. Da können wir das Internet auch gleich dichtmachen.

  10. Cymaphore sagt:

    @ich

    wir haben kein Problem zu ihr zu stehen, wenn sie damit kein Problem hätte zu uns zu stehen… Sie Distanziert sich ja selber immer wieder von der Partei, und dann doch wieder nicht so…

    Das ist keine offizielle Parteiaktion, die meines Wissens nach mit niemandem in der Partei abgestimmt wurde, warum sollen wir dann dran schuld sein? Und ich wette vor dem Abmahnen hat sie dann auch keinen von den Piraten angesprochen sondern nur fleissig losgemahnt… Wenn sie will dass wir zu ihr stehen, dann soll sie auch zu uns stehen, oder? :-)

    Ciao,
    Martin

  11. du sagt:

    @ich

    warum sollten die piraten hinter der dame stehen, wenn sie etwas macht, was komplett gegen die parteiausrichtung geht?

  12. ich sagt:

    sorry. ich habs nur überflogen, weil ich nichts anderes erwartet habe.

    dachte das wäre das übliche blabla. aber die piraten sind mir eh unsympathisch geworden.

  13. Mela sagt:

    Mein WTF des Tages. Piratenweib. Nicht das es mich wundern täte. Na gut, es wundert mich doch schon, wie sie schlussendlich ihre Profilneurose demaskiert.

    Aber das ist nun sicher auch eine Verschwörung der Männerzirkel des Internets, gegen die aufrechte Feministin.

    Scheinbar zogen die Vorkommnisse nun ihren Parteiaustritt nach sich. So sieben sich die Trolle langsam selbst aus. *strichmach*

  14. Dummerweise kennt das Mitglied aus Hinterdupfing niemand und dann sollte doch gerade bei den Piraten alles anders laufen, zumindest gemäß dem ureigenen Selbstverständnis? Und davon abgesehen, wenn das Mitglied aus einer anderen Partei eine Plattform erhält, sind sich die Piraten auch nicht zu schade von diesem Abseitigen auf das große Mutterschiff zu schließen. «Anders und besser» geht halt anders …

    Als halten wir mal fest: die Piraten enthalten sich bei vielen Thematiken und bei den Schuldzuweisungen ist man auch an vorderster Front, nur bei der Kritik zieht man sich auf die weinerliche Position zurück, klagt über die Übermacht der «Etablierten», sprich von dem noch recht jungen Mutterschiff und «überhaupt, schau mal wie schlimm die anderen sind». Das ist keine Politik, das ist Kindergarten in Reinkultur. Ein Zirkus und doch wiederum schon sowas von etablierter Partei auch, das man klappt irgendwelche konservativen Politklopper der 70er und 80er zu schauen.

  15. wanderer sagt:

    «Eines möchte ich aber ganz klarstellen (insbesondere weil mich sehr viele danach gefragt haben):

    Dieses Aktion ist keine Aktion der Piratenpartei.»

    Das schreibt das Piratenweib!

  16. «Wenn irgendwo jemand, der etwas mit den Piraten zu tun hat» und dabei mehr PR liefert für die Partei als irgendwer sonst der Spitze, dann ist das auch legtim, insbesondere wenn die Partei weiterhin schweigt und «Hinterbänklern» das öffentliche Ruder überläßt.

    Im übrigen funktioniert es doch umgekehrt ebenso, irgendein Hinterbänkler von CDU etc. pp. muckt auf, gibt seinen Sermon ab und schwupps kommt ein Pirat daher und verurteilt das ganze bzw. die Partei per se. Kritik ist in der Politik keine Einbahnstraße, daß werden auch die Piraten verstehen oder demnächst einen Lacherfolg von 0.5% einfahren.

    Für die Öffentlichkeit einer Partei sind alle Mitglieder verantwortlich, das ist ein demokratisches Gebilde und gerade die Piraten schwärmen doch fortwährend von basisdemokratischen Gefilden. Wasser predigen und Wein saufen …

  17. An so einer Aktion zeigt sich nicht, dass die Piraten dämlich sind, aber sie zeigt (mal wieder), dass es bei den Piraten Leute gibt, die dort nach Definition nichts zu suchen hätten und die diese Partei zu einer nicht wählbaren machen.

  18. Blob sagt:

    Also die Piratenpartei wird auch immer bizarrer…
    … aber ich glaube kaum das das Piratenweib jetzt sonderlich verteidigt wird und der Mob losbrüllt … und zwar nicht etwa weil die andren «Inetrechtler» jetzt zum differenzieren anfangen. Sonder ganz einfach aus den Grund weil Piratenweib schon davor mal wagte andere Sichtweisen(Feminismus in der Partei/ Tauss ist kein Märtyrer etc.) als die des 20 Jährigen Internetnerds los zu lassen… und da freies Denken in der Partei die alles und gleichzeitg nichts ist, unbeliebt ist, gab es ordentlichen Gegenwind.

    Aber darauf wetten würde ich nicht… schließlich werden die meisten Piraten einfach nur ihr Wort sehen… und es wahrscheinlich als existenzbedrohende Kritik sehen.…

  19. rückfrager sagt:

    Woher stammt die Information, dass sie aus der Piratenpartei ausgetreten ist?

  20. Gaston sagt:

    Nun, das man für sich andere Regeln in Anspruch nimmt, die man anderen nicht zugesteht habe ich auch schon bemerkt.
    Warum sollten die Parteianhänger da anders sein, als die Partei selbst.
    So habe ich die Partei befragt, warum sie Spam-Mails versendet und keine Antwort bekommen.
    Auf der anderen Seite schrieb die Partei (Landesverband Sachsen-Anhalt) mich an, das ich doch eine Mailadresse editieren sollte, da die Mailadresse von Spam überlaufen werde.
    Das ist ja noch in Ordnung, aber während man bis heute nicht nötig hatte mir auf meine Frage zu antworten, so verlangte man von mir eine Antwort. Diese Mail kam im übrigen von einer Mailadresse, die nicht der Piratenpartei zuzuordnen war.
    Also sollten sich die Parteimitglieder nicht beklagen, wenn man es nicht Auseinanderhalten kann, wer als Parteivertreter handelt oder wer nicht.

    Verwunderlich finde ich auch, das der Zusatz:
    «Bedingung für die Verwendung: Nennung von @Piratenweib als Urheberin & Link auf die Seite piratenweib.de»

    Bei anderen Lizenzen auf der Seite ist dieser Zusatz wiederum nicht zu finden. Ob da jemand eine Idee hatte?

    Das dann eine Seite, die sich mit Piratenbannern vollstopft der Text übernommen wurde und zur Unterschrift auffordert, lässt einen nicht vermuten, das die Partei gegen diese Abmahnung sei.
    Drehen wir den Spieß doch mal um:
    Warum posten immer die Einzelnen Piratenanhäger in den Blogs und stellen kalr, das dieses Piratenweib nicht die Piratenpartei ist. Wo ist die Piratenpartei, die sich dazu verhält? Oder gefällt man sich nur darin, Urheberklau bei anderen als das «Recht auf freie Kultur– und Bildungsgüter» zu bezeichnen.

  21. […] bei (und via) F!XMBR Tags: Abmahnung, Creative Commons, Gudrun Debus, Kindergarten, Piratenpartei Antworten […]

  22. Iiiiekkk! Diese «Emanzen» sind sich auf für keine Blödheit zu schade. Ich weiß ja nicht, ob Ihr — Olli und Chris — das Kasperletheater in drei Akten mitbekommen habt, das sich neulich bei mir um die Ecke abgespielt hat. Auch da war «das Piratenweib» als eifrige Kämpferin für Zensur im Einsatz. Sie sekundierte damals der beledigten Feministin Ines Fritz, die einen Gastartikel, den sie bei mir veröffentlichen wollte, gegen meinen Willen und mit Androhung einer Abmahnung postum löschen wollte (samt mißliebiger Kommentare!). Als eine liebe Freundin mir, die fragwürdige Auffassung vom Meinungsfreiheit im Blog des Piratenweibs zur Sprache bringen wollte, wurde sie — welch Wunder — zensiert. Ja so san´s, die alten Piratenweiber 😉

    Das ist natürlich alles sehr schade für Frank (Kopperschläger) — aber er soll nicht sagen, er hätte nichts über den fragwürdigen Charakter der Frau Feministin gewußt. Die «Affäre Spiegelfechter» *g* ist damals auch bis zu ihm durchgedrungen.

  23. Ich habe mich über das Kasperletheater damals köstlich amüsiert. 😀

  24. Yep 😉

    Das Netz scheint verwirrte Charaktere und CharakterInnen *g* magisch anzuziehen. Was für eine Freakshow. Da ist für jeden etwas dabei, auch für abmahnungswütige Piratenweiber *rofl*

  25. Ja das las ich auch. Ich wundere mich nur, warum man keine Stellung bezieht bzw. sich distanziert? Kohlsches Aussitzen ist wieder groß in Mode wie es scheint und alles ist «anders» und «besser, zumindest wenn die Piratenflagge darauf prangt. Andererseits schlägt einem dann doch nur der Politmief der letzten 30 Jahre entgegen.

  26. Ich hatte mir im Zuge dieser Diskussion auch mal ihre Seite angeschaut, und die Artikel, aber v.a. ihr Verhalten in den Diskussionen sind wirklich extrem erschreckend. Eine derart große Intoleranz und Anmaßung habe ich selten gesehen.
    Aber diese Sache übertrifft das noch mal bei Weitem. Gerade die Abmahnung wegen Links! Ich mein, da wird doch hoffentlich niemand drauf reingefallen sein, oder?

  27. Da versuche ich mal ein wenig in Küchenpüschlogie. Die Damen sind unglaublich(!) publicitygeil — ich habe da einigen Diskussionen gelesen. OMG! Dagegen sind die SEO-Bürscherl richtig «contentfixiert». Die Damen haben keinen anderen Probleme, als die Frage, wie sie Besucher in ihre Miniblogs am äußersten Wegrand des globalen Dorfes bekommen.

    Da hat das Piratenweib nun mal etwas geschrieben, das offensichtlich — aus welchen Gründen auch immer — von mehr als den üblichen zehn Lesern gelesen wird. Nun kommen da Frank und Co. und veröffentlichen den Text ohne gleichzeitig Traffic für die trafficgeile Gudrun zu erzeugen. Das geht nun wirklich nicht! Da muss man gleich zur Abmahnkeule greifen! Inhalte spielen bei den Ladies eh keine Rolle, da geht es nur um die Selbstverwirklichung bzw. –darstellung. Traurig aber wahr.

  28. […] ist jetzt, dass seitdem, wie F!XMBR hier und der Schockwellenreiter dort berichten, Abmahnungen versandt wurden. Betroffen ist unter Anderem […]

  29. @ Spiegelfechter: was soll daran jetzt «schade» für mich sein? Verstehe ich nicht so recht, worauf Du hinaus willst 😉

  30. boku sagt:

    dann bitte mal Belege für die Massenhaftigkeit, von der hier alle reden! danke

    ansonsten: ist die Kündigung der LobbyKoalition längst überfällig…

  31. Sven sagt:

    Hm. Bei allem Respekt, und ohne was zum konkreten Anlass «Abmahnung» zu sagen, da ich (noch) nichts darüber weiß und deshalb auch keine Position dazu haben kann, aber: wenn ich demnächst mal öffentlich in der Nase bohre heißt das dann auch, die Piratenpartei bohrt in der Nase, nur weil ich da Mitglied bin? Sorry, aber diesen Vorgang, egal ob er genau so wie dargestellt stimmt oder nicht, auf eine Partei zu münzen ist doch Unfung, das mach ich ja nicht mal mit der CDU, die ich ja auch nicht gleich durch die Bank als Nazipartei bezeichne, wenn sich da mal wieder irgendein Mitglied, sogar wenn es ein Amt bekleidete (was ja hier nicht mal der Fall ist), als extrem rechts outet — wenn das alle so machten könnten wir mit jeglichem Engagement in der Öffentlichkeit aufhören, egal ob es Vereine, Parteien, lose Gruppen, Verbände, Gewerkschaften oder auch nur semantische Gruppen (z.B. «Blogger»: «die differenzieren nie sondern pauschalisieren immer nur alles, der xxx macht das nämlich hier…» ) wären: da such ich dann nur irgendeine Person, die irgendwas gemacht hat, und schon ist die komplette Gruppe diskreditiert. Nach Kant wäre dies für mich zummindest keine Handlungsweise, die ich mir im Sinne des kategorischen Imperativ als allgemeingültig wünschen würde… 😉

  32. Ich kann bislang 4 Fälle definitiv bestätigen — weitere Bestätigungen stehen noch aus!
    Das ist zwar weit weg von «massenhaft», erfüllt aber zumindest wohl die «Serie» 😉

  33. Sven sagt:

    (huch, wieso hängt der Kommentar denn in diesem Thread? Sorry, da hab ich mich irgendwo verklickt… :-/ )

  34. >Die Piratenpartei hat mit diesen Vorgängen nichts zu tun

    In Schweigen kann man viel hineininterpretieren …

  35. @ Spiegelfechter; Hat sich erledigt! Nein, ich wurde nicht abgemahnt, hatte die CC glücklicherweise korrekt umgesetzt. Habe den Artikel dennoch herausgenommen, weil ich mit so etwas nicht solidarisch bin und vermeiden wollte, weitere Opfer zu erzeugen, die die Lizenzbedingungen vielleicht nicht ausreichend beachten.

  36. @Frank

    Ach sooooo, das hatte ich dann falsch verstanden. Ich dachte Du wärst auch ein Opfer des abmahnenden Piratenweibs 😉

  37. marax sagt:

    Also bitte, nur weil sich der Vorstand der Piratenpartei sich bisher noch nicht zu diesem Sachverhalt geäußert hat, bedeutet dies noch längst nicht das der Vorstand oder die Mehrheit der Basis dieses Vorgehen billigen. Sollte sich bestättigen das @piratenweib in mehrfacher Weise Abmahnungen verschickt hat, bin ich mir absolut sicher das auch der Vorstand zu diesem Vorfall Stellung nehmen wird.

    marax

  38. Wie war das noch? Basisdemokratie? Anyone? Die Stimme Piratenweibs zählt genauso viel wie die von Seipenbusch? Egal, ob der Vorstand da noch Sprechblasen erzeugt, oder nicht. Piratenweib hat gesprochen und gehandelt, das wurde thematisiert. Und da sie Mitglied der Piraten ist, wurde das in Bezug auf die Piraten gesetzt, so wie es die Piraten bei CDU, SPD & Co. machen. Ganz einfach.

  39. Tim sagt:

    Natürlich ist das Kinderkram. Da lohnt sich nicht darüber zu diskutieren.

    Aber die zugrunde liegende Kausa ist interessant. CC-Lizenz. Wer das nutzt, der sammelt auch Blindgänger auf. Die Folgen sind nicht kalkulierbar.

  40. marax sagt:

    Aber die Aussage oder das Handeln eines einzeln Mitgliedes auf die ganze Partei zu projezieren ist meiner Meinung nach nicht grad objektiv. Ich behaupte ja auch nicht, die SPD sei rechtspopulistisch nur weil Herr Sarrazin seinen braunen Durchfall medienwirksam publiziert.

  41. Solarix sagt:

    Mann bin ich froh… das ich nur ein kleiner D Klasse Hobby Blogger bin, da bleibt mir wenigstens ein ganzer Haufen Generve erspart. 😀

    Wobei der Blog des Mädels echt mal herb aussieht, hat was von psychedelischem Größenwahn. Besonders toll die ganzen Flattr Buttons. 😀

    Das hat mich so abgeschreckt das ich gleich wieder abgehauen bin. 😀

  42. Gerd sagt:

    Als einer der Mitinitiatoren von «Wir treten zurück» möchte ich an der Stelle nochmal klarstellen, dass wir das Verhalten von Piratenweib in den Zusammenhang verurteilen. Sie hatte bereits im Vorfeld die Lizenz (sogar nach der Erteilung) abgeändert und verlangt die neuen Lizenzbedingungen zu erfüllen was eigentlich im Gegensatz zur CC steht.

    «Wir treten zurück» sollte eigentlich ein Spaßprojekt sein, das es in derart ernste konsequoenzen ausartet war und ist nicht in unserem Sinne.

  43. Robert B. sagt:

    Achja, CC-Lizenzen, aber dann bitte richtig. Via Trackback hier bei F!XMBR bin ich damals auf die Opalkatze gestoßen, in der die „Kündigung“ als „Gastbeitrag“ bezeichnet wird. Am Ende des Textes befinden sich drei Icons: Eine Person (by), ein durchgestrichenes $ (nc) und ein Pfeil im Kreisbogen (sa), daneben steht by-nc-sa, also auf deutsch: Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Der Link zeigt hingegen auf by-nc-nd, also die Variante Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung (und keine abgeleiteten Werke). Letztes steht auch bei »Wir treten zurück«. Der Link zum Originalartikel beim Piratenweib funktioniert dabei nicht mehr. Nur: Die beiden o.g. Lizenzen widersprechen sich!

    So etwas ärgert mich als Unterstützer von CC-Inhalten, weil die Spielregeln eigentlich klar, eindeutig, allgemein verständlich und vor allem fair sind. Aber wenn ausgerechnet Mitglieder der Netzgemeinde, die dieses Lizenzmodell mitträgt, damit nicht umgehen kann, stellt sich schon die Frage, wie in Zukunft überhaupt mit kreativen Inhalten umgegangen werden soll. Wie gesagt, ich halte CC für eine sehr sinnvolle Sache und finde die mehrfach juristisch festgestellte Verbindlichkeit gut. Kein Verständnis habe ich hingegen, wenn Nutzer CC als Freibier ansehen oder Autoren mit CC lediglich mit Promo gleichsetzen.

  44. foo sagt:

    Mir ist nicht so ganz klar, wie man bitte auf die Idee kommen kann, sich Piratenweib zu nennen, sich im gleichnamigen Blog vorwiegend zu Piratenthemen zu äußern und dann zu erwarten, dass die geneigten Abgemahnten die Abmahnung selbstverständlich als Aktion einer Privatperson und völlig unabhängig von der Piratenpartei wahrnehmen. Hallo?

    Jede unbedachte Schwachsinnsäußerung irgendwelcher Schülerunionsgruppen fällt gleich auf die CDU zurück. Gehörte Sarrazin zur Netzgeneration und würde einen Nick benutzen, der SPD als Substring hat, gälte das ebenso.

  45. Marc sagt:

    Vielleicht schreibt jemand eine betriebsbla Kündigung für @piratenweib, würde ich mit einem herrlichen Lacher zitieren & verlinken… :-)

  46. […] Habersetzer in Kleinbloggersdorf natürlich unten durch, Netzpolitik, der Schockwellenreiter und F!XMBR haben sich bereits hämisch über die abmahnungswütige Piraten amüsiert. Mich amüsiert dies auch […]

  47. Das liegt einzig daran, dass die Lizenz mehrfach geändert wurde. Aus by-nc-sa wurde irgendwann by-nc-nd!
    Wie soll jemand die Lizenz korrekt übernehmen, wenn der Lizenzgeber die Lizenz nach Herzenslust abändert, wie es ihm, oder in diesem Fall ihr, gefällt?

  48. Robert B. sagt:

    Wenn ich Kernpunkte der Diskussion bei Phlow auf diesen Fall übertrage, dann gilt die Lizenz zum Zeitpunkt der Verwendung, sprich als du den Text lizenzkonform verwendet hast. Eine neue Verwendung nach der Lizenzänderung muss dann nach der neuen Lizenz erfolgen. Da das recht abstrakt klingt, das Beispiel von Phlow: Du erstellst einen Podcast mit CC-Musik. Nun zieht der Urheber eines der Stücke die Lizenz für sein Werk zurück (oder ändert diese). Deinen bereits produzierten Podcast tangiert das nicht, weil zum Zeitpunkt der Lizenz-Verwendung das Stück noch CC war. Willst du allerdings einen neuen Podcast auflegen, in dem wiederum dieses Stück enthalten sein soll, gilt nun die neue Lizenz.

    Mir ist das als Radio-DJ schon ein paarmal passiert, dass ich Titel gemixt und den Mix veröffentlicht habe und dann viel später bei der Vorbereitung eines neuen Mixes festgestellt habe, dass der Titel mittlerweile nicht mehr CC ist. So können also Werke auch wieder aus dem digitalen Plattenkoffer herausfliegen. Daher gilt die goldene Regel: „Take the risk or take the phone.“

  49. Johann sagt:

    IANAL (und die Diskussion bei Phlow habe ich nur überflogen), aber ich gehe davon aus, dass ein Widerruf einer CC-Lizenz nicht möglich ist.

    Vorbehaltlich der oben genannten Bedingungen gilt diese Lizenz unbefristet bis der rechtliche Schutz für den Schutzgegenstand ausläuft. Davon abgesehen behält der Lizenzgeber das Recht, den Schutzgegenstand unter anderen Lizenzbedingungen anzubieten oder die eigene Weitergabe des Schutzgegenstandes jederzeit einzustellen, solange die Ausübung dieses Rechts nicht einer Kündigung oder einem Widerruf dieser Lizenz (oder irgendeiner Weiterlizenzierung, die auf Grundlage dieser Lizenz bereits erfolgt ist bzw. zukünftig noch erfolgen muss) dient und diese Lizenz unter Berücksichtigung der oben zum Erlöschen genannten Bedingungen vollumfänglich wirksam bleibt.

    Creative-Commons by-sa-Lizenz Legal Code §7b – aber vermutlich identisch in allen CC-Lizenzen

    Wie ich das interpretiere, hat der Lizenzgeber durchaus das Recht, sein Werk unter mehreren Lizenzen zu veröffentlichen, allerdings wird die ältere dadurch nicht zwangsläufig ungültig. Er hat zwar das Recht, sein Werk beispielsweise nicht mehr auf seiner Homepage anzubieten oder eben nur eine (bzw. die neuere) Lizenz zu nennen. Trotzdem steht es anderen frei, sich auf die ältere der Lizenzen zu berufen. Sofern es sich um IMHO unwiderrufbare CC-Lizenzen handelt und sofern man natürlich von der älteren Lizenz Kenntnis erlangt. Ein Nutzer hätte aber dann wohl die Beweislast, nachzuweisen, dass er ein Werk entsprechend einer gültigen Lizenz verwendet hat. Ein böswilliger Lizenzgeber kann hier sicher viel Schindluder treiben.

    Das mit den widersprüchlichen Lizenzen wird dementsprechend auch nicht zum Problem, da man sich als Nutzer eines Werks nur auf eine Lizenz berufen muss und nicht auf mehrere/alle.

    Dass sich beim Piratenweib ein potentieller Nutzer nicht sicher sein kann, was für eine Lizenz denn nur vorgesehen ist, weil der Link nicht zum Linktext passt, ist ein anderes Problem. Das spielt aber zumindest hier für die Verletzung der Lizenzbedingungen eine untergeordnete Rolle, weil die Namensnennung in beiden Fällen gefordert wäre.

  50. Die ursprünglich veröffentlichte Lizenz gilt, für das initial veröffentlichte Werk. Wenn ich an diesem Werk nun nachhaltige Änderungen anbringe und gleichsam die Lizenz ändere, gilt natürlich nur noch diese.

  51. WolfgangP sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle an eine Positionierung des Landesvorsitzenden Bayern der Piratenpartei Stefan Körner hinweisen.

    Piratenweib ist aus dem LV Bayern und fällt damit personell in dessen Zuständigkeit

  52. Robert B. sagt:

    So interpretiere ich auch den Lizenztext:

    Wie ich das interpretiere, hat der Lizenzgeber durchaus das Recht, sein Werk unter mehreren Lizenzen zu veröffentlichen, allerdings wird die ältere dadurch nicht zwangsläufig ungültig. […] Trotzdem steht es anderen frei, sich auf die ältere der Lizenzen zu berufen. […] Ein Nutzer hätte aber dann wohl die Beweislast, nachzuweisen, dass er ein Werk entsprechend einer gültigen Lizenz verwendet hat.

    Viele Musiker veröffentlichen daher ihre Werke unter by-nc-nd, weil sie damit auch später noch eine recht große Kontrolle über ihr Werk haben.

    Das mit den widersprüchlichen Lizenzen wird dementsprechend auch nicht zum Problem, da man sich als Nutzer eines Werks nur auf eine Lizenz berufen muss und nicht auf mehrere/alle.

    Zumal sich einige der Lizenzen auch widersprechen – wie im hier vorliegen Fall: sa und nd geht einfach nicht zusammen. Aber eines haben sie trotzdem gemeinsam, was mich an diesem Fall ärgert, weil es dem Nutzer gegenüber ausgesprochen fair ist:

    Das spielt aber zumindest hier für die Verletzung der Lizenzbedingungen eine untergeordnete Rolle, weil die Namensnennung in beiden Fällen gefordert wäre.

  53. […] der Piratenpartei. Bosbach und Schäuble sprechen auch nicht für sich, es ist immer die CDU. [via FIXMBR] Ob diese Vorgehensweise des Piratenweibes jetzt auch die gesamte Piratenpartei gutheisst, bleibt […]

  54. […] “Die Piraten und eine Abmahnwelle wegen Nichtbeachtung der Creative-Commons-Lizenz” von F!XMBR eine berechtigte […]

  55. […] und deren Ursachen und Wirkungen eingehen – dieses haben diverse Kollegen wie Spiegelfechter, Fixmbr , Schockwellenreiter und Netzpolitik.org bereits zu Genüge getan und auch auf Tacheles finden sich […]

  56. […] behält sich anscheinend eine gerichtliche Klärung vor. Weitere Informationen dazu kann man bei f!xmbr […]

  57. Mel sagt:

    Tja, es sind halt immer diejenigen, die am lautesten krakeelen, welche dann die ganze Aufmerksamkeit kriegen — und uns Feministinnen nen schlechten Ruf einbringen. :\

  58. […] Aber zurück zur eigentlichen Story. Auch Christian Sickendieck von F!XMBRs Post ist lesenswert. […]

  59. Weils hier gerne mal hereinschwappt: also es ist eine beliebte Ausrede bei FOSS-Projekten, insbesondere wenn geschlampt wird: «wir haben doch auch noch ein Privatleben und überhaupt usw.» Verständlich, legitim, aber andererseits wußte man das auch zuvor und wenn es überhaupt nicht mehr klappt räumt man halt die Stelle. Ebenso verhält es sich in einer Partei. Familie, Freizeit? Alles gut und schön, wenn der Vorstand bzw. einige Mitglieder das monieren. Aber Politik zu betreiben in einer Partei ist kein Hobby und ein aufopferndes Engagement ist dabei Pflicht, ansonsten kann man sich auch gleich den zum Gros «ergekauften» Parteikader der «Etablierten» anschließen. Politik ist kein Job, es ist Aufgabe und Verpflichtung. Wem die nötige Ernsthaftigkeit fehlt der macht halt wie gewohnt sein Kreuz am Wahltag und darf weiterhin am Stammtisch über Gott und die Welt zetern.

  60. Wanderer sagt:

    Gut zusammengefasst und auf den Punkt gebracht. «Küchenpsüchologie» für Kaltmamsells die heiß laufen und so gerne berühmt wären auf ihrem Blog am Ende der Feminismus-Straße, so kurz vor der Sackgasse Gender Mainstreaming.

  61. aloa5 sagt:

    wir haben doch auch noch ein Privatleben und überhaupt usw. Verständlich, legitim, aber andererseits wußte man das auch zuvor und wenn es überhaupt nicht mehr klappt räumt man halt die Stelle.

    Das ist schon richtig. Allerdings teile ich die Schlussfolgerung dabei nicht unbedingt. Es ist nur bei kleinen Projekten welche von einzelnen Personen abhängig sind unbedingt von Nöten das man alles andere vernachlässigt. Vieles hängt von den Fähigkeiten zu delegieren und organisieren ab.

    Wäre die Schlussfolgerung richtig das man alles (wie Familie etc.) zwingend schleifen lassen muss hätten (oder: haben) wir u.U. ein größeres Problem. Nämlich das, das wir i.d.R. von [bel. passende neg. Eigenschaft wie rücksichtslos, unfamiliär, bindungsarm, machtgeil etc. einsetzen] an Führungspositionen bestimmt werden.

    Grüße
    ALOA

  62. >Nämlich das, das wir i.d.R. von [bel. passende neg. Eigenschaft wie rücksichtslos, unfamiliär, bindungsarm, machtgeil etc. einsetzen] an Führungspositionen bestimmt werden.

    Klar aber ein Hobby-Politiker kann eben keine Partei führen. Und selbst jemand mit einem ausgeprägten Hobby kann dieses zur Semiprofessionalität treiben, indem er ein gehöriges Maß an Freizeit investiert. Man kann sich eben nicht die Rosinen rauspicken, wer es anders machen möchte muß einen Staat auf irgendeiner Insel gründen. Diese «Politiker» Marke «Hobbyisten» finden man z.B. auf kommunaler Ebene wieder, genauso massiv geschlampt wird dort auch.

    >Vieles hängt von den Fähigkeiten zu delegieren und organisieren ab.

    Exakt, Delegieren ist das große Problem in Deutschland. Man hat dies derart weit getrieben, so daß am Ende kaum jemand Verantwortung übernehmen möchte und das Volk im Nachhinein nach einem Plus Demokratie schreit. Das Problem ist eben nicht die Politik per se, sondern das Volk. Diese Gemeinschaft hier ist ursächlich, die Spitzenpolitik nur das Extrem am Ende.

  63. aloa5 sagt:

    Ja.

    Es ist richtig das man Engagement an den Tag legen muss. Wobei ich weniger den Fokus auf den Zeitaufwand als auf die Ernsthaftigkeit (die Qualität) lege. Manche könnten sich tagelang um etwas kümmern ohne das das Verständnis da wäre. Wenn Probleme auftauchen sind es i.d.R. Qualitative und nicht etwa Mängel welche durch fehlende Fleißarbeit auftauchen. Kommunalpolitiker sind oftmals dick im Geschäft wenn es darum geht stundenlang Feste mit Ihrer Anwesenheit zu schmücken (Quantität; Stimmenfang) — bei Sichtung einer Studie fehlen sie jedoch (Qualität).

    Profi-Politiker kümmern sich zu oft (und zeitintensiv) mehr um Stimmen als um Sachfragen. Die Frage ist ob das sinnvoll ist. Leider ist es imho wohl notwendig und damit ein Problem der parlamentarischen bzw. indirekten Demokratie. Und daher kommt es auch wohl das Staatssekretäre im Hintergrund wie beispielsweise Asmussen sehr viel mehr Ahnung und Macht haben wie die Politiker im Vordergrund. Das hat eben (imho) weniger damit zu tun das sich Asmussen und Co. mehr Zeit dafür nehmen. Sie sind schlicht dadurch kompetenter (und damit auch unverzichtbarer) weil sie sich um die Sache kümmern und nicht um die Außendarstellung und Wählerstimmen.

    Exakt, Delegieren ist das große Problem in Deutschland. Man hat dies derart weit getrieben, so daß am Ende kaum jemand Verantwortung übernehmen möchte und das Volk im Nachhinein nach einem Plus Demokratie schreit. Das Problem ist eben nicht die Politik per se, sondern das Volk.

    Frontpolitiker übernehmen die Verantwortung für das was Personen wie Asmussen anrühren. So sollte es sein. In Wahrheit, da gebe ich Dir Recht, waschen sich Politiker wie Staatssekretäre hinterher die Hände in Unschuld.
    Richtigerweise müssten Politiker Deligieren, Bescheid wissen und hernach zur Verantwortung gezogen werden können. Das wäre auch mit weniger Zeitaufwand zu machen (kontrollieren geht schneller als machen — das ist der Sinn einer Hierarchie).

    Und Du hast es ausgeführt: so wie Politiker die Verantwortung nicht tragen wollen will auch das Volk die Verantwortung für «ihre» gewählten Volksvertreter nicht übernehmen und schiebt die Verantwortung ab. Wer etwas macht ist auch der schuldige. Wer nichts macht (und sei es, das er nicht wählen geht), hat auch nichts verkehrt gemacht.

    Grüße
    ALOA


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