Die nächste Bundespräsidentin

XII. Marburger Ökumenegespräch. Dr. Margot Käßmann. Hauptreferate: Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Mathias Drobinsky. Alte Aula der Philipps-Universität Marburg. Öffentliche Veranstaltung des Magistrats der Stadt Marburg in Zusammenarbeit mit der, Philipps-Universität Marburg sowie der evangelischen und katholischen Kirche Uni Hochschule Glaube Religion Ökumene Marburg, Universitätsstadt an der Lahn. 23.01.2010 Foto: Rolf K. Wegst
Bild: Rolf K. Wegst | CC-Lizenz

Auf Twitter werden Rufe laut, dass Margot Käßmann doch die nächste Bundespräsidentin werden solle. Ob die Trennung von Religion und Staat damit aufgehoben werden würde, kann ich nicht sagen (laut ARD sind die Verfassungsrechtler derzeit ziemlich sprachlos, ob der Bundespräsdient einfach so zurücktreten kann), menschlich würde mir das gefallen. Aber wahrscheinlich wird wieder eine schwarz-gelbe Wunschlösung ins Schloss Bellevue einziehen…

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21 Antworten zu “Die nächste Bundespräsidentin”

  1. Anonymous sagt:

    Oh bitte, das ist nicht dein Ernst, oder?

    Rückgrat hätte sie bewiesen, wäre sie nicht betrunken ins Auto gestiegen. Rücktritte brauchen kein Rückgrat — das hat ja Herr Köhler gezeigt.

  2. Jürgen sagt:

    Die Frage, ob der Bundespräsident zurücktreten kann, ist gar nicht so uninteressant, letztlich aber eher etwas fürs staatsrechtliche Seminar, denn wenn er nicht mehr will und nicht mehr tut, wofür er bezahlt wird und wofür er gewählt wurde, kann man noch so sehr darauf hinweisen, daß er weiter tun müßte.

    Spannend ist hier jedenfalls, daß es nicht gelungen war, die peinliche und verfassungswidrige Äußerung in den Massenmedien zu kaschieren, und das ist doch ein großer Erfolg der nicht-kommerziellen Blogosphäre.

    Sicherlich könnte man Frau Käßmann aufstellen, wenn sie das wollte. Sie würde aus dem Beamtenverhältnis bei ihrer Landeskirche für die Dauer der Amtsführung beurlaubt. Und mit der Trennung von Staat und Kirche wars in Deutschland noch nie so weit her, wie man es sich wünschen würde. Aber auch sie ist ja beschädigt.

    Wie wäre es denn mit Westerwelle? Einmal im Jahr müßte er eine Ruck-Rede halten und auch sonst für die «richtige» Stimmung sorgen.

  3. Heyland's sagt:

    Netter Gedanke, aber die große Masse der Pharisäer in Politik und Medien werden das wohl zu verhindern wissen. Das passive Wahlrecht wird uns zwar vor Lena bewahren, aber daß irgendein Trottel den Namen Koch in den Ring wrft, damit rechne ich schon. Irgendwie aber symptomatisch für die gegenwärtigen Berliner Zustände.

    Andererseits: wenn das Netz schon eine Debatte um den BP entfacht, wie Sabine Adler, die Haupstadtchefin des DLR gerade sagte, dann kann sie ja vielleicht auch die Weichen zur Neubesetzung dieses Amtes stellen. :-)

  4. stammtisch sagt:

    Die Frage, ob der Bundespräsident zurücktreten kann, ist gar nicht so uninteressant, allerdings von der Verfassung ziemlich eindeutig geregelt, Art. 54 III und Art. 57 GG setzen die Möglichkeit einer «vorzeitigen Erledigung des Amtes» (bzw. «Beendigung») voraus.

  5. Stephan sagt:

    Immerhin hat sie mit ihrem Rücktritt mehr Rückgrat bewiesen, als die anderen Akteure der derzeitigen Kirchendebatte. Und ebenso unsere gewählten Volksvertreter. Also ich fände sie gut geeignet

  6. Tobias sagt:

    Sofern nicht der «innerste Wunschtraum» vom hessischen Imageschaden ever Roland Koch in Erfüllung geht, ist schon «fast» alles in Ordnung.

    Zumindest höre ich das schon länger, dass er — nachdem ihm klar wurde, wohl niemals Bundeskanzler zu werden — sich auch mit dem Posten des Bundespräsidenten zufrieden geben würde.

    Oder er tauscht mit dem Wulff. Oder ich vertausche gerade beide in meiner Erinnerung. Oder es ist einfach immer noch Montag …

  7. Rainer sagt:

    Wenn man schon dieses Amt des Ersatzkaisers zu benötigen glaubt, dann bin ich ja für Georg Schramm. Ganz ehrlich.

  8. Timo sagt:

    Ich hätte da einen wesentlich charmanteren und medienkompatibleren Kanididaten anzubieten: Lena. Welche Lena? Diese hier.

    Die sich dem System der Massenmedien angleichende Politik und ihre symbolpolitischen Auswüchse sind in keinster Weise mehr konstruktiv, geschweige denn repräsentativ, noch demokratischer Natur!
    Es sind den Zwang des massenmedialen Erfolgs sichernde Inszenierungen, die der Leistungsbeziehung zum Verbreitungsmedium entspringen.
    Von diesen Leistungsbeziehungen befreit, könnte eine Redemokratisierung sowie Repolitisierung von Politik einsetzen.
    Wer fängt damit an?

  9. Henry sagt:

    Lena kann man schon aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht wählen, da man 40 Jahre alt sein muss, um zum Bundespräsidenten gewählt zu werden. Bei einer Sondersendung zum Eurovision Song Contest hat ein Moderator Stefan Raab schon zum «König von Deutschland» erklärt. Raab ist 43, da ginge also was.

    Spaß beiseite, den Vorschlag Margot Käßmann finde ich sympathisch. Der niedersächsische SPD-Vorsitzende hat diesen Vorschlag wohl nun auch aufgegriffen. Käßmann gehört (nach meinem Wissen) keiner Partei an und ist in der Bevölkerung äußerst beliebt. Aber ob sie selbst dazu überhaupt Lust hätte?

  10. Chat Atkins sagt:

    Der Rüttgers muss doch auch noch entsorgt werden … und Interesse hat er bekanntlich ebenfalls. Also — ich tippe auf irgendeinen der schwatzgelben Problembären. Sogar der Pofalla wäre höchst repräsentativ für die derzeitige Regierung.

  11. Grainger sagt:

    Ich kann mir durchaus eine Bundespräsidentin vorstellen (zumindest in dieser Hinsicht bin ich vorurteilsfrei 😉 ), aber eine Frau Käßmann dann doch wieder nicht.

    Das liegt weniger an ihrer Person und schon gar nicht an ihrem Geschlecht, mir sind religiöse bzw. kirchliche Würdenträger (auch ehemalige) ganz allgemein zutiefst suspekt.

  12. olhe sagt:

    >mir sind religiöse bzw. kirchliche Würdenträger (auch ehemalige) ganz allgemein zutiefst suspekt.

    Mehr muß man dazu glaube ich auch nicht bemerken :-)

  13. y2ratedr sagt:

    Schwarz-gelber Wunschtraum is nich. Die BV-Mehrheit von Schwarzgelb ist futsch soweit ich weiß.

  14. Chris sagt:

    Die schwarz-gelbe Mehrheit ist mehr als gegeben. Würde sogar für den ersten Wahlgang reichen…

  15. olhe sagt:

    Ich würde Westerwelle nehmen, der kommt so atemlos rüber, daß gewiss allen Bürgern stante pede der Atem stockt 😀

  16. Jürgen sagt:

    Guildo Horn ginge auch, er ist jetzt 47.

  17. Chris sagt:

    Jahaaa, vor allen Dingen bleibt dann der Name gleich. Würde den Leuten gar nicht auffallen… 😀

  18. Carlos sagt:

    Um mal einen (natürlich komplett unrealistischen) Vorschlag zu machen: ich würde einfach den Jens Börnsen, der jetzt die Geschäfte dort führen soll, die nächsten 5 Jahre als Bundespräsident bestätigen. Ich weiß jetzt nicht wirklich viel über ihn, aber angesichts dessen, was uns in den nächsten Tagen so an Namen aus der Politik «präsentiert» werden wird (und bei jedem Namen, den ich neu höre, graut mir ein stückchen mehr), wäre Börnsen wohl der mit dem geringsten Fremdschäm-Potential.

  19. Jürgen sagt:

    Jetzt, wo Du es sagst … :-)

  20. Timo sagt:

    Okay ich habe einen anderen Vorschlag, der auch verfassungsrechtlichen Einwänden genügt:

    Rolando Koch

    So schnell wie PolitikerInnen heutzutage ihre Ämter/ Positionen oder auch Seiten (Wirtschaft Politik) wechseln, könnte der doch glatt wieder politisch aktiv werden und uns allen eine Freude machen?!

    Naja die Käßmann würde in die individualisierte, die fragmentierte, ja die Risikogesellschaft doch zumindest ein stückweit mehr Nächstenliebe proklamieren, was in der jetztigen weltweiten Situation sicher keine schlechte Idee wäre. Oder?

  21. Tom sagt:

    Egal wie gut sie als Bundespräsidentin auch wäre, ihr würde immer ihre Verbindung zur Kirche vorgeworfen werden. Glücklich würde sie dort wohl nicht werden.
    Aber unter den momentan zu hörenden Namen wäre sie eindeutig mein Favorit. Und ich bin nicht mal evangelisch. 😉

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