Die Menschen im Bus

S-BahnIch steige morgens um 06:54h hier Am Stadtrand in den Bus, Linie 271. Der Bus bringt mich zur S-Bahnstation Friedrichsberg, wo es erstmal einen heiße Tasse Schokolade gibt. Mann will ja wach werden. Dabei fällt mir auf — danach würde ich immer gerne eine Stunde schlafen. Und dann ins Bett. Vielleicht sollte ich die Taktik einmal überdenken. Je nachdem, wann ich bei den Gleisen ankomme, bringt mich dann die S1 zur Königstraße in Altona oder gleich die S11 zum Bahnhof Altona. Die Menschen im Bus faszinieren mich jeden Morgen aufs Neue. Man kennt sich schon, man weiß, wer wo dazu steigt. Und wenn mal wer fehlt, dann macht man sich schon Gedanken — ist die Person krank, hat sie Urlaub oder einfach nur den Bus verpasst? Die junge Dame mit ihrer kleinen Tochter, die jeden Tag wie eine kleine Lady angezogen ist. Alleinerziehend? Verheiratet? Egal — wenn die kleine sich in den Arm der Mutter lehnt, scheint für die beiden die Zeit stehen zu bleiben. Eine Quelle der Ruhe um 07.10h in der Früh im Bus der Linie 271. Oder der junge Herr, der eine Haltestelle vor der S-Bahnstation Friedrichsberg in den Bus steigt, dort sicherlich gewartet hat, um dann an der S-Bahnstation Friedrichsberg aus dem Bus zu stürmen, über die Straße zu rennen, um dann an den Gleisen zwei Minuten zu warten. Jeden Morgen. Die Menschen im Bus sind jeden Morgen, wenn auch fast immer das gleiche passiert, immer wieder faszinierend. Ich beobachte sie für mein Leben gern. Sie begleiten mich, in meinem Leben — und machen eine triste Busfahrt spannender. Die Menschen im Bus sind am Morgen meine ersten Arbeitskollegen, die ich treffe. Gerne würde ich mal mit ihnen reden, lachen, ein Gespräch führen — doch würde dann nicht der Zauber verloren gehen?

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8 Antworten zu “Die Menschen im Bus”

  1. der shorty sagt:

    Die morgendlichen Routine in der Stadt — allerdings, immer wieder faszinierend. Welch unbeteiligten Eindruck die Menschen machen — als ob man garnicht miteinander zusammen auf diesem Planeten lebt, sondern nur nebeneinander.

    In München gibts es jeden morgen das gleiche Spiel, die S-Bahn fährt ein, alle Leute stürmen raus um noch die nächste U-Bahn zu erreichen, der Bahnsteig ist überfüllt, aber trotzdem versuchen die Menschen immer noch den direkten Anschlusszug zu erreichen, anstatt ne Minute zu warten — dann fährt nämlich die nächste U-Bahn ein — die ist leer 😀

  2. Yuggoth sagt:

    in Hannover auch,jedoch sind die Leute hier tendenziell eher unsympathisch^^

  3. -.ZacK.- sagt:

    Reelle Poesie.

    Nicht mehr, nicht weniger.

    Danke dafür.

  4. BlackVivi sagt:

    Und ich dachte ich wäre der einzige Mensch, der das macht… Danke.

  5. Grainger sagt:

    Da ich ein extremer Morgenmuffel bin ist es vielleicht besser, das ich die paar Kilometer bis zur Arbeit alleine in meinem Auto verbringe. 😉

  6. Chris sagt:

    Ach Du bist der, der da morgens vorne links immer vor sich hinmuffelt… 😀

  7. rtauchnitz sagt:

    Hmm… 271? Ich nehme ja immer den 171. Hab schon immer geguckt, welcher du denn sein könntest. Aber wenn wir in unterschiedlichen Bussen sitzen, kann das ja nicht klappen. 😉 Ist auch son bisschen vor meiner Zeit.
    Vielleicht steige ich dann demnächst einfach mal um — und ein klein wenig früher auf. ^^

  8. Steven sagt:

    Ich steige aus meinem Bett und falle auf meinen Arbeitsplatz. Das ist manchmal grausam, erspart mir aber oft Spritkosten und den Umgang der Mitmenschen mit mir als Morgenmonster.
    @Zack. Kann ich mich nur anschließen. Poesie. Ein begeisternd schönes kleines Werk über unwichtiges im Leben, welches so wichtig ist.

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