Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei

Logo PiratenparteiGestern wurde der Phoenix-Zuschauer Zeuge eines beeindruckenden Schauspiels. Der Vorsitzende der Piratenpartei, Dirk Hillbrecht, war in der Talkshow Unter den Linden zu Gast. Geplant war eine Diskussion mit Rupert Scholz (CDU) ehemaliger Justizsenator von Berlin und Bundesverteidigungsminister. Moderiert wird die Talkshow von Christoph Minhoff. Thema der Sendung: Unter Piraten — Wem gehört das geistige Eigentum? Es war also ein Thema, bei dem die Piratenpartei in Person ihres Vorsitzenden hätte punkten können — es hätte mehr oder weniger ein Heimspiel werden können. Dirk Hillbrecht scheiterte jedoch auf ganzer Linie, was auf zwei wesentliche Punkte zurückzuführen ist.

1. Er war seinen Diskussionspartnern rhetorisch auf ganzer Ebene unterlegen. Selbst bei dieser Themenauswahl, dem Urheberrecht, Zensursula, Patentrecht, das Internet allgemein, die Themen also, die von der Piratenpartei offensiv vertreten werden, wirkte er inkompetent, zerfahren — er konnte nicht bei einem Thema schlüssig erklären, warum geltende gesetzliche Regelungen oder das gerade beschlossene Zensurgesetz überdacht und dem Zeitalter des Internets angepasst werden müssen. Es hatte den Anschein, als rede hier ein Freak, der sich nicht mit den Realitäten im realen Leben auskennt. Es war aber nicht nur eine Frage der Rhetorik — Dirk Hillbrecht war schlicht und ergreifend überhaupt nicht auf die Sendung vorbereitet. Es hatte den Anschein, als würde er die Argumente der Piratenpartei nicht einmal kennen — zumindest konnte er die Schlagwörter der Partei nicht inhaltlich untermauern.

2. Selbst wenn Dirk Hillbrecht diese Unzulänglichkeiten nicht gezeigt hätte, wäre es trotzdem ein schwerer Gang gewesen. Die gesamte Sendung war eine Schande für den deutschen Journalismus. Der Moderator Christoph Minhoff trat als Richter auf, während der zweite Gast, Rupert Scholz, die Rolle des Staatsanwaltes zugesprochen bekam. Dieser nahm den Ball natürlich hocherfreut auf. Ich glaube weniger an die Unkenntnis des Moderators, wie es viele Kommentatoren auf Twitter getan haben, mehr denke ich, dass es eine geplante Zuschaustellung der Piratenpartei und deren Vorsitzenden war. Minhoff kommt aus dem medialen Dunstkreis, welchem man durchaus der CSU zurechnen kann — dementsprechend hat er sich verhalten. Teilweise hatte die Diskussion absurde Züge, man fühlte sich an Richterin Barbara Salesch erinnert. Mit Dirk Hillbrecht wurde nicht diskutiert, er wurde vorgeführt. Das beste Beispiel war der Hinweis auf den neuen Piraten Jörg Tauss, wie süffisant hier Minhoff nachgefragt hat. Es war nicht nur ein Angriff auf die Piratenpartei, sondern schon in der Art und Weise wie das Thema angesprochen wurde, eine Vorverurteilung Tauss’. Die Unschuldsvermutung scheint für Jörg Tauss nicht mehr zu gelten. Man kann sich nur wundern, wer und was sich in Deutschland alles seriöser Journalist (des öffentlich-rechtlichen Fernsehens) nennen darf. Diese Sendung war eine schwarze Stunde in der Geschichte von Phoenix. Christoph Minhoff hat nicht moderiert, er hat angeklagt. Er war nicht neutral, er spielte mit dem zweiten Gast Doppelpass. Er hat die mediale Hinrichtung eines seiner Studiogäste zelebriert. Und es hat ihm offensichtlich große Freude bereitet.

Wenn man es denn positiv sehen will, dann kann man aus der Sendung die Erkenntnis mitnehmen, dass die etablierten Kräfte große Angst vor der Piratenpartei haben — wenn schon solche Geschütze aufgefahren werden. Jedoch muss bei der Piratenpartei aus dieser Erfahrung heraus auch gelernt werden. Der Vorsitzende scheint völlig unfähig, die Partei und deren Ziele adäquat zu vertreten. Ein Rhetorik-Seminar wird da nicht helfen. Es muss also ein Profi her, der das Spiel auf der medialen und politischen Bühne perfekt beherrscht — und so den etablierten Parteien und den bornierten Journalisten etwas entgegenzusetzen hat. Dass diese Person nicht Jörg Tauss sein kann, wurde am Abend auch mehr als deutlich. Die Medien haben ihr Urteil bereits gefällt — auch wenn es gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien verstößt. Somit würde also jegliche Diskussion mit Jörg Tauss immer auf die eine Frage hinauslaufen, warum und wieso die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen ihn ermittelt.

Jürgen Fenn schreibt nebenan, dass es wahrscheinlich nötig war, einmal auf diese Art und Weise vorgeführt zu werden — sozusagen im kleinen Kreis auf Phoenix, wo man noch vergleichsweise entre nous ist. So schmerzhaft es war, dem kann man nur zustimmen. Die Piratenpartei muss nun dringend dafür sorgen, dass ein Mann (oder eine Frau) für die Öffentlichkeitsarbeit gefunden wird. Ferner wird sie die Frage beantworten müssen, ob sie vom passenden Vorsitzenden angeführt wird. Im Gegensatz zu den etablierten Parteien wird sie das aber offen und transparent in den nächsten Wochen tun. Das Internet, in welchem sich pädokriminell-anarchistische und Killerspiel-spielende Raubkopier-Jugendliche1 tummeln, wird es als erstes erfahren. Als Schlusssatz kann und muss das Fazit von Jürgen stehen: Denn wer mitregieren will, muss auch mitreden können. Und das ist hier nicht einmal auf dem ureigenen Terrain gelungen. #fail

Nachtrag: Dirk Hillbrecht mit einer eigenen Einschätzung.

  1. Und wer mir jetzt sagen kann, ob das mit der Groß– und Kleinschreibung und überhaupt alles richtig geschrieben ist, gewinnt ein Eis. 😀 []

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77 Antworten zu “Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei”

  1. M. Ensch sagt:

    Ich sags mit einem meiner Kommentatoren:

    AMEN! :-)

  2. serge sagt:

    Das war leider abzusehen, wenn man Minhoffs Sendungen kennt.

  3. Asca sagt:

    So recht du auch hast mit dem #fail… was wäre gewesen wenn es ein voller Erfolg gewesen wäre und Hillbrecht mit sonorer Stimme und gewaltigen Argumenten dieses Kriegsschiff Scholz gekapert hätte?
    Imho waren die Mehrzahl der Zuschauer eh PP-Sympathisanten oder solche, die die PP nicht als Kuriosität, sondern als Neuheit betrachten. Ist nur so ein Gefühl. Und zudem werden die restlichen Phoenix-Zuschauer wohl auch nicht so dämlich sein, dass sie eine wiederwärtige Demontage bzw Verbrüderung von Scholz und diesem… «Moderator» nicht erkennen könnten. Was ich so lese ist es eher Bedauern drüber, dass da keine Chance genutzt wurde, und kein «sich lächerlich machen», wie es bei vielen anderen Gelegenheiten und Parteien stattgefunden hätte. Und das is doch positiv, oder?
    Ich hoff die PP nimmt jetzt ‘ne andere Chance wahr, nämlich die, daraus zu lernen. Und da haben sie mit Tauss, so ironisch das jetzt für den Rechtsstaatuntergraber klingen mag, genau die richtige Person, die Erfahrungen mit ungerechtfertigten (?) öffentlichen Demontagen hat.
    Ich halt das ganze also auch für nötig und in gewissem Maße posi.. naja, nennen wir es «lehrreich». Ausserdem: Du glaubst garnicht, was Rhetorik-Kurse so alles bringen können. Ich würde die Möglichkeit zumindest nicht sofort verwerfen. 😉

  4. Marcus sagt:

    Größtenteils Zustimmung, nicht aber in der Passage der aufgefahrenen «großen Geschütze». Auch den Tenor der «Hinrichtung» kann ich nicht teilen.
    Weder Minhoff noch Scholz mussten sich da große Mühe geben. Das waren keine Geschütze, das waren Erbsenpistolen. Absolut harmlos im Vergleich zu dem, was einem sonst so als unbdarfter Gast in einer Talkshow passieren kann. Deren sichtliche Genugtuung, dass das reicht, ist bezeichnend für Hillbrechts «Leistung».

    Bestenfalls kurios, wie sich Einige das im Piratenforum auch noch schönreden können mit Sätzen wie «Ach der Dirk war aber schon symphatisch». Das hilft der Partei in den Medien nämlich gar nichts.

    Nein, ich hätte es im Leben nicht besser gekonnt. Ich wäre aber auch niemals nicht in so eine Sendung gegangen, eben weil ich das weiss.

    Die Piraten brauchen dringend PR-gestählte Sprecher und Rhetorikkurse für jeden, der Gefahr läuft mal vor die Kamera zu müssen. Auch, damit man in der Aufregung nicht die ganzen existierenden (und guten!) Argumente vergisst.

    Verbuchen wir es unter «wichtiges Lehrgeld». 😉

  5. Ich hatte vordem noch keine Minhoff-Sendung gesehen, muss aber sagen, dass sich eine solche Verhaltensweise für den Programmchef eines Senders für mehr als unangemessen.

    Meine Meinung dazu:

    Propaganda

    Ich denke nicht, dass die öffentlich-rechtlichen sich so einen Typen leisten können — sind sie mir doch gerade erst sympathisch geworden… naja… kann man halt gar kein TV mehr schauen. *würg*

  6. Hallo Chris

    Also den ersten Absatz kann ich nicht ganz so unterstreichen!

    Ich weiss nicht, ob Du schon mal eine solche TV-Diskussions-Sendung mitgemacht hast. Ich saß öfter in der Produktion einer «Heissen Stuhl-Sendung» 😉 Wer darauf als Gast nicht vorbereitet ist und nicht weiss, dass Moderatoren auch ganz gerne die Gäste schadenfroh glatt bügeln, wird erst einmal total verunsichert.

    Zu Punkt 2 kann ich nur zustimmen! So eine 2:1-Sendung hätte ich bei einem großen Privat-Sender erwartet und diesem Niveau zugeordnet, nicht aber bei PHOENIX!
    Der Moderator hat die Unparteilichkeit im Interesse des Zuschauers zu wahren. Christoph Minhoff fand ich dort völlig deplatziert und ich frage mich, bezüglich Deines Einwandes, wer schlechter auf die Sendung vorbereitet war: Der Chef der PP oder der Moderator? LOL

    Es ist nunmal eine sehr junge und keine «von-Null-auf-100″-Partei, die von ihrem eigenen Erfolg offenbar selbst überrascht wurde. Hier sind Bürger versammelt, die um ihre demokratischen Rechte kämpfen, keine Medien-Profis, keine etablierten Politiker. Das darf bei all der berechtigten Kritik nicht vergessen werden. Und jeder muss die Chance bekommen, sich entwickeln zu dürfen, an seiner Aufgabe zu wachsen :-) Gestehen wir das doch erstmal auch Herrn Hillbrecht zu…
    Nice night, L-D 😉

  7. corax sagt:

    Der Vorsitzende scheint völlig unfähig, die Partei und deren Ziele adäquat zu vertreten. Ein Rhetorik-Seminar wird da nicht helfen. Es muss also ein Profi her, der das Spiel auf der medialen und politischen Bühne perfekt beherrscht — und so den etablierten Parteien und den bornierten Journalisten etwas entgegenzusetzen hat.

    Ich hab ihn das erste mal live gesehen, und kann nur zustimmen, dass das *hust* suboptimal war. Hab Ihn aber schon öfters gelesen, und wenn er da keinen «Ghostwriter» hatte kam er da schon vernünftig rüber.
    Unter dieser Prämisse teile ich die Einschätzung «völlig unfähig» nicht.
    Allerdings muss das nächste Interview um längen besser werden, bzw es muss erstmal jemand her der die Ziele der Piratenpartei wesentlich eloquenter in den Medien vermittelt.
    Wobei es auf Dauer natürlich auch nicht sein kann, dass die Partei einen Vorsitzenden hat, der vor einer Kamera oder stressenden Moderatoren/Gegnern so ins Hintertreffen gerät.

    Die Generalprobe wurde verkackt, das ist zweifelsfrei so, ohne wenn und aber.

    Von daher kann ich dem letzten Absatz ebenfalls nur vollkommen zustimmen.

  8. LTB sagt:

    Ja, die Piraten brauchen jemanden für die Medien. Jedoch sollte hier nicht der selbe Fehler wie bei der Linkspartei gemacht werden: Auch wenn Herr Lafontain sehr Charismatisch ist, vertritt er meist seine Meinung und nicht die der Partei.

    Basisdemokratie hatte sich die WASG mal auf die Fahne geschrieben und sie mit der Fusion verloren. Hoffen wir mal, dass die Piraten an der Basis bleiben…

  9. Paul sagt:

    Gibt es noch die Möglichkeit sich die Sendung im nachhinein anzuschauen?

  10. Chris sagt:

    Morgen 09.15h Wiederholung soweit ich weiß. Danach sicherlich in der Mediathek.

  11. mike sagt:

    Er hat schlichtweg versucht Diskussion in einem Disput zu führen. Politischer noob. Möge es ihm eine Lehre sein.

    Aber: Möge es den Etablierten ein Lehre sein.

  12. […] auf fixmbr.de getitelt war es tatsächlich eine “mediale […]

  13. […] Die „Piraten“ wurden vorgeführt CaeVye’s Blog: Talk like a Pirate – NOT F!XMBR: Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei Martins Blog: PP-Vorsitzender auf Phoenix Die Memoiren des Josh K. Phisher: Piratenpartei bei […]

  14. Ich habe aus der Sendung vor allem 2 Sachen mitgenmommen:
    1) Dirk Hilbrecht kann in einem Kreuzverhör nicht gut argumentieren
    2) Von 3 Leuten am Tisch hatte nur einer den Anstand seine Gegner ausreden zu lassen. Ich glaube mir wäre spätestens nach 15–20 minuten der Kragen geplatzt und ich hätte die beiden gefragt ob sie eigentlich irgendeine Art der Erziehung genossen haben.

  15. […] Wagner Leave a Kommentar Kategorien: Allgemein, Piraten, Politik und Zensur Ja, es war eine mediale Hinrichtung der Piratenpartei die auf gerade zu auf dreist auffällige Art ein abgekartetes Spiel […]

  16. Mati sagt:

    Den zweiten Absatz kann man nur so unterstreichen. Dass war echt ein unfaires Spiel was da gelaufen ist. Jedoch halte ich die Diskussion nicht für so extrem schiefgelaufen, wie sie hier dargestellt wird. Meine Meinung diesbezüglich habe ich im entsprechenden Thread im Piratenpartei-Forum dargelegt:

    Forum Piratenpartei

  17. Thaniell sagt:

    > Er hat schlichtweg versucht Diskussion in einem Disput zu führen.

    Das würde ich generell als Pluspunkt werten. Denn bei den meisten Politikern hör ich nach 3 Sätzen weg, weil sie nur überzogenen Stuss reden um ihre Position gut aussehen zu lassen. Die Piraten wollen dies offenbar gerade nicht, was ich generell gut finde. Dennoch lässt sich das besser in Rhetorik packen und bessere Konter müssen auf jeden Fall her — keine Frage.

    Den Moderator möchte ich eigtl. auch nicht verteufeln — mag aber auch daran liegen dass ich gar nichts anderes erwartet habe. Für mich waren seine, vielleicht gezielt gestellten ‘dummen’ Fragen eigentlich Glanzvorlagen, um aggressiv gegen ihn und den CDUler vorzugehen. Er nannte die verbreiteten Klischees gegenüber den Piraten, da kann man dann doch in die Vollen hauen und beide dumm aussehen lassen. 😀
    Ebenso die Frage zu Tauss, sowas war einfach zu erwarten, es war das Ereignis mit dem die Piraten kürzlich politisch auf sich aufmerksam gemacht haben (weil die Zensurdebatte von den TV-Medien ja völlig ignoriert wurde), da musste eine Frage kommen — freilich war die Art schon recht geschickt.

    Nun ich hab gut reden, ich wurde ja noch nicht interviewt.^^

  18. Adi Markl sagt:

    erstmal vorausschick: bin sowas wie routinierte «Rampensau», aber gewisses Lampenfieber stellt sich dennoch immer wieder ein …

    Deshalb: Laßt diesen (oder ‘n anderen) lieben Menschen halt mal da reinwachsen, jeder muß diese Erfahrungen machen, egal wer!

    Von daher gesehen hat Dirk die ganze Sache *nicht* schlecht gemacht, OK, verbesserungswürdig, aber für’s erste Mal *passabel*, zumal (!) in einer (unvermuteten) Rolle einer gegen zwei!

    my 2 cts

    Servus, Adi

  19. Flori sagt:

    Ganz ehrlich: Ich hab schon in meiner mündlichen Abiprüfung die «Abfrage» nach dem Vortrag mehr schlecht als recht hinbekommen. Ich hab die Sendung gestern zwar nicht gesehen, habe mir so etwas aber schon gedacht — und ich hätte es garantiert auch nicht besser geschafft.

    Aber: Wenn die Piratenpartei in der Öffentlichkeit ernsthaft wahrgenommen werden möchte, darf so etwas nicht zu oft passieren. Solange die Piraten nicht so richtig wahrgenommen wurden, war Hilbrecht vielleicht ein guter Vorsitzender, genau passend für eine kleine Partei. Ich kenne ihn überhaupt nicht, aber der Mann hat sicher Qualitäten! Und dass er sich hier engagiert ist sehr lobenswert.

    Jetzt ist aber das Problem: Interviews müssen gegeben werden. Und der Piratenpartei wird es da so ergehen wie den Linken. Man darf hier nicht darauf bauen, von den Medien «fair» behandelt zu werden. Man muss davon ausgehen, von allen Ecken und Enden gemobbt zu werden.

    Und dafür ist, nach dem was ich bisher gelesen habe, Herr Hillbrecht wohl weniger geeignet. Nichts für ungut, das können wohl nur einige wenige Experten gut — aber so jemanden braucht die Piratenpartei jetzt. Problem: Er sollte neben tolle Sprüche klopfen natürlich auch noch sonst was auf dem Kasten haben.

    Als Kandidat für den nächsten Bundesvorsitzenden ist doch auch Andreas Popp aufgestellt, oder? Der hat doch mal beim Spiegel ein ganz vernünftiges Interview gegeben… Wobei das möglicherweise per Mail war, da ist es ja einfach. 😉

  20. […] von fünf Teilen: Dirk Hillbrecht hat die Sendung auch in seinem eigenen Blog kommentiert. Das F!xmbr Blog und auch etliche auf der Aktiven ML der Piratenpartei kritisieren Hillbrecht allerdings ziemlich […]

  21. Anonymous sagt:

    «Es hatte den Anschein, als rede hier ein Freak…«
    An diesem Image-Problem muss noch deutlich gefeilt werden. Aber so Angaben auf Hillbrechts Webseite (hillbrecht.de) wie:
    «Hobbys: Computer, Rad fahren und Nahverkehr.» sind dem nicht gerade zuträglich.
    Der Mann ist Mathematiker und in vielen beachtenswerten Positionen, da sollte er sich besser präsentieren auch wenn die Privatinteressen der Mitglieder eigentlich nicht mit der Fähigkeit als Politiker in Zusammenhang stehen.
    Die Piraten müssen weg vom Freak– und «Raubkopierer»-Image ohne dabei zu vergessen, dass sie sich auf diesem Gebiet dennoch am besten auskennen.

  22. king balance sagt:

    Habe es auch gesehen und war nicht gerade begeistert. Verbuchen wir es unter “Lehrgeld muss jeder zahlen”, man denke an die Anfänge der Grünen.

    Mal kurz zur Aussage der Kanzlerin zum Iran und die großen Töne zur Demokratie und usw… Der Iran kontrolliert das Internet mit Hilfe von Nokia und Siemens — so ist Politik halt!!!

  23. Bastian sagt:

    Da sieht man mal wieder was passiert, wenn man als unbedarfter Bürger mit Zielen und Idealen unter Politiker gerät :)

    Im Ernst: Er hat viele schöne Matchbälle ausgelassen (die angeblich anonymen Server, das sich der Moderator bei Taus nicht traute KiPo auszusprechen usw.) aber imho kam er deutlich natürlicher herüber was ihn glaubwürdiger machte.

  24. ralf sagt:

    Sehen wir die «Hinrichtung» mal zu mindestens 50% als «Suicid», kommen wir der Realität näher.
    Der Pirat ist wohl äußerst naiv und ohne Kenntnis der Gepflogenheiten gewesen.
    Vielleicht hat er gedacht, er würde mit Samthandschuhen behandelt wie Ängelchen Merkel oder das Zott-Signet fws. Das muß er sich erst noch erarbeiten.

    Ich schaue nun mal in die Wiederholung, die gerade auf Phönix läuft!

  25. Jan sagt:

    Das da ein paar Profis sitzen, die den Hillbrecht auseinandernehmen war mir von Anfang an klar.

    Im grossen und ganzen fand ich seine Argumentation aber ganz gut, auch wenn er stellenweise etwas unsicher war.

    Was ich allerdings vermisst habe, waren mehr praktische Beispiele im Bezug auf das löschen von Inhalten. Kompliziertes Staatenrecht hin oder her, meiner Erfahrung nach arbeitet da jeder ISP mit wenn man irgendeinen «Verstoß» auf deren Hardware entdeckt.

    Das beste daran ist dann noch, dass man bei Urheberrechtsverletzungen immer ganz schnell mit dem löschen von Inhalten, Hausdurchsuchungen etc ist. Warum das bei KiPo dann nicht mehr gehen soll, oder schwerer sein soll, geht nicht in meinen Kopf, erst recht nicht die «Moral» dahinter.

    Beispiel: Ein guter Freund von mir vertreibt Fahrzeugdiagnosesysteme, und die haben öfters das Problem das deren komplette Hardware gefälscht und/oder die Software gecrackt wird, und das auf einem sehr professionellen Niveau. Deswegen schreibe ich für ihn dann öfters mal Provider im In– und Ausland an, um diese Inhalte zu entfernen. Und wisst ihr was, ich habe mittlerweile schon an Provider auf fast jedem Kontinent geschrieben, und *alle* haben die betreffenden Inhalte innerhalb von 24 Stunden gelöscht oder abgeschaltet.

    Warum das bei KiPo nicht gehen soll, geht absolut nicht in meinen Kopf… «Kompliziertes Staatenrecht» hin oder her, im Endeffekt wird sich jeder ISP überlegen ob er möglicherweise rechtliche Probleme bekommt oder die Inhalte einfach entfernt.

    Gruß, Jan

  26. Jochen Hoff sagt:

    Chris, deine Forderung nach einem Profi ist verständlich. Aber genau diese worthülsenabsondernden Profis haben die Karre vor die Wand gefahren und werden jetzt von Leuten wie dem unsäglichen Christoph Minhoff und den anderen angeblichen Journalisten aus dem System verteidigt. Man kann in der Systempresse und den Systemmedien nicht auf Fairness hoffen. Die kennen nicht einmal mehr das Wort.

    Minhoff hat eine Ideologie zu verkaufen. Sonst nichts. Und dafür wird er mit den vom Gebührenzahler erpressten Gebühren noch gut bezahlt. Solange wir keine eigenen Medien haben, können wir auf diesem Feld nur verlieren. Egal wie gut unsere Leute sind.

  27. Sebastian sagt:

    > 2) Von 3 Leuten am Tisch hatte nur einer den Anstand seine Gegner ausreden zu lassen.

    Also fuer eine Politdebatte lief das ganze doch noch total zivilisiert ab. Habt ihr noch nie eine Fernsehdebatte mit den «Grossen» an einem Tisch gesehen? Das ist Krieg! 😉
    Wer sich hier so leicht unterbuttern laesst macht sich selbst zum Opfer und hat es dann auch nichts besseres verdient als staendig unterbrochen zu werden.

    Hier muss naechstes mal personell echt jemand leidenschaftlicheres hingeschickt werden. Nachdem ich jetzt eine Nacht drueber geschlafen habe, glaube ich nich dass da Uebung noch hilft. Dirk fehlt es da — scheint mir einfach — an der Leidenschaft fuers Debattieren und Diskutieren.

  28. Simon sagt:

    Paul: Wiederholung, oder auf thepiratebay. :-)

  29. Steppenwolf sagt:

    Tja, der Pirat ging tatsächlich grandios baden…

    Na, egal — es war der erste Versuch. Die Piraten sind halt auch größtenteils ziemliche Nerds und bewegen sich zwar im Internet wie ein Fisch im Wasser, aber eher nicht im normalen Leben und schon gar nicht in Talkshows.

    Man sieht daran aber die kulturelle Spaltung zwischen der alten TV-Welt und der neuen Webwelt. Hätte die Diskussion in einem Chat stattgefunden, wäre Ruppert Scholz wohl «zerlegt» worden…

  30. Anonymous sagt:

    Die getroffenen Grundannahme die Öffentlich rechtlichen währe Neutral ist schon falsch darum kann man dort nur geschlachtet werden…
    Sie dienen der Herrschenden Klasse und sind ein Teil davon ich meine das nicht als vorwurf es ist halt System immanent wenn ihr euch damit einlasst habt ihr schon verloren.

    Ihr müst mitspielen wenn zb die Frage nach einem Rechtsfreien Raum gestellt wird einfach sagen genau das wollen wir und dann Definieren garnicht erst dementieren… oder Gegenfrage was ist denn ein Rechtsfreier Raum und das gegenüber Definieren lassen..

    Es geht um Begriffe die in den Raum geworfen werden die erst mit Inhalt gefüllt werden müssen und zwar von Zuschauer und wenn man das gegenüber Definieren läst muss er sich Festlegen und der Begriff ist nicht mehr leer… und der Zuschauer kann entscheiden.

    Doof stellen aber nicht doof sein ist das Geheimniss

    Thomas Bernhard

    Hier das ganze Philosophisch betrachtet :)

  31. Kiki sagt:

    Ich habe die Sendung leider nicht gesehen, aber muss schon lachen, wenn hier von «Generalprobe» oder «entre nous» gesprochen wird. In Zeiten des Internets gibt es so etwas nicht mehr, das wissen wir doch. Sobald es einmal veröffentlicht wurde, ist es ewig abrufbar — digital is forever.

  32. Gerade läuft die Wiederholung, ich habe nur kurz reingeschaut. Es war wirklich eine harte Mission. Gegen ein Schwergewicht wie Scholz kommt man kaum an. Nur: Man kann sich gezielter auf seine Diskussionsgegner vorbereiten. Einem Ex-Justizsenator kann man sicher leichter auf staatsrechtlicher Ebene entgegentreten, als wenn man sich in die missliche Lage bringt, plötzlich Egoshooter inhaltlich verteidigen zu müssen.

    Wie auch immer: Ich ertappe mich selbst wieder einmal dabei, dass ich Politiker will, die 100% Kompetenz und Engagement ausstrahlen. Auch, wenn ich es eigentlich besser wissen und auf Inhalte schauen sollte. Und auch mal einen Fehler menschlich finden sollte. Seipenbuschs Auftritt bei der Zensursula-Demo am vergangenen Samstag ereilte das gleiche Schicksal. Er war hochsympathisch, verzettelte sich ein bisschen und erntete bei den Anwesenden den Lacher des Tages mit «Papier ist nicht mein Medium». Gegen einen Ströbele, der einen spontanen Redebeitrag mit Klarheit und dramaturgisch perfektem Pathos abliefert, kommt er nicht an. Ganz egal, was inhaltlich in den Beiträgen steckt.

  33. […] Und FX!MBR bringt es auf den Punkt: Christoph Minhoff hat nicht moderiert, er hat angeklagt. Er war nicht neutral, er spielte mit dem zweiten Gast Doppelpass. Er hat die mediale Hinrichtung eines seiner Studiogäste zelebriert. Und es hat ihm offensichtlich große Freude bereitet. […]

  34. Piraten auf Phoenix — Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel…

    Dirk Hillbrecht, Vorsitzender der Piratenpartei, war gestern Abend ‘Unter den Linden’, einer Talkshow auf Phoenix unterwegs. Weiterer Gast war Rupert Scholz. Meiner Meinung nach eine vollkommen normale Diskussionsrunde, fast schon langweilig. Trotzde…

  35. Stupid-White-Man sagt:

    Sorry werter Adi Markl.

    Aber wie ja in einigen Kommentaren und in dem, wiedermal brillianten, Beitrag von Chris hingewiesen…in solch eine Sendung MUSS ich vorbereitet und auf alle Widrigkeiten eingestellt gehen!

    Es war ja nicht zum aushalten, als der Mod (Zitat: «Twitter ist doch hauptsächlich zum Gerüchte verbreiten da…») aber auch der Scholz im Grunde eine Steilvorlage nach der anderen geliefert haben, die man «fixmbr.de_ak-zensur.de_mogis etc.»-gestählt, locker argumentativ in Grund und Boden hätte reden können. Scholz wies daraufhin, dass man ja nicht an die Provider rankäme um zu löschen (Mod-Zitat: «Sperren ist doch erstmal auch gut…»)…und wie hat der Piraten-Partei Chef darauf reagiert…garnicht!!

    Das war so dermassen erbärmlich, dass ich mich ernsthaft frage, ob der gute Mann sein Piraten-Schiff absichtlich medial versenken wollte, bevor überhaupt die Segel gesetzt wurden…

  36. Mediale Hinrichtung der Piratenpartei?…

    Im passenden Twitter Channel wurde man schon vorgewarnt.. schnell sprach man von medialer Hinrichtung.. das Gespräch auf Phoenix, Piratenpartei vs. CSU oder auch besser Generation Eisenbahn vs. Generation Postkutsche.. Nachdem ich mir die Sendung dann …

  37. Anonymous sagt:

    Egal wie der Auftritt auch bewertet wird. Aber eines ist offensichtlich. Die etablierten Parteien haben Angst. Die wissen ganz genau, daß sich etwas zusammenbraut. Zuerst wird man belacht, dann bekämpft und schlussendlich akzeptiert. Ich denke wir haben gerade Stufe 2 erreicht.

  38. Peter sagt:

    Wer in ein solches Interview geht, darf nicht damit rechnen von den Medien fair behandelt zu werden. Hillbrecht wurde ständig von seinen beiden!!! Gegnern unterbrochen. Oder es wurde zum passenden Zeitpunkt eine Filmeinspielung (#zensursula) vorgenommen.

    Noch ein Grund mehr die Piratenpartei zu wählen. Die öffentlich rechtlichen Medien in Deutschland sind schon lange nicht mehr unabhängig. Aber wahrscheinlich waren sie das auch noch nie.

  39. Kassandra sagt:

    Ja, es war eine Hinrichtung. Nein, der gutmütige Hillbrecht hatte keine Chance.

    Vor allem hat er keine Erfahrung in der direkten Auseinandersetzung mit überlegenen Gegnern. Dazu gehört vor allem die Fähigkeit, sich zu wehren und sich auch mal durchzusetzen. Die geht ihm bisher ab.

    Rhetorik-Kurse können zwar nicht schaden, aber das wird nicht reichen. Er wird auch in der Lage sein müssen, sich fundiert mit Begriffen wie ‘geistiges Eigentum’ auseinanderzusetzen. Dazu muß er sich auf fremdes, nämlich juristisches (wenn nicht sogar sozialphilosophisches) Terrain begeben. Leider kam bei diesem Thema gar nichts. Null. Niente. Noch nicht mal Wikipedia-Niveau. Herr Hillbrecht wird noch sehr viel lernen müssen.

    Viele Grüße!

  40. […] noch besser formuliert einschätze, da sie beide Elemente, an der die Sendung krankte, beschreibt, gibt’s bei F!XMBR. Trackback URL Veröffentlicht von Henning Gespeichert unter Gesellschaft & Politik, […]

  41. Morla sagt:

    Also, ihr lieben «Kindln», dass was ihr hier bietet, ist leider an Unbedarftheit nicht zu überbieten!
    Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber vielleicht fangt ihr jetzt endlich mal an, Euch mit der Realität zu beschäftigen. Es scheint tatsächlich bereits gelungen zu sein, das dieses neoliberale Bildungssystem lauter kleine Fuzzis hervorbringt, die nichts aber auch gar nichts von dem begreifen und reflektieren können, was um sie herum vorgeht.

    Wacht endlich auf und macht euch kundig, wie hier seit Jahrzehnten der Hase läuft. Gegen solche Schmierenideologen wie Midhoff und Scholz helfen auch keine Selbstdarstellungsseminare. Das System muss geknackt werden.

    Das geht aber nur mit viel Wissen über die Mechanismen. Und das Ganze erfordert eine Unmenge an Arbeit. Aslo nichts mit einfach mal kopieren.

    Entschuldigung, aber mich regt auf wie hier leichtfertig Möglichkeiten zur Veränderung aufs Spiel gesetzt werden. Na ja, vielleicht ist das auch ein Anfang — und jeder fängt halt klein an.

  42. PZK sagt:

    Ich weiß noch nichtmals wie Ihr solche Sendungen anschauen könnt und anschließend so ein Drama drauß baut. Keine der Unabhängigen «Öffentlich Rechtlichen»-Interviewsendungen geht fair mit dem Außenseiter um. Daraus wird jetzt gelernt und fertig. Ich glaube Viele vergessen, dass «wir» erst am Anfang stehen.

  43. Hübsch analysiert und gut geschrieben. Ich habe mich allerdings auf die rein sportliche Variante ohne Richter-, Staatsanwalt– und Hinrichtungsvergleiche verlegt und zur Sicherheit @lanu als Fazitnummerngirl bemüht :)

    Der Bundesvorsitzende der Piraten geht gegen den Justizgruftie der CDU KO. Ringrichter vom Bayernkurier

  44. hänschen klein sagt:

    Hier kann man die Sendung nun ansehen:

    UNTER DEN LINDEN

  45. Chat Atkins sagt:

    Die Piratenpartei sollte sich um Friedrich Küppersbusch bemühen. Mit dem käme solch Harakiri nicht mehr vor.

  46. truetigger sagt:

    Ich geb zu, nach 20min hielt ich es nicht mehr aus — ein Moderator als Ankläger ist dann doch zu peinlich, und das Unvermögen Hillbrechts, die Haltung der Piraten klar darzustellen, tat auch weh.

    Aber hinsichtlich Deiner Einschätzung von Hr. Tauss geb ich zu bedenken, dass hier die Piraten in meinen Augen einen schweren Fehler gemacht haben: Natürlich gilt für Tauss die Unschuldsvermutung, doch er hat ja zugegeben, dass er sich Kinderpornographie besorgte — und dies allein ist einfach schon ein Straftat-Bestand. Mit der gefeierten Aufnahme Tauss’ in den Kreis der Piraten ergibt sich einfach das falsche Bild, den Piraten wäre «Freiheit für KiPo» wichtig. Genau darum gehts aber eben nicht, dies ist jetzt aber in Diskussionen schwerer zu vermitteln.

    An alle, die die Diskussionsrunde komplett durchhielten: Respekt!

    PS: Seit gestern weiss ich, dass Phoenix auch bei uns in Österreich im Kabelnetz kommt. Für mich Exil-Deutschen gut, brauch ich nicht immer auf den Live-Stream hoffen :)

  47. Anonymous sagt:

    Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

  48. putakee sagt:

    Ihr habt schon recht, der Mann hätte besser autreten können.

    Ein wenig mehr Aggressivität, rethorische Gewandheit etc, aber vor allem PROVOKATIVER.
    Das ging schon mit seiner Kleidung los: Vieleicht hätte er echt einfach mal ein Zensursula T-Shirt tragen sollen,.…ja ich weis es gibt da wohl Kleidungsvorschriften.
    Jetzt vor der Wahl kann die PP nur mit intelligenten Provokationen weiterhin im Focus der Öffentlichkeit bleiben. Immer wieder in die Kerben schlagen, bis der letzte gepeielt hat dass es eine neue Patei gibt.
    Nichts desto trotz kam es schon einigermaßen rüber für was die PP steht. gestört hat mich vor allem das er sich so schulmännisch über eigene Themen belehren ließ. An diesen Stellen hätte seine Kotzerei ansetzen müssen

  49. PZK sagt:

    @truetigger: Natürlich gilt für Tauss die Unschuldsvermutung, doch er hat ja zugegeben, dass er sich Kinderpornographie besorgte — und dies allein ist einfach schon ein Straftat-Bestand.

    Die Situation ist aber effektiv die, dass man «dienstlich» KiPo besitzen darf. Natürlich entspricht dies nicht dem Wortlaut des Gesetzes, aber wenn eine Zensursula und Polizeivertreter KiPo halböffentlich vorführen und dienstlich «nutzen» dürfen, dann darf das imho auch der entsprechende Medien-Spezialist der SPD, dem keine unabhängige Instanz mehr beseite steht, denn dass BKA ist doch eher mittlerweile Lobby. Feststeht, dass er sich dumm und naiv verhalten hat, aber ob er schuldig im Sinne der Anklage ist, ist noch offen.

    Das eigentliche Problem dahinter ist doch eher, bei den Vorlksparteien gab es auch bereits «Verbrechen» zuletzt ist dabei eine Familienmutter durch einen Spitzenpolitiker umgekommen. Bei Medienunterstützung alles kein Problem. Aber beim Tauss und der Massenmeinung zählt soetwas wie die Unschuldsvermutung z.B. nicht, weil die Medien nicht mitspielen werden.
    Ich frage mich z.B. bei solchen Sendungen immer, warum springt da mal im Publikum nicht jemand auf und gibt seine Meinung zum Besten, wenn da 2 gegen 1 arbeiten?! Da kann noch so offensichtlich gelogen werden, und das Publikum klatscht am Ende noch.

  50. elnino545 sagt:

    OT zur Fußnote:
    Ich glaube «richtiger» wäre folgendes:
    «[…] pädokriminell anarchistische und Killerspiele spielende Raubkopierjugendliche […]»

    Ich hätte gerne einen Bananensplitt. Danke.

  51. mydarktime sagt:

    man sollte denke ich wie es hier auch schon in einigen kommentaren angeklungen ist immer im kopf behalten, das viele mitglieder auch in führenden funktionen bei der piratenpartei vielleicht noch nicht die erfahrung haben, wie es in den großen parteien wie der cdu/spd/… der fall ist. desweiteren ist die thematik ansich mit sicherheit viel zu komplex um sie in einem 45 minütigen gespräch mit hilfe eines diskurses darstellen zu können.

    es muss irgendwie der anschluss zu den «alten» parteien gefunden werden, was die selbstpräsentation außerhalb des internets anbelangt. es wird ein langer und harter weg, aber ich denke, dass er am ende erfolgreich sein wird!

  52. phoibos sagt:

    moin,

    ich frage mich schon länger, was tun? radikalisieren? sicherlich der falsche weg — es sei denn, es ginge gewaltfrei möglichst viel aufmerksamkeit zu erzeugen (besetzung des elbtunnels oder sowas). selbst aktiv werden? im politischen maßstab sinnfrei — ich habe keine zeit, mich hochzuschlafen, um wirklich mitreden zu können. mir bleibt letztlich nur die innere emigration — unterbrochen von ein paar plakativ ich-bin-dagegen-und-du-bist-kognitiv-insuffizient-aktionen.
    mich macht die politik, die umwelt, die sozialisation einfach nur noch krank. depressiv an sich bin ich eh schon, muss ich dies auch noch mit fakten katalysieren?
    ist demokratie überhaupt in einer globalisieren welt noch möglich? wäre eine dictatur (sic!) nicht besser geeignet, probleme zu lösen? weder noch — selbst wendehälse mit höchst integren absichten können ein senatus consultum ultimum verhunzen — zudem, wenn erst einmal dazu die tür geöffnet wurde, ist das wie ein dammbruch…
    im moment habe ich schlicht fertig — mit der welt. existieren tu ich natürlich weiterhin, jedoch werde ich versuchen, meine wahrnehmung auf den eigenen nabel zu richten. dieser omphalos ist weit entfernt von jeder narcistischer neigung, sondern eine versuch, durch egozentrik als ultima ratio das ego, die existenz zu retten.
    aber egal, unser zeitalter neigt sich dem ende zu und erstmals können wir sogar den planeten von unserer zivilisation erlösen. lasst es krachen, jungs!

    ciao
    phoibos

    ps: bevor mich wieder menschen als ewigen schwarzseher bezeichnen:
    ja, das glas ist halbvoll. voller gift für mich. (woody allen)
    ???????? ??? ??? […] ??
    ????? (Pl.Tht.182c4) — nur halt den bach runter 😉

  53. Coruin sagt:

    Jeder Zuschauer mit etwas Intelligenz wird gemerkt haben, dass der Moderator parteiisch war und dass es eindeutig eine Vorführung war. Man bedenke, dass es Dirks erster Auftritt war (soweit ich es mitbekommen habe), insofern sollte man sich vielleicht doch etwas zurückhalten. Nicht jeder ist gleich beim ersten Mal so souverän und gewinnt eine 2v1 Schlacht.

    Man sollte Dirk anrechnen, dass er ruhig geblieben ist, auch wenn er einige Fehler begangen hat. (z.B. Tauss — Ich hätte jeglichen Kommentar dazu strikt verweigert, bzw. geschaut, dass KiPo nicht erwähnt wird). Außerdem, er wurde dauernd unterbrochen, es mag ihm zwar noch in der Hinsicht an Rückgrad fehlen, dass er sich dann das Wort wieder zurückholt, aber dennoch.

    Der erste Auftritt, egal wie gut oder schlecht er war, war dennoch irgendwo ein Erfolg. Die Piraten haben in den Medien Aufmerksamkeit geweckt (hp war direkt nach der Sendung down) und ich denke, wir haben eher noch mehr Sympathisanten gefunden als verloren (wenn überhaupt verloren),

  54. hallo in die runde,

    inhaltlich hatte ich mich schon bei dirk hillbrechts review geäußert, jetzt aber noch etwas zum prozedere:

    vorweg: politik in den medien heißt auch, sehr komplexe sachverhalte so sinnvoll und verständlich komprimiert rüberbringen, dass man diese in 5 minuten verstehen kann, ohne dass der zuschauer gelangweilt abschaltet. 45 minuten wie bei phoenix sind eine unmenge zeit, die es in anderen sendungen nicht gibt (oder die dann unter mehr als zwei gästen aufzuteilen ist). das sind die medialen anforderungen — und entweder kann man da mithalten oder man gibt besser gleich auf.

    solche «heiße-stuhl» sendungen leben von der polarisation und auch davon, dass der moderator sich auf gäste einschießt. macht er das nicht, herrschen 45 minuten langeweile. beste beispiele: plasberg oder friedmann — der gast wird provoziert, mitten im satz unterbrochen, man versucht, den eigenen gedankengang in den vordergrund zu stellen und den den gastes «unterzubuttern». dass der moderator bei der ersten fernsehsendung überhaupt, bei der sich die piratenpartei in deutschland präsentieren durfte — auch dass sollte man dabei nicht außer acht lassen, außer phoenix hat da noch keiner angefragt — natürlich auf diese neue partei und deren ziele und personal einschießt, war abzusehen — auch das konnte man erwarten. hätte minhoff das nicht gemacht, wäre ich persönlich enttäuscht gewesen, macht er nämlich bei allen anderen auch. dafür ist er eben als pitbull bekannt. friedmann und auch plasberg finde ich persönlich viel schlimmer.

    allerdings war dirk als gegner rhetorisch auch extrem naiv und unbedarft. wenn einem der moderator ins wort fällt, sollte man nach dem dritten mal klarstellen, dass man gerne ausreden möchte — das hat gefehlt. wenn man seine gedanken falsch wiedergegeben sieht, dass muss man diese korrigieren, ununterbrochen, und das klarstellen, dass einem hier das wort im mund herum gedreht wird. auch das hat gefehlt. wenn man auf so jemanden wie tauss angesprochen wird, naja, mmmh, dann wird es eben haarig, das hätte man vorher wissen können und müssen. unschuldvermutung hin oder her, das ales wird das gerichtsverfahren zeigen. aus sicht der pp ist es viel wichtiger, die mediale komponente dabei zu bedenken: es gibt (unabhängig vom inhalt) sicher gründe, warum seine ursprungspartei froh war, den loszuwerden — und die sind sicher auch in dem problem begründet, dass er seit dem vorwurf mit der kinderpornografie in der öffentlichkeit hat. ich hätte es für klüger gehalten, er wäre nicht in die pp aufgenommen worden: DIE PIRATEN ENTERN KEINE ABGEORDNETENMANDATE — SIE HOFFEN, BEI DEN BUNDESTAGWAHLEN SELBST WELCHE ZU ERRINGEN — das wäre die richtige news im internet gewesen. jetzt redet jeder nur noch darüber, dass ein mdb, gegen den die staatsanwaltschaft ermittelt, bei der partei unterschlupf gefunden hat, die gegen die kinderpornografie-internet-sperre ist. mann, pr-mäßig ist das ein supergau, schlimmer gehts nimmer.

    fazit: die sendung war einserseits packend, weil man in der tat nach 20 minuten am liebsten die wand hochgegangen wäre, weil einfach die wichtigen und richtigen antworten seitens der pp nicht kamen, man aber trotzdem nicht abschalten konnte, man hat mitgefiebert, die sendung hat also «gefesselt». andererseits war der vertreter der pp in der tat mehr als schwach, rhetorisch ungeübt, inhaltlich absolut nicht vorbereitet (was man aber meiner meinung nach nicht phoenix anlasten kann).

    fazit: die partei braucht einen sprecher, der ebendiese benötigten rhetorischen fähigkeiten mitbringt und in der lage ist, die politischen ziele an den mann zu bringen. oder aber dirk muss intensiv an sich arbeiten. ABER: nach gestern abend wissen einige menschen mehr, dass es die pp gibt. immerhin: auch negativwerbung ist werbung…

  55. Anonymous sagt:

    Zunächst mal hätte Hillbrecht nicht der These zustimmen dürfen dass es ein Generationenkonflikt ist. Er hätte herausstellen sollen, dass es ein Konflikt zwischen Bürgern ist, die das Internet aus eigener Erfahrung kennen und die Technik dahinter verstehen und Politikern, für die das nicht gilt.
    Als der Moderator meinte «Löschen» sei auch Zensur, hätte unbedingt der Hinweis kommen müssen, dass beim Löschen anders als beim Sperren der Seiteninhaber davon erfährt und ihm so der Rechtsweg offen steht.
    Bei Patenten hätte auch kommen sollen, dass Patente auch oft als Waffe großer Firmen gegen klein eingesetzt werden und Patente im Softwarebereich schon wegen der Verfahrensdauer ein untaugliches Mittel sind.
    Bitte durch Spielszenen Argumente und Schlagfertigkeit üben. Weil die Piratenpartei nicht so viele Themen hat ist das machbar.

  56. […] es also eine “Hinrichtung” der Piratenpartei, wie F!XMBR sofort schrieb? […]

  57. […] Die mediale Hinrichtung der PiratenparteiDer Vorsitzende der Piratenpartei Dirk Hillbrecht ergab sich in einer Interviewsendung dem «Angriff» zweier geübter Konservativer. Mancher nennt es mediale Hinrichtung, ich nenne es Lehrgeld. Man darf nicht vergessen die Piratenpartei in Deutschland steht am Anfang! […]

  58. Desi sagt:

    Ganz ehrlich, was der PP als Aushängeschild fehlt ist ein Jurist. Die lernen schon an der Uni und nachher im Gerichtssaal wie man einen Gegner rhetorisch fertig macht. Mit seinen eigenen Argumenten. Gibts denn da keinen Piraten aus der Ecke ?

  59. Anonymous sagt:

    Hier kann man die Sendung sehen ansehen:

    Videostream: Unter den Linden vom 22.06.2009

    Sicher haben ihn die beiden Profis argumentativ in Grund und Boden geredet, sodass der kaum eine Chance hatte, aber ich finde, dass sich Dirk Hillbrecht in Anbetracht der Situation nicht so schlecht geschlagen hat, wie es hier von einigen und im Artikel dar gestellt wird.

  60. […] Prof. Rupert Scholz und seinem Sidekick und Moderator Christoph Minhoff richtig schön auf das mediale und rhetorische Glatteis […]

  61. Anonymous sagt:

    Das zentrale der Thema der Piratenpartei und das Problem Tauss hängen direkt zusammen: Denn letztlich läuft auf die zentrale Frage hinaus:

    Kann der Besitz bestimmter Zahlen strafbar sein?

    Im Ganzzahlenraum von 0 bis unendlich finden sich in digitaler Form alle Texte, alle Musikstücke, alle Filme, alle Fotos, jegliche Software und vieles mehr — einschließlich abscheulichster Darstellungen.

    Bei Ermittlungen wird das beschlagnahmte Material nicht gesichtet, denn dafür ist gar nicht genug Zeit, sondern automatisiert Zahlen über eine Hashfunktion verglichen.

    Besitzt jemand verbotene Zahlen, wird er bestraft. Je nach Wahl nach UrhG, StGB oder anderem. Paßt das ins 21. Jahrhundert?

  62. Oliver sagt:

    >Kann der Besitz bestimmter Zahlen strafbar sein?

    Natürlich nicht. Kann aber eine derartige Abstraktion ins Auge gehen? Ja! Schon im dritten Reich reduzierte man in der menschenverachtenden Logik alles hinweg was letztendlich noch daran erinnern konnte. Es vereinfachte den Umgang mit dem «Material Mensch» erheblich, Mitgefühl etc. kam erst gar nicht auf. Die Wirtschaft arbeitet heutzutage ähnlich, man schwafelt von Humankapital, es ist eben einfacher.

    Reduziere ich nun Kultur ob einer Argumentation pro Mitnahmequalität auf blanke Zahlen, ist man diese Kultur doch überhaupt gar nicht wert. Kultur ist viel mehr als nur die Frage «darf ich es mir für lau mitnehmen», Kultur ist auch «geben» — eine recht unterentwickelte Disziplin auch bei vielen Aktivisten. Kultur verteidigen heisst auch sich mit dieser in ihrer Bandbreite zu beschäftigen etc. — Qualitäten welche im Nerddorf meist nur lapidar auf «Kultur gehört allen, also darf ichs mitnehmen.» Ich schauexauf beiden Seiten viel Mißbrauch dieses Begriffs, aber meist nicht mehr «Kultur» als mit dem Begriff Kulturbeutel gefaßt wird.

  63. […] Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei Shared um 16:46 Uhr via Delicious Gestern wurde der Phoenix-Zuschauer Zeuge eines beeindruckenden Schauspiels. Der Vorsitzende der Piratenpartei, Dirk Hillbrecht, war in der Talkshow Unter den Linden zu Gast. Geplant war eine Diskussion mit Rupert Scholz (CDU) ehemaliger Justizsenator von Berlin und Bundesverteidigungsminister. Moderiert wird die Talkshow von Christoph Minhoff. Thema der Sendung: Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum? Es war also ein Thema, bei dem die Piratenpartei in Person ihres Vorsitzenden hätte punkten können – es hätte mehr oder weniger ein Heimspiel werden können. Dirk Hillbrecht scheiterte jedoch auf ganzer Linie, was auf zwei wesentliche Punkte zurückzuführen ist. […]

  64. […] Tauss bringt das Problem vieler Parlamentarier (oder Talkshow-Hosts und –Gaeste) gekonnt auf den […]

  65. Max sagt:

    Also ich habe die Sendung nicht gesehen, aber frage mich generell warum deutsche Politiker +Medien das gesamte Internet als Hort des Bösen betrachten ???
    Vor allem nach Winnenden unfassbar,was da gefasselt wurde. Am besten twitter,facebook,youtube verbieten und alles wird gut.
    Erleben wir jetzt nicht gerade im Iran die revolutionäre Kraft des Internet 2.0
    durch twitter und youtube ?
    Und überhaupt deutsche Politiker fordern Pressefreiheit für den Iran aber gleichzeitig liefert Siemens Internet-Überwachungstechnologie an die verbrecherische,undemokratische Führung des iranischen Gottesstaates. An scheinheiliger Doppelmoral nicht mehr zu überbieten !!

  66. Patrick H sagt:

    hast mir aus der Seele gesprochen. SCHANDE FÜR DEN DEUTSCHEN JOURNALISMUS! Phoenix sollte sich offiziell entschuldigen und Minhoff zurück zur Schule geschickt werden.

  67. […] Christoph Minhoff hat nicht moderiert, er hat angeklagt […]

  68. […] In der Diskussion rund um die Piratenpartei stellt sich die immer wiederkehrende Frage des Verwertungsrechts und des Urheberrechts. Verkürzt gesagt, suchen Verlage, Journalisten und Kreative nun seit Anbeginn des Internets nach Möglichkeiten, Ihr kreatives Tun zu vergolden. Der kürzlich veröffentlichte Heidelberger Appell ist dabei nur die Spitze des Eisberges: Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen. Allein mit diesem Schlusssatz zeigt sich, dass die Unterzeichner und Besitzstandswahrer schon verloren haben, auf ganzer Linie — wenn man es denn so ausdrücken will. […]

  69. […] Acht Gründe für die Piratenpartei & Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei […]

  70. hallo, automatisches trackback hat nicht geklappt, deshalb nochmal eine inhaltliche anmerkung so:

    Urheberrechtsreform der Piraten – Ideen und Irrtümer

    Ich hatte heute Nachmittag die Zeit, mich nochmal intensiv mit dem Programm der Piratenpartei auseinanderzusetzen. Insbesondere das, was die Piraten zum Urheberrecht und der (nicht-)kommerziellen Vervielfältigung schreiben, ist interessant. Ich zitiere mal ein paar Passagen und kommentiere diese gleichzeitig…

    Urheberrechtsreform der Piraten – Ideen und Irrtümer

  71. […] zum Artikel: Die mediale Hinrichtung der Piratenpartei Review: Piratenpartei Hamburg — Meine Meinung… Komm’ ich jetzt ins Fernsehen? EU-Parlament: […]

  72. Frank sagt:

    Sorry, aber ich kann das Gros der realtivierenden Einschätzungen hier nicht teilen.

    Hillbrecht hat sich komplett in einem Ausmasse selbst demontiert, das seinesgleichen sucht. Sowohl der Moderator als auch Scholz waren noch ausgesprochen kulant ihm gegenüber.

    Jeden Beitrag im vorauseilenden Gehorsam mit unterwürfigen Phrasen einleitend (Das sehen wireigentlich auch so auch so, da haben sie prinzipiell recht, wir aber glauben es könnte vielleicht besser sein, dass so so und so zu erreichen), danach substanzloses Geschwätz (ausser am Schluss zu Tauss) ohne irgendwelche nachvollziehbaren, logischen Argumentationsketten, das ist einfach viel zu wenig. Da mag er privat noch so ein netter Kerl und dufter Kumpel sein, dieses Disaster lässt sich einfach nicht beschönigen. Von einem Parteivorsitzenden muss man erwarten können, dass er zumindest in der Lage ist, die Kernpunkte der politischen Agenda formulieren und begründen zu kennen. Ich hatte den Eindruck, hier einen entrückten Oberschüler zu beobachten, der zu einem ihm gänzlich unbekannten Thema an einer pro/contra-Diskussion teilnehmen muss und dabei einen Standpunkt vertreten soll, der ihm ziemlich unbekannt ist und dem er eigentlich eh nichts abgewinnen kann.

    Jegliche Kritik an Minhoff und Scholz ist unsinning und kontraproduktiv, da sie von der Ursache des Problems ablenkt. Die beiden waren wirklich noch harmlos und später eher ungeduldig und genervt angesichts der Substanzlosigkeit der Äusserungen Hillbrechts. Wäre ich auch gewesen, würde man meine Zeit mit so einem Geblubber verschwenden.

    Nichts gegen Hillbrecht — supernetter, knorker, dufter Mensch und Typ bestimmt, aber als Politiker/Redner eine absolute Katastrophe, hätte man da einen random Zuschauer mit Spickzettel hingesetzt, der die Piratenpartei und ihre Agenda nicht kennt, es wäre wahrscheinlich nicht schlechter gelaufen.

  73. Wer nach allen Seiten offen ist.…..

    … kann nicht ganz dicht sein. Der hier zurecht geäußerte Gedanke zu den Piraten wird mal wieder bestätigt, diesmal von zweithöchster Stelle:
    «Wir wollen allen Leuten, denen unsere Themen wirklich sehr, sehr wichtig sind, die Möglichkeit bieten sic…

  74. Anselmo sagt:

    Ich habe mir die Sendung auch angetan. Der Pirat hat sich m.E. anfangs zu höflich verhalten. Wenn er sofort beim ersten Thema darauf aufmerksam gemacht hätte, dass die etablierten Parteien seit Jahrzehnten kaum etwas gegen Kinder-Pornografie unternommen hatten und jetzt ein mediales, untaugliches Ablenkungsmanöver starteten, wäre das anders aufgenommen worden.

    Auf eine platte Lüge, dass man nicht an die Urheber herankommt, was völliger Blödsinn ist, muss man kräftiger reagieren. Es gibt nämlich keine Beispiele dafür, dass jemals eine Bundesregierung mit Nachdruck Urheber verfolgt hätte, obwohl das leicht möglich wäre. Denn es gibt genügend internationale Rechtshilfe-Abkommen. Da hätte der brave Pirat (?) durchaus einmal kräftiger verbal zulangen können.

    Das war bezogen auf diesen Punkt des Pudels Kern!

    Etwas schwieriger war die Frage der «Urheberrechte». Hier muss man einerseits deutlich machen, dass der Schutz nicht zur Aufhebung der Freiheitsrechte der Bürger führen darf und andererseits neue Wege gefunden werden müssen, um den Autoren/Künstlern das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen. Da müssen dann neue, auch technische Wege beschritten werden, um dies zu ermöglichen.

    Der Aspekt der «freien Information» bezogen auf Forschung und Technologie-Entwicklungen usw. durfte nicht mit dem «Künstler-Thema» vermengt werden. Denn hier geht es ja mehr darum, den Fortschritt global zu teilen. Ein Thema, das natürlich Neoliberale nicht so gerne hören!

    Daher auch (indirekt) der Hinweis des Moderators, dass Deutschland vom WISSEN der Menschen lebt bzw. die «Freigabe» ohne Gegenleistung im derzeitigen Wirtschafts-System kontraproduktiv wäre.

    Aber mit solch einer Diskussion würde man sich unvorbereitet noch mehr aufs Glatteis begeben, sofern man vorab die Konsequenzen nicht durchdacht hat. Eine mögliche Antwort wäre jedenfalls gewesen, dass die Gier und Abzockermentalität erkennbar die Menschen in die Finanz– und Wirtschaftskrise geführt hat und es an der Zeit wäre, über andere Regeln der Wirtschaft nachzudenken. Selbstverständlich auch vor dem Hintergrund der Umweltzerstörung, der Massen-Armut, der Hungersnöte und der vielen Kriege.

  75. […] eine Piratenparteieuphorie und die Partei und ihre Protagonisten wurden genau beobachtet und bewertet. Kaum war die Partei in der Gesellschaft angekommen, wurde sie auch kritisiert, […]


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