Die Mär vom Kopierschutz

Was haben wir uns in den letzten Monaten nicht alles anhören müssen, von der Unterhaltungsindustrie, den Phonoverbänden, der Filmindustrie. Die bösen Raubkopierer zerstören Arbeitsplätze, etc. pp. Neue Kopierschutze sind entstanden, auch wenn der legale Käufer damit Probleme hatte, dies war zumindest häufig zu lesen. Die Klagen der eigenen Kunden wurden nicht ernst genommen, die Klagen der Verbände wurden immer lauter, ohne Kopierschutz, so konnte man meinen, stehen unzählige Industrien vor dem Aus, unzählige Arbeitsplätze würden vernichtet.

Heute kommt ein Spiel daher, ohne Kopierschutz, keine Serial muss eingegeben werden, selbst Kopien werden zum Online-Gaming zugelassen, zukünftige Updates sollen laufen. Wenn das mal kein Schuß ins eigene Knie ist, so mag man nun nach dem wehleidigen Rumgeheule der Verbände meinen. Doch weit gefehlt, das Spiel schoß auf Platz 1 der verkauften Software (!!!) in den USA. Wie das Wunderkind heißt? Galactic Civilizations 2

Doch wo liegt das Geheimnis des Erfolges? Wie kann ein Spiel (übertragen dann auch auf Musik, Filme) Erfolg haben, ohne Gängelung der Kunden?

Ganz einfach — das Spiel ist einfach gut, darum wird es gekauft.

gulli:news — Galactic Civilizations 2: ohne Serial und Kopierschutz

Die ersten Verkaufszahlen

Update 13.03.2006:

Man kann es einen Skandal nennen, diplomatisch eine Unverschämtheit, was sich ein Administrator des Starforce-Forums geleistet hat. Unbestritten ist Galactic Civilizations 2 ein Riesenerfolg, in jeder (Verkaufs-) Statistik ablesbar. Man kann wegen meiner aber auch die Diskussion anzetteln, wäre der Erfolg nicht noch größer, wenn ein Kopierschutz verwendet worden wäre. Wenn dieser Diskussion aber (angezettelt vom Admin des Starforce-Forums) dann ein Link zum Torrent-Download des Spiels beigelegt wird, sind das in meinen Augen ganz üble Machenschaften, und bestätigen eigentlich den Grundtenor dieses Artikels, die Mär vom Kopierschutz. Da sehen einige Herrschaften die eigenen Felle davonschwimmen, und greifen nun auf unlautere Methoden zurück.

gulli:news — Starforce veröffentlicht GalCiv2-Torrentlinks

golem.de — Kopierschutzanbieter StarForce verlinkte Spiel-Raubkopie

Update 16.03.2006:

Ein kleiner Nebeneffekt des DRM-Kopierschutzes: Unglaublich hoher Stromverbrauch, statt 16 Stunden Laufzeit des Creative Zen Vision:M nur noch 12 Stunden Spielzeit.

Test: CNET d Mp3.com

gulli:news — Stromfresser Kopierschutz

3 Antworten zu “Die Mär vom Kopierschutz”

  1. Oli sagt:

    Eine gute Sache. Natürlich wäre es eine noch bessere Sache, wenn der mündige Käufer ( paßt nicht, aber was solls ) Schrott endlich mal Schrott sein lassen würde. Die Realität ist leider eine andere, gekauft wird alles — gemeckert wird später … äußerst sinnvoll.

  2. Oli sagt:

    Ein Armutszeugnis für diese Leute, aber das sieht man wieder mit welchen Mitteln die Industrie wirklich kämpft.

  3. […] Liebe Contentindustrie, liebe Musikschaffenden, liebe Filmproduzenten: Liefert gute Spiele, und sie werden verkauft. Produziert tolle Musik, und sie wird gekauft. Schafft grandiose Filme, und die Menschen rennen ins Kino. Gängelt nicht die Menschen, die fair mit Euch umgehen — seht sie als das, was sie sind, Kunden, Partner im digitalen Zeitalter. Es liegt an Euch, ähnliche Erfolgsgeschichten wie die von WoW zu schreiben. Sie sind möglich, auch in heutigen Zeiten, wo manchmal maßloses Filesharing von urheberrechtlich geschützten Material usus scheint. Aber das ist alles nicht neu — es ist Zeit aufzuwachen. Holt Euch Eure Kunden zurück. Wacht endlich auf. Wir wollen keinen Kopierschutz, kein DRM — wir wollen einfach gute Produkte. Das ist das Geheimnis. […]

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