Die Linke auf populistischer Talfahrt

Ausgangspunkt für Schuberts Aktion ist die Tatsache, dass jeder Internetnutzer die Möglichkeit hat, Artikel in der Wikipedia zu ändern. Diese «erfreulich offene Struktur» mache die Wikipedia «leider» zu einem «wenig kontrollierbaren Einfallstor» für rechtes Gedankengut.

golem

Ja liebe Linke das wissen wir und das wissen wir auch schon weitaus länger und kritisiert wurde es ebenso von diversen Stellen quer durchs Web und die Medien. Dem kann man entgegenwirken, man kann darauf aufmerksam machen, kurzum: Kritik. Zensur, Verbote hingegen sind auf Dauer keine Beispiele für gelebte Demokratie und Freiheit, denn diese Art von Freiheit erinnert wieder recht stark an das just ins Leben gerufene neue Programm der CDU, Freiheit und Sicherheit. Ich glaube darauf können wir gerne verzichten, zur Freiheit bedarf es eben auch Mut, Mut eben diese Freiheit bis zu einem gewissen Grad vorzuleben. Manches mal kann eine temporäre Zensur in extremen Fällen, je nach Kontext, eine Notbremse darstellen, aber es ist nichts für die Ewigkeit. Geht eben nicht immer und überall, wird jedoch schon stante pede im Keim erstickt mittels Verboten bei grundlegenden Dingen. Michel Friedmann machte es zuletzt vor, wie man Rechts ebenso bloßstellen kann, indem man es der Öffenlichkeit anhand von Beispielen verdeutlicht. Eine omnipotente Zensur hätte ihm dazu nicht die Möglichkeit gegeben. Man beraubt den Kritiker ebenso seiner Mittel und erweist somit der eigenen Sache einen Bärendienst. Nach dem letzten Fallout beim Polizeigesetz sehe ich euch ohnehin nicht mehr als Alternative. Sorry war ein netter Versuch, aber ihr demontiert euch Schritt für Schritt selbst. Von der vox populi seid ihr jedenfalls weit entfernt …

Addendum: business as usual, man distanzierte sich sogleich.

11 Antworten zu “Die Linke auf populistischer Talfahrt”

  1. BlackVivi sagt:

    Ich hab’s heute schon im Heise und im Golemforum gelesen, die Leute plären: «MEINUNGSFREIHEIT, DIE LINKE WILL UNS DER MEINUNGSFREIHEIT ENTZIEHEN». Fürchterlich, was viele darunter verstehen. Heutzutage können eh die wenigsten zwischen: «Ich laber gelogenen Mist und wegen der Meinungsfreiheit ist es trotzdem wahr :DDD» und «Ich habe eine Meinung, die ich begründen kann und bestimmt nicht jeder teilt» unterscheiden. Wie oft wurde hier schon rumgeheult, weil ihr Dreck gelöscht habt? Bei sowas ist das Geschrei nach «Demokratie» groß.

    Das gegen gelogenen, rechtsextremen Mist vorgegangen muss, ist wohl klar, jedoch wird eine Zensur eh nur dafür Sorgen, das’s sich Leute so zurecht biegen das es passt. Man muss’s viel mehr an’r Wurzel packen, aber da mit’r «Wurzel packen» kriegen die Deutschen eh nicht hin. Die wollen das Essen vom Herd nehmen und die Wohnung neu tapezieren, obwohl das Haus brennt.

  2. Oliver sagt:

    >Das gegen gelogenen, rechtsextremen Mist vorgegangen muss, ist wohl klar

    Das wird schon immer getan, nur sind inzwischen auch die Kritiker im Kreuzfeuer. Man muß nichts verstecken, sondern muß nur mit Wissen auf die Dummheit derer hinweisen. Das ist in der Regel mehr als einfach. Zensur erhöht den «Haben-Effekt», Zensur fördert «Mythen-Bildung». Gerade dieser Schmutz lebt von letzterem und diese Überdemokraten mit ihren Verboten überall erweisen eben somit den noblen Zielen einen Bärendienst, indem sie dem Kritiker ebenso die Waffe nehmen.

  3. Chris sagt:

    Ich habe diese Partei tatsächlich mal als Alternative gesehen. Sind wohl doch nur der politische Fallout des «normalen» politischen Mainstreams.

    Naja, ich habe mal die Pressestelle in Berlin kontaktiert — und bevor einer fragt: Sie sollen erstmal die Möglichkeit haben, zu antworten…

  4. @Chris

    Es wird wohl nie eine Partei geben, die zu mehr als 75% Deine oder meine Meinung vertritt. Die LINKE ist beispielsweise auch Vorreiter bei so verwerflichen Dingen, wie dem Rauchverbot in Kneipen — eine Mischung aus Sozial-/Wirtschaftspolitik der LINKEN und Innenpolitik und Bürgerechtsverständnis der FDP, gemengt mit einer Aussenpolitik, die keine der bekannten Partein vertritt … das wär´s 😉

  5. Chris sagt:

    Genau, und für so eine Partei 8 Jahre Bundestag und den Rest des Lebens genießen… 😀

  6. Oliver sagt:

    Manches mal würden schon 30% langen für den Anfang so als Basis. Parteiarbeit kenne ich nun gerade gut genug, die sogenannten «eigenen» Ansprüche sind oft genug nur jene die eigentlich als gemeinsamer Nenner in einem sogenannten Sozialstaat mit einer «Gemeinschaft» durchgehen sollten.

  7. @Chris

    Yep, das wär´s 😉

    btw.: Meiner Einschätzung nach, kam die FDP der 70er Jahre diesem Ideal bis jetzt am nächsten. Schade, was Idioten á la Westerwelle und Möllemann daraus gemacht haben.

  8. Oliver sagt:

    Die FDP der 70er und auch die frühen Grünen hatten einen entscheidenden Vorteil, keine wirklich Macht/Mehrheit um ihre Art von Ideen umzusetzen. Erst mit der tatsächlichen Macht, kam die Beweisführung für die angestrebten Ideale und da versagten sie bisher alle. Und einen Genscher, Lambsdorff, Scheel (recht dürftiger historischer Stand) etc. hätte ich auch nirgends wirklich in tatsächlicher Regierungsverantwortung sehen wollen. Zünglein an der Waage war schon mehr als genug. Selbst die Grünen unter Gasgerd waren da schon «machtvoll» genug. Ich denke man verklärt da ein wenig die Dinge, Leute wie Schmidt z.B., früher abgestraft, gelten heute als Weise schlechthin. Der Rechtspopulismus beispielsweise, wenn dieser Ausdruck nicht schon zu schwach ist, war gerade bis zum Advent der 80er gewaltig in jener Zeit.

    Die politische Klasse selbst hätte sofort nach dem Krieg als erstes von Altlasten des Nationalsozialismus bereinigt werden müssen. Leute wie Strauß hätte man umgehend brandmarken müssen bei derlei Reden, dann und nur dann würden wir heute weitaus weniger Nachwehen in Form von Rechtspopulismus in Deutschland besitzen. Die Linke beispielsweise besitzt da u.a. auch ein bekanntes Mitglied das sich in diesem Bereich schon weit aus dem Fenster lehnte und medial abgestraft wurde. Der Rat wäre also, um wieder ontopic zu kommen, erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren und die Partei von strittigen Altlasten jedweder couleur zu befreien.

  9. @Oliver

    Das kommt bei mir selten vor, aber … ich «muss» Dir in allen Punkten recht geben 😉

  10. Solarix sagt:

    So ich hab der netten stellvertretenden Vorsitzenden jetzt mal eine sehr freundliche Mail… geschrieben.

    Ich glaubs einfach nicht, zu dumm um ein Impressum rauszusuchen, ich möchte gar nicht wissen was der ganze Aufwand gekostet hat.

    Wenn ich nur dran denke wird mir ganz schlecht.

    Einmal mit Profis arbeiten. :-(

  11. […] ebenso wenig — Alternative zu der SPD? Nein. Links ist anders, Links ist transparent, freiheitlich. Das mit der Linken und der Wikipedia hat übrigens schon beinahe Tradition. Siehe auch law blog, […]

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