Die Kostenloskultur des Christoph Keese

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Foto: F!XMBR

Christoph Keese, Lobbyist des Axel Springer Konzerns, hat eine seltsame Replik auf den grandiosen Artikel Kai Biermanns verfasst. Über den unsäglichen Inhalt lohnt es nicht, zu diskutieren — allein die Behauptung, Google (News) würde Inhalte der Verlage kopieren, lässt fast laut auflachen. Leider nur fast — soll doch nach dem Willen des Axel-Springer-Konzerns das Zitatrecht abgeschafft werden, wenn Keese diesen Unsinn wirklich ernst meint. Das ist zu vermuten und somit ein direkter Angriff auf unsere demokratischen und gesellschaftlichen Prinzipien.

Ein anderer Punkt ist an dieser Stelle jedoch entscheidend: Der Artikel von Kai Biermann setzt sich inklusive Überschrift und Teaser aus 1.008 Wörtern zusammen. Keese kopiert davon insgesamt 349 Wörter. Keese kopiert somit zu knapp 35% das Werk eines Journalisten auf das Blog des Axel Springer Konzerns, ein Werk, welches urheberrechtlich geschützt ist und auf der Webseite eines Mitbewerbers entschieden ist und die sogenannte geistige Schöpfungshöhe mehr als erreicht.

Die massive Übernahme des Werkes von Kai Biermann ist meiner bescheidenen Meinung nach — und wenn man die Entscheidungen der Pressekammer Hamburg verfolgt — nicht im Ansatz vom Zitatrecht gedeckt. Mal abgesehen von dem Käse, den Keese erzählt, er schafft es offensichtlich nicht einmal, aktuelle Gesetze zu beachten und fordert im selben Artikel eine Verschärfung derselben. Die gesamte Größe des Internets reicht nicht aus, um den Facepalm-Smilie zu zeichnen, der in diesem Moment nötig wäre.

Diplomatisch ausgedrückt: Keese und der Axel Springer Konzern predigen Wasser und saufen Wein. Ich habe heute wiederholt geschrieben, dass eine Diskussion mit Christoph Keese und dem Axel Springer Konzern nicht lohnt. Eine Diskussion bedeutet ein Gespräch auf Augenhöhe. Das ist bei diesen Herrschaften nicht der Fall. Q.e.d.

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5 Antworten zu “Die Kostenloskultur des Christoph Keese”

  1. Mi sagt:

    Kommt nur mir diese Wein-Flaschen-Geschichte total blödsinnig vor? Hat er wirklich geschrieben, dass man vom Flaschenhersteller Geld für den Wein bekommen sollte?
    Meinen Vermutungen nach kauft ein Winzer Flaschen ein und füllt seinen Wein hinein. Flaschenhersteller würden einen Teufel tun, auch noch Geld für den Wein zu bezahlen…

    Nach dieser Argumentation müssten also die Verlage Google Geld dafür zahlen, dass ihre Artikel überhaupt gelistet werden…

  2. Gast sagt:

    @Mi

    selbst das Bild mit dem Wein und den Flaschen hat er geklaut 😉

    schau mal hier (achtung!!! von 1992!):

    https://homes.eff.org/~barlow/EconomyOfIdeas.html

    (The Economy of Ideas –Selling Wine Without Bottles on the Global Net)

  3. Mi sagt:

    Sehr schöne lesenswerte Publikation! Um so beeindruckender vor dem Hintergrund des Erscheinungsjahres. Dankeschön dafür :)

  4. Obelix sagt:

    Die spinnen, die Springer!

  5. Jan Schmitz sagt:

    Beim Axel-Springer Konzern ist nicht nur der offensichtliche Lobbyismus ekelhaft, noch übler ist der unsichtbare Lobbyismus über verdeckte Kampagnen für das Leistungsschutzrecht für Presseverlage.

    Das ist selbst LobbyControl e.V. eine Erwähnung wert:

    http://www.lobbycontrol.d.….-kommen/

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