Die Internetversager der SPD

SPDIrgendwann im letzten Jahr habe ich das erste Mal davon gelesen, dass die SPD die Internetpartei sei, es zumindest in diesem Jahr werden wolle. Schon damals musste ich schmunzeln, denn Vergleiche mit Barack Obama hinkten schon immer. Obama hatte eine Vision, eine Idee, er hat den Menschen in den USA Inhalte versprochen, und diese hat er durch seine weltweite Vernetzung im Internet verbreitet. Die SPD hat in ihrem derzeitigen Zustand gar nichts. Sie hat keine Inhalte, außer eine gescheiterte Agenda 2010, Frank-Walter Steinmeier hat keine Vision, er ist der Prototyp eines technokratischen Beamten — zuletzt hat die SPD keine Idee für die Zukunft dieses Landes. Das alles gipfelt in den Bemühungen der SPD, sich in die Große Koalition zu retten. Der Online-Wahlkampf hat nie stattgefunden — Im Gegenteil, die wenigen Bemühungen wurden eher belächelt, als dass sie ernst genommen wurden. Der Online-Wahlkampf brach endgültig zusammen, als der Online-Beirat der Genossen aufgrund der Zustimmung der SPD zu den Netzsperren seine Tätigkeit niederlegte. All das hat man live im Netz erleben könnte, nun aber hat der Freitag einen Artikel aus dem Inneren der SPD, der Nordkurve, veröffentlicht. Der Artikel legt Zeugnis für das Internetversagen der SPD und insbesondere Kajo Wasserhövel ab. Ein Insider berichtet anonym — mir persönlich bleibt nur ein Kopfschütteln.

Dass die SPD und Wasserhövel auf ganzer Linie versagt haben, war schon früh vorauszusehen. Die SPD hat 2007 ihre eigene Community, meineSPD.net, ins Leben gerufen. Und was fällt Wasserhövel zu dieser Community ein? Umso erstaunter bin ich, als ich erfahre, dass Kajo Wasserhövel im „Vorwahlkampf“ im Februar 2009 überlegt, wie er diese Community besser kontrollieren kann, ihre Freiheiten einschränken, damit zum Beispiel unliebsame Forenbeiträge nicht von Spiegel Online als Beweis für parteiinternen Streit zitiert werden können. Was soll man dazu noch schreiben? Die SPD will nicht nur die Bevölkerung kontrollieren, sondern auch die eigenen Mitglieder, Sympathisanten und Wähler. Die SPD vertraut nicht ihrer Anhängerschaft, schon gar nicht den Menschen in diesem Land: Zuviel Community, zu viel Offenheit erscheint den Genossen offenbar als zu riskant. Man hat ja schon die Presse nicht unter Kontrolle, wie soll man da das wilde, freie Leben all der Blogger und Checker und Twitterer und Chatter im Netz im Griff haben? Gegenfrage: Wieso sollen die Menschen dann der SPD vertrauen?

steinmeier_cant

Interessant auch, dass für die SPD selbstverständlich der dumme Wähler am eigenen Desaster und Versagen schuld ist. Nicht die SPD hat Fehler gemacht, Wählerinnen und Wähler verraten und verkauft — die Menschen sind einfach zu blöd. Wasserhövel seinerseits macht keinen Hehl daraus, dass er die Wähler am liebsten – wie renitente Schüler, die beim Rauchen oder Abschreiben erwischt wurden – für ihr Fehlverhalten bestrafen würde. […] Schuld sind, so Kajo, die Medien, die die SPD auf Knien sehen wollen. Der politische Gegner, der die Partei im Staub sehen will. Die Rechten, die Neoliberalen, die Konservativen, die bürgerliche Presse, die Wills und Illners und Springers, die Gesamtheit der ungezogenen Journalisten auf der falschen Seite. Denn einen Glauben zumindest haben wir hier in der Nordkurve nicht verloren: Wir sind die Guten! Selbstkritik? Dazu ist der Druck zu groß. Ich glaube immer noch an das Gute im Menschen: Die Bürgerinnen und Bürger mögen oftmals blind sein, doch sie können im Dunkeln sehen. Die SPD ist alleinverantwortlich dafür, dass sich die Menschen, wie der Autor dieser Zeilen, der sie 14 Jahre lang gewählt hat, sie unterstützt hat, 2002 den ersten kleinen Internetwahlkampf in den Foren begleitet hat, von ihr abgewandt haben.

Dass die SPD das Internet nicht verstanden hat, es nicht lebt, es nur für die eigenen Zwecke ausnutzen wollte, beweisen die Tage nach der Europawahl. Auf den Webseiten stehen noch Tage später die Aufrufe zum Endspurt, während auf den Plakaten draußen vor dem Willy-Brandt-Haus bereits ein Danke geklebt wurde. Ironie der Wahlkampfgeschichte: Die Plakate draußen vor dem reizenden Betonparkhaus gegenüber dem Willy-Brandt-Haus sind schneller als das Internet, denn hier klebt schon ein „Danke“ auf blassblauem Grund. Dass die SPD ihre Unterstützer kurz vor der Wahl mit Spam beglückt hat, ist dabei dann nur noch das I-Tüpfelchen für das Versagen der Nordkurve.

Das eigentliche Problem der SPD wird in folgenden Worten klar: Es wird, so scheint mir, der sozialen Gerechtigkeit nicht gerecht, als Markenkern herhalten zu müssen, als strategische Komponente, Verpackungsbotschaft für ein Produkt. So werden Werte zu Werbung: entwertet. Tickets to nowhere. Und die Verpackung übernimmt. So wird die Partei zum Produkt, macht sich selbst zur Ware. Das ist pure FDP! „Wer den Beweggrund einer Partei in Warensprache packt, verkauft sie. Meistbietend.“ Das sage ich nicht, denke ich nur. Die SPD ist zur großen Schwester der FDP mutiert. Sie hat ihre Wurzeln vergessen, sich von ihrem Klientel abgewandt. Die SPD ist beim Thema Glaubwürdigkeit genauso glaubwürdig, wie der Papst als Gesprächspartner von Oswald Kolle zum Thema 69. Die SPD ist nicht mehr bei den Menschen, schon gar nicht vertritt sie diese, sie ist zur reinen PR-Abteilung verkommen. Und selbst das kann sie nicht einmal im Ansatz, selbst das ist durchschaubar.

Mittlerweile gibt es mehrere Artikel, die darauf hinweisen, dass die SPD aus Angst vor der Springerpresse den Netzsperren zugestimmt hat. Man sieht sich vor die Alternative gestellt, entweder eine Schmutzkampagne der Springerpresse in Kauf zu nehmen, weil man Kinderschändern nicht das Handwerk lege, andererseits ein Gesetz mitzuentscheiden, das nach sachlicher Erwägung nicht sinnvoll erscheint und dafür die Netzgemeinde gegen sich aufzubringen. Und entscheidet sich für dieses kleinere Übel. Spätestens hier hat sich dann Desinteresse in purer Abneigung, bei vielen Netzindianern auch in Hass, gewandelt. Zu diesem Zeitpunkt hätte die SPD eigentlich ihre kompletten Webseiten vom Netz nehmen können. Wäre die SPD nicht eingeknickt, wäre zum Beispiel die Piratenpartei nie entstanden, zumindest nicht in dieser Form. Die SPD wollte die Internetpartei werde — und hat mit ihrer Zustimmung zu den Netzsperren dem Internet den Krieg erklärt. Unnötig zu erwähnen, dass sie diesen Krieg niemals gewinnen kann. Zeugnis darüber wird auch der 27. September ablegen.

White Star Line 
Bilder: Wahlkampf 09

Der Artikel aus dem innersten Zirkel der SPD-Macht zeigt deutlich, warum die SPD — nicht nur — im Netz gescheitert ist. Wer die da draußen für Verrückte hält, und sich nur aus Gründen der PR in das Netz begibt, muss sich nicht wundern, wenn er gnadenlos zerrissen wird. Selbst mit glaubwürdigem Programm, einer Vision und einem charismatischen Kanzlerkandidaten wäre die SPD unter dieser Voraussetzung mit Kajo Wasserhövel gescheitert. Sie will nicht mit den Menschen kommunizieren, sie will sie kontrollieren und als Werbeträger ausnutzen. Sie ist nicht an einem Dialog interessiert, sie will die Meinungshoheit um eigene Werbebotschaften ins Land tragen zu können. Das kann nur schiefgehen. Und es ist schiefgegangen. Brachial. Die SPD ist mit Kajo Wasserhövel und Hubertus Heil nicht nur gescheitert, sie sind untergegangen. Dass die SPD selbst im Vergleich mit der konservativen CDU baden geht, macht es noch dramatischer. Erst kommen die Inhalte, dann das Internet. Das muss auch gerade die Piratenpartei erfahren. Bei der habe ich noch Hoffnung, bei der SPD nicht mehr. Die SPD ist eine Netzleiche, vom, Zustand in der realen Welt ganz zu schweigen.

Freitag — No we can’t

, , , , , , , , , , , , , ,

19 Antworten zu “Die Internetversager der SPD”

  1. phoibos sagt:

    wie titelt die spd doch noch auf ihren plakaten? «zweitstimme ist kanzlerstimme» (und wir alle wissen, wen der michel als kanzler will) und mein persönlicher liebling: steini-konterfei mit dem slogan «unser land kann mehr», manchmal noch mit einem lieblos drübergewitschten «mit xyz und abc im blabla-zelt».

    aber ejal, strunzdumme wahl diesmal. ich werde immer frustrierter von diesem staate. und wenn mich die piraten weiterhin so mitleidserregend auf der straße auffallen, bekommen die von mir eine gnadenstimme…

  2. Kulle sagt:

    Merkwürdig, wie diese Einschätzung völlig von meinen eigenen Beobachtungen abweicht.

    Für meinen Geschmack führen SPD und Grüne einen ordentlichen Internetwahlkampf. Oder sagen wir besser: Sie führen den am wenigsten schlechten. Dass ein Obama-Style-Wahlkampf in Deutschland Sinn machen würde, das bezweifle ich. Das Internet spielt im deutschen Wahlkampf kaum eine Rolle, die Aufrufzahlen der Parteiwebseiten sind niedrig. Wozu soll man dann einen großen ambitionierten Wahlkampf im Netz machen?

    Ich bin mit den Angeboten der Sozis im Netz sehr zufrieden.

  3. Chris sagt:

    @luttz: Danke für den Hinweis ist korrigiert, Du hast selbstverständlich recht.

    @phoibos: Ja, ich weiß auch nich nicht, wer da meine Stimme bekommt.

    @Kulle:

    Wozu soll man dann einen großen ambitionierten Wahlkampf im Netz machen?

    Um die Menschen zu erreichen, insbesondere die Multiplikatoren? 40 Mio. Deutsche sind online…

  4. Joghurt-Zottl sagt:

    Dieser Insiderbericht ist erschreckend und unterhaltsam zugleich. Mich erinnert das Erscheinungsbild der SPD-Parteioberen an das Politbüro in der Endphase der DDR. In ein paar Jahren wird man sich möglicherweise fragen, wieso eine Handvoll «älterer Herren» eine Partei so abwirtschaften konnte.

    Ich werde mit leichten Bauchschmerzen die Linke wählen aus nachhaltigem Protest gegen die Agenda 2010. Es würde mich interessieren, wie und warum die Reformansätze der skandinavischen Wohlfahrtsstaatmodelle zum Arbeitsmarkt anscheinend besser funktionieren.

    Obwohl diese auch Elemente des Forderns enthalten,
    liegt der Fokus wohl nicht so auf Entrechtung, Schikane und Prekarisierung
    wie hier. Mich würde mehr fundiertes Wissen zum diesem Thema interessieren.

  5. Oliver sagt:

    40 Mio Deutsche sind online und sagen wir mal 5–10% nutzen es in dem Maße wie es sich die Politik etc. pp. wünscht. Wo sollen da die Multiplikatoren ansetzen? Das Gros nutzt dieses Web nebenher, wie auch TV, Zeitung oder das Gespräch mit Kollegen, man surft etwas gezeilt an, bestellt etwas, nutzt meist Plattformen die man vom Offline her kennt — Tagesschau oder SPON beispielsweise. Die wenigen ausgewiesenen Netcitizens sind Ausnahmen, Ausnahmen die Parteien, Konzerne und auch diverse Problogger zum Wahn verleiten.

    Siehe beispielsweise auch diesen Artikel der taz, welcher insbesondere auf den Netzwahlkampf eingeht. 40 Mio die am Netz hängen ist einfach mal eine Hausnummer, um die Netzanbindung zu verdeutlichen gemäß der IT-Propaganda der Regierung. In der Realität jedoch sagt dies keinen Iota bezüglich der Nutzung aus.

    Das ändert nichts an der Kernaussage bezüglich der Kompetenz der einzelnen Parteien, allenfalls an der mit viel Pathos propagierten Bedeutung des Netzes gegenüber der gesamten Gesellschaft. Klar der Multiplikator kann auch auf jene 5–15% Netcitizens übertragen werden und diese fungieren fortan im Freundes-/Bekanntenkreis derart — aber ehrlich gesagt wir wissen es oftmals aus eigener Erfahrung, dieses Netzwissen oder Verweis auf dieses im Zusammenhang mit gewissen Thematiken wird in der Regel nur müde von der Außenwelt belächelt.

    Wahlkampf ist ohnehin meiner Meinung die Zeit, in der selbst sonst intelligente Menschen sich nicht zu schade sind den Hofnarr zu mimen. Wahlkampf ist Werbung und in der Realität enttäuschen die Produkte immer. Warum sollten mich als polit. aktiven Menschen Plakate, Videoclips oder Talkrunden a la Circus Maximus tangieren? Und was sollen diese Dinge bei bis dato polit. unmotivierten Menschen bewirken? Ich sehe dies als Spam an, bei letzteren graut es mir ob des impulshaften Abhakens des Wahlzettels.

    Klar ist es Arbeit alles zu verfolgen, aber letztendlich ist Freiheit eines jeden Aufgabe, nicht nur das Zetern im Nachhinein. Wer meint wichtigeres die Jahre vor der Wahl zu tun zu haben ist es auch ehrlich gesagt nicht wert später von Angriffen auf Demokratie und Freiheit zu fabulieren. Jene delegierten nicht nur gewisse Entscheidungsprozesse zu höheren Ebenen, nein auch das Denken übergab man jenen an der Spitze.

  6. Limited sagt:

    Dem Tenor des Blogeintrags kann ich nur bedingt folgen.

    Es stimmt so ist die SPD. «Die SPD» ist aber noch viel mehr, als das Willy-Brandt Haus, Kajo Wasserhövel und eine Gruppe von glattgestrichenen Hauptamtlichen.

    Die Bundesspitze der SPD hat in der Tat alles mögliche getan, um Wähler und Mitglieder zu vergraulen. Die SPD iat aber mehr als die Bundesspitze und die Parteibeamten.

  7. Chris sagt:

    Jetzt kommt die Mär von der Basis wieder, ich fasse es nicht… 😀

  8. Tim sagt:

    Die Internet-Aktivitäten sind ein Spiegelbild der Offline-Kampagne — und zeigen das Bid einer Partei, in der schon jetzt fast 50% der Mitglieder 60+ ist, obwohl Jusos Zwangsmitglieder der Partei sind.

    Was kann man davon erwarten? Progressive Programme, erfrischende Kampagnen, Beschäftigung mit den Erwartungen der Wähler und eine Auseinandersetzung mit einem politischen Gegner, der die einzige Hoffnung darstellt, mitzuregieren, weil «Opposition Mist hoch drei» wäre? Oder gar die Nutzung der partizipatorischen Möglichkeiten des web2.0?

    Um es mal demographisch zu betrachten: Wenn die SPD zu einer echten Alternative werden will, würde das möglicherweise 10 Jahre brauchen. Das sprengt den Zeithorizont der überalterterten Mitgliederschaft und fände nie eine Mehrheit in der Partei. Vergesst die SPD. Seht zu wie wir neuen Parteien und Organisationsfprmen zu mehr politischer Durschsetzungskraft für unsere Ideen und für unsere Zukunft verhelfen können.

  9. Stephan sagt:

    SPD, CDU/CSU, FDP…alles eine Einheitsmasse, die dem Guttenberg’schen Taktschlag bedingungs– und hirnlos folgt. Welche Alternative zu unserer obersten Angestellten A.Merkel bietet Steinmeier? Keine. Außer dass er männlichen Geschlechts ist. Ansonsten wollen doch alle nur Kontrolle, Macht und Machterhalt. Wozu eine Wahl wenn die Wahl «entweder» heißt und das «oder» sich als «entweder» entpuppt? Selbst wenn die SPD gewinnen sollte (träumen ist ja noch erlaubt) wird sich das für den Bürger/Wähler genauso anfühlen, als ob schwarz-gelb, schwarz-rot-grün, rot-grün-gelb oder wie auch immer an der Macht ist. Die Agenda 2010 zeigt die Richtung und unsere Politiker folgen. Kreativität, eigenständiges Denken, Risikobereitschaft? Komplette Fehlanzeige. Wir werden noch die verlängerte Werkbank von China mit den höchsten Konsumpreisen in Europa werden und uns vor lauter Existenzsorge nicht mal mehr zur Demo auf die kameraüberwachte Strasse trauen. Und die SPD (ich wähle sie seit fast einem Vierteljahrhundert) läßt die Basis und den Bürger im Stich. Traurig traurig.

  10. Sami sagt:

    Gibts eigentlich mittlerweile ein offizielles Diskussionsforum der SPD?
    Auf die schnelle hab ich nix gefunden.
    Und wie schauts bei den anderen Parteien aus? Bei der CSU hab ich vor ner Weile mal nachgefragt, aber die haben ihr Forum vor zwei Jahren geschlossen.

  11. phoibos sagt:

    sacht ma, watt ham die der taz ins trinkwasser gerührt? die sind heute ja so voller pro-spd… *brrrr* und dann auch noch zum steini-girl (irgendwas muss wohl wirklich im berliner trinkwasser sein) zu verlinken… grauslich. politik ist kein event, politik sollte reales leben sein.

    ist das der vielbeschworene webzwonull-wahlkampf? da haben aber ein paar leute das falsche geraucht…

  12. […] auf den Zustand dieser maroden Partei. Es ist ein Artikel, den man unbedingt gelesen haben sollte (via). Es gibt gleitende Arbeitszeit im Willy-Brandt-Haus, die beim Rein– und Rausgehen elektronisch […]

  13. Bilbo47 sagt:

    Es will mir nicht in den Sinn warum man (mal wieder) so viele verschiedene Gesichtspunkte zu einer Melange braut die mMn in keinem Zusammenhang steht. Will man nur über die SPD herziehen? Warum schwer wenns auch einfach geht.

    Anstatt sich selber Gedanken zu machen, einzubringen, konstruktiv zu sein — werden lächerlich selbstgerechte Artikel zum Anlass genommen um dem zur Zeit herrschenden Mainstream (SPD Bashing) hinterherzulaufen.

    Es wäre wünschenswert sich selbst in die Lage des anderen zu versetzen bevor ich über irgendetwas urteile. Da man ja nie nicht in die Lage kommen wird sich mit einigen Themen auseinander zu setzen, ist es sehr leicht einen solchen Artikel zu verfassen. Traurige (internet-)Diskussionskultur.

  14. Chris sagt:

    @Joghurt-Zottl: Diese Bauchschmerzen kenne ich. Vielleicht als Erststimme den grünen Kandidaten hier, der ist noch jung und «unverbraucht»…

    @phoibos:

    sacht ma, watt ham die der taz ins trinkwasser gerührt? die sind heute ja so voller pro-spd… *brrrr*

    Ja, die taz ist leider nur noch in Ausnahmsfällen zu lesen…

    @Bilbo47: Du bist ja witzig. 😀

    Wieso sollte ich mich in eine eine zutiefst, von der Basis bis zur Parteispitze, asozialen und neoliberalen Partei einbringen. Ne, nicht wirklich… 😉

  15. Bilbo47 sagt:

    Was ist daran asozial in der Großen Koalition dafür zu sorgen dass der Kündigungsschutz nicht angetastet wird, dass die Zuschläge für Sonn– und Feiertagsarbeit nicht abgeschafft werden, dass die Altersvorsorge nicht 100%ig privatisiert wird und und und? Über das Arbeitnehmerentsendegesetz wurden etliche Branchen einem Mindestlohn zugeführt den es ohne die SPD nicht gegeben hätte und noch vieles mehr.

    Es ist nicht so dass bei denen alles rund läuft, wo tut es das schon?- aber wenn ich es mir aussuchen kann dann nehme ich lieber die SPD als schwarz gelb.

    Und auch wenn man nicht einer Partei angehört (wer ist das heutzutage schon noch) kann man, bevor man urteilt, erstmal selbst nachdenken. Bei der heutigen Medienlandschaft kann ich schon verstehen wenn man keine offenen Foren etc. zulassen möchte. Jeder weiß dass die Hemmungen im Netz zu schreiben bei vielen sehr niedrig sind und des öfteren geistiger Dünnschiss produziert wird. Welche Partei soll denn die Manpower haben die Beiträge vorab zu kontrollieren? Denn wenn sie das nicht tut stürzen sich die Medien auf jeden Halbirren der Schrott schreibt und stellen dass als Mehrheitsmeinung der Partei wider.

    Wie sollte also ein guter webzwonull Auftritt (egal welcher partei) aussehen damit die Netzelite zufrieden ist und allen Ansprüchen gerecht wird?

  16. Oliver sagt:

    >Wie sollte also ein guter webzwonull Auftritt (egal welcher partei) aussehen damit die Netzelite zufrieden ist und allen Ansprüchen gerecht wird?

    Vielleicht indem man einfach erst einmal seine Hausaufgaben macht, ist in der Politik ebenso usus lieber «Parteisoldat». Immer schön stramm marschieren im Gleichschritt.

  17. Chris sagt:

    @Bilbo47: Und im Himmel ist Jahrmarkt. 11 Jahre sozialer Verwerfungen liegen hinter uns, und da sollen ein paar Wahlkampfaussagen für bare Münze genommen werden? Ich bitte Dich. Die Menschen mögen manchmal blind sein, sie können aber im Dunkeln sehen…

    Wie sollte also ein guter webzwonull Auftritt (egal welcher partei) aussehen damit die Netzelite zufrieden ist und allen Ansprüchen gerecht wird?

    Da gäbe es viele Ansätze, aber möchte jemand professionell meinen Rat, würde das den einen oder anderen Euro kosten…

  18. […] F!mbr lese ich ja immer wieder gerne. Umso netter das zwei meiner Satire Bilder da in einem Artikel gezeigt werden. Dankeschön! Aber ich sags trotzdem. Geht bitte […]

RSS-Feed abonnieren