Die geistigen Brandstifter der SPD…

ASPD Frosch | openclipart.org… mittlerweile unwählbar …

Schon gestern (Nacht) hatte ich über unsere gekaufte Justizministerin geschrieben (es wird interessant zu beobachten sein, welchen Job sie nachgeht, nachdem sie das deutsche Volk verkauft hat, sie wieder in die freie Wirtschaft wechselt). Heute wieder 2 neue Meldungen.

Zu jeder Zeit gab es in unserem Land geistige Brandstifter, im Regelfall übernehmen diesen Part die rechten Vollpfosten, ich denke da an Schönhuber, die NPD oder auch Freund Schill hier in Hamburg. Nachdem es ruhig um diese netten Mitmenschen geworden ist, übernimmt diesen Part nun — und das beobachte ich mit Entsetzen — nicht die Union, nein die SPD.

Finanzminister Peer Steinbrück hat sich mit dem — seit Chefredakteur Aust das Ruder übernommen hat — rechtschaffenden SPIEGEL unterhalten:

Wenn wir alles so lassen, wie es ist, fährt der Sozialstaat in zehn Jahren gegen die Wand

[…]

Ja, ich gehöre zu denjenigen, die sagen: Wenn jemand ein-, zwei– oder möglicherweise dreimal einen angebotenen Job verweigert, dann muss das Folgen haben. (Quelle dieses geistigen Dünnschisses)

Im ersten Satz müssen wir die gesamte deutsche Volk wieder verängsteigen, um im nächsten Satz den Schuldigen zu präsentieren: Die sozialschmarotzenden Hartz IV-Empfänger (nebenbei: FOCUS von heute: Der tiefe Fall des Peter H.). Reine Polemik, ohne jeglichen Beweis, Freund Clement hat jahrelang ins selbe Horn geblasen, nicht eine einzige Statistik, die untermauert, wieviele Jobs angeboten werden, wieviele verweigert werden.

Die Arbeitsverweigerer, die für das kpl. Elend unseres Landes die Verantwortung tragen, naja vielleicht hat er ja auch recht. Ich kenne einen Fall, wo 100% der angebotenen Jobs abgelehnt wurden. Ein sehr guter Freund war knapp 3 Jahre arbeitslos. In dieser Zeit wurde ihm 1 (in Worten: E I N) Job angeboten — irgendwo im bayrischen Wald in einem Beruf, in dem er bis dahin so gut wie keine Erfahrung gemacht hatte. Da hat es dieser Sozialschmarotzer einfach abgelehnt, aus Hamburg in den Süden zum Vorstellungsgespräch zu fahren — das geht nun wirklich nicht.

Das fatale ist, diese Lüge / geistige Brandstiftung von es gibt 5 Mio. Arbeitsverweigerer in unserem Lande scheint zu funktionieren. In der arbeitenden Bevölkerung ist das Groß der Meinung, die sollen aufhören zu jammern, und arbeiten gehen, dann gehts uns allen wieder besser. Nur irgendwann lässt sich die Mär nicht mehr aufrecht erhalten, und dann können solche Volksdeppen wie Steinbrück nicht mehr damit rechnen, nur aus dem Amt gejagt zu werden.

Einen weiteren Fall der neuen rechten SPD geschah unter Ausschluß der Öffentlichkeit — aus Datenschutzgründen tagte das Berliner Abgeordnetenhaus hinter verschlossenen Türen. Worum es ging? Um die türkische Familie Aydin:

Das Handelsblatt zur Familie Aydin:

Der Fall der Familie hatte bundesweit Aufsehen erregt. Während drei Schwestern im Alter von 15, 17 und 19 Jahren wegen guter Integration vorerst in Deutschland bleiben können, sollen die Eltern und vier kleinere Geschwister nach jahrelangem Rechtsstreit in die Türkei ausgewiesen werden.

Der Tagesspiegel schreibt aktuell:

Ein Parlament, das kneift. Das Berliner Abgeordnetenhaus debattiert über das Schicksal der Familie Aydin — hinter verschlossenen Türen. Nein, Erkenntnisse, die der zur Ausreise in die Türkei aufgeforderten Familie schaden könnten, kamen nicht zu Sprache. Man wollte vielmehr unter sich sein.

Zum Schluß die Welt:

Die kurdische Familie Aydin muß Deutschland höchstwahrscheinlich verlassen. Der Petitionsausschuß des Abgeordnetenhauses hatte sich gestern überraschend gegen ein Bleiberecht für die gesamte Familie ausgesprochen. Damit unterstützt das Gremium die Haltung von Innensenator Erhart Körting (SPD).

Mit einer sehr knappen Mehrheit hatte der Ausschuß nach langer Diskussion vor allem mit den Stimmen der SPD und der CDU für die Abschiebung votiert. Lediglich die drei älteren Schwestern im Alter von 15, 17 und 19 Jahren sollen hier ihre Ausbildung beenden dürfen, die Eltern und vier weitere Geschwister sollen nach jahrelangem Rechtsstreit in die Türkei zurückkehren.

Ich habe in den letzten Wochen öfter geschrieben, dass durch unser Land ein Rechtsruck gegangen ist, wie soll es auch anders sein, wenn dieser Rechtsruck von links heraus selbst kommt: Von der neuen rechten SPD, getrieben vom BILD-Freund Stefan Aust an der Spitze des SPIEGELs — okay, einfach dargestellt, aber ich darf das. 😉

Update:

Ein weiteres Beispiel, wie Politik mit Bürgern umgeht, und btw. vor 10 Jahren hätte der SPIEGEL mit diesem Skandal der Schwatten aufgemacht…

13 Antworten zu “Die geistigen Brandstifter der SPD…”

  1. Oli sagt:

    Man kann auch behaupten Deutschland wurde nie entnazifiziert, das zeigte schon das es gewisse Leute schafften selbst Ämter wie das Bundeskanzlers, Bundespräsidenten zu besetzen in den Anfangszeiten der Republik.

    Kurt Georg Kiesinger … selbstredend entlastet.

    Karl Carstensschwamm drüber, irgendwas mit SA und NSDAP.

    usw.

    Natürlich beschuldige ich hier keinen, alle Republikshelden sind entlastet und wir haben auch keinen Rechtsruck — Chris polemisiert nur mal wieder, tatsächlich kann er die Nuancen zwischen konservativ, demokratischer und rechter Haltung nicht unterscheiden 😀

    Man findet recht viel, man muß nur ein wenig im Dreck wühlen …

  2. Chris sagt:

    Ich bin halt nur dummer Bürger. 😉

  3. Björn sagt:

    Nur mal zwei Dinge zum deutschen Rechtsstaat. Denke seit langem darüber nach, darüber mal ausführlicher zu schreiben:

    a.) Helmut Kohl. Um mal Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Bis zu drei Jahre Haft für Raubkopierer, aber jemand der im höchsten Amt der Republik (und ja, formell ist Präsi höher, aber bleiben wir mal ehrlich) der Bestechlichkeit verdächtigt wird und nicht mit den Behörden kooperiert, weil er sein «Ehrenwort» gegeben hat, dem geschieht nichts? Passt schon.

    b.) Freedom of Information Act. Die Amis haben ihn. Die Briten haben ihn. Trotz Krieg gegen den Terror. Und, was ist in Deutschland? Da kann man den Bürgern nicht weit genug trauen um ihnen Informationsfreiheit und eigene Recherchefreiheit zuzugestehen. Dafür ist der Staat zu labil, dafür sind die Bürger zu vertrauensunwürdig. Auch klar. Aber ich soll euch Flachköppern in der Regierung blind vertrauen.

    Ich glaube ja immer noch an Demokratie, in vielerlei Hinsicht an die idealisierte Form der frühen USA und Alexander de Tocqueville, aber nicht mehr an das Monster das wir uns hier in Deutschland zugelegt haben…

  4. Oli sagt:

    Die USA kann man nicht vergleichen, wir hatten hier nie eine wirklich freiheitsliebende Bevölkerung die für ihre Freiheit tatsächlich kämpfte — irgendwie wurde es immer von oben herab verordnet.
    Wie oft schauen wir gen USA und lachen über deren seltsamen Auswüchse, allerdings werden diverse Auswüchse dort auch oft wieder gekippt eben ob der freiheitlichen Grundhaltung.
    In keinem Land existiert Utopia, doch hier in diesem Land? Keine Ahnung wie man das bezeichnet …

  5. Falk sagt:

    «…wir hatten hier nie eine wirklich freiheitsliebende Bevölkerung die für ihre Freiheit tatsächlich kämpfte…»

    Das ist soooooooooooo nicht ganz richtig … ich kenn da einen Bruchteil von sagen wir mal, jetzt annektierten 16 Millionen, die schonmal für ihre Freiheit gekämpft haben und vom Regen in die Traufe kamen.

  6. Oli sagt:

    Ach du meinst die ehemalige DDR? Nein nicht wirklich «wir sind das Volk» zählt da nicht viel. Wäre Gorbatschow der Hardliner gewesenen, nun ich erinnere mal an den Prager Frühlung …
    Wenn ohnehin schon alles im Eimer ist und die Unterstützung des großen Bruders ausbleibt, ist das nicht mehr wirklich irgendetwas in der Art von einer Revolution.
    Die Menschen die wirklich Mut zeigten flüchteten zuvor, teils mit kompletten Familien — recht wenig im Verhältnis betrachtet aber aus dem Stoff der echte Revoluzzer macht.

  7. Falk sagt:

    Ja und nein — das sollte man schon doch etwas differenzierter betrachten. Das die gesamtpolitische Situation dann geschaffen dafür war, das man rebellieren konnt, heisst ja nicht, dass es diese nicht auch schon vorher gab. Und es gab sie, auch wenns ungemein schwerer war und auch (aufgrund staatlicher Zensur!) kaum die Medien in der «westlichen Welt» erreichte. Bin ja sozusagen ein Insider :)

  8. Falk sagt:

    Nachtrag: Man könnte auch sagen, die Menschen die noch mehr Mut zeigten blieben und versuchten die Situation zu ändern. Kann man nämlich auch so sehen.

  9. Oli sagt:

    Ja kann man, meine Oma — alleinerziehend — z.B. zeigte gegenüber ihrem Sohn Verantwortung und wollte eine bessere Zukunft für diesen als in diesem Regime.
    Die dort blieben arrangierten sich gut, hinterher in der BRD wandelten sich viele vom Saulus zum Paulus — auch in der Politik. Soviel dazu, irgendwelche Ex-DDRler die sich jetzt dadurch getroffen fühlen … das ist auch so beabsichtigt und unterstützt meine allgemeine Aussage -> der Deutsche ist Obrigkeitshörig, arrangiert sich lieber anstatt aufzumucken. Das ist ein roter Faden der sich durch viele Jahrhunderte hindurch zieht.
    Über das was wir hier kleinbürgerlich «diffrenzieren», lacht man in anderen Ländern zu Recht.
    Ich nehme mich davon gar nicht aus, es ist schwer — man wird hier zum konservativen Spießbürger erzogen. Ok einige denken schon mal anders — me too 😉 — ob sie auch alle im Fall der Fälle anders handeln ist mehr als fraglich.

    Insofern, forget it — willst du etwas anders haben, raus aus dem Land — ansonsten Klappe halten, ducken, mitmarschieren …

    Polemisch, realistisch oder auch blöd — egal wie man meine Aussage auch interpretiert man muß nur genügend «differenzieren» dann «stimmt» das Weltbild wieder :)

  10. Falk sagt:

    «…ansonsten Klappe halten, ducken, mitmarschieren…» und genau das möcht ich halt ungern, auch wenn der Blick immer öfter nach Norden geht. Schon wegen der Kinder — denn da geb ich dir vollkommen recht, die haben was besseres verdient, als diese Zustände in diesem unserem Land. Allerdings tun sich viele Alternativen nicht wirklich auf und manchmal gibt es eben auch Begleitumstände, die einem zum Bleiben zwingen. Btw. hab ich bis 1997 in Sachsen gelebt, sprich ich bin auch nicht sofort in den «Westen» als es problemlos möglich war. Meine Intention war auch da, dass ich dort etwas ändern oder bewegen kann, wenn ich nur möchte. Und viel hat sich an dieser Einstellung seitdem nicht geändert.

    Allerdings muss ich auch wiederum zu dem Ursprungsthema sagen, dass viele diese Problematik wahrscheinlich gar nicht so wahrnehmen werden und eben lieber ihre Klappe halten und sich arrangieren. Zensur findet schon immer statt und wird nur jetzt wieder intensiviert, aus welchen Gründen auch immer.

  11. Oli sagt:

    Nehmen wir mal an es gibt 200 Blogger die darüber Zetern, dazu die ganzen Stammleser — wieviel bleibt wohl über von knapp 80 Mio Menschen? Allenfalls ein Witz …
    Ich hab jetzt von dir nur ein Bild irgendwo vor Augen, auf dem sahst du nicht derart alt aus 😀 — ich denke mal die Frage erübrigt sich wahrscheinlich bei dir ob du vor dem Mauerfall «rübermachen» konntest — ebenso wie bei allen «Spätgeborenen». Die Verantwortung lag bei den «Altvorderen» die Jahrzehnte mitmischten, duckten etc.
    Nichts gegen die Ex-DDRler, sind schließlich alles Deutsche — und schon kann ich wieder den Bogen zum Ausgangsthema spannen 😀

  12. Falk sagt:

    Ich verrats dir — Baujahr 71 und wohl durchaus Mitte der 80iger schon mit eigenständigen Ambitionen :) So jung wie ich auf den Fotos wirke bin ich nicht mehr wirklich. Gut gehalten gelle …

    Aber was wahres ist dabei, allerdings hatte ich in Gestalt meiner Mutter und meines Onkels in dieser Thematik die absoluten Gegensätze.

    Und politisch muss ich sagen, man schimpft allenthalben über die damalige Regierung in der DDR, aber wenn ich mir das jetzt hier so anschaue … so groß ist der Unterschied nicht wirklich, außer eventuell wer die Politik bestimmt. Damals wars halt der große Bruder im Osten und jetzt sind die großen Brüder überm Atlantik. Das Schema ist das selbe und wurde von Marx damals auch wirklich in großen Teilen korrekt aufgearbeitet. Ich geh nicht ganz so weit, das ich die Menschenverachtung von damals mit der heutigen gleichsetze, allerdings scheint es mir, dass man das Volk hier nur noch als Erfüllungsgehilfen für die nächste Wahl benötigt. Und das achtet den Bürger als solchen gleich gar nicht mehr. Nicht zu sprechen von der Tendenz auch die Politik ausländerfeindlich bis fast rassistisch ausschauen zu lassen, indem solche Dinge wie mit der Familie Aydin passieren.

    Alles in allem derzeit kein wirklich gutes Bild.

  13. Oli sagt:

    Hey ich bin auch 71er, ich erachte das als jung 😀

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