Die evangelische Kirche

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat das Internet für die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher verantwortlich gemacht.

heise online

Wieso sich der Mann zu dieser Äußerung veranlaßt sah, braucht man wohl nicht näher zu erläutern. Interessant dabei, das es ein evangelischer Kirchenvertreter ist, also einer von diesen die da eigentlich anders denken sollten als ihre katholischen Glaubensvertreter. Gegen was kämpfte Luther u.a. nochmal an und warum hatte die katholische Kirche damals soviel Angst? Ja genau vor Wissen, deswegen hielt man die Liturgie in der Kirche auch in Latein ab und die Bibel gabs ebenso wenig in Deutsch. Nicht das ob Luther nun viele Leute die Möglichkeit besaßen diese zu lesen, da mangelte es grundlegend schon mal an der Fähigkeit überhaupt zu lesen, aber immerhin bestand nun die Option.
Das Internet ist auch ein Wissenspool mit positiven als auch negativen Seiten, Information kann auch mißbraucht werden, statt gegen das Internet zu wettern, sollte man Zensur verdammen und darauf hinarbeiten Jugendlichen einen mündigen Umgang mit eben diesen Informationen zu vermitteln. Folge ich der Logik müßte ich das alte Testament als Urübel für jegliche Gewaltbereitschaft ausmachen, den Problemlösungen dort, sind immer gewaltätig! Aber auch damit hat die evangelische Kirche seit jeher kein Problem, man pickt sich die Rosinen heraus und verleugnet den Rest :)

5 Antworten zu “Die evangelische Kirche”

  1. Chris sagt:

    Amen.

    Und dann wundern sich die Kirchen, dass ihnen die Betbrüder ausgehen…

    Unfassbar…

  2. Grainger sagt:

    Ob nun die katholische oder die evangelische Kirche oder irgendeine der vielen christlichen Sekten:

    die picken sich aus der Bibel doch alle immer genau das heraus was ihnen gerade in den Kram passt.

    Manchmal wollen sie irgend etwas wortwörtlich so verstanden wissen wie es angeblich in der Bibel steht (die ja selbst wiederum vor Übersetzungs– und Interpretationsfehlern nur so wimmelt), ein anderes Mal soll etwas (vielleicht sogar die gleiche Textpassage) nur als Gleichnis verstanden werden.

    Wobei diese Geschichte mit den Gleichnissen ohnehin jeder interpretatorischen Willkür Tür und Tor öffnet, da kann dann jeder alles hinein lesen.

    Da das aber auch wiederum nicht so sein darf nehmen die Vertreter der jeweiligen Kirchen oder Sekten für sich in Anspruch als einzige die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und das deshalb sie (und nur sie) die jeweils einzig richtige Interpretation liefern.

    Alles Humbug.

    Icg bib dafür Deutschland zur religionsfreien Zone zu erklären, Religionsfreiheit laut Grundgesetz bleibt natürlich erhalten, aber alle religiösen Organisationen aller Glaubensrichtungen verlieren ihren gemeinnützigen Status (der zumindest heutzutage ohnehin nicht mehr gerechtfertigt ist) und werden als das behandelt was sie in Wirklichkeit sind:

    auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Wirtschaftsunternehmen mit den gleichen Rechten und Pflichten wie alle anderen Unternehmen in Deustchland.

    Also kein Sonderstatus mehr im Steuer– und Arbeitsrecht, keine erlaubten Diskreminierungen mehr (das relativ neuen Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz enthält hier schon wieder Ausnahmeregelungen für die Kirchen), usw.

    Und natürlich darf der Staat keine Steuern mehr für die Kirchen eintreiben.

  3. maloXP sagt:

    Mir ist gestern auch die Hutschnur geplatzt, als ich das gelesen habe. Was für einen Unfug dieser Huber — wie üblich — von sich gibt!
    Ein Trägermedium für Verbrechen verantwortlich zu machen… Ja sicher, und am 11. September waren die Flugzeuge schuld. Es sind immer noch die Menschen, die gewalttätig sind und es gibt Gründe dafür. Die sind nur nich so leicht zu fassen.
    Das jetzt auch die ev. Kirche in die Sündenbocksuche für Emsdetten einsteigt, Mann Mann…

  4. Oli sagt:

    @grainger

    Ob nun die katholische oder die evangelische Kirche oder irgendeine der vielen christlichen Sekten:

    die picken sich aus der Bibel doch alle immer genau das heraus was ihnen gerade in den Kram passt.

    Ich meinte noch nicht einmal verdrehen. Das machte Luther schon bei dem beliebten und völlig falschen Spruch «Auge um Auge, Zahn um Zahn» — was ihn da ritt, soll nun hier kein Thema sein, aber es Stand Absicht dahinter, um eine andere Glaubensgemeinschaft zu defamieren.

    Im evangelisch/protestantischen Bereich, werden bestimmte Dinge einfach geleugnet — zwar hat man den gleichen Ursprung, damit man aber nicht in Erklärungsnot gerät geht man hin und na na na, kenn ich nicht.
    Ist auch egal, der Anspruch gegenüber den Erzkonservativen Seelenjägern war jedoch mal ein anderer und heute spricht man mit gleicher Stimme. Man tanzt halt nur beim Ritus anders und kann deswegen nicht wirklich mit den Katholiken, alles andere ist vorgeschobener nonsense.
    Und wie man sieht, die Säkularisierung fand nie wirklich statt, mit einem Bein steht die Kirche überall im Staat, ja gar bei einigen Aufsichtsräten etc.

  5. Grainger sagt:

    Und wie man sieht, die Säkularisierung fand nie wirklich statt, …

    Zu dem Schluß bin ich mittlererweile leider auch gekommen, eine wirklich konsequente Trennung zwischen Kirche und Staat hat in Deutschland nie stattgefunden.

    Das ist aber meiner Meinung nach dringend notwendig, nicht das Deutschland nicht auch noch andere Probleme hätte, aber inzwischen schieben wir so viele Probleme ungelöst vor uns her.

    Reformen finden ja tatsächlich auch keine statt, alles nur Flickschusterei an den Symptomen, an die Ursachen will man wohl auch gar nicht ran.

    Und die Kirchen sind imho ein Bestandteil des Problems und ganz gewiß nicht Teil der Lösung, nur wollen das die meisten einfach immer noch nicht wahrhaben.

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