Die dunkle Seite der Macht

Bulo

DWDL berichtet:

Der Markt der Branchen-Informationsdienste ist in Bewegung und wir bewegen uns mit: Das Medienmagazin DWDL.de und das Münchener Kommunikationsmagazin Clap haben eine umfangreiche Kooperation vereinbart. Das wird ein Spaß.

Humor trifft Ernst: Clap und DWDL.de kooperieren

Ich habe DWDL mal regelmäßig gelesen — damals, als es noch ein Forum gab, als man als Leser noch das Gefühl hatte, eine eher familiäre Seite zu betreten. Die Zeiten sind lange vorbei. Mich als regelmäßigen Leser hat das Magazin spätestens verloren, als man dort mit dem Werbevermarkter Orangemedia gemeinsame Sache machte — eine derart überfrachtete Werbeseite hatte ich vorher nur auf Beepworld gesehen. Das war mehr als peinlich — und ein Zumutung für die Leser. Es war damals ein Rückschritt ins Web 0.0. Dann war da die Geschichte beim letztjährigen Grimme — kein Kommentar mehr über diese peinliche Posse. DWDL findet daher nur noch beim Überfliegen der Headlines in meinem Feedreader statt — einmal im Monat findet sich dort vielleicht noch ein interessanter Artikel. Manchmal schreibe ich DWDL noch an — irgendwo bin ich halt ein treue Seele. Aber auch diese Geschichte beweist, zu was man aus Werbegründen bereit ist–

Nun habt ihr also den Bulo auf Eure Seite geholt. Bulo als neuer Anakin Skywalker? Der altehrwürdige Kress-Report, nun DWDL. Kein Wunder, dass alte Weggefährten Sie ein wenig vermissen, Herr Bulo. Und ja, das ist kein Scherz — die liebste aller anonymen Bloggerinnen und Ihr größter Fan haben Sie in den letzten Wochen Monaten vermisst, auch wenn es immer wieder Zeichen gab, dass Sie uns doch nicht vergessen haben. Herr Bulo — wenn Sie in ein paar Jahren mal die Medienwelt erobert haben, von Sandra Maischberger ein halbes Jahr begleitet und interviewt werden, ich hoffe, Sie denken noch ein wenig zurück, damals an F!XMBR und an die Lanu. Wir werden Sie nicht vergessen. *schnief*

Verfremdung mit ausdrücklicher Genehmigung von Bulo. sollte jemand auf ähnliche Ideen kommen wollen, bitte dort nachfragen.

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11 Antworten zu “Die dunkle Seite der Macht”

  1. Thomas sagt:

    Hallo Chris,

    also mal abgesehen von der Peinlichkeit mit dem GOA im vergangenen Jahr, die man nicht ungeschehen, sondern nur künftig verhindern kann, finde ich den erhobenen Vorwurf wegen der Werbung wirklich völlig daneben. «Wozu wir aus Werbegründen bereit sind», ist auch völliger Unsinn, weil das nun mal eine unglückliche Situation war, die von niemandem bewusst herbeigeführt wurde. Und davon abgesehen zeugt es doch dann von erschreckend wenig Verständnis von wirtschaftlichen Dingen, wenn Du annimmst, dass man offenbar von Luft und Liebe allein leben kann. Ich bin sehr stolz auf mein Team und die Tatsache, dass wir von unserer Arbeit leben können. Nostalgie in allen Ehren: Wenn sich immer mehr Menschen für das interessieren, was wir machen, dann werden wir das sicherlich nicht für Chris verhindern. Wir freuen uns darüber. Und fehlerfrei ist niemand. Deswegen bin ich zumindest froh, dass Du uns auch künftig kritisch im Auge haben wirst. Wer in der Öffentlichkeit kegelt, muss damit rechnen, dass andere die Punkte zählen. Nur die Kritik muss sachlich bleiben 😉 Soviel von mir an dieser Stelle. Konstruktiven Diskussionen bin ich immer aufgeschlossen Gegenüber. Gerne per Telefon oder persönlich.

  2. Chris sagt:

    Okay, der Satz mit den Werbegründen mag zu polemisch sein — dennoch: Mit geht dieses Zappeldiwink völlig auf die Nerven. Ist nunmal so. Das hat dann auch nichts mit Unkenntnis mit wirtschaftlichen Zusammenhängen zu tun — das muss man mir als BWL’ler nicht wirklich sagen. Es hat schlicht und ergreifend mit meinem Empfinden und meiner Einstellung zum Internet zu tun.

    Ich mag es nicht, fertig. Wenn Ihr damit leben könnt — bitte sehr. Das läuft aber dem ursprünglichen Gedanken eines Wissensnetzes, dem Austausch von Gedanken, Wissen nichts mehr zu tun. Goldgräber haben in den vergangenen Jahrhunderten viel zerstört, so auch das Internet.

    Weißt, wir könnten hier mit F!XMBR sicherlich den einen oder anderen Euro verdienen (Zahlen um die Bots bereinigt, wobei die letzte Woche von den Zahlen her schlecht war) — doch wir haben uns dagegen entschieden. Ist wohl eine Einstellungssache. wobei ich manchmal denke, das Internet ist eh so verkommen, lass uns mitmachen…

  3. Thomas sagt:

    Der Vergleich mit Fixmbr.de soll doch jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint sein: Wir arbeiten hauptberuflich an DWDL.de und weder die Kollegen noch ich können von Luft und Liebe allein leben. Werbung an sich ist nicht verwerflich. Es wäre nun wirklich wieder völlig absurd, wenn man denen, die Geld investieren bzw. hauptberuflich daran arbeiten, vorwirft, dass sie davon leben wollen können. Allein die Notwendigkeit dieser Erklärung hier ist doch schon irrwitzig.

    Ich stimme Dir zu: Zuviel Werbung ist nicht gut. Aber deswegen nehmen wir das ja auch verstärkt selbst in die Hand. Denn wenn Du den von Dir polemischerweise verlinkten Blogeintrag von Thomas Knüwer bis zu meinem Kommentar gelesen hättest, wüsstest Du auch, dass wir dieses Ereignis zum Anlass genommen haben, noch stärker in die Eigenvermarktung zu gehen, um uns mittelfristig von einer externen Vermarktungsagentur zu trennen.

    Nochmal zu DWDL.de allgemein: Da sind wir im Team sehr stolz drauf und ich persönlich freue mich auch, dass wir mehrere Kollegen und einige freie Autoren beschäftigen können. In einer Wunschwelt würde ich mir auch alles umsonst und werbefrei vorstellen. Nur in der Leben wir ja nicht. Also versuchen wir den richtigen Mittelweg zu finden. Du hast Recht, dass man dabei mal übers Ziel hinaus schießt. Aber wir sind auf einem guten Weg.

    Und über die Zusammenarbeit mit Peter und Daniel freue ich mich sehr. Sehr nette und kompetente Kollegen mit denen ich mich hervorragend verstehe.

  4. Chris sagt:

    Natürlich ist der Vergleich mit F!XMBR ernst gemeint. Ich wüsste nicht, warum ich Euch im Internet anders bewerten, beurteilen sollte, wie andere Seiten, die es nicht beruflich machen. Ich investiere sicherlich nicht viel Geld in F!XMBR, doch die Serverkosten müssen auch getragen werden, Oliver und ich stecken auch nicht wenige Stunden in diese Seite.

    Die Glücksritterei des Internets zerstört einen großen Teil vom Grungedanken — den des Wissensnetzes.

    Und ja, mit Peter und Daniel habt Ihr einen großen Fang gemacht… 😉

  5. Thomas sagt:

    Wenn ich woanders mein Geld verdiene, ist es keine große Kunst Geld in ein Webprojekt zu investieren. Deswegen ist der Vergleich albern. Wir arbeiten hauptberuflich an DWDL.de. Und da muss sich das eben letztlich rechnen. Es ist hat kein Hobby für nebenbei mehr.

    Schönen Abend noch,
    Thomas

  6. Oliver sagt:

    >Wenn ich woanders mein Geld verdiene, ist es keine große Kunst Geld in ein Webprojekt zu investieren.

    Sag das mal den Legionen von Nasen die sich auf der Gralssuche nach dem passenden Verkaufskonzept befinden. Es ist also anscheinend schon eine Kunst, Rückgrat zu besitzen. Es gibt viele Wege Geld zu verdienen, Werbung sollte dabei den geringsten Platz einnehmen.

    >Es ist hat kein Hobby für nebenbei mehr.

    Manches Hobby kann jedoch mehr sein.

  7. Bulo sagt:

    Klassenkameraden vergisst man nicht, Chris! … 😉

  8. Chris sagt:

    Das war schon cool… 😀

  9. Bulo sagt:

    Wart mal ab, wie cool erst das Klassentreffen im Oktober wird … 😀

  10. Hape sagt:

    «Werbung an sich ist nicht verwerflich»

    Das mag so stimmten, aber es handelt sich ja nicht um Werbung, sondern um Manipulation. Insofern ist die so genannte Werbung sehr wohl verwerflich. Man denke nur an all die Mädels (und Jungs), die sich aufgrund von gefotoshopten Bildern sowieso schon fast perfekter Menschen einem total verzerrten Schönheitsideal ausgestzt sind und sich diversen Essstörungen hingeben.
    Insofern: Werbung ja, wenn es sich um ein Bild des Produkts in neutraler Umgebung (damit sind nicht güldene Landschaften wie man sie z.B. in diversen Autowerbungen sieht) mit sachlicher Beschreibung handelt.

    Aber das ist ja sicher alles schon bekannt.

    Übringens war ich grad auf der DWDL-Seite und das erste was ich zu sehen bekam war ein wunderbares Layeradgedöns oder wie das heißt von der Telekom. Super.

  11. Oliver sagt:

    Was die Werbe-Fetischisten nicht verstehen (aus gutem Grund), sie sind schon unlängst weit über das Ziel hinausgeschossen. Manipulativ ist Werbung gemäß ihrer Natur, selbst das Werben um die Zukünftige ist manipulativ. Aber es ist das eine etwas anzupreisen, die guten Seiten besser darzustellen oder schlichtweg in demagogische Gefilde aufzubrechen. Und letzteres ist der Habitus der «heutigen» Werbung. Das ist jetzt allgemein gesprochen, DWDL interessiert mich ebenso wenig, wie die dort dargestellten Medien.

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