Die Doppelzüngigkeit der FAZ

FAZDie Dreistigkeit der FAZ kennt im Fall Jens Jessen keine Grenzen. Wir erinnern uns: Der Feuilleton-Chef der Zeit hatte ein Video-Podcast veröffentlicht, welches an einer Stelle durchaus diskussionswürdig war. Die Reaktionen, die Jessen daraufhin erhielt, waren fernab von Gut und Böse. Die kleinen, rechten Rassisten-Affen von PI boten im harmlosesten Fall an, ihn wie den Rentner in der U-Bahn zusammenzuschlagen. Manchen Kommentar bei diesen Verfassungs– und Menschenfeinden konnte man sogar als Mordaufruf interpretieren. Angetrieben, aufgehetzt wurde dieser dreckige Mob zusätzlich von manchen Kommentar in den etablierten Medien — wie zum Beispiel den des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher. In einem beeindruckendem Zusammenspiel mit der Schwesterpublikation BILD wurde auf die Ausländer gehetzt, hier insbesondere auf Jens Jessen, der einfach nur eine andere Sichtweise in die Diskussion bringen wollte. Wenn schon die SZ von skandalösen Sätzen des Herrn Schirrmacher spricht, wie müssen sich dann erst die Intelligenzallergiker von PI aufgestachelt gefühlt haben?

Nun könnte man meinen, dass nachdem sich der Herr Schirrmacher geäußert hat und die Diskussion auf eine neue Eskalationsstufe gebracht hat, man würde nun vielleicht ein wenig zurückrudern, sich vielleicht entschuldigen um so, wenn auch konservativ, den rechten, hetzerischen Weg wieder verlassen. Doch weit gefehlt. In einer selten gesehen Heuchlerei wurde heute ein weiterer Kommentar veröffentlicht, der mit Widerlich und totalitär überschrieben wurde. Ohne auf das eigene Versagen, das eigene Zünden der nächsten Eskalationsstufe der FAZ einzugehen, wird davon berichtet, dass die Reaktionen des PI-Mobs nicht mal mehr zu dokumentarischen Zwecken zitierbar seien. Damit hat man sicherlich recht — doch sind es die Geister, die ich rief. Die FAZ entwickelt sich zu Deutschlands qualitativ hochwertigster Tageszeitung — so PI in einem Artikel begleitend zur Berichterstattung der FAZ im Fall Jessen und Roland Koch.

Der Kommentar kommt im Folgenden zum Schluss, dass die politische Kultur bedroht sei. Der rechte Mob legt es gezielt auf Verletzungen des Persönlichkeitsrechts an — man bescheinigt den Damen und Herren Vollpfosten glatt rechtswidrige Inhalte. Auch da ist nichts gegen zu sagen — doch muss die Frage gestattet sein, inwieweit der Herausgeber der FAZ durch seinen Mist ebenso dazu beigetragen hat. Zur Klarheit, die vom Staat gefordert ist, gehört auch, dass man ausspricht, dass die Mischung aus Jugendkriminalität und muslimischen Fundamentalismus potentiell das ist, was heute den tödlichen Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts am nächsten kommt. So seine hochtrabenden Worte. Die NachDenkSeiten kommen zu dem Schluss: Schirrmacher vergleicht also tatsächlich die kriminellen Gewalttaten einzelner in Deutschland lebender Jugendlicher ausländischer Herkunft mit dem staatlich organisierten Massenmord Hitlers oder mit dem Archipel Gulag Stalins. Selbst Schirrmacher, hat größeren Schwachsinn, bis dato kaum von sich gegeben.

Abgeschlossen wird der Kommentar, und hier liegt meines Erachtens der Hase im Pfeffer begraben, mit einem typischen Angriff der alten, abhängigen Medien auf Internet und Blogs. Anhand der unfassbaren Reaktionen auf Jens Jessen zeigt sich, wie recht jene haben, die warnend auf die völlige Unkontrolliertheit von Internet und Blogs hinweisen, auf das krasse Missverhältnis zwischen identifizierbaren Autoren und anonymer Pöbelmasse. Die Geister, die man selbst (mit-) gerufen hat, nimmt man nun als Kronzeuge gegen das Internet, gegen die Blogs. Wenn man hier nicht eines der Leitmedien unserer Republik vor sich hätte, sondern eine kleine rechte Landpostille, würde man lächelnd darüber hinwegsehen. So wird der Bevölkerung aber wieder der Gedanke vom bösen Internet eingepflanzt — ein Internet, an dem man mittlerweile selbst partizipiert. Das, was FAZ, SZ und andere hier Woche für Woche dem Publikum bieten, schädigt den IT-Standort Deutschland bis in nächste Generationen hinein. Schon jetzt hängt Deutschland mindestens 10 Jahre hinter anderen Nationen hinterher. Begründen kann man das nur mit der Angst der alten Medien. Die Angst vor dem Neuen, vor den Anderen, die Angst, die Meinungshoheit zu verlieren. Pure, panische Angst. Man kann diese Angst fast schon greifen.

Und genau damit sind sie keinen Deut besser, wie der hetzerische, rechte Mob, den man so verteufelt. Auch dieser nährt sich ausschließlich aus der eigenen Angst.

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3 Antworten zu “Die Doppelzüngigkeit der FAZ”

  1. BlackVivi sagt:

    Und genau damit sind sie keinen Deut besser, wie der hetzerische, rechte Mob, den man so verteufelt. Auch dieser nährt sich ausschließlich aus der eigenen Angst.

    Pass bloss auf das die Antifa euren Blog nicht schließen lässt, immerhin stellst du jemanden auf die gleiche Stufe wie die Rechten und bist damit selber ein Nazi O___O!!! :3

    (Ist mal’n Kumpel von mir passiert und so.)

  2. Laura sagt:

    Als ich den Artikel in der FAZ entdeckt habe, war ich auch erstmal irritiert. Ich dachte schon, ich wäre in so einer Art Bizarrowelt gelandet, in der alles genau andersrum ist als in der unsrigen. Denn der FAZ-Herausgeber Schirrmacher war ja derjenige, der die Hetze angefangen hatte. Aber dann kriegte der Artikel ja doch noch die Kurve zum bösen Internet. Tolle Lösung: einfach Augen und Ohren zuhalten, damit man ja nicht sieht, wie es in unserem Land wirklich aussieht. Und wenn sich doch jemand traut, solche Kommentare zu veröffentlichen, gleich abmahnen (den Tipp an die Abmahnanwälte enthielt der Artikel ja auch noch). Da scheinen einige nicht so recht freiheitlich-demokratischen Grundordnung angekommen zu sein. Macht ja nichts, denn weil das vielen so geht, wird sie ja jetzt eh ausgehöhlt…

  3. Falk sagt:

    einfach Augen und Ohren zuhalten, damit man ja nicht sieht

    Das wirkt auf mich eher wie «Augen und Ohren zuhalten, um nicht gesehen zu werden»…Kindergarten halt.

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