Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft

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Screenshot: digitalegesellschaft.de

Markus Beckedahl und ein paar Mitstreiter haben in Berlin den Lobbyverband Digitale Gesellschaft gegründet. Transparenz, Offenheit, Miteinander — das, was das Internet in seinem Ursprung ausmacht, findet man aber bei der «Digitalen Gesellschaft» nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Intransparenz und ein Closed Shop sind die Grundpfeiler der selbsternannten Lobbyisten. Interessierte sind für «Zahlemann und Söhne», sowie für die alltägliche Arbeit eingeladen. Vielleicht kann man es polemisch in einem Satz zusammenfassen: Markus Beckedahl hat sein eigenes Kaiserreich geschaffen. Doch nicht nur das, es gibt weitaus mehr Kritikpunkte.

Ein U-Boot der Grünen?

Mit dem Aufkommen und dem Erfolg der Piraten haben die etablierten Parteien das Thema Netzpolitik über Nacht für sich entdeckt. Gerade die Grünen waren aufgeschreckt, schien man doch die Zeiten der Zeit verschlafen zu haben, obwohl es dort immer schon netzpolitische Bestrebungen gab. In Beckedahls Wirken auf netzpolitik.org schwang gerade bei den Kommentaren der Piraten häufig der Vorwurf mit, er sei Mitglied bei den Grünen. Beckedahl selbst hat dies selten erkennen lassen und in seinen Artikeln auch immer die Grünen kritisiert. Bei der «Digitalen Gesellschaft» aber muss man genauer hinschauen. Im Impressum finden sich drei Namen, so neben Markus Beckedahl auch Benjamin von der Ahe. von der Ahe war Parteipolitiker der Grünen, so kandidierte er bei der Europawahl 2004 auf Listenplatz 14 und war Landesschatzmeister in Berlin. Die dritte Person im Bunde: Markus Reuter. Reuter ist im Impressum der Heinrich Böll Stiftung zu finden. Bei aller Sympathie, die ich gegenüber den Grünen hege und pflege, fällt es spätestens an diesem Punkt dann doch sehr schwer, nicht mehr an ein grünes Projekt zu glauben.

Du kommst hier net rein

Das Internet ist immer am stärksten, wenn sich viele Menschen zusammentun. Sei es beispielsweise bei der Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung oder jüngst das GuttenPlag Wiki. Darauf verzichtet die «Digitale Gesellschaft». Es bleibt ein Closed Shop, mit wenigen Gründungsmitgliedern, Interessierte «dürfen» Geld spenden oder zuarbeiten. Die Entscheidungen trifft ein kleiner, elitärer Kreis um Markus Beckedahl. Beckedahl begründet dies damit, der Verein solle effizient und schlagkräftig bleiben, Dinge nicht zerredet werden. Der Gedanke dahinter ist klar erkennbar: Man verzichtet auf offene, demokratische Strukturen, im eigenen Fall stört eine Demokratie dann doch erheblich, «Demokratie my ass». Die eigene Macht und Stellung innerhalb des Vereins muss gesichert werden, darum kann und will man offensichtlich nicht anders verfahren. Diktatoren verfahren politisch durchaus ähnlich. Mit der Freiheit und den Möglichkeiten des Netzes hat die «Digitale Gesellschaft» nichts am Hut, auf Wikis und ähnliche Strukturen wird vollends verzichtet.

Ein Stoppschild liegt über dem gesamten Verein

Ursula von der Leyen hatte die Idee, kinderpornografische Seiten mit einem Stoppschild zu versehen. Die sogenannten Netzsperren wurden gerade von der Regierungskoalition zu Grabe getragen. Ähnlich zu der Idee der Netzsperren verfährt die «Digitale Gesellschaft». Offiziell treten laut Impressum bisher 3 Mitglieder auf: Markus Beckedahl, Markus Reuter und Benjamin von der Ahe. Alles andere bleibt im Dunkeln. Der Spiegel schreibt: «Einige davon wollen lieber nicht mit ihrem richtigen Namen mit der «Digitalen Gesellschaft» in Verbindung gebracht werden — der Arbeits– oder Auftraggeber könnten etwas dagegen haben.» Die «Digitale Gesellschaft» fordert (von der Politik) Transparenz, lebt aber das Gegenteil vor. Selten hat es einen intransparenteren Verein wie die «Digitale Gesellschaft» gegeben. Man kann nur vermuten, wer zu dem illustreren Kreis derer gehört, der demnächst über Geldspenden und andere Dinge entscheiden möchte. Ein guter Anhaltspunkt sind die ersten hochgeladenen Bilder der eher kindisch anmutenden Aktion #Warum? und die Zitate auf der Homepage. Dort finden wir unter anderem:

  • Johnny Haeusler
  • Ibrahim Evsan
  • Vera Bunse
  • Constanze Kurz
  • Jeanette Hofmann
  • Volker Gassner

Alleinvertretungsanspruch und Größenwahn?

Mit obigen Kritikpunkten könnte man leben — wen interessiert schon eine kleine Lobbyvereinigung mit 15–20 Mitgliedern (je nach Quelle)? Im Prinzip Niemanden. Mit dem Namen, dem eigenen Auftreten und den Interviews in den etablierten Medien durch Markus Beckedahl jedoch bekommt die «Digitale Gesellschaft» einen ganz fiesen Beigeschmack. Wir stehen nun vor der Tatsache, dass Markus Beckedahl und seine Mitstreiter für die digitale Gesellschaft, die Netizens, wie auch immer die Bezeichnung derer in der Vergangenheit lautete, die Bloggen, twittern, podcasten, am Netz partizipieren, «offiziell» sprechen. Das gesamte Auftreten Beckedahls und der «Digitalen Gesellschaft» hat ein Ziel: «Seht her, wir sind nun die Vertretung aller im Netz Aktiven und Ansprechpartner für die Medien.» Man kann dies durchaus anmaßend oder gar größenwahnsinnig nennen — die Realität spiegelt es aber nicht im Ansatz wieder.

Die «Digitale Gesellschaft» spricht für einen sehr kleinen Personenkreis, eben für Beckedahl und seine paar Mitstreiter. Die «Digitale Gesellschaft» spricht nicht für die Netizens, nicht für die deutschen Twitterer und auch nicht für die deutsche Blogosphäre. Sie sprechen einzig und allein für sich selbst. 15–20 Leute haben eine Webseite ins Internet gesellt und krakeelen rum, sie seien die digitale Gesellschaft. Ich habe gestern ein Telefonat geführt, indem mir von einer Person gesagt wurde, die selbst nicht bloggt oder twittert, «Ihr habt ja jetzt einen Klassensprecher.» Dagegen muss man sich wehren und sich mit aller Entschiedenheit von der «Digitalen Gesellschaft» distanzieren.

Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft. Es ist ein Closed Shop von ein paar Personen, die nur und ausschließlich für sich selbst sprechen. Wie das Finanzamt in Berlin einer derartigen Organisation die Gemeinnützigkeit anerkennen will, bleibt abzuwarten, ist aber zumindest fragwürdig. Die Medien indes, wird es kaum interessieren, haben sie doch endlich einen Ansprechpartner für das sagenumwobene Internet. Den infantilen Höhepunkt liefert dabei Johannes Kuhn von der SZ, der tatsächlich fragt: «Gelingt es den Machern nun, zur Interessensvertretung aller Internetnutzer zu werden?» Ich lasse den Satz einfach mal unkommentiert stehen.

Im Prinzip könnte die Gründung eines Vereins durchaus Sinn machen, nicht aber, wie es die «Digitale Gesellschaft» vorlebt. Sie verstößt gegen alles, was das Netz groß und liebenswert gemacht hat. Sie ist in der derzeitigen Form ein Sargnagel für die demokratische Struktur, die Offenheit, die Transparenz und insbesondere Meinungsvielfalt im Internet. Sie ist das Gegenteil dessen, was sie vorgibt, zu sein. Ein Wolf im Schafspelz.

Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft

Update: Informationen zu Markus Reuter hinzugefügt. Auch die dritte im Impressum der «Digitalen Gesellschaft» zu findende Person gehört zu den Grünen. Danke an den Hinweisgeber.

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64 Antworten zu “Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft”

  1. tante sagt:

    Es ist auch ein interessantes Gedankenexperiment wenn man statt Markus Beckedahl eine Firma an die Stelle des ganzen setzt.

    Was Beckedahl und seiner Firma hier als «ja am Anfang ist das notwendig, später wird alles besser» durchgehen lässt, würde bei nahezu jedem anderen zu einer öffentlichen virtuellen Kreuzigung führen.

    Das Heilsversprechen in der Zukunft, wenn man nur heute brav dazu bezahlt, kennen wir aber ja schon aus anderen Sekten …

  2. webrebell sagt:

    U-Boot — Treffer versenkt

  3. MickyHase sagt:

    Schön, das ihr auch keine Kaiser mögt. Selbst wenn der sich neue grüne netzpolitik Kleider zulegt.

    Diese digitale «geschlossene» Gesellschaft riecht recht seltsam. Das haben bisher ausser euch nur Stadler und MrTopf so formuliert.

    Tauss basht auf Twitter auch herum. :)

    fehlt nur noch das da auch die beiden ccc Faz Elitären Kurz + Rieger mitmachen…

  4. Anonymous sagt:

    Der Name «Constanze Kurz» ist auf der verlinkten #warum-Seite garnicht zu finden — alles andere hätte mich auch beunruhigt.

  5. Sie ist seit Start der Seite in den Zitaten zu finden.

  6. Fefe hat seit «Botnet», Beckedahl natürlich ebenso und nicht zu vergessen Spreeblick. Insofern wird bei diesen auch nie wirklich eine Welle losbrechen, egal welcher Ordnung die Facepalm auch ist. Wunder über Wunder, aber was aus dem Umfeld von rp entsteht, besaß schon immer fragwürdigen Charakter. Der Kongress des CCC geht ja seit einiger Zeit in eine ähnliche Richtung, war wohl nur eine Frage der Zeit, bis jene Vertreter unisono von ihren Träumen fabulieren. Resistance is futile, wer nicht in Zukunft der «digitalen Gesellschaft» angehört, der muß wohl oder übel analog sein. Eine andere Option ist dann wohl nur sich dem Post-Privacy-Totalitarismus hinzugeben. Schöne, neue Welt.

    Unsere Kritik an rp ist ja schon recht alt, die Liste der hörigen Netzwerker steigt jedoch stetig. Will halt jeder was vom Kuchen abhaben.

  7. […] Chris von F!XMBR hat die  neue Lobbyorganisation Digitale Gesellschaft einen “ganz fiesen […]

  8. Andi sagt:

    «Nicht allen gefällt das. Sascha Lobo, der zusammen mit Beckedahl das «Internet-Manifest» veröffentlichte, monierte auf der re:publica, die Organisation sei «plötzlich hochgepoppt», er habe davon «aus den Medien erfahren».»

    (taz.de)

    Da ist offenbar jemand etwas verschnupft darüber, dass in seinem Internetz etwas ohne seine Genehmigung passiert ist. Allein das macht es die Sache ein Bisschen wert, finde ich. Aber nur ein ganz kleines Bisschen.

  9. Chat Atkins sagt:

    Kurzum: eine digitale Freimaurer-Loge …

  10. vera sagt:

    Ich schreib bei mir nachher noch was dazu.

  11. Wobei diese sich heutzutage äußerst transparent verhalten ;-)

  12. Seraphyn sagt:

    Mir fehlt ein kleines Banner des Haus– und Hofzeichners von Fixmbr.de um sich von dieser Gesellschaft distanzieren zu können ;)
    Wäre eine nette geste, wenn man das in sein Blog setzen kann.
    Grüsse

  13. Otzelotz sagt:

    Erst einmal Respekt und Hochachtung für diese sachliche Analyse. Andernorts wurden ja bereits die langen Messer ausgepackt. Ihr trefft das Ganze auf den Punkt, so wie auch Thomas Stadler in seinem Kommentar auf Netzpolitik:

    «Es geht eher darum, dass man nicht Transparenz fordern und gleichzeitig mit einem völlig nebulösen Konzept an den Start gehen kann und noch nicht einmal sagt, wer die handelnden Personen hinter der Digitalen Gesellschaft sind. Das wird nicht funktionieren und darüber sollten die handelnden Personen frühzeitig nachdenken.»

    Im Hause Beckedahl wird man das Ganze aber wohl wieder als zu erwarteten Shitstorm der Neider abtun und weiter unbeirrt die PR– und Fundraisung-Trommel.

  14. […] Fixmbr liest man: Im Impressum finden sich drei Namen, so neben Markus Beckedahl auch Benjamin von der […]

  15. […] Und auch nicht zum Business-Networking im klasssischen Konferenz-Stil. Und schon gar nicht, um mir in Gutsherren-Manier eine Vereinigung vorsetzen zu lassen, die mit der Kraft der bloggenden Vernetzung nichts, aber auch […]

  16. […] “Digitale Gesellschaft e.V.” in Berlin, nicht online. Fixmbr mutmaßt sogar, dass es ein U-Boot für Die Grünen sein könnte. Das ist also die Art Offenheit und Transparenz, die Markus Beckedahl predigt? Ich bin […]

  17. […] Übrigens, meine Bestrachtungsweise zu dem Verein »Digitale Gesellschaft« beschreibt fixmbr.de sehr treffend. Von: »oller Osel« | 15. April 2011 | Stichwort: Kreativität, Web | Thema: […]

  18. Karsten sagt:

    Na ja .…

    … irgendwann wird halt jeder «Aktivist» (aka Gutmensch) die Bekanntheit monetarisieren wollen. Ich werde bei all diesen «Aktivisten» den Eindruck nicht los, dass irgendwann dann doch die Kohle zählt.

    Oder umgekehrt: mal schauen, wieviel dieser e.V. dann einem Geschäftsführer(in) an Jahrsgehalt zahlt. Damit wäre dann immerhin schon mal ein «Aktivist» finanziert — von naiven Spendern, die eigentlich das Richtige wollen, aber das Falsche tun.

    Ich habe sogar schon eine Ahnung, wer der/die Geschäftsführer(in) eines solchen Vereins werden wird.

  19. Kann ich nur unterschreiben. Wie können die Leute ihre jahrelange Interneterfahrung so komplett ignorieren? Verstehe ich nicht.

    Wünsch ich mir nun, dass der Verein transparenter wird — oder dass er einfach nur grandios scheitert?

  20. […] F!XMBR: Die »Digitale Gesellschaft« ist nicht die digitale Gesellschaft. […]

  21. […] f!xmbr: Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft […]

  22. […] Internet-Lobbyismus: Digitale Gesellschaft — Mr. Topf: Old School Klüngelgesellschaft e.V. — FIXMBR: Die Digitale Gesellschaft ist nicht die digitale Gesellschaft — Ruhrbarone: Erfolg statt Basisdemokratie — und auch die CDU hat sich mittlerweile […]

  23. […] und nimmt für sich in Anspruch, für alle netzpolitisch Aktiven zu sprechen. Und schon fliegen die Fetzen. Markus Beckedahl werden diktatorische Machtansprüche unterstellt und angeblich soll […]

  24. Avatara sagt:

    Die Kritik die im Text geübt wird ist vollkommen richtig. Trotzdem seh ich das Projekt positiver als du es im letzten Absatz tust.
    Warum?

    Weil ich bezweifle, dass sich derartige Projekte im angedachten Idealtypus umsetzen lassen, ohne alle Energie auf die inneren Strukturen und die Ausgestalltung zu verwenden.

    Es ist nicht die ganze Blogosphäre vertreten, ja. Aber ist das Gegenteil tatsächlich möglich? Würde sich fixmbr von der selben Organisation wie PI vertreten lassen? Ich glaube nicht. Auch wenns «nur» um Netzpolitische Themen geht und sonstige politische Ansichten aussenvor gelassen würden (was ja, wie hier auch angesprochen eher illusionorisch ist), die Nähe dazu würde hier doch abgelehnt.

    Es sind außerdem keine demokratischen Strukturen zu sehen. Etwas das das Netz ja groß gemacht hat. Man kann das allerdings in zwei «Größenordnungen» betrachten: Ich nenns mal die Mikro– und Makrosichtweise.

    Aus der Mikroperspektive siehst du nur die Digitale Gesellschaft in ihrem inneren. Nicht demokratisch, ja. Wie ich zuvor dargestellt hab, wäre es aber möglich dass der Idealtypus unerreichbar ist. Stellst du im Vorfeld Ansprüche an die Mitglieder heißt das nicht automatisch dass du nicht-demokratisch bist. Die Trennlinie sauber ziehen ist aber keine Sache die wirklich abschließend zu klären ist.
    Vergleichen wir mit dem Netz. Ist den eine einzelne Webseite Demokratisch? Oder stellt es sich hier genauso dar?

    In der Makroperspektive sehen wir dann die DG als Teil der Lobbyisten. Hier ist es eine Stimme unter vielen. Betrachten wir das Netz, seh ich hier doch schon deutlichere parallelen.

    Insofern entscheidet man sich hier eher für die Handlungsfähigkeit als für den Idealtypus. Gut möglich dass man von den (Fehlern der) Piraten lernen wollte. Auch möglich dass man dabei das andere Extrem gewählt hat und ähnlich «scheitern» wird.

    Bleibt natürlich der Name. Der ist unpassend. Aber an ihre Taten, nicht an ihren Name soll man sie messen (oder so ähnlich).

  25. >Gut möglich dass man von den (Fehlern der) Piraten lernen wollte.

    Die Herrschaft der Vielen, mit welcher wir uns gerne schmücken, mag nicht derart effizient daherkommen und auch oftmals recht chaotisch wirken, aber ist ein gerechter(?) Herrscher die Antwort darauf? Ich glaube kaum, wir beklagen doch heute gerade die allzu häufige Delegation, welche dieser Herrschaft der Vielen manchmal recht oligarchische Züge verleiht. Zur Freiheit gehört nun einmal Mut, auch den Mut mit etwaigem Mißbrauch zu leben — dies wußte man schon in der Antike.

    «An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen», heißt es wohl und gemeint ist die Warnung vor jenen, die mit vielerlei Worten den Menschen vom Pfad der Tugend abzubringen gedenken. Wer nicht den Mut besitzt sich mit dem «Plebs» auseinanderzusetzen, der sollte tiefer stapeln und erst einmal dieses «Leben» schnuppern, welches er da selbstherrlich zu vertreten gedenkt.

    Die notwendige Zäsur, die Trennung vom gemeinen Volk, mag so manchem als notwendiges Übel erscheinen, auf dem Weg zu Erfolg. Aber ich bezeichne jene als Pharisäer, die Wasser predigen und Wein trinken. «Gemeinwesen», my ass.

  26. […] FIXMBR: “Die Digi­tale Gesell­schaft ist nicht die digi­tale Gesellschaft” […]

  27. […] Ein Kommentar meinerseits zu Chris Artikel: ? Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft […]

  28. Anonymous sagt:

    Ich sehe hier irgendwie primär, wieso in der Netzpolitik immer das passiert, was CDU/CSU/SPD wollen. Die Gegenseite schafft es nicht, sich irgendwie zu formieren. Auch wenn es jemand versucht, wird das genauso angegriffen, wie zuvor die schwachsinnigen Ideen der Politik.
    Das mit der fehlenden Transparenz wird sicherlich zu Recht kritisiert und das hätten sie intelligenter lösen sollen, jedoch zeigt sich, wieso wir in Deutschland so nie eine bessere Netzpolitik haben werden, weil die angeblichen Gegner nichts anderes können, als sich selbst gegenseitig zu zerfleischen. Bei Lobby-Verbänden der Musikindustrie gibt es sowas nicht. Da stellt man sich hin und feuert einfach seinen Wahnsinn raus und beharkt alle die nicht schnell genug flüchten konnten, bis es allen anderen zu dumm wird und man halt seinen Willen bekommt.
    Konsequent weitergedacht, ist die Alternative, die sich aus dem hier gesagten ergibt, nie irgendetwas zu tun und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Bravo. Wieso überhaupt noch dazu äußern?

  29. […] Blogosphäre erwägt derzeit Argumente pro und contra Gründung eines neuen Lobby-Vereins, der auf der gerade abgelaufenen Tagung re-publica […]

  30. >Bei Lobby-Verbänden der Musikindustrie gibt es sowas nicht.

    Tja, wenn es um so triviale Dinge wie Geld geht, dann ist recht schnell eine Front erstellt.

    >Konsequent weitergedacht, ist die Alternative, die sich aus dem hier gesagten ergibt, nie irgendetwas zu tun und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

    Klaro, CCC, HU und all die anderen zählen nicht, bewirkten noch nie etwas, alles was neu ist und mit markantem PR-foo versehen wird, ist demzufolge die ultimative Lösung. Ehrlich, es wird nie etwas klappen, weil viele nicht in der Lage sind zuvor Hirn v1.0 in Betrieb zu nehmen. Was ich sehe ist eine Balkanisierung der Aktivisten … ein egogetriebener Alleinvertretungsanspruch, mal eben so mit ein paar anonymen Gestalten aus dem Boden gestampft ist _keine_ Lösung.

  31. […] Chris Sickendieck: Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft […]

  32. Anonymous sagt:

    Kurz: Hipster

  33. Wanda sagt:

    Warum gibt es eigentlich nicht eine deutsche EFF? Das wäre mal eine sinnvolle Einrichtung, also am besten mit ein paar Uni Profs, die bereit sind Grundsatzklagen zu führen. So ein paar politisch motivierte «Aktivisten» Dampfplauderer interessiert doch keine Sau.
    Die Grünen-Uboot Geschichte ist zudem wirklich bedenklich. Wie man an Leute wie John Perry Barlow sieht ist digitale Freiheit bei weitem kein linkes Thema.

  34. Oliver sagt:

    Selten war ich gedanklich so nah bei Euch! Ich habe das auch auf netzpolitik verfolgt. Mit kommt das auch eher nach Selbstdarstellung als nach sinnvollem Lobbying vor. Ausserdem ist die Webseite mit «Augenkrebs» noch wohlwollend umschrieben. :-)

  35. Anonymous sagt:

    Warum regen sich eigentlich so viele Leute auf? «U-Boot», «Klassensprecher»: Unsinn! Denkt doch mal wie Politiker. Für Politiker sind Kategorien wie «gut» und «böse» bewegliche Ziele.

    Der Verein schiebt sich öffentlich in die Schusslinie. DAS ist was da passiert. Die Jungs haben Medienmacht!

    Und ihr habt nichts besseres zu tun als euch darüber zu streiten, ob die auch nach euren Regeln spielen?
    Ich spiele mal den Advocatus Diavoli uns sage: Gottseidank tun sie es nicht!

    Lobbyorganisationen sind nicht dazu da, demokratisch oder glaubwürdig zu sein. Medienwirksam müssen sie sein — sonst nichts. Die Mitglieder müssen reden können. Die Politiker müssen sich gern mit ihnen umgeben, gern mit ihnen reden und sie auf die wichtigen Partys einladen. Das heißt, sie müssen diskret sein. Das ist keine «Partei»: eine Lobbyorganisation braucht nur unsere stillschweigende Duldung — nicht unsere offizielle Legitimation. Ihre öffentliche Legitimation erfahren Lobbyorganisationen durch die Presse.

    Wo wäre sonst der Witz an der Sache? Wäre es anders wäre das keine «Lobby» sondern eine «Bürgerbewegung». Die Jungs haben die Macht Botschaften an die Medien zu bringen, weil man ihnen zuhört. Sind aber gleichzeitig nicht offiziell legitimiert, weshalb wir jederzeit behaupten können, wir haben mit denen nichts zu tun. Perfekter geht’s doch nicht!

    Ich will um Himmelswillen nicht persönlich öffentlich mit denen in Verbindung gebracht werden. Niemand sollte das. Je weniger man über die weiß, umso diskreter können sie agieren. Das Wort «Diskretion» kann niemanden brauchen, der sich öffentlich verplappert. Daher verstehe ich völlig, dass man den Kreis der Mitglieder klein halten will. Das ist nicht nur ratsam, sondern auch notwendig.

    Ob der Verein eine leere Hülle ist interessiert nicht. Das muss man der Presse doch nicht unbedingt auf die Nase binden. Ihr denkt da viel zu linear und zu wenig wie ein Politiker. Ist ein Politiker der Union etwa unbestechlich, integer und hat Anstand und Moral? Wir brauchen jemanden der die Schweinchen in Berlin kennt, deren Sprache grunzt und denen das Gefühl gibt, dass wir deren Klientel sind. Ob das wirklich so ist oder nicht, spielt doch gar keine Rolle: solange die nur davon überzeugt sind es wäre so.

    Mir ist es einerlei wer das macht. Aber wenn ein Herr Beckendahl es schafft, sich so ins Rampenlicht zu manövrieren wie er es getan hat, dann ist er vermutlich genau der Richtige. Gerade er und eben nicht der AKZensur oder andere.
    Denn wir brauchen jemandem, mit dem die Regierung auch politisch offiziell reden KANN. Die Kanzlerin kann eben den CCC oder den AKZensur nicht offiziell im Kanzleramt empfangen, da beide eine lange Geschichte nicht gerade diskreter, öffentlicher Kritik an ihrer Person haben. Aus politischen Gründen sind die damit verbrannt. Sobald sich die Kanzlerin mit denen trifft, weiß jeder worum es geht und was die Presse dazu sagt ist vorhersehbar. Im Kanzleramt kann man eben gelegentlich auch bis drei zählen. Und die Kanzlerin mag vieles sein: aber politisch ungeschickt ist sie nicht.
    Die bisherigen Vereine können uns aber schlicht und ergreifend nicht vertreten, wenn man sie gar nicht erst reinlässt. Sorry, aber: ist so.

    Und über die deutsche Politik lasst euch eine Geschichte erzählen. Es war einmal eine Umweltministerin Merkel, die hat verkündet das Atomendlager Morsleben wäre absolut sicher. Obwohl schon damals bekannt war, dass Morsleben nicht wasserdicht ist. Diese Frau wurde dafür gefeiert und als es 10 Jahre später aufgeflogen ist, sagte sie, sie sei nur dem Rat ihrer Experten gefolgt. Sie hätte keinen Fehler gemacht, sondern hätte nach dem «damaligen Erkenntnisstand» entschieden. Und ratet mal was aus dieser Ministerin geworden ist? Knastvogel? Nein: Bundeskanzlerin.
    Es nutzt nichts hinterher zu den Experten zu gehören die recht gehabt haben. Man muss der Advocatus Diavoli sein, der vorher einer Ministerin einredet, dass genau deine Meinung die richtige ist, welche ihr Stimmen oder Spendengelder bringt. Dann spielt danach keine Rolle mehr, wer was sagt und warum.

    Man muss Meinungen nicht folgen. Meinungen muss man machen.
    Das ist zwar nicht sehr demokratisch entspricht aber nun mal den Realitäten im demokratischen Deutschland dieses Jahrhunderts und keiner von uns wird noch lange genug leben um daran etwas zu ändern.

  36. […] Überlegungen” Simon Zeimke: (“Digitale Gesellschaft versus Gesellschaft Digital” F!XMBR: “Die ‘Digitale Gesellschaft’ ist nicht die digitale Gesellschaft” heise […]

  37. Anonymous sagt:

    Der letzte Kommentar ist richtig fies und rechtfertigt Volksverdummung in elementarer Form. Mit solchen Gedanken kann auch der übelste PR-Lobby-Blubberer noch gut schlafen.
    Wenn es heute keine Netzsperren gibt, dann dank der Argumente und nicht dank des Lobbyismus. Ein gewisser Grad an Vermarktung ist ohne Zweifel notwendig, aber auch nur Mittel zum Zweck. Inhärent für PR-Typen und Selbstdarsteller ist Mittel und Zweck zu ihren Gunsten umzudrehen. Dabei diskreditieren sie langsam und sicher den Gegenstand an sich.
    Du bist Deutschland, Du bist die digitale Gesellschaft.

  38. brainOnaut sagt:

    @anon
    sich mit dem teufel einlassen, und sein spiel spielen, soll die lösung sein? genau DAS gilt es doch zu verhindern und vor allen dingen zu ändern.
    »..Meinungen muss man machen.
    Das ist zwar nicht sehr demokratisch entspricht aber nun mal den Realitäten..«
    und von wem werden diese realitäten gemacht? nix für ungut, aber da bekomm ich doch das kalte kotzen, bei deinen sprüchen…

  39. Ein Mensch sagt:

    Ich gebe zu bedenken: EFF.org und die FSF(E) sind auch nicht basisdemokratisch organisiert.

  40. >Wenn es heute keine Netzsperren gibt, dann dank der Argumente und nicht dank des Lobbyismus.

    Das halte ich für ein Gerücht. Wirklich vom Tisch ist so etwas nie, oftmals wartet man nur den richtigen Moment ab, um dergleichen in einem neuen Gewand verpackt unters Volk zu bringen. Glaubt man an die Wirkung von Argumenten, so glaubt man auch an die Wirkung der Vernunft innerhalb der politischen Reihen. Was aber sind die Gründe für diesen Vorstoß der Politik? Dahinter steckt vor allem die Content-Industrie, sprich wirtschaftliche Interessen. Die Nebelkerzen hingegen lauten «ausufernde Kriminalität» und «Terrorismus».

    Was kann also Lobbyismus in einem derartigen Kontext bezwecken? Hat man etwas zu bieten? Denn letztendlich geht es um recht biedere Ansprüche monetärer Natur. Ich denke, wenn ich denn mal alle sonstigen Bedenken außen vor lasse, die «Digitale Gesellschaft» ist recht naiv in ihrem Anspruch. Eine gelungene Sache wäre es, Lobbyismus gänzlich auszumerzen. Ein nahezu unmöglicher Anspruch, aber dieser Kampf erscheint mir als sinnvollerer Weg.

    Siehe z.B. auch: http://www.heise.de/newst.….007.html

  41. >Ich gebe zu bedenken: EFF.org und die FSF(E) sind auch nicht basisdemokratisch organisiert.

    Die FSF ist eine Stiftung, eine Mitgliedschaft für jeden ist möglich und ansonsten besitzt man einen gewählten Vorstand.

    Auch die EFF ist eine Stiftung, wir sprechen also über völlig verschiedene Dinge. Das gebe ich mal nebenbei zu bedenken, Äpfel mit Birnen kann man selten vergleichen, ist halt Obst, mehr jedoch nicht.

  42. […] fast schon shitstormartige Kritik an der Vereinsgründung der Digitalen Gesellschaft picke ich mal diesen Beitrag auf F!XMBR heraus. Die Kritik ist nachvollziehbar und wird auf Twitter und in anderen Blogs durchaus in […]

  43. […] Hauptkritikpunkt an der «Digitalen Gesellschaft» war an vielen Stellen die Namensgebung. Der Name suggeriert, dass es eine digitale Gesellschaft […]

  44. […] Artikel zum Thema […]

  45. […] Na und dass es eine besser gelabelte Bundesaktionsgemeinschaft der Grünen sein ( kein Neid, so was kann man machen – wenn man die url hat ) ist natürlich auch ein Gedanke, der einem kommen kann […]

  46. […] ja, da gibt es jetzt die Digitale Gesellschaft. TOLL…, darauf hat jetzt Deutschland echt gewartet. Persönlich finde ich die Idee […]

  47. […] »Digitale Gesellschaft« Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft Digitale Gesellschaft? Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Medien abgelegt und mit digital, […]

  48. […] deutlich kritische Stimmen zu diesem Projekt bzw. seiner Machart gibt, allen voran von FIXMBR „Die ‘Digitale Gesellschaft’ ist nicht die digitale Gesellschaft“: Markus Beckedahl und ein paar Mitstreiter haben in Berlin den Lobbyverband Digitale […]

  49. Weltregierung sagt:

    Gefällt mir.

  50. […] an den neuen Verein um Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl waren mangelnde Transparenz und fehlende Repräsentativität. Der Transparenz-Vorwurf zielte vor allem auf die unklare Mitgliedersituation ab: Bis heute ist […]

  51. KH sagt:

    Ich denke, dass unter

    FAQ
    Überlegungen
    Klare Ziele

    die genannten Kritikpunkte doch ziemlich einleuchtend erklärt wurden. Ich war auch skeptisch, habe aber auch die Zielrichtung wohl missverstanden. Geht es dem Autoren vielleicht auch so?

  52. Die FAQ überzeugen mich (und auch andere, wenn ich schnell mal einen kleinen Rundgang wage) nicht. Wenn Lust und Zeit tippsel ich heute Abend nach der Arbeit noch ein paar Zeilen.

  53. Aus der FAQ: «Markus Beckedahl ist “Karteileiche” bei den Grünen, und hat dort seit 2004 nicht mehr engagiert.»

    Bei t3n hat er am 2. März 2009 im Interview auf die Frage, ob er Mitglied in einer Partei sei, schon gesagt, er sei eine typische Karteileiche, aber dabei nicht einmal erwähnt, in welcher Partei:
    http://t3n.de/magazin/fre.….-221507/

    Ein paar Wochen nach dieser Aussage (Mai 2009) spricht er allerdings auf dem Parteitag der Grünen, als diese ihr Wahlprogramm zimmern, hier seine Rede:
    http://www.youtube.com/wa.….UWY14cQY

    Passt das zu «Karteileiche» und «kein Engagement seit 2004″?
    Ich denke nicht.

    Außerdem betreut er mit seiner Firma newthinking communications den Onlinewahlkampf der Berliner Grünen für die Wahl 2011:
    http://newthinking-commun.….hlkampf/
    Natürlich erwähnt er das nicht, wenn er sich in Interviews zu Wahlkämpfen anderer Parteien äußert.
    Und natürlich erwähnt er auch nie, dass er selbst Mitglied bei den Grünen ist: auf keiner seiner Webseiten, in keiner Selbstdarstellung von ihm wird das erwähnt.

    Die Grüne Jugend schreibt über in: «Seine Positionen finden sich in den vielen Beschlüssen der GRÜNEN JUGEND und von Bündnis 90/Die Grünen zu den Themen Neue Medien und/oder Bürger– und Menschenrechten wieder, die er oft (mit-)erarbeitet hat.«
    Quelle: http://www.gruene-jugend.…..ahl.html

    Aber das war sicher alles vor 2004. ;-)

  54. VonFernSeher sagt:

    @Avatara

    Der Name ist für eine Lobbyorganisation von herausragender Bedeutung, weil er kommunikationstechnisch an die Stelle der fehlenden Legitimation treten soll. Auch wenn die «Digitale Gesellschaft» jetzt etwas kokettiert, war der Name zu 100% lang geplant und beabsichtigt. Es ist Sinn und Zweck der Sache, dass in der Bauchbinde von Markus Beckedahl demnächst eben nicht mehr «Netzaktivist» oder einfach «netzpolitik.org» steht, sondern «Vertreter der Digitalen Gesellschaft». Werbung funktioniert durch Wiederholung; es ist für die Etablierung der Marke übehaupt nicht wichtig, ob die angeblich Vertretenen zustimmen.

    Ein sehr schönes Beispiel dafür ist das «Centrum für Hochschulentwicklung», das genau niemanden, nicht die Lehrenden, nicht die Lernenden, nicht die Forschenden, vertritt* und trotzdem mit seiner Marke und finanziellen Wucht ein steter Begleiter (und manchmal Diktator) in den Parlamenten und Parteizentralen ist.


    *weil’s grad so trendig ist – Hinweis: Ja, ich kenne (oder kannte) den fzs auch von innen und ja, das lässt sich schlecht mit einer Liebesbeziehung zum CHE verbinden.

  55. Haydars Blog sagt:

    Für eine freie Digitale Gesellschaft…

    Es rauschte einmal kurz durch den Blätterwald: Es gibt eine neue «Lobby-Vereinigung», ein «Greepeace des Internets» — die Digitale Gesellschaft. Es wurde schon einiges über sie geschrieben, es war auch viel Kritik dabei über die Form, die Intranspa…

  56. […] des „unrepräsentierbaren Selbst“ beansprucht, dass sie keine Diskussionen zulässt … Dieses Gerede kann von den Machern zurecht wegen vorhersehbarer Folgenlosigkeit ignoriert […]

  57. Andi sagt:

    @VonFernSeher:

    Es ist Sinn und Zweck der Sache, dass in der Bauchbinde von Markus Beckedahl demnächst eben nicht mehr «Netzaktivist» oder einfach «netzpolitik.org» steht, sondern «Vertreter der Digitalen Gesellschaft».

    Mich erinnert das an Jürgen Drews. Der ist bloss der Guru von ein paar Kneipen samt Insassen, nennt sich aber gerne grosszügig «König von Mallorca». Genauso ist Beckedahl inzwischen der Guru des Berliner Blogger-Ballermanns, versteht sich aber jetzt als «Vertreter der Digitalen Gesellschaft». Und auch wenn Beckedahl wahrscheinlich der intelligentere von beiden ist, bin ich mir leider nicht mehr sicher, wer sich in die jeweilige Rolle mehr reingesteigert hat.

  58. […] zu wol­len. „Die Digi­tale Gesell­schaft ist nicht die digi­tale Gesell­schaft“ bringt F!XMBR es auf den Punkt und macht auf einen wei­te­ren auf­merk­sam: die völ­lige Intransparenz […]

  59. ManfredSan sagt:

    Den Digitalen Gesellschaftern geht es nur darum Gelder zu kassieren. Übel!
    Zeit für Ehrlichkeit.

  60. Tim sagt:

    Das darf man nicht zu kurzfristig sehen. Ich denke, da gibt es strategische Überlegungen, die über den Zweck einer «Lobbyorganisation» hinausgehen. Man darf in 2 Jahren durchaus einen Wahlsieg der Grünen/SPD erwarten. Dann werden die Weichen für die Netzpolitik neu gestellt. Ziel muss eigentlich sein, dann die für Netzpolitik bereitgestellten Mittel aus dem Haushalt in die eigenen Berliner Kreise zu lenken. In diser Hinsicht ist diese Vereinsgründung der richtige und notwendige Schritt. Nichts wäre für die Beteiligten schlimmer als zu sehen, dass von ihrer jahelanger Arbeit in und für die Netzcommunity am Ende andere monitär profitieren.

  61. Einen Wahlsieg der Grünen und der SPD? Liebe digitale Gesellschaft, da existiert auch eine Realität und die schaut doch gänzlich anders aus. Und die Grünen brauchen gewiß keine Hinterzimmeraktivisten, von denen sie geschmiert werden. Vernünftige Netzpolitik können die auch alleine, diese ist keine Erfindung von Piraten und Co. Es braucht natürliche mehrheitliche Verhältnisse, ohne die Genossen. Aber das sind Träumereien, bar jeglicher Vernunft.


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