die Content-Mafia schlägt zurück

Our artists and copyright owners deserve to be fairly compensated for the blood and sweat that forms the core product of these businesses.

SoundExchange

Aufgrund des Blutes und des Schweißes, den diese Kulturschmarotzer für die enteignenten Künstler anführen, soll ein exorbitantes Entgelt für die gespielte Musik in Webradios erhoben werden. Mehr als diese Webradios je einnehmen, somit würde ein über viele Jahrzehnte gewachsenes System, welches auch den Künstlern selbst bei der Promotion hilft, über Nacht ad absurdum geführt werden. Der Streit um die Höhe des Entgelts schwelt schon eine Weile, ein Sterben der Sender ist wahrscheinlicher, denn ein Einlenken der Content-Mafia.

«Net radio is good for musicians like me, and I think most musicians are like me,» he said. «The promotion it provides is far more important than the revenue.»

Enteignung der Künstler, Kulturraub, Wiederverkauf strangulierter Kulturgüter — letztendlich: Zerstörung all jener Dinge, deren Schutz angeblich der Anlaß für all das Bohei um die Rechte ist.

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5 Antworten zu “die Content-Mafia schlägt zurück”

  1. Oliver sagt:

    Was macht dich da so sicher? Die Content-Mafia ist stark, sie besitzt Geld, monetäre Mittel in Unmengen und sie besitzt mittels Lobbyismus großen Einfluß. Lawrence Lessig hat das erkannt, das die Ursächlichkeit bekämpft werden muß, der desaströse Einfluß der Lobbyisten in allen Bereichen.

    Wenn man wie ich tagtäglich mit Kultur zu tun hat, sieht man recht deutlich die Mittel und Wege diese dem Volk zu entziehen, mehr und mehr. Damit sorge ich auch in indirekt zukünftig für weniger gehaltvolle Kultur, da Kreative massiv gehemmt werden. Zudem ist es auch kein Geheimnis, daß selbst z.B. freie Musik hierzulande massiv gegängelt werden kann. Dazu brauche ich nur Internet-Radios, die GEMA & Co zu erwähnen. Der bayerische Vorstoß mit alles ist irgendwie Rundfunk und bedarf somit der Gebühren ist nur ein Beispiel unter vielen.

    Last not least wenn interessiert der Konservenpop, was ist mit den Klassikern und der Klassik per se, die fortwährend mehr und mehr weggeschlossen werden? EU-Vorstöße wie 90+ Jahre etc.? Man kann über die Folgen berichten wie ich es tue, doch letztendlich ist es die Ursache die man bekämpfen muß und das ist eben der Lobbyismus. Deine Geschenk ans Volk für lau nutzt überhaupt nichts, wenn man dich wiederum hemmt dies einfach mal so zu tun. Freiheit? Mehr und mehr innerhalb massiver Grenzen.

  2. Falk sagt:

    Und wenn diese Menschen dann erst mal bemerkt haben, daß ein großer Teil dieser freien Musik auch noch weitaus besser ist…

    Wenn du einmal versucht hast, von einem Verlag die Rechte dafür zu bekommen, eine Coverversion zu veröffentlichen, wirst du merken, daß es leider so einfach auch nicht ist. Und das hier von einer Industrie billigend in Kauf genommen wird, daß es den Indies auch an den Kragen geht, da ihnen durch diesen Bullshit eine weitreichende Promoplattform entzogen wird, macht das ganze noch komplizierter. Das immer nur mit einem «da gibts soviel freie Musik» herbeizusehen, ist imho mehr als nur kurzsichtig.

  3. Falk sagt:

    Okay, ich versuchs mal ganz kurz zu erläutern bzw. ein Beispiel zu verwenden: Wie hoch schätzt du die Chance, ein Webradio nur mit freien Inhalten zu betreiben und damit ähnlich viel Hörer zu erreichen, wie die jetzt etablierten?

    Was ich damit sagen will, es scheitert an der «Faulheit» der Menschen. Schon 2005 haben sich hierzulande etliche Webcaster verabschiedet, weil sie immense Kosten auf sich zukommen sahen (Stichwort: GVL). Es hat sich kaum jemand an dem Punkt Gedanken darüber gemacht, ein Programm ausschließlich mit freien Inhalten zu erstellen. Sondern es wurde eben entweder die Kostenkröte geschluckt oder aufgehört mit Senden. Und letzteres ist bei aus dem Ruder laufenden Kosten (wie oben angesprochen) mehr als verständlich, denn ohne diesen Content keine Hörer, ohne Hörer keine Möglichkeit ein Programm zu etablieren und/oder keine Werbeeinnahmen.

    Sprich: Dir bleiben auf gut deutsch die Hörer weg, die vorher noch vehement Freiheit geschrien haben. Und das kannst du gern auf alles rund um Musik und das Business adaptieren. Es wäre fatal, wenn die Contentmafia stirbt, denn in ihrem Todeskampf reisst sie alles mit den Abgrund, weil die Menschen Kunst nicht schätzen wissen.

  4. Oliver sagt:

    >Aber daß bei den meisten immer noch die Meinung vorherrschte, freie Musik sei grundsätzlich “minderwertiger Lofi-Mist aus dem Wohnzimmer” hat mich dabei doch ein wenig erschreckt.

    Selbst die Hauptbewegung Opensource hat auf dem Desktop nicht wirklich Momentum erlangt. Bei freien Inhalten fängt schon das Problem an, sich auch angemessen _selbst_ an diesen freien Inhalten zu beteiligen. Tatsächlich aber ist das Gros der User davon ganz und gar nicht zu überzeugen, jedes Foto wird meist mit einem netten «Copyright» belegt. Nehmen ja, geben nein. Das Hauptproblem direkt nach dem Lobbyismus der Industrie ist auch die «Raubkopie». Solange man einfach nehmen kann, macht man sich auch weniger Gedanken.

    >Die Content-Mafia geht den aktuellen Weg so lang und extrem weiter, daß den Konsumenten irgendwann gar keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als auf Alternativen auszuweichen.

    nope -> more copies

  5. Falk sagt:

    Die Frage bleibt, was “man” dagegen tun kann.

    Auf angenehme Dinge im Leben verzichten und es trotzdem tun…so seh ich das zumindest. Bequemlichkeit ist halt nicht meins, aber ich lauf mit meiner Einstellung auch oft genug gegen Mauern.

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