Die Blödheit der deutschen Bundesbürger kennt keine Grenzen

Der Bundestrojaner, seine Auswirkungen auf die Denkweise dieses selten dämlichen Volkes aufrechter Deutscher:

Allerdings meinen immerhin 24 Prozent der befragten Bürger, dass der Polizei uneingeschränkt alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen müssen, damit sie effektiv gegen Kriminalität vorgehen kann. Elf Prozent finden, dass der Schutz der Privatsphäre wichtiger sei als die Fahndungsmöglichkeiten der Polizei.

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Wie schon bei der Killerspiel-Debatte schaffen es so nette Politker wie Schäuble, das Volk zu vereinnahmen, zu verarschen — der Großteil der Menschen in unserem Land drückt solchen vertrauenswürdigen Menschen die geheimsten Gedanken, das ausgelagerte Gehirn in die Hand. Die Menschen in unserem Land wollen einen Führer, wollen jemanden, der sagt, wo es langgeht — das Volk braucht jemand, der ihnen das Denken abnimmt, ist ja auch ziemlich schwer das alles. Dieses Volk ist einfach nur selten dämlich.

Mag sein, dass ich ein alter Privacy-Dino bin, aber man muss morgens nur mal die Leute in der U-Bahn beobachten: Die BILD, die Nähe eines anderen Menschen — kommt in der U-Bahn schon mal vor — ist mehr als unangenehm. Ältere Menschen dürfen stehen, damit die eigene Tragetasche ja nicht auf dem Boden steht, sondern eben nebenan gepolstert ihren Platz findet. Ein Verpiss dich an die Herren Musiker ist noch freundlich, was man hört, wenn die Herren mit Akkordeon für Musik sorgen.

Ich bin mir sicher, wenn ein aufrechter Politiker daherkommt, smart, charismatisch, einprägsam — der könnte erzählen, was er wollte, 20% wären ihm mindestens sicher (Beispiel gefällig? Schill in Hamburg…). Die Springer-Presse weiß eh über ihn zu berichten, und der blöde Deutsche hat wieder jemanden, hinter dem er stolz hinterher marschieren kann. So muss das — der unternimmt dann wenigstens was gegen dieses ganze asoziale Pack in unserem Land…

Disclaimer: I know, viele Themen zu einem Eintopf verrührt — aber hey, der Deutsche mag halt gerne Eintopf. 😀

10 Antworten zu “Die Blödheit der deutschen Bundesbürger kennt keine Grenzen”

  1. DonTermi sagt:

    Bist als Privacy-Dino nicht allein :) Ich seh das genauso. Keine Ahnung was in den Köpfen der Leute vorgeht. Die haben wahrscheinlich nen Tunnelblick auf das Wort «Terror». Aber was noch bei «uneingeschränkter» Staatsgewalt möglich ist da hört der Horizont auf.

    Die Stasi ist tot — es lebe Stasi 2.0 (next generation)

  2. JumpingJakk sagt:

    was mich bei den aktuellen Entwicklungen beängstigt ist die Tatsache das wir hier in DE schön einmal ähnliches hatten — und wenn das so weiter geht in vielen Bereichen auch wieder auf dem besten Weg dorthin sind

  3. Euro sagt:

    «Privacy-Dino» klingt kuschelig. Da ich sogar noch älter bin als du, wünschte ich mir ein ähnlich heimeliges Wort für «Grundgesetzveteran». Ich hab als Ex-Bulle mal einen Eid drauf geleistet und bin zwar nicht mehr dabei, kann mich aber nicht erinnern, je von dem Eid entbunden worden zu sein.
    Der Schutz der Privatsphäre steht da drin.
    Verfassungsschutz! Das ist wie Rostschutz, der schützt auch nicht den Rost, sondern vor dem Rost. So ist das.

  4. Grainger sagt:

    Der nette Herr Schäuble war sich aber nicht zu schade hin und wieder ein Geldköfferchen vom netten Herrn Schreiber entgegen zu nehmen.

    Und der nette Herr Schreiber (bzw. dessen Auftraggeber) haben dafür auch ganz sicherlich keine wie auch immer gearteten Gegenleistungen erwartet oder gar erhalten.

    Und die Kinder bringt der Klapperstorch.

    Die Erinnerung an die ganze Schreiber-Affäre und das Drumherum scheint aber irgendwie dem medialen Vergessen anheim gefallen zu sein.

  5. Grainger sagt:

    Nachtrag: und Typen, die mir morgens unaufgefordert mit ihrer Quetschkommode die Ohren vollquäken sind mit einem Verpiß Dich! noch gut bedient. 😀

    Lärmbelästigung bleibt Lärmbelästigung und wer einem extremen Morgenmuffel so etwas zumutet tut das auf eigenes Risiko.

  6. Freierfall sagt:

    wort.
    ich frage mich immer, ist das in anderen Ländern eigentlich anders? Und wenn ja, wieso? Ist der Deutsche von Natur aus leichtgläubiger als andere Nationalitäten? Ich kann das nicht nachvollziehen, bin ich doch ein Fremdländer 😉

  7. Oli sagt:

    Der Deutsche ist nicht leichtgläubiger nur einfach desinteressierter als andere. Man winkt hier gerne diverse Dinge dicht, braucht «Vordenker».

  8. Jan sagt:

    > ist die Tatsache das wir hier in DE schön einmal ähnliches hatten

    Ich würde sogar sagen mindestens zweimal.

    Ansonsten stimmt das alles schon und es gefällt mir gar nicht. Aber ich beobachte schon länger, dass bei jeder Umfrage die auch nur entfernt Freiheit und Sicherheit betrifft, die Mehrheit immer die Sicherheit wählt — egal um was es geht. Ich kann nicht beurteilen, ob das nun typisch deutsch ist. Sieht es in Großbritannien und den USA nicht ähnlich aus, sowohl was Einschnitte in Grundrechte als auch was die Einstellung großer Teiler der Bevölkerung angeht?

  9. Grainger sagt:

    Das liegt natürlich auch daran wie man dem Bürger die Probleme und deren (angeblich einzig) mögliche Lösung präsentiert.

    Die angebotenen Alternativen heißen immer Freiheit oder Sicherheit, so als ob sich beides gegenseitig zwangsläufig ausschließen müsste oder ob es nur «Alles oder Nichts»-Lösungen geben würde.

    Das ist natürlich politisch so gewollt (hier in Deutschland ebenso wie in England, den USA, usw.) und wenn bei Umfragen die Fragestellungen die Tendenz haben:

    «Wollen sie lieber auf Datenschutz (alternativ: informationelle Selbstbestimmung, Menschenrechte, usw.) verzichten oder bei einem Terroranschlag ihr Leben verlieren?»

    sind die Antworten doch prinzipiell vorgegeben.

    Um ehrlich zu sein: schon seit einiger Zeit stehe ich allen Umfrageergebnissen, Statistiken und Studien (scheinbar gibt es zu jedem nur denkbaren Thema Studien mit jedem nur denkbaren Ergebnis, heir kann sich dann jeder die nach dem eigenen Gusto jeweils am besten passende Studie heraussuchen oder im Zweifelsfall eben eine in Auftrag geben, das gewünschte Ergebnis wird i.d.R. von den Erstellern der Studie vorher abgefragt und auch geliefert) mehr als nur ein bißchen skeptisch gegenüber.

    Mit zunehmender Einführung von Wahlautomaten wird man zukünftig Wahlergebnissen auch nicht mehr vertrauen können (eine echte Nachprüfung der Wahlergebnisse ist bei elektronisch durchgeführten Wahlen gar nicht möglich, egal was unsere Politiker und natürlich die Maschinenhersteller so faseln).

  10. Jan sagt:

    Von Wahlmschinenherstellern erwarte ich gar nicht, dass sie Argumente gegen ihre Produkte vorbringen.

    Etablierten Politikern ist dagegen vermutlich ganz egal, ob sie maschinell oder handschriftlich gewählt werden, solange es geschieht.

    Was Studien angeht: Da kommt es natürlich immer auf die Fragestellung an und entsprechend wird die dann auch gerne mal gemäß dem gewünschten Ergebnis formuliert — als aufgeklärter Bürger empfiehlt es sich daher immer, solche Zahlen zu hinterfragen und dabei auch zu berücksichtigen, wer diese Dinge bezahlt hat.

    Was ich mit Umfragen meinte waren allerdings eher diese kleinen, die aus 2–3 Fragen bestehen und die z.B. von Zeitungen bezahlt werden. Denen würde ich prinzipiell immer mehr trauen, als Studien die klar irgendwelche Interessen untermauern sollen. Und auch bei diesen kommt dann bei Fragen wie «sollten angesichts des jüngsten Amoklaufs Killerspiele verboten werden» eindeutige zahlen raus, die mir sagen, dass Freiheit gegen Sicherheit immer verliert und nicht weiter darüber nachgedacht wird.

    Meiner Beobachtung nach wird Sicherheit absolut immer und zwangsläufig gewisse Freiheiten beseitigen, geht doch gar nicht anders. Die Frage ist nur, mit welchem Maß an Freiheitsverlust man zugunsten leben kann, bzw. möchte — diese Frage stellen sich offensichtlich leider viel zu wenige Menschen.

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